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Die ui. Show

Archive for the ‘texte’


Published September 2nd, 2010

Lisa Feller findet Käfer in Erbsensuppe

Comedy-Kollegin Lisa Feller (LINK) (am 15.9. zu Gast bei der ui.-Show – kommt Alle! Infos hier) hat sich eine Konserve Erbsensuppe gekauft und darin einen Käfer gefunden. „Igitt!“ dachte ich, „Erbsensuppe!“

Käfer in Erbsensuppe - Stillleben von Lisa Feller

Sie fand das auch ekelig, aber nicht wegen der Erbsensuppe (aber mal ehrlich, wieso findet nicht jeder Erbsensuppe ekelig?), sondern wegen des toten Insekts darin. Also postete sie das Bild auf Facebook und die Kommentare gingen los.

Wortspielakrobat Michael Schönen meinte, dass es gut sei, dass es ein Käfer und kein BMW war. Denise berichtete, dass sie mal eine tote Wespe in einer verschlossenen Nudelpackung fand. Kai wurde schlecht, Janosch hingegen lief das Wasser im Mund zusammen, er fand das wohl besser als Speck.

Wortspielakrobat Michael Schönen meldete sich nochmals und sagte „Um den schimmligen Joghurt schneller essen zu können?“, aber das war wahrscheinlich so akrobatisch brillant, dass es keiner verstand. Und was sich reimt, ist gut.

Dann kam noch die Frage auf, ob Lisa Vegetarierin sei. Na, ich denke mal nicht, sonst würde sie wohl kaum Käfer essen! Jost meinte zu erkennen, dass es sich um einen mexikanischen Gewürzkäfer handele, worauf Wortakrobat Michael Schönen meinte, dass es auch eine spanische Fliege sein könne. Den hab ich schon wieder nicht verstanden.

Lena kam vielleicht auf die Lösung und meinte, dass es sich doch um eine Verlosung handele und Lisa die Dose mit dem Käfer habe und mal auf dem Etikett lesen solle, was sie gewonnen habe. Und stand auf der Konserve nicht „Feinkost Käfer“?

Dann könnte sie einen Beschwerdebrief schreiben:

“Liebe Firma Erbsensuppe, ich bin sehr enttäuscht. In ihrem Produkt ‘Feinkost Käfer’ war nur ein Käfer und sehr viel Füllmaterial. Ich halte das für irreführende Werbung…”

Nein, leider nicht, ich fragte bei Lisa nach, die Dose war von den Weight Watchers. Und ja, das ist ihr peinlich, aber ich darf es trotzdem sagen.

Ruediger meinte, dass das Rechtssystem hier in Deutschland doch etwas schade sei, in den USA seien jetzt ca. 10 bis 12 Millionen zu holen. Ich meinte, dass es in Deutschland allerdings bei Beschwerde zumindest ein paar Gratispackungen Erbsensuppe gäbe.

Wortakrobat Michael Schönen hatte eine neue Idee. Es sei ein Verpackungsfehler und sollte eigentlich Kefir sein. Okay, der war gar nicht so schlecht. Thorsten stellte als erster fest, dass der Käfer tatsächlich nichts in der Erbsensuppe zu suchen habe, den es sei ein Kartoffelkäfer. Der sich in der Konserve geirrt hat.

Andreas fragte sich dann als erstes, ob das für oder gegen die Erbsensuppe spreche, dass er tot sei? Ich meinte, dass es auf jeden Fall gegen den Käfer spreche. Auf dem Foto sieht es auch noch so aus, als habe der Käfer gerade auf den Tisch gekackt, allerdings meinte Ulf, es sähe eher aus, als habe da jemand darauf gebissen? Lisa?

Wenke hingegen fand den toten Käfer doch tatsächlich niedlich und Markus wollte, dass der Tierschutzbund angerufen wird. Lisa gab letztendlich zu, auf dem Käfer herumgekaut zu haben und Dirk meinte noch, man solle mal auf die Inhaltsangabe auf der Dose schauen: „Nach Glukose und Aromen steht bestimmt irgendwo Käfer in veränderlichen Gewichtsanteilen…“

Guten Appetit!

