Neuer Kandidat für das schlechteste Lied der Welt?


Eben gerade hier bei Mizzieland entdeckt:

Das kann doch nicht angehen, was um Himmels willen ist das? Da haben sich ein paar Promis wieder mal zusammen getan, um die Welt zu verbessern – und noch mehr Kacke in meine Ohren zu Hauen.

Es handelt sich um Henry Maske, Dieter Landuris, Nicole Botcher, Drenusha Latifi, Roy Horton, Pino Fusaro, Pierre Franckh, Desire Jager, Albert Hashimi, Dachan Shak-Dagsay, Michaela Marten, Max von Thun,Kai Noll, Mike Kraus, Melinda Kurin, Alfonso Losa.

Also bis auf Henry Maske kenne ich keinen der genannten und der ist ja nicht gerade für seine Musikalität und Poesie bekannt. Im Video erkenne ich noch Sky DuMont, dem kann ich aber nicht abnehmen, dass er Kriege stoppen will, denn er wählt ja schließlich FDP.

Der Oberhammer ist aber der Text, der klingt so, als wurde einer Siebtklässlerin das Poesie-Album gestohlen und Passagen daraus wurden mit dem Babelfish-Übersetzungsprogramm ins Englische transferiert:

Stop the war from starting, stop the bombs from falling down,
stop the war from starting, there’s a brand new day.

Das kann doch nicht sein, man soll den Krieg vom Anfangen stoppen? Und die Bomben beim Herunterfallen anhalten? Weil ein neuer Tag da ist?

Und was hat es mit den Gewittergeräuschen im Lied auf sich? Gab es in dem Soundarchiv gerade keine Bombeneinschlags-Soundfile und Gewitter kam dem noch am nächsten? Da ist ja „Hiroshima, I’m sorry“ fast schon gut…

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Über ui.

Manuel Wolff ist der Autor von "ui. der blog.", Außerdem "ui. der vlog." auf Youtube und diverse andere Projekte. Hauptberuflich Stand Up Comedian und Musikkabarettist und Improgott. G+

20 Gedanken zu „Neuer Kandidat für das schlechteste Lied der Welt?

  1. Statt dem Einsatz von schlechten Gewittergeräuschen, hätte man lieber mal ein paar ordentliche Riffs von der Stalinorgel einspielen sollen…

  2. ich konnte es aus naheliegenden gründen nicht zuende schauen – gegen welchen krieg sind die denn da? geht es gegen einen speziellen krieg? oder im allgemeinen gegen bomben? ich jedenfalls gründe jetzt eine kriegspartei, den muss doch auch einmal jemand in schutz nehmen gegen das grauen.

  3. Malte, ich weiß es leider in der Tat auch nicht, ich durchsuche das Netz schon eit einer halben Stunde, um dem Hintergrund des Liedes zu erforschen. Wenn das neu ist, meinen die hoffentlich nicht Israel und Gaza? Oder singen sie einfach voller Hoffnung wegen Obama, denn „no one wants to die“?

    Wenn Du die Kriegspartei gründest, stell mich bitte als OB Kandidat für Köln auf and it’s Hiroshima all over again!

  4. Ich bin bis 1:40 gekommen und fand es gar nicht einmal so schlecht. Das kann aber daran liegen, dass mein Hirn und sämtliche Sinnesorgane meines Körpers (inkl. Haut) bei 0:10 kollabiert sind. Beneide Beethoven und alle Hörbehinderten ab sofort ein wenig.

  5. Herrje,
    wer kam denn auf die Idee? Und ich hör mir das auch noch an!
    WER hat das komponiert und getextet? Ich werde die betreffende Person auf Schadensersatz verklagen….Das ist fahrlässige Körperverletzung.
    Jetzt erstmal Billie Holiday zur Beruhigung.
    liebe Grüße
    FrauJ

  6. Die ganze Aufmachung stinkt nach Dieter Bohlen. Das ist eindeutig seine Handschrift (Vergleich mit DSDS-Songs etc.), aber einen Nachweis dafür wird man wohl sehr schwer finden. Dieter weiß ja schließlich wie das Geschäft läuft.

  7. Ich persönlich finde, dass Henry Maske mit der Musik ruhig weitermachen kann. Macht eine wirklich gute Figur in dem Lied.
    Der Text stammt bestimmt auch von ihm oder?

  8. Für Bohlen spricht aber, dass beim welt-Artikel unten eine Werbeanzeige dafür geschaltet ist, mehr über Bohlen zu erfahren…..Nein, Scherz, aber dieser Zusammehang bietet sich dann irgendwie an, gelle?!

