Manuel Wolff gegen o2 – gewonnen!

Heute Morgen wurde ich wirklich überrascht, dieses ewige sich bei Firmen beschweren und rummeckern bringt doch etwas. Aber von Anfang an, ich saß also vor dem Computer, trank meinen Kaffee und las die Nachrichten. Die mal wieder sehr lustig waren. Es gibt also nur ein TV-Duell zwischen Schröder und Merkel. Warum auch immer. Wieso gibt es so etwas überhaupt, wir haben kein Zweiparteiensystem, ich kann mich nur wiederholen. Und Schröder hat sich gerade das Misstrauen aussprechen lassen und Neuwahlen wurden angesetzt. Was soll er in der Debatte sagen: „Wählt nicht mich“? Jedenfalls gab es früher immer zwei Debatten, einmal fürs Privatfernsehen, einmal für die öffentlich-rechtlichen Sender. Was ja an sich schon absurd ist, es gibt ja auch nicht zwei Wahlen, einmal für die RTL-Gucker und einmal für die ARTE-Zuschauer. Obwohl das sicherlich auch mal interessant wäre. Jetzt gibt es also eine Debatte nur, und da vier Sender beteiligt sind, bedeutet das vier Moderatoren: „für die ARD Sabine Christiansen, für das ZDF Maybrit Illner sowie Peter Kloeppel für RTL und Thomas Kausch für ProSieben/Sat.1“ – Großer Gott. Wozu brauchen die dann noch Merkel und Schröder dabei? „Es gehe bei den Fernsehduellen „in erster Linie“ um die Inhalte.“, ja klar. Da sind die Anführungszeichen aber falsch gesetzt. Es gehe um die „Inhalte“, so ist besser.

Ach ja, und Lukas Podolski soll eine Papst Audienz erhalten. Am Weltjugendtag. Er ist ja auch berühmt und ein bekannter Fußballer, wenn auch etwas hohl im Kopf. Aber besser als ein smarter Arbeitsloser oder so was, die katholische Kirche macht da schon Unterschiede.

Wie dem auch sei, auf einmal klingelte das Telefon und ein Unbekannter meldete sich. Ich hoffte schon, es sei das Fernsehen und die ganzen Agenturen, die mich gestern im Theater gesehen haben und mich sofort für tausend Projekte engagieren wollten, aber das war wohl ein Traum. Nein, es war O2. Und sie schenken mir was. Aber von vorne:

Als ich meinen Vertrag verlängert habe und mir ein Handy ausgesucht habe, nahm ich das Sony Ericsson 700i, da es, laut O2-Webseite „USB-Unterstützung“ habe. Und dann könnte ich ja Bilder vom Handy in den Computer laden, Musikdateien vom Computer auf mein Handy, und so weiter und so fort. Irgendwann als ich das neue Handy dann schon ne Weile hatte, und mich so langsam durch das Handbuch arbeitete, stellte ich fest, dass da überhaupt nix von wegen USB ist. Kein Anschluss. In bewährter Schreib-Mecker-Manier schrieb ich:

„… kürzlich verlängerte ich online meinen Vertrag, auf ihrer Webseite verglich ich die Handys und entschied mich für ein Sony Ericsson K700i. Laut ihrer Webseite hätte dieses Handy einen USB-Anschluss, was für mich notwendig ist, da mein Notebook weder über Bluetooth noch Infrarot verfügt. Jetzt stelle ich fest, dass dieses Handy gar keinen USB-Anschluss hat. Sie haben mich also reingelegt und unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zu einer Vertragsverlängerung verleitet. Bitte teilen Sie mir mit, wie Sie nun den Schaden wieder beheben wollen.“

Die schrieben mir zurück:

“ Wir haben Ihre Angaben überprüft und stellten fest, dass unser aktuelles Angebot auf unserer Hompage zum Sony-Ericsson K700i zwar mit Bluetooth angeboten wirde, aber kein Hinweis / Angebot als USB-Schnittstelle zu finden ist. Wir bitten um Verständnis, dass wir deswegen von einer gewünschten Schadensbehebung absehen müssen.“

