CDU will sich nicht integrieren

Wenn die CDU sich jetzt von Bundespräsident Wulffs Rede distanziert und seine „der Islam gehört zu Deutschland“-Aussage, als „missverständlich“ tituliert, dann ist die CDU ein Haufen Grundgesetz-brechender xenophobischer bigotter Arschlöcher, die wieder mal – Roland Koch lässt grüßen – mit Fremdenfeindlichkeit auf Stimmenfang gehen wollen.

Gut, über das „Arschlöcher“ ließe sich diskutieren, aber der Rest ist eigentlich glasklar. Grundgesetz kennen doch alle, oder? Aber wenn dann Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer von der CSU in der ‚Leipziger Volkszeitung‘ sagt: „Eine solche Aussage kann missverstanden werden. Aus Religionsfreiheit darf nicht Religionsgleichheit werden“, dann schlägt das dem Fass den Boden aus. Bitte was? Keine Religionsgleichheit? Warum denn bitteschön nicht? Selbstverständlich auch Religionsgleichheit!

Abgesehen davon, egal was man gegen Wulff hat – der selbst eigentlich der christlichste Eiferer der CDUler ist, komisch, dass gerade er für seine seltsamerweise friedensstiftenden Worte aus en eigenen Reihen attackiert wird. Vielleicht Enttäuschung, weil man von ihm eher einen Kreuzzug erwartet hat?

Dennoch, er ist nun mal unser Bundespräsident, der fucking Bundespräsident, man! Wenn der was sagt, dann hat die Partei sich vielleicht in ihrer Kritik ein wenig zu mäßigen und dem Amt Respekt entgegenzubringen und nicht, wie mit einem CDU-Hinterbänkler umzugehen, a la „Ja, Christian, war scheiße, sieh mal, dass Du das wieder auf die Reihe kriegst.“

Es ist einfach nur peinlich, die Situation in Deutschland, die allerorten aufflammende Fremdenfeindlichkeit, die vor nichts und niemand Halt macht. Die Identitätskrise, die Existenzangst und die Intoleranz an sich befruchten sich gegenseitig und machen aus Deutschland ein Ekelpaket.

Wenn die Bild-Zeitung am Einheitstag fragt „Sind sie ein guter Deutscher“ und jetzt nach Wulffs Rede nachschlägt mit „Wie viel Islam verträgt Deutschland?“ und sich dann nicht mal traut, ihren dünn verschleierten Fremdenhass direkt hinzuschreiben, sondern sich des alten Tricks bedient, die „Leser“ zu Wort kommen zu lassen, aber natürlich genau die Aussagen wählt, die sie schreiben möchten und ein, zwei gegenläufige, damit es auch fair aussieht, dann grenzt das an Volksverhetzung.

Das ist ein Deutschland, auf dass ich überhaupt keine Lust habe und da will ich mich auch nicht integrieren.

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Über ui.

Manuel Wolff ist der Autor von „ui. der blog.“, Außerdem „ui. der vlog.“ auf Youtube und diverse andere Projekte.

Hauptberuflich Stand Up Comedian und Musikkabarettist und Improgott.

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4 Gedanken zu „CDU will sich nicht integrieren

  1. Dass die Bild nach einer Rede wie Wulffs jemanden wie Bosbach nach seiner Meinung fragt, spricht doch schon für sich. Was ein Rechtsaußen wie der davon hält, dürfte niemanden überraschen.
    Genauso dieser Geis. Ein Hinterbänkler, der jetzt auch mal zu Wort kommt. Von dem hab ich (vermutlich nicht zufällig) nie zuvor gehört, aber Wikipedia gibt reichlich Aufschluss über dessen politische Position.

    Ich verstehe dich aber eigentlich auch nicht.
    Aus deinen bisherigen Einträgen geht doch ganz klar hervor, dass es dir ganz Recht wäre, wenn das Christentum nicht zu Deutschland gehören würde. Aber den Islam würdest du begrüßen?
    Schon gut, schon gut. Is ne Fangfrage.

    Übrigens gehört Wulff zu „ProChrist“, eine Organisation mit evangelikalen Wurzeln und Beziehungen. Würd gern mal hören, was die von der Rede halten.

  2. Na, die Frage ist schon berechtigt. Ich würde begrüßen, wenn es immer weniger Religion gäbe, ganz gleich, welche. Aber ich bin auch dafür, dass jeder die Freiheit haben sollte, jeden Scheiß zu glauben.

  3. Alle Menschen sind gleich, manche sind gleicher. „Aus Religionsfreiheit darf nicht Religionsgleichheit werden!“ Ah, mir kommen die Bröckchen hoch…ekelhaft, was sich bei denen immer wieder für Abgründe auftun.

  4. „Aber ich bin auch dafür, dass jeder die Freiheit haben sollte“

    Da hast du absolut Recht, nur wie man diese Religion lebt, das ist eben nicht egal.

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