Archiv für den Monat: Mai 2005

Taxifahrer, zum Zweiten – Teil I

Vor ein paar Tagen ist mir wieder ein Erlebnis mit dem Kölner Taxiruf 19 410 widerfahren.

Um mit meinem Digitalpiano zum Auftritt zu kommen, musste ich mir ein Taxi rufen und bestellte – wie ich es schon des Öfteren tat – einen Kombi, damit das Flightcase, evtl. bei umgeklapptem Rücksitz, bequem reinpasst. Also habe ich gegen 18 Uhr angerufen und meine schweren Gerätschaften vor die Tür gestellt. Kurz darauf kam auch ein Taxi, ein riesiger Mercedes-Kombi. Der Taxifahrer stieg aus und sagte:

„Au weh, das bekomme ich da nicht rein.“

Wir versuchten trotzdem zu schauen, ob es in den riesigen Kofferraum passen würde, aber es stand ein paar Zentimeter über. Ich sagte ihm, dass man die Rückbank umklappen könne, so sei mein Klavier schon oft transportiert worden.

„Die kann man nicht umklappen.“

Belehrte mich der Taxifahrer. Er schlug vor, dass ich versuchen solle, das Ding auf die Rückbank zu legen. Ich hob es also an und als der Taxifahrer mir ansah, dass das Klavier ca. 40 Kilo wiegt, sagte er:

„Ach so, das ist auch noch schwer! Nee, nee, lass mal, dann können wir das nicht auf die Sitze legen, mein Chef bringt mich um. Du brauchst ein Großraumtaxi, ich ruf Dir bei der Zentrale eins.“

Daraufhin stieg er ein und fuhr ohne sich zu verabschieden davon. An dieser Stelle sollte ich vielleicht einfügen, dass ich das Klavier auch schon in weit kleineren Autos, z.B. einen VW Golf, transportiert habe. Ich setzte mich auf mein Klavier und wartete. Und wartete und wartete…

Nach einer halben Stunde rief ich noch mal die 19 410 an und erklärte die Lage, erzählte, dass der Taxifahrer mich nicht mitnehmen wollte und mir gesagt hatte, er würde ein Großraumtaxi bestellen, ob das jetzt noch komme, oder ob er vergessen habe, das zu bestellen. Oder mich sogar mit Absicht hätte sitzen lassen?

„Kein Großraumtaxi da.“

Sagte der Mann in der Zentrale. Ich sagte: „Ja, genau. Ist eins auf dem Weg?“

Er: „Es steht kein Großraumtaxi zur Verfügung.“

„Was heißt das?“

„Ja, es kommt auch keins.“

„Ach so, und nun?“

„Ja, und nun?“

Da war ich einen Moment sprachlos, wie soll man auch reagieren, wenn man beim Taxiservice anruft, und gesagt bekommt, dass man kein Taxi bekommt. Da wird man etwas hilflos. Ich schlug vor, einen anderen Fahrer mit Kombi zu schicken, der sich vielleicht nicht ganz so dämlich anstellt.

„Na unser Taxifahrer war doch gerade da, der hat uns berichtet, das Ding sei zu groß.“

„Na ja, ich hab das schon oft in einem Kombi transportiert, aber ihr Fahrer wollte die Rückbank nicht umklappen.“

„Na wieso wollte der denn die Rückbank nicht umklappen?“

„Na das müssen sie ihn fragen, es ist schließlich ihr Fahrer.“

„Na ich schau mal was sich machen lässt“, sagte er und legte auf.

Ich wusste nicht ganz, was mit dem letzten Satz gemeint war, ob er damit meinte, dass er versucht, mir ein neues Taxi zu schicken, oder dass er nur versucht, herauszufinden, warum der Fahrer die Rückbank nicht umklappen wollte. Oder ob er plötzlich doch von irgendwoher ein Großraumtaxi herbekommen könne und schwups … erschien eins, und ich konnte rechtzeitig und glückselig beim Auftritt erscheinen.

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Wahlergebnis

Ärgs, was war das denn? Es ist also wieder ok, rechts zu wählen, die “Kinder statt Inder” – Partei hat gewonnen. Das unglaublichste allerdings ist ja, dass Arbeitnehmer freiwillig die Partei der Arbeitgeber wählt. Na ja, wie in den USA haben Menschen halt kein Gedächtnis, das länger als 2 Wochen zurückreicht, werden ja sehen, was sie davon haben. Arme Inder. In meinem Wahlbezirk übrigens ist die CDU weit abgeschlagen auf dem dritten Platz gelandet, na sowas. Aber die größte Parte waren wieder die Nichtwähler. Man könnte fast Wahlen abschaffen, oder zumindest die Nichtwähler die gesamte Steuerlast übernehmen lassen.

