Das Supertalent – großer Mist auf RTL

Das Supertalent - RTL

Dieses Wochenende lag ich fiebrig und hustend in einem Hotelzimmer in der Oberpfalz und da es auf dem Fernseher nur 5 Programme zur Auswahl gab, landete ich alternativlos bei der neuen Staffel vom Supertalent. Die ganze Sendung ist ja wohl eine Frechheit, die gegen mehrere Menschenrechts-konventionen verstößt und die gesamte Redaktion gehört eingesperrt. Das ganze Ding ist ein großer Skandal. Zumindest hatte ich den Eindruck, aber ich glaube nicht, dass es am Fieber lag.

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Zunächst einmal fiel mir auf, dass Bruce offensichtlich eine Geschlechtsoperation hinter sich hatte. Ja, ihr könnt sagen, das sei jetzt ein böser, nahezu rassistisch angehauchter Gag, einfallslos, das neue Jury Mitglied – Moxi irgendwas – ist schwarz, Bruce war schwarz, billiger Gag, aber das ist es nicht.

Die Jury ist nämlich auch Typ-gecastet. Es ist nämlich in der deutschen Fernsehwelt nun mal so, dass niemand auf eigene Ideen setzt, sondern nur Kopien gemacht werden, von anderswo erfolgreich laufenden Produkten. Und ein Kopie ist nie so gut, wie das Original. Im Endeffekt ist deutsches Fernsehen, was Ideenreichtum angeht, ungefähr so inzestuös, wie irgendsoein Hinterwäldler, der lieber seine Cousine heiratet, anstatt sich mal bei nicht-Verwandten umzuschauen. Ok, das nehme ich zurück.

Dieter Bohlen ist nicht da, weil er Dieter Bohlen ist, sondern weil er Simon Cowell darstellen kann. Die Fußballerfrau ist nicht da, weil sie als Fußballerfrau Kompetenz darin beweist, was ein Talent ist und was nicht, sondern weil sie eine Blondine verkörpert. So wie Amanda Holden im Original oder eben die Darstellerinnen der Blondine in den Supertalent-Versionen der anderen Länder, z.B. Dannii Minogue in Australien – schließlich gibt es die Sendung in 39 Ländern.

Und für Bruce musste eben ein Ersatz her, jemand, der ein wenig komisch spricht und voll emotional reagiert, z.B. zu weinen anfängt, wenn einfach jemand 2 Tücher vor ein paar Ventilatoren hält – und vielleicht irgendeine andere Ähnlichkeit noch mit Bruce hat, vielleicht weibliche Art und Hautfarbe? Ich weiß, das sind alles vollkommen unwichtige nebensächliche Attribute, Hautfarbe, Geschlecht, Aussprache, Aussehen sollte bei einer Jury-Besetzung vollkommen nebensächlich sein, aber sagt es nicht mir, sagt es den TV-Redaktionen, die in Deutschland nun mal weder Eier haben, noch Ideen.

Was aber noch schlimmer ist als die Jury, sind die Menschen, die sie in das Theater gekarrt haben, um die Reaktionen auf die Show einzufangen, Applaus, Buhrufe, Tränen, Jubel, Begeisterung, etc.

Es gibt niemanden auf der ganzen Welt für den ich so wenig Respekt übrig habe, wie für diese Kakerlaken, die willig ihre eigene Persönlichkeit, Meinung und Menschlichkeit aufgeben und sich so zum Spielball der Redaktion machen lassen und nicht mal merken, dass sie unmündig geworden sind. Es ist ja nicht so, dass die klatschen wenn ihnen was gefällt, oder buhen, wenn ihnen was nicht gefällt, das muss eigentlich jedem, der die Sendung wird klar werden.

Wenn jemand überraschenderweise „gut“ ist, setzt der Applaus mittendrin ein und zwar alle gleichzeitig. Warum? nun, es könnte ja sein, dass links und rechts von der Bühne Anweiser stehen, die dem Publikum symbolisieren, wann sie was zu tun zu haben. Und das Publikum macht mit, denn man tut halt, was das mächtige Fernsehen sagt. Ekelhaft.

