Heute bei koeln.de:
- Merkel ruft Deutsche zu Kraftanstrengung auf
- Kölnerin schleudert ihr Baby an die Wand
So hat das Merkel bestimmt nicht gemeint.
Heute bei koeln.de:
So hat das Merkel bestimmt nicht gemeint.
Der Ex-Soldat-Möchtegern-Softie, den alle Männer zu Recht hassen und alle Frauen zu Unrecht lieben: James Blunt. Es kann doch nicht angehen, dass ich der erst bin, der endlich – und dann auch noch viel zu spät – sagt, dass sein Gejammer „You’re Beautiful“ allen dicken Teenies und allen schlank gebliebenen End-Dreißigern zwar neues Selbstwertgefühl gibt, allerdings mit Texten, zu denen im Vergleich das Werk von Lukas Hilbert schon geniale Züge annimmt. Nur merkt es keiner, weil er nun mal englisch textet. Und dieser angeblich sexy Glubschaugen-Blick, der wohl einen Typen versinnbildlichen soll, der den Horror des Krieges miterlebt hat, aber im Herzen doch ein romantischer Typ ist und den Kosovo-Konflikt beendet um mit seiner Gitarre Lieder zu singen – diesen Blick gab es früher schon mal, bei der Spider Murphy Gang, da drückte er allerdings nur Blödheit aus.
Aber zum Text:
My life is brilliant.
My love is pure.
I saw an angel.
Of that I’m sure.
Mein Leben ist großartig,
meine Liebe ist rein,
Ich sah einen Engel,
ich kann mir sicher sein.
Typischer Fall von „Ich schreib‘ drei Zeilen und dann finde ich schon irgendwas was sich reimt“. Grundproblem vieler Poesie-Alben-Schreiber und Hochzeitsgedichte-Macher. Da fällt mir mein Kollege Knut ein, der auf die Idee kam, dieses Problem einfach zu lösen, in dem man statt einer schlechten vierten Zeile, einfach noch billiger „ei ei ei ei ei“ singt. Und er gab gleich ein Beispiel:
Ich hatte eine Knie-OP.
drum tut es mir am Knie so weh.
Doch wenn ich Dich da knien seh‘.
Ei ei ei ei ei.
Übertragen auf James Blunt, der von Glück reden kann, dass er nie im Lied versucht hat auf seinen Nachnamen zu reimen:
My life is brilliant.
My love is pure.
I saw an angel.
yeah yeah yeah.
Ist doch gleich viel besser.
She smiled at me on the subway.
She was with another man.
But I won’t lose no sleep on that,
‚Cause I’ve got a plan.
Aha, er sah also eine Frau mit einem anderen Typen, aber er hat ja einen Plan, der Schwerenöter. Da bin ich ja mal gespannt:
You’re beautiful. You’re beautiful.
You’re beautiful, it’s true.
Du bist schön!
Du bist schön!
Du bist schön!
oh ja!
Toller Plan bis jetzt. Aber vielleicht kommt er noch:
I saw your face in a crowded place
Das hast Du schon gesagt.
And I don’t know what to do,
Wie, ich dachte, Du hättest einen Plan.
‚Cause I’ll never be with you.
Toller Plan. Echt. Scheiß Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom. Im gleichen Lied innerhalb von 15 Sekunden zu sagen, dass man einen Plan hat, nämlich dass man keinen Plan hat, meine Güte, James, ist Nena Deine Mutter?
Schööööööön, 2 Spiegel.de Schlagzeilen in diesem Moment direkt untereinander auf www.spiegel.de:
1: Osthoff vermeidet klare Aussage zu Rückkehr … erklärte Osthoff nun: Zu diesem „privaten Pipifax“ habe sie sich noch gar nicht geäußert.
2: Susanne Osthoff ist entschlossen, nach dem Ende ihrer Geiselhaft wieder in den Irak zurückzukehren.
Mit der Wahrheit es nicht genau zu nehmen scheint nicht mehr nur Bild-Hobby zu sein, sondern nun auch Spiegel-Standard.
Die Waage meiner Eltern ist mein neuer Feind.
So, liebe Leser, zum heraneilenden Fest erzähle ich Euch eine richtig peinliche Geschichte. Aber nur, wenn ihr hoch und heilig versprecht, nicht zu lachen!
Heute Mittag packte ich fleißig meine Geschenke für meine Eltern zusammen und auch meine Tasche mit Klamotten, für ein paar Tage Aufenthalt dort. Dann stürzte ich mich auf den Weg zum Bahnhof in die voll gepackte Linie 16. Am Bahnhof holte ich mir noch eine Packung Vitamine bei der Fruchsaftmischung von Mr. Clou, bevor ich mich ans Gleis begab und alsbald das Eintreffen des Zuges erwartete.
Der Zug war auch relativ voll, da freute ich mich, dass ich eine Sitzreservierung hatte. Mit einem Grinsen, forderte ich die ältere Dame auf meinem Platz auf, sich zu erheben, weil ich den Platz reserviert habe. Der Dame kam das etwas komisch vor, sie meinte, sie hätte den auch reserviert. „Na klasse, auch noch senil.“, dachte ich. Die jüngere Dame neben der älteren bot an, aufzustehen, dann können wir beide sitzen. „Nein, nein, das will ich jetzt aufklären.“ Sagte die alte Dame und kramte ihr Ticket hervor, während ich ersuchte, die sich hinter mir aufbauende Schlange irgendwie im engen Gang vorbeizulassen.
„Wagen 7, Platz 12, stimmt doch!“ triumphierte die Oma, als sie mir das Ticket unter die Nase hielt. „Tatsächlich“ stutzte ich, doch ich merkte schnell: „Aber das Ticket ist ja von gestern, heute ist der 23.!“ – „Nein, nein, heute ist der 22.!“ Sagte die Dame. Ich erzählte ihr, dass sie gestern hätte fahren müssen, als sich endlich andere Fahrgäste einmischten.
Es brauchten derer Fünf, um mich zu überzeugen, dass in der Tat ich derjenige war, der sich geirrt hat. Und zwar nicht im Sitzplatz, sondern im Tag. Verdammte Scheiße, ich bin 24 Stunden zu früh an den Bahnhof gerast, weil ich seit einigen Tagen einen anderen Kalender im Kopf hatte, als der Rest der Welt. Mit hochrotem Kopf, oberpeinlich berührt versuchte ich schnell noch den Zug zu verlassen, bevor er Abfuhr. Das gelang wenigstens noch, der Wagen hat bestimmt sich bis Bonn vor Lachen nicht mehr eingekriegt, das wäre nicht zu ertragen, wenn ich die Fahrt auch noch mitmachen hätte müssen.
Geknickt machte ich mich auf den Nachhauseweg, um die plötzlich gewonnen 24 Stunden irgendwie aufzubrauchen.
ja ja, die Kölner
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