Inklusive aller Rechtschreibfehler. Ich schrieb denen dann, ob die mich der Lüge bezichtigen wollten, und als ich Weidler dies mitteilte schaute er auf der o2-Homepage nach, und tatsächlich, da stand immer noch „USB-Unterstützung“. Wobei so langsam natürlich Zweifel aufkamen, was „USB-Unterstützung“ überhaupt bedeutet. Das muss ja kein Anschluss sein. Laut Weidler: „Vielleicht unterstützt Sony-Ericsson auch nur USB. Indem sie einmal pro Woche dort anrufen und ihnen alles Gute wünschen. Und sagen, dass sie an die Sache glauben. Oder auf der Anleitung steht: „Wir finden USB gut““

Von o2 kam dann auch eine Antwort:

„Bitte entschuldigen Sie, dass es zu Unstimmigkeiten gekommen ist. Beachten Sie bitte das Änderungen und Irrtümer vorbehalten sein können. Da wir Sie als Kunden sehr schätzen, haben wir Ihrem Kundenkonto aus Kulanz? Ohne Anerkennung einer Rechtspflicht? den Betrag von 25,00 EUR gutgeschrieben. Wir hoffen wir konnten die Angelgenheit zu Ihrer Zufriedenheit lösen und Verbleiben“

Die Fragezeichen waren so in dem Brief. Kulanz? Ohne Anerkennung einer Rechtspflicht? Das fand ich ironisch und lustig. Und Angelgenheit und Verbleiben stand auch so da. Allerdings habe ich mich natürlich über die 25 Euro gefreut. Aber ich wollte mehr. Außerdem kam noch eine weitere Mail von o2, es war wohl doch eine größere Sache:

„wir haben nun Nachricht von unserer entsprechenden Fachabteilung erhalten wegen USB und SonyEriccson K700i. Das K700i UNTERSTÜTZT USB, das heißt aber nicht das es einen normalen USB Anschluss hat.“

Na super. Darauf hatten Weidler und ich folgende Konversation:

uiuiui7: ich hab‘ denen geantwortet: „Und was soll das heißen „es unterstützt USB“? Finanziell? Oder es findet USB gut? Es unterstütz USB, so wie ich den Weltfrieden unterstütze? Oder was soll damit gemeint sein?“
W^4: Hab ich doch gesagt. Das Handie findet USB grundsätzlich gut und spricht sich dafür aus.
uiuiui7: vor allen Dingen: „das heißt aber nicht das es einen normalen USB Anschluss hat.“
uiuiui7: hat es einen unnormalen?
W^4: Ja. Was hat das denn für Anschlüsse?
uiuiui7: gar keine
uiuiui7: es findet Anschlüsse nur gut.

Und jetzt die Überraschung, der Mann der heute Morgen anrief, wollte mir nur mitteilen, dass mir o2 jetzt kostenlos eine Andockstation schickt, damit ich mein Handy per USB mit dem Computer verbinden kann. Ist das nicht was?

Sie haben es sich aber nicht nehmen lassen, zu wiederholen, dass das Handy keinen USB-Anschluss, sondern USB-Unterstützung habe. Aber als ich dann direkt am Telefon nachfragte, was das denn bedeuten solle, erhielt ich vom Mitarbeiter die Antwort, dass er mir das auch nicht sagen könne, er habe den Fall von einem Kollegen übernommen, und der sei gerade in Urlaub. Jaja. Aber nun bin ich happy.

Flattr this!

Über ui.

Manuel Wolff ist der Autor von „ui. der blog.“, Außerdem „ui. der vlog.“ auf Youtube und diverse andere Projekte.

Hauptberuflich Stand Up Comedian und Musikkabarettist und Improgott.

G+

Kommentar verfassen