Nackte Tatsachen: Pamela Anderson, Nazan Eckes, Helmut Kohl und die Wanderhure

Pamela Anderson hat verlautbaren lassen, dass sie sich nie wieder nackt zeigen werde. Das könnte zu einem Problem werden. Jetzt, wo immer mehr Nacktscanner im Einsatz sind. Und mal ehrlich, wozu sollen denn Nacktscanner gut sein, außer um Leute nackt zu zeigen? Ich bin mir sicher, dass sich immer mehr Männer am Flughafen bewerben, um für die Sicherheit zuständig zu sein. Falls mal Pamela Anderson vorbeikommt.

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Die Sicherheit verstärkt, wurde auch auf den Philippinen, wo die Staatstreue der Bürger mit einem neuen Gesetz gefestigt werden soll. Das Repräsentantenhaus hat nämlich ein neues Gesetz verabschiedet. Und wer die Nationalhymne falsch singt, der wird mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft. In Deutschland hat das auswärtige Amt daraufhin eine Reisewarnung für Sarah Connor ausgegeben.

Währenddessen steht Helmut Kohl zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Artikels kurz davor – wahrlich wenige Minuten – den Friedensnobelpreis zu bekommen. Hach je. Muss das sein? Gut, es sind auch noch ein paar andere nominiert, aber ich finde nicht, dass er das Ding erhalten sollte, bevor er in Beugehaft kommt, weil er die Spendernamen nicht verraten hat und dann eben im Gefängnis gegen die Unterdrückung des deutschen Schnüffel-Staates protestiert. Danach dann meinetwegen den Friedensnobelpreis, aber für das bisschen Frieden davor? Nö. Außer bei der Verleihung tritt Nicole auf und singt „Ein bisschen Frieden“. Ein bisschen Frieden gibt es nicht, genauso wenig wie ein bisschen schwanger. Ein bisschen Ehefrau, ein bisschen Sekretärin geht ja auch nicht. Obwohl…

Bleiben wir bei beleibten Machtmenschen der CDU, vor ein paar Tagen lief über den Nachrichtenticker die Meldung:

„angela merkel empfängt wen“ – „ja, interessant, aber wen denn?“ dachte ich? Die empfängt doch bestimmt jeden Tag wen. Allerdings war es Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao. Aber wen interessiert denn so etwas, wenn im Fernsehen zeitgleich „die Wanderhure“ läuft? Das war der Quotenschlager schlechthin am Dienstag. Komisch. Kann auch nicht so gut sein für die Karriere, wenn auf den Werbeplakaten steht „Alexandra Neldel ist die Wanderhure!“ Wobei, vorher war sie Soap-Darstellerin, da ist Hure ja schon mal ein Aufstieg. Jetzt verstehe ich auch, was „Das Wandern ist des Müllers Lust“ bedeutet.

Und Nazan Eckes hat ein Buch geschrieben. Immerhin. Oder schreiben lassen, man weiß ja nie. Und Integration ist ein Thema. Na ist aber auch wahr, was Sarrazin intellektuell nicht auf dem Kasten hat, hat eben eine RTL-Boulevard-Tante auch nicht, von daher, warum nicht ein Buch schreiben, wo man wieder mal Meinungen und Fakten und dieses und jenes vermischt. Die Schlagzeile zu Vorabdruck-Exzerpten im Kölner Express war: „Die Deutschen sind es leid, für alles Verständnis zu haben“ – Joa. Klar. Da hab ich auch kein Verständnis für. Also für Verständnis hab ich einfach kein Verständnis.

Nö, aber sie hat schon Recht, es gibt so viele Dinge, für das die Deutschen leid sein sollten, Verständnis zu haben: Zum Beispiel die Unfreundlichkeit mancher Verkäufer/-innen in Geschäften. Da hab ich kein Verständnis für. Oder Leute, die auf der Rolltreppe es nicht schaffen, sich so hinzustellen, dass man vorbeikann. Oder die es nicht schaffen, die Leute aus der U-Bahn raus zu lassen, bevor sie einsteigen. Oder Gartenzwerge. Komisch, mir fällt da so viel ein, für das ich kein Verständnis mehr habe und nichts davon ist türkisch. Außer Döner, der ist zumindest halb türkisch und ich habe für Döner auch kein Verständnis. Weil es eben nicht mehr typisch türkisch schmeckt und gewürzt ist (wer mal echtes türkisches Essen gegessen hat, wird Döner mit Verachtung strafen), sondern Mainstream wie McDonald‘s. Aber das müssen wir ein andermal besprechen, jetzt kommt erst mal gleich die Friedensnobelpreis-Überraschung.

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Über ui.

Manuel Wolff ist der Autor von „ui. der blog.“, Außerdem „ui. der vlog.“ auf Youtube und diverse andere Projekte.

Hauptberuflich Stand Up Comedian und Musikkabarettist und Improgott.

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