400 Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken

Flüchtlinge (Archivbild)
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Vierhundert Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken – Deutschland zuckt mit den Schultern

Für viele war der heutige Tag die größte Katastrophe, die sie sich vorstellen konnten, denn Jürgen Klopp ist zurückgetreten

Es gibt nichts unwichtigeres, als die Nachricht, dass ein Fußballtrainer zurück tritt, es gibt keinen Anlass per Newsticker, Livesendung, etc. darüber zu berichten.

Trotzdem finde ich es als Topmeldung auf allen Seiten, bekomme es als „Breaking News“ rein und jeder Honk postet was dazu auf Facebook.

Die Nachricht aber, dass 400 Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken sind, da musste ich lange suchen. Das ist uns zu egal. Dabei sind wir alle Mitschuld. Weil wir Menschen, die Grenzen bauen, an unsere Regierung lassen. Weil wir selber Grenzen in unseren Köpfen haben. Weil es irgendwie unspektakulärer ist, als ein Flugzeugabsturz. Weil es keine Staatstrauer gibt, da ja keine „Deutschen“ umgekommen sind. Weil die Flüchtlinge nichts mehr zu verlieren hatten und trotzdem was verloren haben.

Weil wir vergessen haben, dass nach dem 2. Weltkrieg die Welt uns aufgebaut hat, uns Schulden erlassen hat, uns geholfen hat und wir jetzt eines der reichsten Länder der Erde sind. Weil wir aber keine Veranlassung sehen, zu helfen, dass es anderen auch gut geht.

Stattdessen haben wir hier Tröglitz, Pegida, AfD, BILD, andauernde Angriffe auf Asylbewerberheime, jüdische Friedhöfe, und und und.

Diese Welt macht mich krank.

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Was ist passiert? Die Fakten: Heute morgen ist ein Schiff mit 550 Flüchtlingen aus Libyen gekentert. Nur 150 Überlebende wurden gerettet und an die Südküste Italiens gebracht. Schon im Februar sind bei einem ähnlichen Unglück 300 Menschen ums Leben gekommen. Dieses Jahr schon über 900. Zum Vergleich 2014: 47.

Hier, was für spiegel.de zum jetzigen Zeitpunkt (21:26 Uhr) gerade wichtiger ist, in der tatsächlichen Reihenfolge:
– die Deutsche Haltung zum Armenier Völkermord vor 100 Jahren
– Griechenland und der Euro
– Klopps Rücktritt
– Eine Fotostrecke mit Bildern von Jürgen Klopp beim BVB
– nochmal Klopps Rücktritt
– und nochmal Klopps Rücktritt
– die besten Sprüche von Klopp (BNeispiel: „Ich bin ein Idiot“)
– noch einmal Klopp
– und noch 3mal Klopp
– Liveticker Championleague
– Fußball
– nochmal Fußball
– Vorratsdatenspeicherung
– G7 Gipfel
– G7 Gipfel zum zweiten
– G7 Gipfel zum dritten
– G7 Gipfel zum vierten

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Über ui.

Manuel Wolff ist der Autor von "ui. der blog.", Außerdem "ui. der vlog." auf Youtube und diverse andere Projekte. Hauptberuflich Stand Up Comedian und Musikkabarettist und Improgott. G+

2 Gedanken zu „400 Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken

  1. „Diese Welt macht mich krank.“

    Sicher, es gibt Krieg, Rassismus, Völkermorde und Terror.
    Das kann man alles nicht schön reden….und darf man auch nicht.
    Tierarten werden ausgerottet und das Klima kippt um.

    Aber trotzdem bin ich der Meinung:
    Wir leben in einer schönen Welt.
    Es gibt viele Menschen die sich lieben, wahrscheinlich mehr als Menshcen die Gewehre benutzen.
    Es gibt Menschen die sich helfen.
    Es gibt Menschen die sich für andere Einsetzen, trotz drohender Gefahren.
    Es gibt Menschen die selbstlos und auf das Wohl Anderer bedacht sind.

    Der Mensch hat viel geleistet, hat Musik entwickelt, Bilder gemalt, Statuen aus Stein gehauen….hat Kunst und Kultur entwickelt.
    Er hat den Mond erreicht und beobachtet die Sterne.
    Er hat die moderne Medizin entwickelt, die vielen Menschen jährlich das Leben rettet.
    Er macht sich Gedanken über sich selbst und über Andere.

    Das ist in meinen Augen alles eine großartige Leistung und diese Leistung macht das Leben auf unsere Erde lebenswert und großartig.

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