Literatur für den Nobelpreis

Manchmal verstecken schlechte Bücher Sätze, für die es sich gelohnt hat, durch 400 Seiten Unfug zu waten. So bei dem Buch von „Tamara Thorne“ – wobei das sicherlich nicht ihr richtiger Name ist, sondern ein Pseudonym eines Schreiberlings, der sich schützen will. Es heißt „Madelyn – Ort des Schreckens“. Der Ort des Schreckens, wo ich das Buch her habe, war die Crew-Bibliothek unseres Schiffchens und es reizte mich, denn auf dem Klappentext stand:

Warnhinweis: Schließen Sie die Tür. Verriegeln Sie alle Fenster. Und lesen Sie erst dann die erste Seite!

Der geschickte Gebrauch von Punkt Punkt Ausrufezeichen im Stile der Bild Zeitung, statt Komma und Punkt, fiel mir gar nicht auf, sondern zeigte seine Wirkung. Der erste Dämpfer kam allerdings, als ich die erste Seite las. Das stand nur

Thriller

Aber der Abschnitt, der nach vielen Seiten Gemetzels, Mordens, Hautabziehens, UFOs, Sekten, Cowboys und Engeln das Ganze wieder lesenswert machte, kam auf Seite 390:

„Wo ist Marie hin, Jungs?“, fragte er die Hunde. Die beiden hechelten und wedelten mit dem Schwanz, sagten aber kein Wort.

Ja! Scheiße verdammt, die Hunde sagten kein Wort! Blöde Hunde das!

Siehe auch:

Frank Schätzing ist ein Labersack

und

Frank Schätzing, zum 2.

und

Das passiert, wenn clevere Autorinnen ihre Bücher selbst bewerben müssen:

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Über ui.

Manuel Wolff ist der Autor von "ui. der blog.", Außerdem "ui. der vlog." auf Youtube und diverse andere Projekte. Hauptberuflich Stand Up Comedian und Musikkabarettist und Improgott. G+

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