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Published August 24th, 2010

Deutschland schläft mit meinem Liebling

Jedes Jahr nach den Sommerferien wird mit nahezu unglaublichem Werbe-Aufwand an jeder Ecke versucht, den Schülern, bzw. deren Eltern, das Geld aus der Tasche zu ziehen. Schließlich müssen sie Buntstifte, kariertes Papier und Schultüten kaufen, da kann man bestimmt noch ein paar Euros extra einheimsen.

Bei der Discounter-Kette PLUS gab es mal eine ganz Reihe von Angebotsplakaten, die in knalligen Farben und mit Sprüchen wie “Der coolste Look, seit es Schule gibt!” und “Kaufe, staune, gute Laune!” Sachen anboten, die man nicht unbedingt wirklich brauchte. Das Motto war abwechselnd mal “irre billig!”, mal “wahnsinnig billig!”. So gab es zum Beispiel zum wahnsinnig günstigen Preis von € 12,99 völlig irre Bettdecken mit Fotodruck von Hunden, Katzen und verrückten Trippeltrappeltrippeltrappel-Ponys.

Die Überschrift des Ganzen toppt hingegen Alles. Wer auch immer sich das ausgedacht hat, gehört bestraft: Über dem ohnehin schon schlimmen Untertitel “die liebevollste Bettwäsche – wahnsinnig billig!” stand nämlich in Großbuchstaben: “DEUTSCHLAND SCHLÄFT MIT IHREM LIEBLING!”

Das ist eine Warnung, oder? Was soll das denn heißen? Da gibt es doch nur zwei Möglichkeiten: Entweder ist Deutschland weiblich und schläft mit ihrem eigenen Mann oder Haustier. Oder Deutschland schläft mit meinem Liebling. Das finde ich allerdings auch nicht in Ordnung. Meine Süße hat mir auch gar nichts davon gesagt, dass sie mit ca. 80 Millionen Menschen fremdgeht.

Einer aktuellen Meinungsforschungsumfrage mit 1000 männlichen Teilnehmern zufolge gehen deutschlandweit allerdings insgesamt nur 3 Männer fremd. Ich weiß jetzt aber nicht, ob das Ergebnis verfälscht ist, denn die Umfrage war nicht anonym. Der Test fand außerdem heraus, dass Männer nie lügen, außer wenn sie lügen. Und dass Männer mit unterdurchschnittlichem IQ versuchen, ihren zu klein geratenen Penis durch Ziehen zu verlängern. Die taugt also nichts, die Umfrage. Eine ähnliche Umfrage, die vor nicht langer Zeit durch alle Medien geisterte, kam zu einem anderen Ergebnis. Die Hamburger Morgenpost berichtete: “Jede 2. Frau geht fremd!”

Oh Schreck. Verdammte Frauen. Das klingt ja schon mal übel, wenn man bedenkt, dass manche Frauen ja gar keinen Partner haben, den sie betrügen könnten. Und laut der Umfrage würden sogar mehr Frauen fremd gehen als Männer. Ich wusste es, die Frauen sind das böse Geschlecht! Wie viele Männer fremdgehen stand dann auch im Artikel: 49 %.

Moment, Moment, halt, stopp. Also ich weiß, Schule ist bei mir lange her, aber bedeutet nicht 49%, dass fast jeder zweite Mann fremd geht? Wo ist denn da der Unterschied zu Frauen jetzt? Gut, bei Frauen seien es sogar 55%, aber wie soll das überhaupt gehen? Normalerweise geht eine Frau doch mit einem anderen Mann fremd. Heißt das nicht, dass genau so viele Männer wie Frauen fremd gehen?

Im Artikel selbst steht dann noch, dass weniger Männer fremd gehen würden, diese allerdings öfters. Dumm, dass auf der Titelseite allerdings noch steht, dass Frauen häufiger fremd gehen würden als Männer.

Wieso wird sich also explizit auf Frauen bezogen? Macht das eine bessere Schlagzeile? Und warum überhaupt gehen so viele Männer und Frauen fremd? Haben die Menschen keinen Anstand mehr? Schade.