Noch schlimmer, finde ich, wenn sie buhen. Die armen Künstler, die ausgebuht werden, wissen ja nicht, wie schlecht sie eigentlich sind, die Redaktion weiß es aber vorher. Natürlich, um genau die Reaktion hervorzurufen. Jetzt ist es aber erst mal so – egal wie talentfrei die Kandidaten teilweise sind – sie trauen sich zumindest auf die Bühne, vor einem vollbesetzten Saal etwas vorzuführen. Allein das ist schon eine ziemlich riesige Leistung, wie jeder bezeugen kann, der sich daran erinnert, wie er zum ersten Mal vor Leuten etwas vorgeführt hat. Die Claqueure im Publikum sind von einer derartigen Leistung weit entfernt. Und sie buhen ja nicht, weil sie es scheiße finden, sondern sie buhen, weil sie sich freuen, dass sie etwas zu sehen bekommen, was so richtig scheiße ist, deswegen sind sie ja da. Verlogen wie noch was.

Und wenn man auf einer Bühne etwas sieht, was einem nicht gefällt, dann schränkt man halt seinen Applaus am Ende ein und benimmt sich nicht, wie ein Pausenhofschläger oder Fußballhooligan und buht ihn von der Bühne. Das ist doch kein Benehmen.

Jetzt die Kandidaten. Das ist doch auch eine Verarsche! Spätestens seit der mittelmäßige Mundharmonikaspieler gewonnen hat, weiß man ja, dass da keine Talente gesucht werden, sondern die, die möglichst herzerwärmend in die Kamera jammern können, so dass das Publikum gar nicht mehr merkt, dass das Talent gar nicht so groß ist.

Der erste Künstler, den ich sah, war ein Artist an der „chinesischen Stange“, eine reguläre Zirkusnummer, durchaus gut gemacht, nichts Neues halt. Außer für Dieter Bohlen, der nicht kapiert hat, dass das keine Gogo-Stange ist und durchweg dachte, dass er bisher nur Frauen gesehen habe, die diese Art der Kunst machen und so etwas noch nie gesehen habe. Na damit beweist er ja so richtig Kompetenz. Weil die Nummer an sich noch nicht genug wirkte, musste die Redaktion tausend Zeitlupen und dramatische Musik unterlegen und ständig sagen, dass der Artist für das Supertalent, für seine große Chance, sein Leben riskieren würde. Als ob. Als ob, die wissentlich eine Nummer zulassen würden, die eine große Gefahr birgt. Ein Verletzungsgefahr besteht natürlich immer, man kann auch von seinem Stuhl fallen und sich das Genick brechen, wenn man Pech hat, aber wenn klar wäre, dass die Verletzungsgefahr, ach was, die Todesgefahr, sehr hoch ist, dann hätte so eine Nummer weder im Fernsehen noch auf irgendeiner Bühne der Welt etwas zu suchen.

Es war eine schöne Nummer, warum muss man sie durch die Dramatik kaputt machen? Und auch hier – im Gegensatz zu der zwar manipulativen, aber richtig guten Schnitt- und Bildregie in der englischen Originalversion, fällt der deutschen nichts ein, als ewig oft Szenen und Blicke in Zeitlupe zu wiederholen und alles in die Länge zu ziehen, so dass man es schnell satt hat. Die halten ihr Publikum wirklich für noch dümmer, als sie es selbst sind.

Und das ist der Fehler, wenn man eine gute Show machen will: Nie das Publikum unterschätzen, nie das eigene Publikum von oben herab behandeln, nie das Publikum für doofer halten, als man es selbst ist. Es kann ja gut sein, dass das Supertalent-Publikum Abschaum ist, ich weiß es nicht, aber auf jeden Fall sind die Macher schlimmer.

Danach kamen dann irgendwelche Osteuropäischen Artisten, die was lustiges vorgeführt haben, brav sich die Kritik der Jury anhörten und nickten, obwohl sie kein Wort verstanden, weitergevotet wurden und trotzdem nicht mehr auftauchen werden – das Publikum merkt das eh nicht, war ja schon die Staffeln vorher so. Die waren auch gebucht und haben sich nicht selbst beworben und bekamen – im Gegensatz zu den anderen Kandidaten – auch Geld dafür. Vielleicht erinnert ihr Euch noch an die ukrainische Sandmalerin oder den amerikanischen Billardkugel-Schlucker? Das sind gestandene Künstler, schon seit Jahren im gut bezahlten Geschäft, die gehen nicht für umme zu einem TV-Show-Casting, bin ich mir sicher.