  9. Als ich den Text las, warf ich meinen Notizblock weg. Niemals werde ich in der Lage sein ähnlich geniale Worte aneinander zu reihen, die so viel Kraft und Bedeutung vereinen, die gleichzeitig eine solche Macht zu entwickeln scheinen, die dazu führen mag, dass Kriege, Kakerlakeninvasionen und Bombenanschläge über all von heute auf morgen aufhören. Oh nein, gar keinen Versuch will ich erst starten um hinterher doch ohnehin auf die Nase zu fallen. Den HNO-Arzt im Einkaufszentrum habe ich nämlich nicht sehr liebgewonnen, aber wohl eher, weil mir die Dame am Empfang keinen Bombon aus der Glaskugel anbot. So musste ich weitere 15 Cent für einen Bonbon beim nächsten Tabakverkäufer investieren, der Kinder durch Schokozigaretten scheinbar schon sehr früh zu Sklaven der Nikotinfabrikanten erziehen will um sich langfristig die wahrliche Kundschaft aufzubauen.

    Täglich versuche ich durch einen langen Spaziergang mit meinem Geist und den Autoabgäsen eins zu werden und endlich habe ich die richtige Musik für diese Momente. Die süßen Töne dieses zukünftigen Klassikers bieten Erleichterung, Faszination, Genuss, aber auch Denkanregung zu gleich. Es muss mehr Menschen wie Henry Maske, Dieter Landuris, Nicole Botcher, Drenusha Latifi, Roy Horton, Pino Fusaro, Pierre Franckh, Ich bin ein Elch, Desire Jager, Albert Hashimi, Dachan Shak-Dagsay, Michaela Marten, Max von Thun,Kai Noll, Mike Kraus, Melinda Kurin und Alfonso Losa geben, die den Tatdrang sprechen lassen etwas zu ändern. Sich aufzurütteln, nicht nur zuzusehen, sondern die F-Prominenz und ihre riesigen Reichweiten dazu zu benutzen Akzente zu setzen, Akzente gegen die Kriegspolitik vieler Länder, gegen die Waffenverkäufe weltweit und gegen die Verherrlichung von Kakerlakenkulturen. Blind werden einige rechtslinksnordensüdosten-orientierte Leute Kritik üben, doch welch Meinung haben sie zu erfassen? Wer kann diese künstlerische Genialität, gepaart mit humanem Mitgefühl als Übel darstellen? Wem werden wir es danken, wenn es bald keine Fotos toter Kinder mehr zu sehen gibt, Worte wie Genozid der Vergangenheit angehören und die Vieher nicht mehr an der eigenen Wand hochkrabbeln? Diesen Damen und Herren.

    Und ich höre sie jetzt schon alle reden. Endlich, wo sie doch immer zu schweigen. Denn Gespräche braucht die Welt. Gespräche über diese Eleganz dieser Tat, die Feststellungen, die sich uns ergeben, die Kreativität, die noch bis in weitere Jahrhunderte für Gesprächsstoff sorgen wird. Beten werden wir, tagtäglich werden wir beten, für diese Menschen, die uns den Weltfrieden durch Kunst erschaffen haben. Die dafür sorgten, dass wir unser Leben zukünftig nicht in Angst und Schrecken bewältigen müssen, sondern über Freiheit verfügen. Wir werden ihre Füße küssen. Die Dreckfetzen zwischen den Zehen werden wir mit Stolz auflecken, aus Dank, aus permanentem Dank an diese Mannschaft.

    Unsere Enkel werden es als Normalität betrachten, ihnen zu huldigen. Es wird zur Selbstverständlichkeit werden. Oh, was werden sie weinen, vor Glück, vor Stolz, vor Disempathie. Und alle Kunst, die hinterher noch von tollwütigen Menschen erstellt wird, ist ein Schattenbildnis dessen, was hier kreiert wurde. Hier wurde das Chaos geordnet. Gottes Werk empfing einen neuen Urheber. Eine neue Zunft für sich, eine langfristige Lösung für diese Welt. Eine unendliche Lösung.

    Ich sollte die Heizung anmachen, meine Nase ist kalt.

  10. Damit will ich auf internationaler Ebene Akzente setzen 😉

    Falls du dir denkst, ich sitze hier die ganze Zeit rum und warte auf eine Antwort: So ähnlich, zwischendurch habe ich aber auch Zeitung gelesen und mir einen Kaffee gegönnt.

  11. Für diesen Song hätte man – statt dieses „Billig-Gewitter“ zu verwenden – lieber ein paar knackige Riffs mit der Stalin-Orgel einspielen sollen.

  12. Hm. Ich hab‘ immer nur „stop the world from starting“ verstanden. Gut, daß Du praktisch den vollständigen Text gepostet hast, um diesen Irrtum zu zerstreuen.

    Und „Hiroshima, I’m sorry“ toppt nichts.

  13. Kriege wurden schon aus minderen Gründen als so einem üblen Song begonnen. Wir sind ja sowas von tot!
    Was kommt noch?
    „Gaza-Streifen, sorry we didn’t care“?
    „Stop the raindrops from falling on my head“?
    „What you not want be done to you, that do not someone else to“?
    Gnarf.

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