Man muss den Umfrageergebnissen natürlich nicht trauen. Wäre nämlich auch besser, denn die ganzen Zeitungen, die über die Studie berichtet haben, haben sie schlichtweg nicht verstanden: In Wirklichkeit nahmen an der Studie nämlich nur untreue Männer und Frauen teil: 55% der Teilnehmer waren Frauen und 45% waren Männer. Also war ungefähr jede zweite Fremdgeherin der Studie eine Frau. Im Umkehrschluss zu denken, jede Zweite Frau sei eine Fremdgängerin, das bekommt nur jede zweite Tageszeitung hin. Wäre ja auch nicht so die Wahnsinns-Schlagzeile fürs Titelblatt: “Jede 2. Umfrageteilnehmerin ist eine Frau!”

Es ist natürlich immer schwierig, durch Umfragen allgemeingültige Aussagen zu treffen. Dafür muss die Zahl der Befragten möglichst groß sein, oder die Befragten müssen möglichst durchschnittlich sein.

Zum Glück gibt es in Deutschland ein Dorf, das den Aufwand verringert, denn dort leben die durchschnittlichsten Menschen der Republik. Der Ort liegt in der Pfalz und heißt ungünstigerweise auch noch Haßloch, wie eine Grube voller Hass, was allerdings durchaus eine adäquate Beschreibung Deutschlands sein könnte. Haßloch bezeichnet sich stolz als das größte Dorf Deutschlands. Niemand, der klare Gedanken fassen kann, würde auf die Idee kommen, auf so etwas stolz zu sein. Es sei denn natürlich, man kommt aus dem Dorf. Haßloch hätte aufgrund der gestiegenen Einwohnerzahlen schon längst Stadtrechte haben können, aber nein, sie wollen lieber das größte Dorf Deutschlands sein. Und das ist noch nicht alles, Haßloch ist auch das durchschnittlichste Dorf Deutschlands. Wer hätte gedacht, dass Durchschnittlichkeit erstrebenswert ist? Meinungsumfragen, Testeinkäufe, Statistiker – das findet man dort zuhauf, denn Haßloch ist Testmarkt für neue Markenartikel und Produkte: Die Gesellschaft für Konsumforschung testet in Haßloch eine Menge, denn Haßloch ist in der Tat Heimat der deutschen Durchschnittsbürgers. Wie schlimm deutscher Durchschnitt ist, sieht man, wenn man mal durch Haßloch geht: Gartenzwerge im Vorgarten, Langeweile und Spießer.

Interessant wäre jetzt aber mal herauszufinden, wie viele Haßlocher Frauen fremd gehen?

Ich male mir aus, wie eine dieser überaus populären, pseudowissenschaftlichen Schleichwerbung-schleudernden Wissens-Sendungen im Privatfernsehen sich aufmachten, genau dies herauszufinden. Oder wie RTL extra seine Reporter losschickt, weil sie seit 25 Jahren immer noch nicht wissen, wie sie ihr Vorabendprogramm füllen. Ich möchte tatsächlich sehen, wie Wigald Boning von Tür zu Tür geht und den Leuten das Mikrofon unter die Nase hält und direkt fragt: “Gehen Sie fremd?”

Erinnert mich an die Glanzzeit von Ilona Christen, als sie durch die Vorgärten schritt und “Ist ihre Wäsche wirklich weiß?” fragte. Wigald Boning soll einfach “Ist ihre Weste wirklich weiß?” fragen. Die Klamotten von Frau Christen hat er ja schon.

Ich bin mir sicher, viele Redaktionsleiter bei den Privaten finden die Idee gar nicht so absurd und ich bin mir sicher, es dauert nicht lange, bis wir sie im TV umgesetzt sehen werden. Nach dem Beitrag läuft dann Werbung. Und zwar vom Discounter Plus: “Deutschland schläft mit ihrem Liebling! Wahnsinnig billig!”

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Published August 4th, 2010

Wollen Grüne nicht im Grünen grillen?

Hier in Köln scheint sich gerade ein riesiges politisches Sommerloch aufgetan zu haben. Wenn sich die Löcher schon nicht durch den U-Bahn-Bau von selbst auftun, muss man eben suchen.

Foto von Markus Ram (some rights reserved)

Aber ganz von vorne, was ist gestern passiert? Nun, Sabine Müller, die Vorsitzende des Umweltausschusses, möchte das Grillen in den Kölner Grünanlagen komplett verbieten. Oder es will sich jemand ins Gerede bringen und sagt mal etwas total Dummes, um in die Zeitung zu kommen. Davon sind Politiker auch nicht gefreit, im Gegenteil. Wobei ich eigentlich gerade von Politikern mehr erwarte. Ich würde Politiker lieber mit Uni-Professoren verwechseln, als mit Teilnehmern von Nachmittags-Talkshows im Privatfernsehen.

