Gedanken vom Pferd – 38

Gastkolumne von Weidler

Ein Ehepaar vor mir an der Schlange im Edeka. Zusammen etwa 160 Jahre alt, die Rücken gebeugt von den Lasten zweier langer Leben. Ein Ehepaar von der Sorte, die jeder noch nicht verheirateten Frau ein „Hach ist das so schön. Sich in dem Alter noch so lieb zu haben“ entlockt.
Irgendwann bekomme ich folgende Wortfetzen mit.

Sie „Die hat doch von Tute und Bloose kenn Ohnung“
Er „Das stimmt nur se Hälft“

Sie hat den – zugegeben nicht völlig neuen, aber hier doch unerwarteten – Witz nicht mitbekommen und führt nun detailliert aus, warum die unbekannte Dritte keine Ahnung von Tuten und Blasen hat. Er grinst mich an. Ich grinse zurück.

Ich bin doch garantiert der einzige Mensch auf der Erde, der es jeh geschafft hat, sich mit einem Braun-Dreikopf-Trockenrasierer zu schneiden.

„Die klingen wie Placebo. Nur schlechter.“ hat man mir vor kurzem über eine Band aus einem Nachbarort gesagt.
Man erlebt das ja häufig bei lokalen Hobbybands, dass das Publikum die Verhältnismäßigkeiten nicht ganz erkennt. Es sucht statt dessen sofort den Vergleich zu der jeweils größten und bekanntesten Band des Genres.

Das ist in etwa so, als hätte sich jemand einen Nachttisch selbst gezimmert.
Und man würde ihm sagen, er wolle offensichtlich Ikea nachahmen. Nur schlechter.

Nachtrag
Allerdings muss ich zugeben, dass ich mich viel zu gerne an Lästereien über lokale Bands beteilige, als dass ich da den Zeigefinger der Moral erheben dürfte.

„Es zwingt dich ja niemand, es zu lesen“

Ein in Internet-Foren aller Art gern genommenes Gegenargument. Als Reaktion auf jemanden, der die mangelnde Existenzberechtigung eines Beitrages feststellt.

Allerdings kann man das kaum gelten lassen. Schließlich ist das Problem bei den meisten Texten ja gerade, dass man sie erst lesen muss, um zu wissen, dass man sie nicht lesen wollte.

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Über ui.

Manuel Wolff ist der Autor von "ui. der blog.", Außerdem "ui. der vlog." auf Youtube und diverse andere Projekte. Hauptberuflich Stand Up Comedian und Musikkabarettist und Improgott. G+

Ein Gedanke zu „Gedanken vom Pferd – 38

  1. Ja, Frauen die nur halb so alt sind wie ich, üben auch auf mich eine besondere Art sexuellen Reiz aus. Opa gehts wohl mit der Kassiererin genauso. Oma ist taub.

    Ich muss dich enttäuschewn. Ich habe mich auch schon mit nem E-Rasierer geschnitten. Aber ich schneide mich lieber nass. Das ist gründlicher.

    Hobbybands klingen immer wie Klospülung. Das mindert aber in keiner Weise den Unterhaltungswert. Ist nur anders.

    „Es zwingt dich ja niemand, es zu schreiben. Würdest du das lassen, wäre wir schon einen großen Schritt weiter. „

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