Schlagwort-Archiv: nazi

Best of “Guten Morgen, ui!” 51 – 55

“Guten Morgen, ui!” ist ja nicht mehr, ab jetzt gibt es “ui. der Vlog” – trotzdem können wir natürlich die besten Momente nochmal erleben, hier ist “Best of Guten Morgen, ui. 51-55″:

Wenn ihr immer up to date sein wollt, solltet ihr regelmäßig meinen Youtube-Kanal anschauen (am besten abonieren!)

Ansonsten kann ich Euch noch zu Tumblr und der ui.-Facebookseite (gefällt mir klicken!) raten … und natürlich Twitter!

Die gezeigten Ausschnitte:

Folge 51: Nadja Drygalla – Nazi-Aussteiger-Unterstützer brauchen Hilfe, keine Steine
Folge 52: Wie geil ist das denn?
Folge 53: Olympia-Fragen und wieso kann ich nicht schlafen?
Folge 54: Dream Team: US Boys dominieren, aber können sie Synchronschwimmen?
Folge 55: Was tun, wenn mir nichts einfällt?

flattr this!

Ausländerfeindlichkeit und Judenhetze auf Facebook

Gestern hat jemand auf Facebook einen Ausschnitt aus spiegel.tv gepostet. Ein erschreckender Bericht aus Güstrow, Mecklenburg-Vorpommern. Dort war am Samstag ein Naziaufmarsch mit rund 260 Demonstranten gegen ein geplantes Asylbewerberheim und die Güstrower Bevölkerung schaute aus ihren Fenstern dem Aufmarsch zu – teilweise nicht angeekelt, sondern zustimmend, sogar mit Hitlergruß. Interessant auch, dass es im Landkreis Rostock gerade mal 1560 Ausländer, also nur 1,2% gibt. Ausländerfeindlichkeit scheint oft dort am Größten, wo es am wenigsten gibt.

Hier erst mal der erschreckende Bericht:

Das Video wurde auf Facebook (zum jetzigen Stand) 108 mal geteilt, doch was in den Kommentaren in typischer Internet-Manier vor sich geht, erschreckt noch viel mehr. Da posten Leute ganz offen öffentlich unter Angabe ihres Klarnamens ihren Ausländerhass und weil ein anderer Facebooknutzer (der in seinem Profil eine Israel-Flagge hat) sich dagegen wendet, wird er mit übelster Judenhetze und antisemitischen Sprüchen überhäuft. Und nichts geschieht.

Zum Beispiel “Manuel Groschopp” (hier sein Profil) aus Auerbach in Sachsen – der übrigens öffentlich sein Geburtsdatum und Fotos postet, falls ihn jemand anzeigen will – schreibt:

“Solche Leute wie dieser Jude und die Zecke gehören an die Laterne Wenn euch DEUTSCHLAND nicht gefällt solltet ihr auswandern, aber dazu fehlt euch Pseudodeutschen ja leider der Arsch in der Hose..”

Abgesehen davon, dass das Argument, dass wenn einem etwas nicht gefällt, man doch abhauen soll, das dümmste unlogischste Argument ist, dass man sich vorstellen kann, haben bei dem Dreck sogar 2 Leute auf “gefällt mir” geklickt.

Zum einen Andreas Müller – der zumindest schlau genug war, auf seinem Profil nicht öffentlich seinen Wohnort zu posten, zum anderen Elif Cengiz, die gar nichts angegeben hat.

Eric Frank schreibt: “Jeder normale deutsche hätte Nationalstolz! Was willst du denn hier wenn du nicht stolz auf den Land bist du eiermaler!!!”

Komisch, anscheinend bin ich nicht normal.

Und Manuel Groschopp postet weiter:

“Wir reden deutsch kleiner jude”

und

“Für so eine frechheit hast du ekelhaftest stück dreck den strick verdient jude.” Wären alle menschen gleich hätte es den holocaust nicht gegeben leider haben wir dabei etwas getrieft sonst wärst du genfehler garnicht hier… Hoffentlich wird die bahn wieder rollen heimreiße statt einreiße”

Ja, er hat tatsächlich “Reise” mit ß geschrieben…

“Ein alter armer judenhund, mehr bist du nicht”

Ein anderer Strang der Diskussion ist die für Rassisten völlig abwegige Idee, dass alle Menschen gleich sind und es keine höherwertige Rasse gibt oder so.