Das Grillen verbieten also. In Deutschland. Dem Grill-Land Nummer 1. Niemand liebt das Grillen mehr als Deutsche. Außer vielleicht Türken und was gibt es integrativeres und völkerverständigenderes als ein kleines Grillfest?

Na gut, allerdings ist Deutschland auch das Nr. 1 Land der Verbote. Also, was sind Sabine Müllers Argumente?

Der Kampf gegen den Müll. Jährlich kostete dieser Kampf 500.000 Euro. Die Abfallwirtschaftsbetriebe verteilen bei gutem Wetter zwar massenhaft Müllsäcke und der Oberbürgermeister appelliert an den Verstand der Grillenden ihren Müll doch weg zu machen, doch alle Mühen scheinen umsonst zu sein.

Es gibt tatsächlich Leute, die ihren Müll liegen lassen. Und Müller weiß, dass die Haushaltslage beschissen aussieht und außerdem der Müll Ratten und anderes Ungeziefer anziehe.

Also muss ein komplettes Verbot her?

So etwas nennt man Kollektiv-Strafe und Wikipedia weiß, eine Kollektiv-Strafe „widerspricht der aufgeklärten Grundhaltung europäischer Kulturtradition, wonach jeder für seine Taten eine individuelle Verantwortung trägt.“ und dass sie „mit rechtsstaatlichen Grundsätzen nicht vereinbar“ ist.

Mit dummem Stammtisch-Gerede von unterqualifizierten Politikern anscheinend aber schon.

Es steckt auch noch ein weiterer Denkfehler drin.

Stellen wir uns mal vor, das Grillen wäre tatsächlich unter Strafe gestellt. Dann bräuchte man doch Leute, die die Einhaltung des Verbotes kontrollieren. Denn sonst ist es ja wirkungslos.

Da habe ich einen Alternativvorschlag: Wenn der liegen gelassene Müll, der beim Grillen entsteht, das Problem ist, warum verbietet man dann nicht den Müll liegen zu lassen? Das wäre doch der erste Gedanke oder nicht?

Dann braucht man auch keine Leute bezahlen, die für die Einhaltung des Grillverbotes Streife laufen, sondern kann diese Leute die Müllsünder schnappen lassen. Und die meinetwegen mit einer Geldstrafe von 500.000 Euro belegen, dann kann der Haushalt der Stadt auch ohne Probleme die Abfallwirtschaftsbetriebe bezahlen. Wählt mich.

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Published Juli 2nd, 2010

Schweinsteigers unterschwelliger Rassismus


So ein unglaubliches dummes Gelaber über deutsche Tugenden und Mentalitäten von anderen Nationen muss man normalerweise nur von Günther Netzer ertragen, doch vor dem Spiel gegen Argentinien legte Bastian Schweinsteiger so polternd und voller Stammtisch-Rassismus und vor allen Dingen unintelligent los, dass sein Gegner Maradona wie ein Nobelpreisträger wirkte.

Überhaupt muss man generell mal darüber nachdenken, ob Fußballer überhaupt interviewt werden sollten und man Pressekonferenzen mit ihnen veranstaltet. Denn fürs schlaue Sachen sagen werden sie ja nicht bezahlt. Ich bezweifle ja, dass die das überhaupt können.

Was sagte Schweinsteiger?

„Aber die Argentinier sind eben so, das ist ihre Mentalität und ihr Charakter“

Ja. Ich kann es nicht mehr hören. Die Argentinier sind so, die Deutschen sind so. Tugendhaft, bla bla bla, und die Argentinier:

„Sie versuchen immer zu provozieren, im Spiel und schon davor. So wie sie gestikulieren. Das gehört sich nicht und das ist respektlos. Aber die Argentinier sind eben so, das ist ihre Mentalität und ihr Charakter.“

Klar, deutsche Fußballer hingegen machen das nicht, deswegen sind ja auch nur 7 Stammspieler mit gelb vorbelastet. Und deutsche Spieler lassen sich nie fallen, um dann wie ein Mädchen zu weinen, auch wenn sie nicht gefoult wurden. Deutsche Spieler spielen nie auf Zeit, wenn sie vorne liegen und den Weihnachtsmann gibt es wirklich.

