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“Ich hab ja nichts gegen Ausländer, aber…”

Wenn ich so Sätze schon höre, geht in mir die Wut hoch. Vor kurzem saß ich hier im Restaurant und mein Nebentisch hat versucht, sich gebildet und vorurteilsfrei über Integration zu unterhalten. Allerdings, wie gesagt, sie haben es versucht. Ihre Angst und ihren Hass gegenüber allem Fremden und anderen konnten sie dennoch nicht verbergen und so kam raus, dass sie befürchten, dass Türken ins Land kommen und auf lieb und nett machen und wenn sie dann mal in der Mehrheit sind, den Islam-Hammer herausholen und alle gezwungenermaßen bekehren zum bösen Islam über zu treten. Ja klar. und sie haben ja nichts gegen die, die herkommen fleißig arbeiten und sich anpassen. Das ist die Hauptsache. Wenn die so sind wie “wir”, dann gäbe es überhaupt kein Problem. Aber wehe, sie sind anders. Oder arbeitslos. Da fragt die 17-jährige Gymnasiastin am Tisch dann, warum sie dass denn mit ihren Steuern unterstützen solle.

Wenn jemand sagt “Ich habe nichts gegen Ausländer, aber….” und dann hanebüchene Argumente bringt, um die eigenen Vorurteile zu unterstützen, dann hat er was gegen Ausländer. Schuld ist dieses verflixte Wörtchen “aber”. “Aber” ist ein richtiges hässliches Wort. “Ich will Dich ja nicht kritisieren, aber …” bedeutete genau das Gegenteil. Nämlich “Ich will Dich kritisieren.” Und außerdem hat man dann auch noch gelogen. “Ich will ja nicht gemein sein, aber Du bist hässlich.” – Das war gemein und bewusst, ergo wollte man gemein sein. Man musste ja nicht.

das sind zwei Sachen, die man abschaffen sollte. Ausländerfeindlichkeit und die Benutzung des Wortes “aber”.

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12 Responses to ““Ich hab ja nichts gegen Ausländer, aber…””

  1. 1
    asaaki Says:

    dies lässt sich auch wunderbar mit “zwar” und “eigentlich” kombinieren, da kommen meist auch sätze dabei heraus, die eher aufs gegenteil abzielen … und zwar bewusst, aber …

    aber ich will eigentlich nichts gesagt haben. ;o)

  2. 2
    del_weidler Says:

    Ich hab was gegen die meisten Ausländer. Und gegen die meisten Einheimischen. Generell ist mir die überwiegende Zahl von Leuten im allgemeinen unsympathisch.
    Das Problem ist halt einfach, dass fast alle Menschen einfach dumm und nicht zum aushalten sind, egal, wo sie herkommen.

    Außer ich.

  3. 3
    Björn Says:

    Abba ist doof :P

  4. 4
    barbara Says:

    grundsätzlich ist das Wort ‘aber’ abzuschaffen, denn es relativiert immer die eigene Aussage.

    @del_weidler

    ;-)

  5. 5
    ui. Says:

    @weidler: Bassisten sind ja auch keine Menschen

  6. 6
    Basti Says:

    aber aber aber nun mal nicht so dekonstruktiv! was kann denn das arme aber für seine missverwendung :-P

  7. 7
    Andreas Says:

    Tja, schön wärs, wenn man das Abschaffen könnte. Aber so müssen wir uns wohl mit der Realität abfinden. ;-)

  8. 8
    Isabell Says:

    Mein Problem beginnt schon bei “ja” und “Ausländer” und endet bei “aber”… in diesem Satz.

  9. 9
    ui. Says:

    Ich verstehe nicht, was Du meinst?

  10. 10
    Anonymous Says:

    Was heißt denn das “ja”? entweder habe ich etwas irgendwo gegen oder nicht, aber “ja” ist schon der erste Hauch einer Relativierung. Es klingt nach Rechtfertigung und lässt das schlimme Ende des Satzes schon erahnen.
    Und das Wort Ausländer schmeckt genauso bitter..mir zumindest. Dir nicht?
    Aber ist die Kröhnung, ganz zu schweigen von dem, was danach kommen “muss”.

  11. 11
    ui. Says:

    Ah, verstehe!

  12. 12
    i Says:

    Die moderne Form der Kommunikation soll so ablaufen, das man das Gegenüber erst mal freundlich stimmt (”ich verstehe ja deinen Standpunkt”) und danach seine abweichende Meinung äussern darf (”aber”).
    Also erst Arschkriechen und dann Meinung äussern dürfen – so empfinde ich dass. Aber es scheint ein Ergebnis langjähriger Forschung zu sein, dass die meisten Gesprächspartner eine entgegengesetzte Meinung so besser akzeptieren können.

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