Pitt Thieme, aus Chemnitz, der Besitzer von Pitt’s Schmeckhochburg (mit Deppenapostroph) schreibt gehässig:

“Alter der ist doch wohl behindert du kannst doch nicht wirklich der meinung sein das alibaba der iwo in seiner höle sitzt und an seinem bombengrürtel basteln genau so fiel wert ist wie ich?”

Und kriegt natürlich 2 Likes dafür. Einmal von Manuel Groschopp und einmal von Adam West, der seltsamerweise bei seinen “gefällt mir” Angaben Thor Steinar, die NPD und “Ultras & Hooligans” hat, aber auch Greenpeace, die LINKE und Helge Schneider. (Adam West ist selbstverständlich nicht sein Name, “Adam West” ist der Schauspieler aus der Batman-Serie)

Außerdem mag er die Seite “Deutsch sein ist kein Verbrechen”, so wie es 8559 weitere nutzlose Dummbeutel tun, “Die Wehrmacht” und “Keine Moschee in Eisenach” – weil knapp 2000 Vollpfosten auf Facebook denken, dass die Islamisierung ausgerechnet Eisenach als Ziel hat.

Zurück zu Manuel Groschopp, der auch vor Gewaltandrohungen nicht zurückschreckt:

“Oho glaub mir im wirklichen leben würdet du schon längst am boden liegen alter mann”

So. Aber was kann man jetzt tun, wenn einem Hass, Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus auf Facebook begegnet? Facebook behauptet zwar, dagegen zu sein, aber so wichtig scheint es denen nicht zu sein, lieber ein paar User mehr, auch wenn es Nazis sein, als auch nur ein Fünkchen Moral beweisen.

Also man kann folgendes tun:

1. Den entsprechenden User anschreiben und ihm die Leviten lesen

2. Den entsprechenden Beitrag Facebook melden (was aber nur etwas bringt, wenn es viele tun)

3. Strafanzeige erstatten. Sorry, wenn Manuel Groschopp diese Äußerungen öffentlich tätigt und auch noch stolz seinen Namen davor setzt und in seinem Profil bereitwillig Auskunft über seinen Wohnort gibt, dann muss das sein. Einige haben es auch schon angekündigt und Screenshots gemacht, ich hoffe mal, sie haben Erfolg.

flattr this!

Nadja Drygalla – Nazi-Aussteiger-Unterstützer brauchen Hilfe, keine Steine

Guten Morgen, ui! – der tägliche Videoblog – Folge 51

Sippenhaft oder Nazis bei Olympia?

Die deutsche Ruderin Nadja Drygalla verursachte gestern einen Skandal, bzw. die sich schnell eine Meinung bildende Presse und Öffentlichkeit. Ist sie nicht nur deutsch, sondern deutschnational? Oder blind vor Liebe? Dürfen Nazis Gefühle haben? Ist die Strafe Sippenhaft? Jedenfalls hatte jeder schnell eine Meinung, obwohl Nadja Drygalla selbst noch kein Wort zu der Sache gesagt hat. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte und der Schaden ist getan, ruhig und besonnen zu reagieren geht jedenfalls anders. So kriegt man Nazis leider nicht weg.

Hier ist der Videoblog “Guten Morgen, ui!” – ich freue mich auf Kommentare von Euch und bitte nutzt die “social median buttons” um meine Botschaft in die Welt zu tragen ;-)

Letzte Folge verpasst? Hier klicken für: Sex im Olympischen Dorf: Hope Solo

Mein Youtube-Kanal (bitte abonnieren!)

Guten morgen, ui – der tägliche Videoblog von ui. – Hier gibt es alle Folgen bis jetzt.

flattr this!

Youtube empfahl Nazi-Kanal

UPDATE: Nach einer Nachfrage von heute.de beim Pressesprecher von Youtube, hat Youtube heute (8.12.2011) schnell reagiert und den Kanal von Youtube gelöscht und aus den Empfehlungen entfernt.