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Wie der Eurovision Song Contest die Landtagswahl in NRW beeinflusste

Wie der Eurovision Song Contest die Landtagswahl in NRW beeinflusste

Ein Debakel, ein Dilemma, ein Desaster, das waren die voreiligen Worte der Medien kurz nach dem Eurovision Song Contest, bei dem Deutschland mit Gracia auf dem allerallerletzten Platz landete. Ich fand das gar nicht so schlimm. Ich fand eher ein Debakel, dass man mit Produzentennutten überhaupt Punkte bekommen kann. Gracia bekam 4, Sieger Griechenland bekam 230.

Aber bei dem Lied ist es auch kein Wunder, dass man ganz hinten landet, sondern ein Segen, dass man überhaupt teilnehmen darf. Der Titel „You better run and hide“ bezieht sich auf was man schnell tun sollte, wenn man die ersten Takte des Songs hört. Oder sich die Ohren zuhalten. Wenn Gracia wenigstens „hide“ singen würde, aber die jodelt und heult es wie einen Tarzanschrei: „You better run and ha – i –aid“ – wo die extra Silben herkommen weiß ich nicht. Wahrscheinlich aus der Hölle, gut klingen tun sie nämlich nicht. Ha – i – aa –ii – aa- ii – aid.

Nicht, dass die anderen Länder viel besser wären, oder das man sich an irgendeinen Beitrag noch nächstes Jahr erinnern könne – ich habe jetzt schon den Namen der Siegerin vergessen, aber das beste war, dass mir einer versucht hat, anhand dieses Ergebnisses mir seine Verschwörungstheorien vom vereinten Europa – vereint gegen Deutschland – zu erzählen.

Ich schaute den Contest nämlich in meinem neuen Lieblingsladen, dem Cleanicum (www.cleanicum.de) und nach der Deklassierung – um noch ein weiteres Wort mi wie Deutschland zu nennen – erzählte mir der Vorsitzende, dass es ein Skandal sei: „Ey, ich sach’ Dir! Wehe! Wähl morgen CDU! Gegen EU-Beitritt der Türkei! Die haben uns 0 Punkte gegeben!“ … Da half es auch nicht, anzumerken, dass nicht nur die Türkei uns null Punkte gegeben hat, sondern alle Länder. Na ja, bis auf Monaco und Moldawien, aber in Monaco wohnt kaum jemand und wer weiß schon, wo Moldawien liegt?

„Die mögen uns nicht, wir haben in Europa einen schlechten Ruf!“ – „Na, bei dem Scheiß-Lied ist das auch kein Wunder.“ – „Nein, nein, die mögen uns Deutsche nicht, man kann doch endlich mal den zweiten Weltkrieg vergessen, das ist schließlich schon 60 Jahre her!“

So drückt also der Grand Prix d’Eurovision auf die Stimmung und Deutschland in die Isolation. Wenn Gracia gewonnen hätte, dann hätte Steinbrück auch die Chance gehabt, die Stimmen in NRW zu behalten, aber mal ehrlich – geglaubt hat da doch niemand dran.

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Kennt ihr noch Vanilla Ninja?

Eigentlich wollte ich ja wieder ausführlich über den Grand-Prix d’Eurovision berichten und die ultimativen Wetttips posten, aber nun habe ich mir mal den ersten Beitrag des Halbfinales, das heute Abend stattfindet, angehört, nämlich Österreich. Sie singen ein Lateinamerikanisches Stück, begleitet von einer Volksmusikkapelle. Das heisst, sie singen auf englisch und auf spanisch, sind aber Österreicher, deshalb jodeln sie noch a weng dabei. Auf weitere Kommentare verzichte ich zunächst. Mal schauen, was der Abend bringt. Vanilla Ninja machen übrigens auch mit, damit beenden sie ihre Karriere.

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Kaffeegedanken

Ich habe meine neue Espressomaschine gekauft – diese Kannen, die man auf die Herdplatte stellt, wo sich das heiße Wasser von unten hoch drückt. Ich hatte schon eine ältere, aber die hat ihren Ruhestand verdient. Jetzt das unerklärliche: In beide tue ich gleich viel Wasser rein, aber aus der neuen kommt dann mehr Kaffee raus.

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