Archiv für den Monat: September 2009

Bahn stempelt Kunden als Schwarzfahrer ab

Gastbeitrag von Axel

Ja, ich bin wütend auf die DB, die mir gestern einen Brief schickte, in dem sie mich indirekt des Schwarzfahrens für schuldig erklärt. Dies ist eine Frechheit, denn es ist falsch. Trotz meiner Wut versuche ich, sachlich zu berichten, was vorgefallen ist:

Früher war es kein Problem, eine Fahrkarte beim Zugbegleiter zu lösen. Das war öfter nötig als erwartet – der Automat auf dem Bahnhof meiner Heimatstadt hatte oft seine Macken, manchmal war der Münzschlitz mit Kaugummi verklebt, und so weiter. Kein Problem im Zug: Karte gekauft und fertig.

Das geht heutzutage nicht mehr. Wer einen Zug ohne Ticket besteigt, der ist für die Bahn ein Schwarzfahrer, ob nun gewollt oder nicht. Konkret war ich an einem Sonntagabend in Hilden und wollte nach Köln. Ein Fahrkartenautomat mit Touchscreen-Führung stand zur Verfügung. Ich wusste, dass die Verbindung über Solingen die kürzeste ist. Doch der Automat ist scheinbar auf Profitmaximierung eingestellt: Er schlug mir nur IC-Verbindungen über Düsseldorf vor, die länger und teurer waren als die direktere Strecke mit S-Bahn und Regionalbahn. Der letzte Streckenvorschlag schlug mir sogar vor, die Nacht am Düsseldorfer Bahnhof zu verbringen. Wie freundlich.

Von Solingen war in den Vorschlägen nichts zu sehen. Dass die Strecke über Solingen tatsächlich kürzer und viel schneller ist, bestätigte sich, als ich im System die Verbindungen Solingen-Köln abfragte. Dennoch konnte ich keine Verbindung Hilden-Solingen-Köln eingeben. Ich schätze, das wäre irgendwie möglich gewesen, doch die komplizierte Menüführung hinderte mich daran, die richtige Lösung herauszufinden. Ich entschied mich daraufhin, eine Karte Hilden-Solingen zu lösen, um am Solinger Hauptbahnhof dann eine weitere Karte für Solingen-Köln zu kaufen. So bin ich: Ich war bereit gewesen, ein wenig mehr zu zahlen, und tat es auch.

In Solingen blieb mir kaum Umsteigezeit, da die S-Bahn schon in Hilden einige Minuten Verspätung hatte. Als ich ankam, stand die Regionalbahn nach Köln schon auf dem Gleis, die Abfahrtzeit war verstrichen. Ich entschied mich, einzusteigen und die Karte beim Zugbegleiter zu lösen. Hätte ich die Karte am Automaten gekauft, hätte ich die Regionalbahn verpasst. Eine daraus entstehende Wartezeit von einer Stunde bis zur nächsten Bahn nach Köln hielt und halte ich für unzumutbar.

Der Zugbegleiter informierte mich dann, dass die Fahrkarten nicht mehr in den Zügen verkauft werden können. Dies hörte ich zum ersten Mal. Der Zugbegleiter war übrigens sehr nett, nebenbei erwähnt, und erklärte mir, was nun passiert: Der Fahrgast ist jetzt in der Beweispflicht. Er erhält sofort eine Fahrpreisnacherhebung, also ein Strafgeld, von dem er beim Zugbegleiter aber zunächst nur den normalen Fahrpreis bezahlt. Dann kann er, sogar im Internet, Einspruch gegen die Fahrpreisnacherhebung erheben. Im Zweifel ist man also schuldig. Das erinnert nicht an die Grundrechte in einem freiheitlichen Staat – aber ich schweife gerade in meiner Wut ab.

Natürlich erhob ich im Internet Einspruch, scannte dazu auch die Fahrkarte Hilden-Solingen ein. Und hörte monatelang nichts. Zwischendurch las ich, dass die Bahn nun jedes Schwarzfahren zur Anzeige bringen will. Ich nehme an, ich kann mich glücklich schätzen, dass dies an mir vorüberging.

Und dann: Der Brief. Sagen wir es so: Wenn darin gestanden hätte, dass das Verfahren oder die Untersuchung eingestellt wurde: Ich wäre zufrieden gewesen. Ich wäre sogar zufrieden gewesen und wäre gerne wieder Bahn gefahren, wenn ich gar nichts mehr gehört hätte. Aber dieser Brief schlug dem Fass den Boden aus. Man schrieb mir, dass der technische Dienst den Automaten in Hilden überprüft habe, und kein Fehler festzustellen gewesen sei. Natürlich nicht – der Automat ist scheinbar auf Profitmaximierung programmiert, das ist kein technischer Fehler. Nur eine Schamlosigkeit.