Youtube empfahl Nutzern den Neonazi-Kanal Altermedia Deutschland als “Top Blog”

ACHTUNG: ARTIKEL NICHT MEHR AKTUELL, KANAL WURDE ENTFERNT

Mit dem Neu-Design von Youtube, hat sich allein designmäßig Youtube nicht viele Freunde gemacht, viele haben jetzt Schwierigkeiten mit den Funktionen zurecht zu kommen, es wird jetzt mehr Wert auf Youtube-Kanäle, als auf einzelne Videos gelegt, aber das ist nichts, im Vergleich zu dem Skandal, über den ich gestern zufällig gestolpert bin: Damit die User mehr Kanäle abonnieren, werden Ihnen welche empfohlen. Und einer davon ist der vom rechtsextremistischen neonazistischen Internetportal Altermedia.

So sieht meine Startseite von Youtube aus. Man sieht prominent links oben den Button “Kanäle hinzufügen”

youtube altermedia kanal

Wenn man da drauf klickt, erscheinen Empfehlungen, zunächst personalisierte “Empfehlungen für Dich”:

youtube altermedia 2

Darunter allerdings befinden sich Kategorien mit Vorschlägen, direkt als erstes die Top-Blogs. Wenn man dort klickt, erscheint diese Seite:

youtube altermdia 3

Und wenn man etwas runterscrollt ist einer der empfohlenen Kanäle Altermedia Deutschland:

youtube altermedia 4

Der Blog zu dem Kanal ist auch bekannt als Altermedia – Störtebeker Netz, dieser wird vom Verfassungsschutz als „bundesweit bedeutendes rechtsextremistisches Internet-Nachrichtenportal“ bezeichnet, mit jährlich über 5 Millionen Aufrufe.

Ich wollte Youtube kontaktieren, um nachrufragen, warum Youtube ein rechtsextremistisches Portal unterstützt, aber versucht mal im neuen Design Youtube zu kontaktieren. Auch kann man den neuen Kanal nicht melden (laut AGB hat ja Youtube etwas gegen Hass), da sich auf dem Kanal selbst keine Videos befinden, sondern von anderen Kanälen Videos empfohlen sind. Normalerweise kann man einzelne Videos “flaggen”, bei Youtube melden, ganze Kanäle aber nicht. Da ist noch Nachholbedarf, Youtube sollte von sich aus darauf achten, dass es nicht als Propaganda-Werkzeug für die rechte Szene dienen kann.

flattr this!

Nazi-Trio soll 10 Morde verübt haben

Was für ein unglücklicher Missgriff des Layouters. Die brauchen echt mehr Übung:

Gesehen bei Lutz. Natürlich haben die 3 abgebildeten Minister nichts mit den “Nazi-Morden” zu tun, aber die Leute die bei der Zeitung die Bilder auswählen, sollten sich besser absprechen mit denen, die die Überschriften erfinden.

flattr this!

Der schlimmste Auftritt meiner Karriere

Am Wochenende hatte ich den schlimmsten Auftritt meiner bisherigen Karriere. Ein Freund von mir veranstaltete seit Jahren eine Mix-Show in einer Kneipe in Ehrenfeld. Am Samstag fand sie zum allerletzten Mal statt. Daher lud er sich Freunde ein, die dort in der Vergangenheit aufgetreten sind und auch mich, obwohl ich vorher dort noch nie aufgetreten war. Es war ein Fehler, da vorbei zu schauen.

Doch zunächst machte ich mich auf den Weg, um 21 Uhr sollte es losgehen, also fuhr ich so gegen acht mit der Bahn. Am Friesenplatz musste ich umsteigen und hatte etwas Wartezeit, also betrachtete ich an der riesigen Videotafel die Nachrichten. Ich erfuhr, dass die neue konservative Regierung in den Niederlanden den Drogentourismus einschränken wolle und daher es in den Coffeeshops ab Herbst verboten ist, Ausländer zu bedienen.

Das muss man erst mal verkraften. Aber im Ernst, wie will man sehen, ob jemand Ausländer ist … wenn man bekifft ist?

Später erfuhr ich dann noch, dass es im Juli in der Philharmonie ein tolles klassisches Konzert gibt, mit den renommierten Opernsängern Anna Netrebko und … Erwin Schrott. Puh, was für ein Name. Da sollte man sich doch mal lieber einen Künstlernamen überlegen, wer will schon Netrebko heißen?