Dann kam aber etwas, was mich wirklich aufgeregt hat. Ein Schweizer Punker, der erzählt hat, was für eine schwere Zeit er gehabt hätte, denn mit 12 Jahren hätte das Amt ihn seiner Mutter weggenommen, da sie Brasilianerin sei und sein Vater sich von ihr getrennt habe und er sei auf einen Hof zu einer Gastfamilie gekommen, wo er es gehasst habe, sei dann auf die schiefe Bahn geraten, Alkohol, Drogen, würde jetzt Betteln, damit er den Staat nichts koste und hätte ja nur noch die Musik.

Ich bin mir fast sicher, einer Überprüfung würde diese Story nicht stand halten, aber das ist jetzt nebensächlich. Der Typ sagte nämlich er würde Klavier spielen. Eigene Stücke, improvisierte Melodien, er habe keinen Klavierunterricht gehabt, höchstens Mal ne Woche und habe sich alles selbst beigebracht.

Was er dann gespielt hat – jeder Klavierlehrer würde vor Scham im Boden versinken. Einfach ein paar nette Akkorde, immer mal wieder auf die Tasten drauf gedrückt, dabei wehleidig geschaut, nichts, was nicht jeder in einem halben Jahr lernen könnte – ja sogar besser hinkriegen könnte.

Aber das Publikum war begeistert! Standing Ovations! Der arme Junge und er spielt so toll Klavier! Und natürlich hat keiner von der Jury es gewagt, zu sagen, dass es Scheißdreck war, es war ja auch nicht so geplant. Für den Jungen ist allerdings das Problem – um hier mal als Klavierspieler zu sprechen – dass er sich ziemlich den Weg verbaut hat, denn durch das selbst lernen hat er sich eine derartig verkrampfte Fingerhaltung drauf geschaft, die ihn daran hindert, besser zu werden, z.B. mal flüssig einen schnellen Lauf zu spielen. Da muss er erst wieder diese Fingerhaltung ent-lernen um es richtig neu zu lernen und bräuchte quasi länger als jeder totale Klavieranfänger. Ohne Scheiß, bucht bei mir Klavierunterricht für ein halbes Jahr und ich kann jedem beizubringen so zu spielen. Lasst Euch doch nicht vom Fernsehen verarschen.

Jetzt aber das Problem. Mein schrecklicher Verdacht: Die Story ist nicht echt. Da hat sich kein sentimentaler Punker bei der Redaktion gemeldet und gesagt: „Hey, ich kann Klavier spielen!“, nein, die Redaktion hat einfach den Ausschnitt aus der australischen Version gesehen, die als „viral hit“ im Internet kursiert ist, wo genau so jemand eben mit Klavierspiel – das ein kleines bisschen besser war, aber jetzt auch nicht so toll – begeistert hat.. Und anstatt halt eigene Ideen zu haben, setzen die sich dran, um diese Geschichte möglichst nachzuspielen!

Wie gesagt, Inzest. Eine Kopie einer Kopie. Erbschäden der Nachfolgegeneration oder so. Kapiert es endlich TV-Redaktionen bestehend aus sich hochschlafenden Praktikantinnen: Ohne eigene Ideen ist nichts gut. Nichts.

Endgültig abgeschaltet habe ich dann beim nächsten Kandidaten. Es war Paul Potts. Also nicht wirklich Paul Potts, aber exakt die gleiche Geschichte. Paul Potts ist ja auch schon ein paar Jahre her, da kann man das ja wieder bringen, angeblich ist das Publikum zu doof dafür es zu merken. Der Typ der jetzt kam, war halt dick und hässlich, hatte natürlich eine Zahnlücke, erzählte, dass er noch nie vor Publikum aufgetreten sei (glaube ich nicht) und dass er sich nicht gerne im Spiegel anschauen würde, da er sich nicht für attraktiv halte. Oooooh. Er kam dann – ich bin mir nicht sicher, wie gesagt, ich hatte Fieber – in kurzen Hosen und einem zu engen T-Shirt, damit man schön den Schwabbelbauch sieht, auf die Bühne. Für den Effekt natürlich. So eine Fake Kacke.