Trotz der Formulierung „Den von Ihnen dargelegten Sachverhalt … haben wir eingehend geprüft“ erweckt der Brief den Anschein eines Standardschreibens – auf meine spezielle Situation und das Dilemma, einfach nicht an die richtige Karte zu kommen, wird nicht eingegangen. „Ohne Anerkennung einer Rechtspflicht“ wird aufgrund der „Serviceorientierung“ der Bahn allerdings dann doch auf ein Strafgeld verzichtet. Doch zwischen den Zeilen steht ganz groß, dass ich ein böser Schwarzfahrer bin. Und „Serviceorientierung“ lasse ich mal unkommentiert … nein, ich kann es mir doch nicht verkneifen: Besser wäre ein echter Service und nicht nur die Orientierung dahin.

Der Brief schließt mit der Formel „Es würde uns freuen, Sie demnächst wieder als Fahrgast …“. Vielen Dank, Frau Gress von der Fahrpreisnacherhebung. Wenn ich dann wieder als „schuldig bis die Unschuld bewiesen ist“ behandelt werde, und die Möglichkeit besteht, solche unverschämten Briefe zu bekommen, lehne ich ab. Das Maß ist voll. Ich werde demnächst immer zuerst nach Pkw-Fahrgemeinschaften suchen und anderen dazu raten, dasselbe zu tun.

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Die gesungenen Nachrichten vom 28. September


Die Themen heute: Bundestagswahl, Bundestagswahl, Bundestagswahl, Landtagswahl, Iran, Wetter, Bundestagswahl.

Nach 2 Wochen Pause, aufgrund eines defekten Computers gibt es heute endlich wieder die Nachrichten als Lied. Lasst Euch überraschen:

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Die vorletzten Nachrichten (7. September):

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Die vorvorletzten Nachrichten (31. August):

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Mein neues Waschmittel


Im Supermarkt steht ein großer Waschmittelkarton, auf dem steht: “Einmalig! Mit 50% mehr Inhalt!”. Daneben stehen noch ungefähr 10 weitere. Dann ist das ja nicht einmalig. Nichtsdestotrotz hat mich das Waschmittel in seinen Bann gesogen, denn es lockt auch noch mit dem Spruch: “Nicht widerstehen, jetzt schnuppern!”

Ich bin natürlich freudig der Anweisung gefolgt, habe mitten im Supermarkt den Karton aufgerissen, in das Pulver gegriffen und dran geschnuppert. Nun ja, was soll ich sagen, es roch nach Waschpulver. Also nahm ich es, natürlich eine neue – seltsamerweise ebenfalls einmalige – Packung. Die Bediensteten wollten sich noch beschweren, als ich mir eine Bratwust nahm, weil in der Vierer-Packung fünf Stück drin waren. Aber es stand doch “1 Wurst gratis!” drauf! Die anderen vier wollte ich nicht, wenn es eine umsonst gibt.

Zu Hause entdeckte ich, dass mein Waschmittel tatsächlich etwas ganz besonderes ist, denn – haltet euch fest – es besitzt “Tiefseewirbel”. Ich habe zwar keine Ahnung was das ist, aber das ist cool. Wenn ich die Packungsbemalung richtig deute, sehen Tiefseewirbel aus wie überdimensionale, mit Schneesternen bemalte Seifenblasen, mit denen ein einsamer Pinguin spielt. Da wird die Wäsche bestimmt porentief rein.

Wenn es keine Marketingabteilungen und Werbeagenturen gäbe, würden die mittelamerikanischen Drogenkartelle zu Grunde gehen. Was steht so auf eurem Waschmittel drauf?

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Personen Ohne Sinnvolle Tätigkeit


Die Angestellten bei der Postfiliale “meines Vertrauens” erinnern mich an Billardkugeln in Super-Super-Slowmotion. Allerdings wirken sie bei ihrer Arbeit so debil wie eine Inzestfamilie aus den Wäldern Utahs.

Es ist eine recht große Filiale, wenn man die Länge der Schlange vor den Schaltern zum Maßstab nimmt. Egal, wann man da vorbeikommt, unter einer halben Stunde Aufenthalt ist nichts drin. Selbst wenn man nur eine Briefmarke braucht und nicht den Briefmarkenautomaten, den alten Faschisten, benutzen möchte, der perfiderweise um den Widerstand zu brechen kein Rückgeld gibt, sondern den Restwert in Briefmarken rausrückt. Ich habe schon einige 45cent-Marken hier liegen, mit denen ich gar nichts anfangen kann. Ob man die umtauschen kann?

Die Filiale hat sechs Schalter, von denen allerdings zwei generell unbesetzt sind, zwei andere Mitarbeiterinnen durchwühlen stundenlang erfolglos gerade riesige Paketberge, weil jemand mit Abholschein das Paket abholen will, da der Postbote wieder mal zu faul war, beim Nachbarn das Paket abzugeben, oder überhaupt zu klingeln. Eine weitere Dienstleisterin möchte lieber Girokonten und Postbank-Tralala verhökern und die übrige Schalterfrau bedient. Ist aber schlecht gelaunt.

