Gedanken vom Pferd – 26

Gastkolumne von Weidler

Gestern hab ich mich zum Teil aus Langeweile, vor allem aber aus Selbstdisziplinierungsgründen dazu gezwungen, erstmalig eine „Sex and the City“ Folge anzugucken.
Der Unterschied zu den eher „männlichen“ Pendants wie „King of Queens“, „Tim Taylor“ oder „Eine schrecklich nette Familie“ scheint mir zu sein, dass bei Sex and the City nicht übertrieben und abstrahiert, sondern die großstädtische Realität der Frau um die 30 bestmöglich dokumentarisch wiedergegeben wird.
Anstatt auf gnadenlose Einzeiler am Fließband setzt man hier auf „googeln“ der neuen Stecher, aus Leibeskräften Schuhe kaufen, giggeln und gackern.
Mich verblüfft lediglich der Erfolg der Sendung.
Dorian Gray hat sich doch auch nicht gefreut, als man ihm sein Bild gezeigt hat.

Der kritische Leser und ich sind jetzt vermutlich am überlegen, woher ich so gut über die Realität 30jähriger Großstädterinnen Bescheid weiß.

Manchmal, wenn mir ein Wort nicht einfällt, kann ich regelrecht spüren, wie im Gehirn ein Botenstoff souverän und zielsicher einem altbekannten Weg folgt, am Ende ankommt und ihm vor Verblüffung die Kinnlade runterfällt, wenn er feststellt, dass sich dort statt dem erwarteten Wort nur Leere befindet.

Ich hab den Zusammenhang zwischen Epilepsie und Epiliergeräten nie begriffen.

Ich hab mir gerade ein Internet-Extremsport-Todesverachtungs-Spiel überlegt.
Jemand nennt ein Wort. Alle anderen müssen dieses Wort bei der Google-Bildersuche angeben und sich jedes Bild der ersten Seite in Großansicht angucken.
Der erste kann dann das nächste Wort bestimmen. Leider fällt mir kein vernünftiges Nachweisverfahren ein.

Aber dafür schon mal ein Wort: Furunkel.

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Über ui.

Manuel Wolff ist der Autor von "ui. der blog.", Außerdem "ui. der vlog." auf Youtube und diverse andere Projekte. Hauptberuflich Stand Up Comedian und Musikkabarettist und Improgott. G+

7 Gedanken zu „Gedanken vom Pferd – 26

  1. ..darf ich

    „Manchmal, wenn mir ein Wort nicht einfällt, kann ich regelrecht spüren, wie im Gehirn ein Botenstoff souverän und zielsicher einem altbekannten Weg folgt, am Ende ankommt und ihm vor Verblüffung die Kinnlade runterfällt, wenn er feststellt, dass sich dort statt des erwarteten Wortes nur Leere befindet.“

    mit Zitatangabe auf ein T-Shirt schreiben?

    Biiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitte?

  2. @Babel: Schön für Dich. Sonst noch was?

    @comicfreak: Das muss aber ein großes T-Shirt sein.

    Musst Du WEidler fragen, aber ich denke kaum, dass er es verhindern kann.

  3. @ ui.

    ..wer ist Weidler?

    So groß muss das Shirt nicht sein; es ist ausgesprochen kurzweilig, wenn deine Umwelt einen ewig langen Shirt-Text liest und dabei versucht, NICHT den Eindruck zu erwecken, dir konzentriert auf die Brust zu starren.

    :))

  4. “Manchmal, wenn mir ein Wort nicht einfällt, kann ich regelrecht spüren, wie im Gehirn ein Botenstoff souverän und zielsicher einem altbekannten Weg folgt, am Ende ankommt und ihm vor Verblüffung die Kinnlade runterfällt, wenn er feststellt, dass sich dort statt des erwarteten Wortes nur Leere befindet.”

    Das kenne ich irgendwie.
    Aber ich habe es immer so umschrieben:

    Die ganzen Einfälle kreisen wie ein Nebel um den Kopf herum. Und wenn mir was einfällt stürzt es aus dem Nebel wie ein Blitz in den Kopf hinein – aber manchmal sehe ich nur, dass etwas mich knapp verfehlt

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