Und auch die argentinischen Fans im Stadion kriegen von Schweinsteiger eine reingewürgt:

„Das zeigt ihren Charakter und ihre Mentalität.“

Ja, sind halt Argentinier. Wegen ähnlichen Sprüchen gegen Rumänen musste Rüttgers ja fast seinen Hut nehmen, aber das sind ja nur Argentinier. Kann man ja heutzutage mittlerweile ohne Probleme sagen, dass ein Volk einen schlechten Charakter und eine doofe Mentalität hätte.

Wieso schlussfolgerte dies Schweinsteiger (der bestimmt Studien über länderspezifisches Fanverhalten in Fußballstadien erstellt hat, als er nicht am Training teilnehmen konnte)? Nun, vielleicht fühlte er sich an seinen Mallorca-Urlaub erinnert:

„Die hocken in Gruppen zusammen, obwohl sie gar keine zusammenhängenden Karten haben. Und die Zuschauer, die dort sitzen, werden verscheucht.“

Im Gegensatz zu den Deutschen, die sich ihre Plätze reservieren. Am besten lange vorher, mit einem Handtuch. Und die natürlich absolut überhaupt nicht in Gruppen zusammenhocken, nein, nein, im Ausland habe ich noch nie Deutsche zusammen klüngeln gesehen und den Osterhasen gibt es auch wirklich.

Und im leeren Kino setzen sich Deutsche trotzdem auf den Platz, der auf ihrer Kinokarte steht. Aber die Argentinier haben einen schlechten Charakter, das ist ihre Mentalität.

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Published Juni 8th, 2010

Gewinne, Gewinne, Gewinne: Telefon, Flachbildschirm, Buch?


Ich bekam einen Anruf von einem Gewinnspiel. Die Dame fragte, ob ich mitmachen wolle, ich könne ein Telefon gewinnen. Ich sagte: “Nein danke, wie sie sich sicherlich denken können, habe ich bereits eines.”

Und dann noch “Aber ein Buch würde ich gerne gewinnen, so etwas habe ich noch nicht.”

Seltsamerweise legte sie auf. Seltsam auch die ganzen Fensterscheiben an Geschäften, auf denen Plakate hängen auf denen “plakatieren verboten!” steht.

Irgendwas stimmt in dieser Welt nicht. Es gibt WM-Gewinnspiele, bei denen man tippen muss, wer Weltmeister wird und man bekommt als Preis einen Flachbildschirmfernseher. Nach der WM. Ein weiteres Gewinnspiel, dass die Einsendung der lustigsten Videos prämierte, gab einem als Gewinn eine Videokamera.

Liegt da der Denkfehler bei mir?

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Published Mai 26th, 2010

4 Geigen und der obligatorische Landessprachen-Rapper: Das war das 1. Halbfinale des Eurovision Song Contests


Dienstag Abend lief das erste Halbfinale des diesjährigen Eurovision Song Contests. 17 Länder traten an, um sich einen Platz im Finale zu sichern. Das wird hart, dann muss man den Schund ja nochmals anhören. Hier der Bericht:

Am Anfang der große Schock: Peter Urban moderiert wieder. Schade, dabei war das letztes Jahr doch so schön ohne ihn.

Moldau fängt an, und der Geiger-Zähler hat schon begonnen, direkt in den ersten Sekunden. Der Hintergrund: Als Sertab mit ihrer Bänder-Tanznummer gewonnen hat, traten im darauf folgenden Jahr, alle mit Bändertänzen auf. Und tatsächlich, Griechenland gewann mit einem Bändertanz.

Als Russland vor zwei Jahren mit einem Schlittschuhläufer und einem Violinisten gewann, suchten viele Länder vergeblich Schlittschuhläufer, aber Geiger traten wieder an und Norwegen gewann mit einem Geiger. Deswegen wird es dieses Jahr wieder viele Geiger geben.

Moldawien hatte aber zusätzlich noch einen Saxophonisten. Zur Info: Alle Instrumentalisten auf der Bühne spielen nicht live, die Musik kommt vom Band. Tiere sind auf der Bühne übrigens verboten.