In gut besuchten Bars mit Cocktailmixenden Barkeepern ist es so, dass je größer der Andrang, desto schneller die Bewegungen der Barkeeper. Da werden Gläser in die Luft gewirbelt, gefangen, Getränke gemixt, geschickt Arbeitsabläufe optimiert und zack zack zack sind hunderte Trinker glücklich. Bei der Post ist es so, dass je größer der Andrang, desto langsamer die Bewegungen sind. “Sorgfältig” würden es die Wohlmeinenden nennen, ich nenne es “lahmarschig”. Wenn irgendein weg zurückgelegt werden muss, um einen Briefumschlag zu holen oder nur, um ein paar Schritte zu tun, um beschäftigt zu erscheinen, wird ganz sorgfältig langsam ein Fuß vor den nächsten gesetzt, mit mehr Achtsamkeit als ein Hochseilartist auf dem Drahtsein einer Seilbahn. Allerdings geht es nie gut aus, wenn man eine Billardkugel auf ein Drahtseil legt.

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Die nicht mehr erfolgloseste Blogparade der Welt: Zwischenstand zum 2.

Es gibt noch mehr tolle neue Bands mit tollen neuen Alben. Erklärung des ganzen Brimboriums unter den Alben:

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jagodaflickrremix2albumcover_uiuiuilima_cricket_delight_frontlima_cricket_delight_back

So, nun zur Erklärung: Diese ganzen Bands gibt es gar nicht. Der Klick auf das Albumcover führt jeweils zu einem Blog, der an meiner Blogparade teilnimmt, bei der man mit einem zufälligen Wikipedia-Artikel, Zitat und flickr-Bild ein Album erfindet. Die Blogparade ist noch lange nicht vorbei, wer also mitmachen will, kann gerne noch teilnehmen, zu gewinnen gibt es eine von mir erstellte Aufnahme des fiktiven Songs. Hier die genauen Regeln:

1. Auf diesen Link klicken, dann wird man zu einem Zufallsartikel auf Wikipedia geleitet. Der Titel des Eintrages ist der Name Deiner Band.

2. Auf diesen Link klicken, dann kommst Du zu den neuesten flickr-Bildern mit Creative Commons-Lizenz. Wähle eins aus für Dein Albumcover (siehe meine Anmerkungen weiter unten wegen “creative commons” etc.)

3. Klicke auf diesen Link, um zu einer Zufalls-Seite mit Zitaten zu kommen. Vom letzten Zitat auf der Seite nimmst Du die letzten 4 oder 5 Worte und das ist Dein Album-Titel und auch der Titel der Single-Auskopplung.

4. Mit Photoshop oder einem anderen Grafik-Programm (oder meinetwegen ausdrucken, draufmalen, einscannen oder abfotografieren) bearbeitest Du das Foto.

5. Fertig. Nun das ganze in Deinen Blog stellen und zu diesem Artikel zurücklinken. Wenn das Trackback hier nicht ankommt, schreib in die Kommentare.

6. Danach weißt Du natürlich noch möglichst viele befreundete Blogger darauf hin, auch an der Aktion mitzumachen. Auch wenn Du kein eigenes Blog hast, kannst Du natürlich mitmachen. Kontaktiere mich über die Infos im Impressum.

NEU: Was daraufhin passiert: Ich wähle die ca. 10 interessantesten Ergebnisse aus und werde diese imaginären Songs komponieren und aufnehmen. Das ist doch mal ein Wort!

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Die Mitte verhindern


Als ich gerade eben meinen Briefkasten leerte, flatterte mir Real-Life-Spam entgegen: Eine Postwurfsendung. Schade, dass es keine Spamfilter für echte Briefkästen gibt. Es war ein Flyer der CDU, auf dem mich Angela Merkel aufforderte, am Sonntag unbedingt wählen zu gehen, wenn ich die Wahlbenachrichtigung verloren hätte, würde auch mein Personalausweis reichen. Und um rot-rot-grün zu verhindern, solle ich unbedingt mit beiden Stimmen CDU wählen. Denn die CDU sei die Mitte. Zumindest war das der Werbespruch. Nicht “Wir haben die Kraft”, sonder “Die Mitte. CDU”.

Seltsam. Wenn CDU die Mitte ist, dann ist also die FDP links? Und die SPD ganz links? Die Grünen linksextrem und die Linke linker als links? Und die andere Seite des politischen Spektrums füllt ganz alleine die NPD? Ich glaube nicht, Tim.

Also landete der Flyer, genauso wie die Werbung für den Pizzaservice, der gleichzeitig noch chinesisch, mexikanisch, Sandwiches und Schnitzel verkauft im Papierkorb. Damit ich nicht kotzen muss.

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Es gibt so viele hässliche Menschen

Das improvisierte Lied zum Freitag. Welche Menschen findet ihr hässlich? Antwort bitte in die Kommentare.

Wer das Lied nur hören will und mich nicht sehen, weil ich ja auch hässlich bin, bitteschön:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Als mp3 zum Download: Es gibt zu viele haessliche Menschen


Musik und Text sind im Moment der Aufnahme komplett improvisiert.

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