Nein, natürlich ist „Erwin Schrott“ der bescheuert Name. Was müssen das für grausame Eltern gewesen sein, um sich bei dem Nachnamen dann auch noch zu denken, es wäre eine gute Idee, ihr Kind „Erwin“ zu nennen?

Egal, Punkt 21 Uhr, war ich beim Auftritt, schaute mir die Reihenfolge der Auftretenden an, ich käme als Siebter von 12, jeder hätte 10 Minuten. Na, das würde eine lange Show werden. Gegen 22 Uhr ging es dann auch endlich los und der Moderator kündigte an, dass es auch keine Pause geben würde. Mittlerweile war die Luft schon ziemlich verraucht und genügend Bier wurde auch schon verteilt. Und der Scheinwerfer auf der Bühne ging nicht. Na ja, egal. Ich fing an, selbst Bier hinunter zu kippen, das würde schon irgendwie gehen.

Als erstes wurde eine Geschichtenschreiberin auf die Bühne gerufen, da war das Publikum noch aufmerksam. Dann kam eine junge Liedermacherin, die sich „Kikeriki“ oder „kirre kirre“ oder so ähnlich nannte, allerdings war bereits das erste Lied so schön und für mich traurig, dass ich bereits mit den Tränen kämpfte und jegliche Lust auf Comedy selbst bei mir flöten ging.

Später kam allerdings ein Poetry Slammer, den ich zum Kotzen fand. Ein arroganter Typ, der einen Poetry Slam in Bonn veranstaltet und sich deswegen für den King hielt? Und der las tatsächlich einen Text vor, in dem er über einen anderen Poetry Slammer herzog. Ein Kollegenschwein also. So etwas wollten die also hören? Wahrscheinlich wäre mein Auftritt besser angekommen, wenn ich auf der Bühne wie ein Hahn herumstolziert wäre und nur gebrüllt hätte „Mario Barth ist scheiße! Mario Barth ist scheiße!“ – aber ich greife vorweg.

Zuerst noch zu dem eingebildeten Ex-Hauptstädtler: Was ihn anscheinend aufregte, war ein so genannter Freestyler, der sich bei seinem Slam aus dem Publikum 3 Begriffe geben liess und dann spontan los redete. Und dann wohl auch noch gut ankam. Das fand der doof. Und zwar so doof, dass er darüber einen Poetry Slam Text dichten musste. In dem er ihm mangelnde Deutsch-Kenntnisse vorwarf. Der Typ sei scheiße, weil er kein ordentliches deutsch kann. Gut, so gossensprachenartig hat er es nicht gesagt, sondern mit komplizierteren Worten und Satzkonstrukten, um heraushängen zu lassen, dass er Germanistikstudent ist oder war. Ohne das zu sagen. Und er hat tatsächlich dem Freestyler erzählt, dass das Frauen beeindrucken würde und man die mit Gerundium herumkriegen könne.

So ein Blödsinn, mit seiner Nazi-Gedenkfrisur hätte der Poetry-Slammer nirgendwo landen können. Und germanistische Besserwisserei kommt genauso wenig an, wie bei Frauen damit zu prahlen, dass man das Periodensystem der Elemente auswendig aufsagen kann.

Apropos Nazis, er regte sich nämlich noch darüber auf, dass der Freestyler sagte, dass er gegen Nazis sei und das Blödsinn sei, denn alle auf dem Poetry Slam Event seien ja gegen Nazis, das sei nicht mutig, es dort zu sagen, sondern er solle doch mal in ein Ostdeutsches Fußballstadion gehen und da sagen, wie doof Nazis seien, das sei mutig.

Nun ja. Mal ganz ehrlich. Auf einer Poetry Slam Bühne, obwohl alle gegen Nazis sind, gegen Nazis Position zu beziehen ist immerhin mutiger, als es nicht zu tun. Und von anderen verlangen an anderen Orten gegen Nazis sich öffentlich zu äußern, ist kleinschwanzig, wenn man es selbst nicht tut und sich nicht mal traut unter Freunden gegen Nazis Stellung zu beziehen, sondern sich lieber über die mokiert, die es tun.

