Endlich zu Hause

So, die erste Nacht zu Hause hab ich gut erbracht. Ich war ja 3 Monate weg, meine Zwischenmieterin hat allerdings auch schon vor einem Monat die Bude verlassen. Zum Glück war noch ne Flasche Cola und Toilettenpapier da. Was sollte man auch machen, wenn man spät nachts von einer 3-moantigen Reise zurückkommt und lebenswichtige Dinge fehlen würden?

Heute Morgen machte ich mich dann auf den Weg in meinen Stammsupermarkt, den Plus um die Ecke, um schnell Espresso zu kaufen, den ich nun versuche. Er schmeckt irgendwie komisch. Liegt das an meiner Erkältung, dem alten Zucker, oder bin ich es einfach nicht mehr gewohnt, weil der AIDA-Kaffee meine ganzen Geschmacksknospen zerstört hat?

Nach zweieinhalb Jahren, die ich schon neben meinem Stammsupermarkt wohne, kenne ich die Regale eigentlich in und auswendig und würde mit geschlossenen Augen sicher durch die Gänge gehen und blind die Packungen greifen, wenn nicht … oh Schreck, während ich weg war, wurden alle Regale komplett umgestellt! Nichts ist mehr da, wo es früher mal war! Das ist grausam für den Verstand! Weidler meint: „Umsortierung im Stammsupermarkt raubt einem ein Stück Heimat.“

Auf dem Weg zurück in die Wohnung schaute ich noch kurz warum an meinem Briefkasten das Schild herausgedrückt wurde: Er quoll über. Aber warum? Ich hatte doch eine Weiterleitung eingerichtet. Trotzdem waren da viele Briefe drin, Werbung wie Sau und sogar zweimal der Kölner Stadtanzeiger – den habe ich doch gar nicht abonniert. Außerdem waren um das Schild herum mit Permanent-Marker kleine große „A“ gemalt. Anarchie? Antichrist? Arschloch? Was soll es bedeuten? Oder war der Nachname meiner Zwischenmieterin einfach „A“?

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Über ui.

Manuel Wolff ist der Autor von "ui. der blog.", Außerdem "ui. der vlog." auf Youtube und diverse andere Projekte. Hauptberuflich Stand Up Comedian und Musikkabarettist und Improgott. G+

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