Von dem Dieter Bohlen Fan, der fast schon stalkermäßig auf der Bühne herumhüpfte und ständig rief, dass ein Traum in Erfüllung ginge, Dieter Bohlen zu treffen und dann Modern Talking Songs sang, verschone ich Euch jetzt mal lieber. Wenn man mit Modern Talking Songs eine Runde weiterkommt, sagt das ja fast schon alles über das Supertalent aus.

Am allerschlimmsten war aber, dass am nächsten Tag eine weitere Folge lief. Zur Belustigung des Mobs wurde ein schmächtiger Kerl auf die Bühne geschickt, der sich in seiner Unterhose auf einen Tisch legte, seine dicke Frau ankam, ihm Spaghetti Bolognese auf dem Körper verteilte und dann anfing, das mit dem Mund zu Essen, während der Mann „oh ja“ sagte.

Jetzt wo ich das lese, kann ich es nicht glauben, aber es war in der Tat so, es war wirklich kein Fiebertraum. Bohlen genoss die Szene lange, bevor er endlich als dritter auf den Buzzer drückte und das Publikum buhte wie verrückt. Ekelhaft! Das will doch keiner sehen! Was soll denn das?

Das ist sehr verlogen. Denn genau das will das Publikum ja sehen. Sonst würde es RTL ja nicht zeigen, sondern einfach weglassen. Das ist ja das, was bei Supertalent zählt, die Mob-Mentalität, die Empörung, das fertig machen der Schwachen, die Kandidaten zu beschimpfen und sagen, dass sie talentfrei sind und weggehen sollen, weil man es nicht sehen wolle. Warum zeigt man es dann? Weil es gerade diese Dinge sind, die das Publikum sehen will. Das Supertalent-Publikum sind also Leute, die sich gerne Autobahnunfälle anschauen. Sie geben es nur nicht gerne zu. Ich könnte mich so über diese Verlogenheit aufregen.

Der Kandidat mit der Spaghetti Bolognese hatte offensichtlich einen seltenen Fetisch, der bei den meisten Ekel auslöst, der aber ansonsten harmlos ist. Natürlich ist er schlecht beraten, diesen Fetisch vor einem Millionenpublikum auszuleben und es ist auch kein besonderes Talent. Wahrscheinlich ist der Typ nicht besonders schlau. Aber als Bohlen diesen Freak fragte, was das denn solle, hat er in etwa gesagt: „Also wenn Du mich so fragst, im Prinzip ist das eine Liebeserklärung an meine Frau, sie ist nämlich die einzige die das macht und ich liebe sie über Alles.“ Ja, ist doch schön, er hat einen verrückten, ekelhaften Fetisch – ist halt nun mal so – und er hat seine Frau fürs Leben gefunden, mit der er es ausleben kann. Der Rest geht uns gar nichts an. Und mit seiner Aussage hat er mehr Ehrlichkeit bewiesen als jeder andere, der mit dieser Sendung irgendwie zu tun hat.

Pfui, RTL!

PS: In der letzten Staffel gab es vier Halbfinale. Das sagt doch schon Alles.

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Über ui.

Manuel Wolff ist der Autor von „ui. der blog.“, Außerdem „ui. der vlog.“ auf Youtube und diverse andere Projekte.

Hauptberuflich Stand Up Comedian und Musikkabarettist und Improgott.

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24 Gedanken zu „Das Supertalent – großer Mist auf RTL

  1. Schade, dass Du die „Schwanz-Pianisten“ vergessen hast zu erwähnen. Dann wäre der Bericht noch länger geworden.,-) Ich lese Deine Artikel zu gerne;-)

  2. du kennst nicht Motsi Mabuse – Profitänzerin mehrfache Dt. Meisterin etc. bei let’s dance war sie auch in der Jury. Aber die Sendung ist wírklich Müll. Mehr kann man dazu nicht sagen – ich zumindest nicht. bis auf es gibt weitaus besseres als das zu gucken auch wenn man mit Erkältung im Bett liegt danach muss es dir ja noch mieser als eh schon gegangen sein ! Tu’s dir nie wieder an dann lieber Rosamunde Pilcher

  3. Nee tut mir leid, hab mich für Turniertanz noch nie wirklich begeistern können und bei b-Promi Shows, die irgendwas lernen, z.B. Tanzen, sehe ich auch keinen Sinn hinter. Nicht Let’s Dance, sondern Let’s ausschalten.