Und dabei noch dumme Stereotypisierungen, nahezu rassistische Vorurteile über Ostdeutsche ablässt aus einer überlegenen Westdeutscher Germanistikstudent – Haltung heraus. Dann soll er doch mal sein Lästereien in Ostdeutschland bringen, der Vollhonk.

Dem Publikum schien das aber nichts auszumachen, sondern sie stimmten ihm – wenn auch nicht frenetisch – aber ohne Protest zu. Na toll.

Langsam wurde ich müde und endlich trat der 6. Künstler auf, nach dem ich dann dran käme. Währenddessen wurde ich aber von einem anderen Poetry Slammer aufgeklärt, dass er sich nach vorne geschoben hätte, weil jemand anderes nicht da sei und ich daher zwei weiter nach hinten geschoben würde. Die Logik kapier ich nicht. Wenn jemand anderes nicht da ist, warum komme ich dann nicht Führer? Äh, früher, sorry, hatte noch den germanischen Wortakrobaten im Kopf.

Und wenn sich einer reinschiebt, warum rutsche ich dann 2 nach hinten?

Aber endlich, als Neunter kam ich dran. Es war mittlerweile halb Zwölf, 2 Stunden Programm schon durch, keine Pause, keine Sitzplätze. Trotzdem dachte ich, dass nach traurigen Liedermachern und pseudointellektuellen Liedermachern die Leute jetzt bereit wären für etwas Comedy ohne Hintergedanken.

Weit gefehlt. Ich bin also auf die Bühne gegangen, schon leicht angetrunken und fertig aufgrund der langen Wartezeit und frage, als Einleitung zu meiner Reisemuschi-Geschichte, ob alle ihr Handy ausgestellt haben? Ist ja auch eine Selbstverständlichkeit eigentlich, dass man sein Klingeling ausmacht, wenn man da ist, um Leute auf der Bühne anzuschauen.

„Nein!“ ruft mir einer entgegen. „Das ist aber wichtig.“ belehre ich ihn und er sagt „Nö, mach ich nicht!“ Ich: „Doch, das ist aber wichtig. Wenn man bei einer Show sein Handy aber nicht ausschaltet, ist man nämlich ein Arschloch!“ Ab da ging es bergab. Denn seltsamerweise war wohl der Rest des Publikums der gleichen Meinung wie das Arschloch.

Ich erzählte meine Reisemuschi-Geschichte zu vereinzelten Lachern. Die anderen waren nicht unaufmerksam oder laut, sondern starrten mich einfach nur an. Keinerlei Reaktion. Wie in diesen komischen Filmen mit den von Aliens besessenen Kindern. Ich weiß nicht, ob die einfach müde waren, oder extremst unhöflich, aber so etwas hatte ich noch nie erlebt.

Ich packte eine meiner sichersten Nummern aus „o2 sagt Danke“, die ging noch nie schief und ist eigentlich ein sicheres Brett. Ich fragte „Ist jemand von Euch bei o2?“ – keine Reaktion. Na ja, egal ich machte einfach die Nummer. Beim Höhepunkt „Ich möchte mit diesem Schreiben meine ausstehenden Mobilfunkrechnungen begleichen, daher habe ich ein Foto von Geldscheinen beigefügt“ – nichts. Kein Lacher. Normalerweise klatschen da die Leute. Aber ich hörte Tumbleweeds vorbei rauschen.

Dann hab ich abgebrochen und gesagt „Nee, das hat ja keinen Sinn, ich breche das hier mal ab“ und bin einfach von der Bühne gegangen. Auf dem „Walk of Shame“ durch die Zuschauer zurück zur Garderobe haben die Leute mich weiterhin nur angestarrt. Nur einer hat gesagt „Ey, ich wollte noch hören, wie die Geschichte weitergeht.“ – aber das meinte er als Witz.

Ach so, solche Witze wollten die also. Pseudointellektuelles Proletenpack. Dem Moderator sagte ich dann noch, dass ich es hier nicht mehr aushalte und jetzt gehen würde, bevor ich einem in die Fresse schlage und auf die Gage – also das durch 12 geteilte eingesammelte Hutgeld – gerne verzichten könne. Mit den 5 Euro können die dann ja mein Bier bezahlen, das ich nicht bezahlt hab.

flattr this!