Take That, „Wetten Dass…?“!

Na da hatte ich ja gar nicht mal so Unrecht mit meiner Vorhersage, was Thomas Gottschalk und „Wetten, dass…“ angeht. Aber ich muss ein Geständnis machen: Ich habe mir das gestern zum ersten Mal seit ca. 10 Jahren wieder mal angeschaut. Und ich muss sagen – ich weiß nicht, ob es an der besonderen Sendung lag – aber der Mann ist wirklich gut. Der hat‘s drauf, echt. Niemand sagt mehr was gegen Gottschalk, die Inszenierung seiner Ankündigung war hervorragend. Und die ganze Inszenierung der Show, was für ein Aufwand, was für eine Perfektion! Und dann doch die kleinen Improvisationen von Gottschalk, 1A. Ich war großer Gottschalk-Hasser zwischenzeitlich, aber ich hatte keine Ahnung. Dieser Mann ist der Meister. Punkt.

Und die Sendung braucht überhaupt keine gefährlichen Wetten. Ist das nicht auch der Grund, warum Frank Elstner damals gegangen ist? Weil die Wetten immer aufwendiger wurden und er eigentlich lieber wollte, dass einfach jemand eine Wärmflasche aufpustet oder so. Gestern hat jemand im Handstand Glühbirnen mit den Füßen eingedreht, andere haben Frisbees über Kerzen geworfen und jemand schlug ein Stück Wurst mit einem Golfschläger. Reicht völlig, die Wetten sind eh sinnlos, warum soll man sich damit in Lebensgefahr bringen?

Das Publikum im Saal in Halle hingegen, hätte genauso gut im Musikantenstadl oder bei einer Hitler-Rede sitzen können. So ein bescheuertes, hirnloses, zum im richtigen Moment Klatschen und Jubeln erzogenes Mistvolk. Jetzt weiß ich auch, was mir den Spaß an dieser Sendung verdorben hat. Diese Deutschtümelei von diesen tumben Hackfressen, die alles machen, was das ZDF ihnen sagt.

Was ich aber ganz witzig fand: Andreas Türck – erinnert ihr Euch? – schreib auf seine Facebook-Seite: „Tja, nun ist es so weit…Thomas Gottschalk hört auf. Er wird ein große Lücke in der Unterhaltungsbranche hinterlassen. Schade. Aber aufgrund der Situation kann man seinen Entscheidung verstehen. Oder? Was meint Ihr denn?“

Ich wollte drunter schreiben: „Warum hast Du damals noch mal aufgehört?“

Aber das wäre ja gemein gewesen und ich bin ja nicht mehr gemein. Nur kritisch:

Nach Thomas Gottschalks grandioser Einleitung wollte Michelle Hunziker auch noch was in die Kamera sagen und sprach so richtig flüssig. Tolle Sätze, guter Aufbau, aber leider abgelesen. Ist das niemand aufgefallen, dass die von einem Pappschild ablas?

Und Roxette und Take That traten auf. Für die jungen Zuschauer ist das so was wie Joe Cocker oder Chris DeBurgh – wo man damals dachte, was will der alte Sack schon wieder? Roxette sang und spielte sehr sauber, war Playback. Take That sang live. Und schief. Was ist besser?

Zeitgleich lief gestern im SWR übrigens die Sendung „Samstag Abend“. Wäre ja auch doof, wenn die an einem andere Tag laufen würde. Und ich bin immer noch begeistert von meiner Überschrift.

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Über ui.

Manuel Wolff ist der Autor von "ui. der blog.", Außerdem "ui. der vlog." auf Youtube und diverse andere Projekte. Hauptberuflich Stand Up Comedian und Musikkabarettist und Improgott. G+

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