Als nächstes: Russland. Der russische Sänger möchte, dass das Strichmädchen zurückkommt. Er hat einen Zettel mit einer Bleistiftzeichnung einer Frau und bittet am Ende vom Lied, dass sie zurückkommt. In der Mitte vom Lied, wollte er sie allerdings verbrennen. Und irgendjemand hätte gesagt Russland würde dieses Jahr keine Vorurteile bedienen, na ich weiß ja nicht.

Estland: Der Klavierspieler aus Estland haut in die Tasten, als ob er Rachmaninoff spielt, dabei spielt er nur ein paar weiße Tasten. Schon die ersten 3 Beiträge sind so grausam, dass die müßige Mittelmäßigkeit von Lena gar nicht mehr so auffallen wird.

Slowakei: Hab ich verpasst, sorry. Auch nicht schlimm. Finnland: Finnland hat einen weißen Plastikmüllsack auf der Bühne. Und ich zähle Geige Nr. 2. Und für einen Sieg braucht man eine Geige (Eurovisionsregel No. 1). So doof es klingt, dieses finnische Volksgehumpel ist der erste Beitrag bis jetzt, der eingängig ins Ohr geht.

Lettland schickte die „18-jährige Aisha“ und diese schaut hilflos in die Kamera. Sie will da weg. Das Gefühl können wahrscheinlich die meisten 18-jährigen nachvollziehen, wenn sie mit einer Schlagerparade konfrontiert werden.

Serbien bringt Justin Bieber. Oder ist das die Tochter von Hella von Sinnen? Jedenfalls ist sein Song „eeeeeeeee – hey hey“ einer der schwächsten Beiträge, die es je gab. Selbstverständlich schafft er es ins Finale. „eine tolle fröhliche Tanznummer, die in allen Clubs Europas laufen wird“, sagt Peter Urban. Was hat der denn geschluckt?

Bosnien-Herzegowina bringt den ersten Beitrag, der nicht komplett nervt, aber die Erwartungen sind ja auch nicht hoch, das war leicht.

Polen überspringen wir mal und dann kommt Belgien: Ein Mann mit seiner Gitarre. Guter Song. Ein guter Song beim Grand Prix ohne dumme Effekte und Schnickschnack. Na so was. Und übrigens der erste anständige Song, den Belgien jemals gemacht hat. Nicht nur beim Grand Prix, überhaupt.
Der Typ selbst ist Ein-bißchen-Frieden-Nicole auf belgisch und in blau. Aber das Lied ist gut. Allerdings zerstört wieder mal Peter Urban meine Sympathien, indem er sagt, der Belgier würde wie James Blunt klingen. Malta hingegen klingt nicht nach James Blunt, sondern nach James Bond. Malta war auch ganz okay – aber dann kam ein Vogelmensch aus dem Bühnenboden und die Sängerin wechselte in Opernkopfstimme. So kann man ein Lied auch versauen.

Albanien bringt Geige Nr. 3. Und Sängerinnen sollten immer einarmig sein, dann müssten sie mit der freien Hand nicht immer so blöd herumfuchteln.

Griechenland ist mein Lieblingslied weil man einen Haufen Talent braucht, um mit so einer Überzeugung so eine Scheiße vorzutragen. Opa! Das Lied gegen die Krise: „Everybody say: Opa!“

Und da war auch schon Fidel Nr. 4!

Der Beitrag von Portugal braucht nur 10 Sekunden um mich zu überzeugen, dass nicht alle 18-jährigen so blöd wie Lena sind. Das Lied allerdings ist eine ziemliche Kopie des englischen Beitrages von letztem Jahr. Na und?

Mazedonien hat nun endlich den obligatorischen Landessprachen-Rapper, der auch einmal pro Eurovision Song Contest vorkommen muss. Kann jemand mazedonisch? Was hat der gesagt?

Weißrussland singt vollkommen schief von Schmetterlingen, die Damen haben allerdings Kleider an, die sich spontan zu Schmetterlingsflügeln entfalten und damit einen Haufen ESC-Fanclubs dazu bewegen für Belarus anzurufen.

Und zu guter letzt bringt Island den Vulkan auf die Bühne. Island packt eine Walküre auf die Bühne. Sieht aus wie Joy Fleming oder die Müllhalde von den Fraggles. Die Walküre singt: “And when I see your face, I wanna follow your Emotion”. Ich sage: “And when I see your body, I wanna run and hide!”