  4. Was du da sagst stimmt ja alles, aber am schlimmsten finde ich die Schnitttechnik in der Sendung. Unabhängig vom Inhalt kann man die Sendung nämlich noch nicht einmal gucken, wenn einem ein Kandidat wenigstens halbwegs gefällt.

    Schon WÄHREND des Auftritts werden sofort nach „dramatischen“ Szenen Wiederholungen eingespielt, aber keine normalen, sondern schön in Sepia, in Zeitlupe und dramatischer Musik. Falls man innerhalb der 0,5 Sekunden vergessen hat, was gerade passiert ist. Man kann noch nicht einmal den Auftritt wenigstens einmal ganz am Stück gucken.
    Die Sachen werden dannach noch oft genug wiederholt, während die Jury ihr „Urteil“ abgibt, aber man scheint die Auftritte unbedingt in die Länge ziehen zu müssen.

  5. Deinem Artikel und dem Beitrag von Tim ist echt nichts hinzuzufügen. Obwohl diese und auch andere RTL Shows so grottig sind, haben sie jede Menge begeisterter Zuschauer, die ihre Freizeitplanung sogar auf diese Sendungen abstimmen. Den Satz: „Da kann ich nicht, da guck ich das Supermodel, -talent oder -star“, hab ich nicht nur einmal gehört. Der Vorschlag, doch mal ins Theater zu gehen und sich dort eine Show mit echten Künstlern anzusehen, wird mit den Worten: „Das ist nichts für mich, das wär mir zu langweilig, und außerdem bin ich froh, wenn ich abends auf der Couch sitzen kann“ abgetan. Den Leuten ist echt nicht zu helfen, solange das so geschaut wird, wird das auch so produziert. Warum sich groß Gedanken über Qualität machen? Ein Großteil der Menschen will keine Qualität, sondern verarscht werden! Und die größte Freude haben sie am Scheitern der anderen.

  6. Der Beitrag gefällt mir total gut, muss allerdings in einem Punkt widersprechen! Du sagst, der Spaghettityp sei der Ehrlichste… Allerdings gab es bei Schwiegertochter gesucht oder bei Bauer sucht Frau auch nen Typen, von dessen Bauch Spaghetti Bolognese gegessen wurde. War ein riesiges Highlight und wurde selbst auf Punkt 12 gebracht. Ausreden war das ein Youtube-Star. Denke, dass die Macher den selben Effekt erreichen wollten und haben eben einen Menschen gecastet, der das über sich ergehen lassen wird!!!

  7. Die Spaghetti-Geschichte stammt aus einer Folge „Mitten im Leben“, da gab es genau diese Szene, die Folge wurde bei Youtube etliche Tausend Male angeklickt, RTL ließ sie dann irgendwann aus dem Netz nehmen.

  8. Hrhrhr. Was soll die Aufregung? Was das sensationsgeile Publikum sehen wird, wird eben serviert. Und die Scheisse, die woanders gut läuft wird sich hierzulande wohl auch gut verkaufen. Nicht die Sendungen sind hirnlos und schlecht, die Menschen sind es und die Nachfrage scheint ja da zu sein. Das ist genauso sinnlos, wie sich über die Abartigkeiten wie Nutten und Kinderpornos zu unterhalten. Solange die Nachfrage da ist, wird es auch Nutten und Kinderpornos geben. Hurra RTL 🙂

  9. Kuck mal da, da ist doch der Skandal. Laut seinem Youtube-Kanal ist er 33. Der Unsername mit 78 deutet auch darauf hin. Da hätte er mal ein wenig besser aufpassen müssen. Schnell mal Screenshots machen, bevor er das ändert. In der Sendung wird er nämlich als 23-jähriger vorgestellt.

  10. ich möchte mich erstmal in allen punkten meinen vorrednern anschließen. Aber ist es nicht auch genau das, was die Sendung erwirken will. Das (ich nenn es jetzt mal) „dumme“ publikum, die Sensationsgeilen, die die sich toll fühlen, wenn sie andere erniedrigt sehen sorgt für die Einschaltquoten. Das „Schlaue“ Publikum, das ethische und rechtliche Konditionen der Sendung hinterfragt sorgt aber für die Diskussion der Sendung, und dass sie im Gespräch bleíbt. Heißt aber auch, dass die Grauzone (dazwischen) zumindest aus Neugierde solche Sendungen guckt und auch für Quoten sorgt. Daher ist meine Theorie: Der einzige Weg, diesem Grauen ein Ende zu machen, ist nie wieder darüber zu reden und niemals diese Sendung zu gucken (da muss wohl einer der anderen vier Sender herhalten). Und natürlich mit besseren, kreativeren und legalen Formaten dagegen zu halten. Wir sind auf einem guten Weg…