So, die Show ist vorbei und das krasse ist, wenn man 2 Stunden mit dieser Kack-Musik zugeballert wird, findet man sie gar nicht mehr so schlecht.

Fürs Finale haben sich qualifiziert:

Bosnien und Herzegowina
Moldawien
Russland
Griechenland
Portugal
Weissrussland
Serbien
Belgien
Albanien
Island

Am Donnerstag geht es weiter mit dem nächsten Halbfinale, wie sehen uns wieder hier auf ui., diesmal zum Live-Chat.

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Published Mai 20th, 2010

Was ich über Koalabären weiß


Koalabären erscheinen total putzig und süß, aber in Wirklichkeit sind sie unberechenbar und brandgefährlich, zumindest in der Zukunft. Was, das haltet ihr für absurd? Wartet erst mal ab, nach diesem Artikel werdet ihr sicherlich anders über Koalas denken.

Ich war neulich im Zoo in Duisburg und habe mich informiert: Koalabären sind verdammt komische Tiere.

Erst mal, dieses ganze Eukalyptus-Futtern. Sie ernähren sich nicht hauptsächlich von Eukalyptus, sie ernähren sich ausschließlich von Eukalyptus. Sie essen absolut gar nichts anderes als Eukalyptus. Da kann man sie noch so mit Süßigkeiten oder anderen Leckereien locken, nein, nur Eukalyptus darf es sein. Und auch nur wegen der Drogen im Eukalyptus erscheinen diese Tierchen so langsam und träge. Eukalyptus ist nämlich eigentlich gar nicht gesund. Deswegen hängen die Koalas den ganzen Tag nur rum, denn den Eukalyptus muss man erst mal verdauen und da überhaupt Nährstoffe draus extrahieren. Und das dauert.

Dazu muss man sagen, dass Koalabären die einzigen Tiere sind, die Eukalyptus überhaupt essen können und mehr oder minder vertragen. Jedes andere Tier würde an Eukalyptus zugrunde gehen, ja sterben. Menschen auch. Da sind so viele Gifte drin und nur der Koalabär verträgt das Zeug – ein toughes Tier!

Aber bei der Nahrung kann man verstehen, dass Koalabären langsam sauer werden. Man merkt es nur nicht, da sie ständig bekifft sind.

Dann kommt noch hinzu, dass irgendein Honk das Gerücht in die Welt gesetzt hat, dass Koalabären die Vorlage für Teddybären wären, obwohl sie noch nicht mal richtige Bären wären. Na also das stimmt ja mal gar nicht. Teddybären gab es schon vor der Entdeckung der Koalas. Und jetzt kommen die Wissenschaftler daher und sagen: “Lieber Koala, Du bist gar kein gefährlicher Bär, sondern nur ein Beutelsäuger!” – noch so ein Schlag ins Gesicht, dabei sind die Koalas eh schon schlecht gelaunt.

Bevor nämlich die Europäer die Koalas entdeckten, kannten die australischen Aborigines diese zwar schon, aber interessierten sich überhaupt nicht für sie und liessen sie links liegen. Und als dann die englischen Verbrecher nach Australien kamen, dachten die Koalas, dass ihnen jetzt endlich der nötige Respekt gezollt werden würde, aber nein, die Europäer fanden die Koalas süß und knuddelig. Und nahmen sie auf den Arm und strichelten Sie und seit vielen, vielen Jahren sind Koalas nun Touristenattraktionen, für 5 Dollar, darf jeder mal ein Foto machen und so einen Knuffbeutel auf dem Arm halten.

Währenddessen denkt der Koala: “Aber ich bin doch ein Bär! Ein wildes Tier! Menno!” und schickt sich an sich zu wehren und den Touristen zu attackieren und sein Gesicht zu zerkratzen. Allerdings haben die Eukalyptus-Drogen ihn ziemlich schwach und lethargisch gemacht und der Tourist denkt nur: “Schau mal, er tätschelt mich!”

Währenddessen wird der Koala immer griesgrämiger und saurer. So ein Koala ist so derbe voller Rachegelüste gegenüber der Menschheit, dass es nicht mehr lustig ist.

Wartet mal ab, wenn es kein Eukalyptus mehr gibt und die Koalas aus ihrem Dornröschenschlaf aufwachen. Dann gibt es Rache!

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