  11. also im großen und ganzen geb ich euch recht Aber ihr regt euch über das Publikum auf das sie andere fertigmachen aber ihr redet auch so über das Publikum das sie dumm sind etc. also, es ist niemand perfekt und es gibt auch keine Engel mit Heiligenschein auf der Welt und dafür, daß ihr das Mist findet kennt ihr euch aber super aus und wisst über alles bescheid 😮

    Ganz ehrlich in Deutschland gibt es keine Castingshow die irgendein Talent rausbringt oder ist irgendeiner mal berühmt geworden. Und z.B. Talkshows sind weltweit nach dem gleichen Schema aufgebaut wir sind nur zu blöd es gescheit umzusetzen. In Amerika sind die Leute genauso bescheuert wie wo anders, die anderen Länder können es nur besser umsetzen.

    Woher wollt ihr wissen, daß das sein YouTube Kanal ist??? Kenn mich damit nicht aus.

  12. Wie wäre es mal mit einer Doku in der Art von „Videocracy“ über diese Sendung?
    Die Sendung muss unterhaltsam sein (damit auch die betroffene Zielgruppe sie sieht), aber richtig schön böse.
    Man sollte die Anheizer sehen, die Zusammenhänge mit Menschen die schon in Scripted-Reality aufgetreten sind, die Parallelen zwischen den Länderversionen, die gekauften Profiteilnehmer, die konstruierten Teilnehmer (Klavierpunk…), idealerweise packen solche Leute aus, werden (Knebel)Verträge gezeigt. Für den Fall das RTL die Verträge mit Eigenheiten spickt um auch bei Schwärzung des Namens die Quelle zu ermitteln, würde vorbeugend der Vertrag mit anderen Worten umgeschrieben (dies natürlich auch erwähnt).

    Also entweder Privatleute schaffen das (ähnlich wie die 9/11-Verschwörungsdoku) oder das wäre was für „Die Story:“ im WDR oder einer 2h-Doku auf arte.

    @Carmen

    „und außerdem bin ich froh, wenn ich abends auf der Couch sitzen kann“…

    Das klingt schon so nach „was bin ich doch für ein Held dass ich einer frustierenden Arbeit nachgehe, bewundere mich gefälligst dafür“. Da schwingt sie mit, diese selbstgefällige Selbstdarstellung als besserer Mensch indem man zeigt wie man doch unter einer minderwertigen Arbeit (auch als „Büroleiter oder Knmastbeamter) leidet. So wie die Selbstgeißelung von einigen Christen bzw. Christlichen Orden.
    Besonders wenn die sich blutig peitschend durch die Straßen ziehen.
    Jemand der etwas macht was ihm keine Freude bereitet scheint bei diesen „einfachen“ Menschen bewundert zu werden.
    Wenn es Spaß macht ist es wahrscheinlich unanständig.
    Bei solchen „Menschen“ (in den USA White Trash, Hill-Billys, Red Necks usw. genannt) ist Arbeit ganz selbstverständlich etwas wo man sich auf das tägliche Ende und die Rente freut… Sich darauf zu freuen ist dann aber nichts negatives, NEIIIIN, man hat es sich ja „verdient“. Bei einigen Asozialen Alten Nachbarn spürt man auch wie sie glauben sich durch lebenslanges „Malochen“ einen besonderen Status in der Gesellschafft „erarbeitet“ zu haben. Dass manals jüngerer Mensch ohne einen solchen „leidvollen“ Lebenswandel unter ihnen steht.
    Da diese Menschen nichts haben auf dass sie wirklich stolz sein können (und sei es nur eine andere Einstellung), betreiben sie ihre Selbstdarstellung über die Arbeit. Evtl. auch aus einem latent vorhandenen Minderwertigkeitsgefühl eine Art der rechtfertigenden Selbstdarstellung über Arbeit die einem keinen Spaß macht.

    Zitate:
    „der sinn des lebens ist arbeiten, so viel wie moeglich, sich einreihen in
    die massen der angestellten und fabrikarbeiter. das ist die einzige
    respektvolle beschaeftigung in deutschland. niemand geniesst mehr respekt,
    als der 12-stunden arbeiter am fliessband oder der krankenhaus-doktor, der
    sich selbst keine auszeit goennt.
    man schaemt sich beinahe, urlaub zu beantragen oder gar nach ausgleich fuer
    ueberstunden zu fragen.“

    und:

    „Schlimm an der ganzen Sache ist aber der sinnlose Aktionismus und die ganze
    Heuchelei um das Thema Arbeit.
    Arbeit muss SICHTBAR sein! Ganz wichtig! Sonst ist sie keine Arbeit.
    Wer wirklich arbeitet muss griesgrämig dreinschauen. Er muss ständig seufzen
    und ächzen, damit auch jeder merkt wie er sich kaputtschuftet. Natürlich
    sehen das Kinder ständig und bekommen so gar keinen Bock auf seufzende und
    ächzende Arbeit.
    Treffen die Leute einen alten Bekannte auf der Straße, dann tun sie hektisch
    und beschäftigt, auch wenn wirklich nichts zu tun ist. Nur nicht zugeben,
    dass man Zeit übrig hat.“

    Quelle:
    Die Macht des Wortes Faul: http://de.narkive.com/2007/6/25/1458678-die-macht-des-wortes-equot-faulequot.html

    Im Forum der Piraten gibt es „Merapi22“.
    Der hat sich als Rangtitel „Aussteiger/Leistungsverweigerer ab 1991“ eingetragen.
    Und wenn dann so ein selbstdarstellerischer rechtfertigender „Ächzer“ gewittert wird, nutzt er als Grußformel z.B. „Gruß aus Malaysia der Oberfaule merapi22“.
    Ich müsste den Originalwortlaut suchen, aber als er schrieb dass er jetzt in Malysia in der Hängematte die Füße hochlegt spuckte einer von den Selbstdarsteller Gift und Galle. Sehr unterhaltsam. Dafür kriegt Merapi22 von mir noch eine positive Bewertung ;-D .
    Übelste Beschimpfungen, so als ob er Merapi22 sein leben bezahlen würde. Was ja logisch betrachtet nicht sein kann, die Zeiten von „Mallorca-Rolf“ oder wie sie heißen sind in Zeiten von H4-Kontrolle vorbei.
    Trotzdem ist Merapi22 für diesen Malocherselbstdarsteller ein Schmarotzer und was weiß ich.
    Evtl. ist dieser Typ jemand, der Ansprüche der Art „Mein Haus, mein Auto, mein…“ hat, und einer wie Merapi22 stellt diese Ansprüche in Frage und damit auch ihn, indem er auch ohne glücklich sein kann.
    Evtl. hat dieser „Aussteiger/Leistungsverweigerer ab 1991“ gerade so viel zusammengespart, dass er davon in Malysia bis an sein Lebensende leben kann.
    Ich habe mal nachgerechnet dass man mit ca. 300.000 Euro und nur 2% Zinsen jeden Monat gut 450 Euro hat. Und davon könnte man sogar in Deutschland leben.
    Dann sind die 300.000 Euro aber nach dem Tod noch da. Man müsste also ausrechnen wie viel Geld man bräuchte, dass wenn man jeden Monat 450 Euro abzieht, am Lebensende alles weg ist. Bzw. etwas mehr als die Lebenserwartung.
    Evtl. reichen ja 200.000. Und die Person lebt ganz ohne staatliche Hilfe bis an ihr Lebensende ohne Erwerbsarbeit. Wer hat das Recht sich darüber aufzuregen. Ab dem Rentenalter hätte die Person aber die Möglichkeit eine Grundsicherung ohne Hart4-Schikane zu erhalten. AUch wenn sie nie in die Rentenkasse eingezahlt hat. Und €450 wären das wohl mindestens.
    Übrigens: In den Niederlanden erhält JEDER der dort 50 Jahre lebt (auch als Deutscher!) €1200 Rente monatlich.
    Dafür muss man in den Niederlanden nie auch nur einen Cent eingezahlt oder gearbeitet haben.
    Ich glaube in Italien sind es 1000 Euro.

    Hier kann man nach den Kommentaren suchen (merapi22): https://news.piratenpartei.de/showthread.php?tid=83355

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