ui. erklärt Spreeblick den Rhythmus – Videoblog

Auf Spreeblick wurde unter dem Artikel „Taktgefühl“ um Hilfe gebeten, und um Erklärung des komplizierten Rhythmus des Dave Brubeckschen Stückes „Blue Ronda a la turk“ gebeten, welches groovt, man aber komischerweise (zur Freude aller Musiker) nicht so einfach mitklatschen kann.

Also hat sich euer Musikwissenschaftler mal kurz hingesetzt und es im Videoblog erklärt:

(es empfiehlt sich, vorher den Spreeblick-Artikel und die Comments zu lesen)

Und wo wir gerade dabei sind, hier noch mal ein älteres Video, wo ich die „Rückung“, als die Modulation der meisten „Eurovision Song Contest“ – Lieder analysiere:

Und natürlich, darf nicht fehlen, meine Analyse des schlechtesten Songs der Welt, „Hiroshima, I’m sorry“ von der Kelly-Family:

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Über ui.

Manuel Wolff ist der Autor von "ui. der blog.", Außerdem "ui. der vlog." auf Youtube und diverse andere Projekte. Hauptberuflich Stand Up Comedian und Musikkabarettist und Improgott. G+

28 Gedanken zu „ui. erklärt Spreeblick den Rhythmus – Videoblog

  1. Die Bearbeitung des Mission-Impossible-Themas für den Kinofilm ist nicht von U2, wie oft angenommen, sondern nur von deren Schlagzeuger und Bassisten. Bono und Edge haben da keine Note dran gerührt.

    Tatsächlich interessant, welche Genese das Thema gegangen ist: Larry und Adam haben zwar den 5/8-Takt für den Hauptteil gekillt, aber das Intro bei 5/8 belassen (außerdem gibt es da ein Zwischenspiel, das, meine ich, neu ist).
    Limp Bizkit haben dann alles komplet in 8/8 und rappen plötzlich auch noch drüber.

    Lässt sich bei Youtube ganz gut nachvollziehen.

  2. Ich habe kein bißchen was verstanden, aber ich als Laie finde das höchst beeindruckend dass du irgendwie alles auswendig spontan vorspielen kannst.

  3. Das Werk von den Kellys muss man im historischen Kontext einordnen. 1983 wurde eine neue Generation US-amerikanischer Raketen, der Pershing II und Marschflugkörpern (Cruise Missiles) in Westeuropa aufgestellt. Stichwort „Nato-Doppelbeschluss“. Die Angst vor der atomaren Zerstörung hat ziemlich viele bewegt und die Grünen 1983 in den Bundestag gebracht.

    Was das Machwerk nicht besser macht, aber musikgeschichtlich in eine Gattung einordnet, der auch Nicoles „bisschen Frieden“ zugehört, 1982 Grand-Prix-Gewinner.

    War halt damals so eine Zeit…

  4. Lustig mit den Eurovisions-Sieger-Akkorden. Da fällt mir „Toto Cutugno – Insieme“ ein. Müsste auch die „Sieger-Akkord-Folge“ drin haben.

  5. @Tim: Nee nee nee, Nicole hat nicht 1982 „Ein bisschen Frieden“ gesungen, weil 1983 Pershing-Raketen stationiert wurden…

    @kasimon: Wow, das ist ja richtig gut! Bis man da drauf kommt, dass das 5/4 ist. Wer ist der Schlagzeuger?

  6. Ist wirklich lange her, das ich mir mal einen fast zehnminüten One-Take eines deutschen Vloggers angesehen habe 🙂 – super! Danke für die sympathische Lehrstunde, Du Jahrhundertereignis!

  7. Wenn Du das mal ein bißchen aufbohrst und ausbaust … Schon mal daran gedacht, aus Deinen Fähigkeiten ein Abendprogramm zu machen? Würde natürlich tingeln über die Kleinkunstbühnen dieser Republik bedeuten; die lange Ochsentour sozusagen.

  8. @ui: Vinnie Colaiuta. Das Stück ist von Stings Album „Ten Summoner’s Tales“, da sind noch mehr solche Perlen drauf (5/4, 7/8). Besonder fies ist das Ride-Becken bei http://de.youtube.com/watch?v=-JdpXp6qJRI, da spielt Vinnie auf einem 7/8 straighte Viertel durch. Und das alles mit hausfrauenkompatiblem Popsound — ganz großes Kino 😉

  9. Vielen Dank für die Erläuterungen. Das kannst Du ruhig öfter machen.

    Request: Was trommelt Levon Helm da in der Originalversion von „The Night They Drove Old Dixie Down“ von The Band?

  10. Vielen Dank dafür, dass ich Blue Ronda a la turk kennengelernt habe und für die sehr klaren Erläuterungen. Habe das Gefühl, ich habe echt was gelernt, und ab einem gewissen Alter ist das ja nicht mehr alltäglich (und umso schöner, weil kein Mensch mehr verlangt es zu reproduzieren).

  11. Hey, das ist ja sowas von Klasse. Vielen Dank! 🙂 Wenn Du jetzt noch irgendwann mal hier den „Claven“ erklärst und dazu Djembe + Basstrommelset bespielst, egal, irgendwie, dann bist Du der Größte! Danke. 😉

  12. Hi Manuel, wirklich sehr schön und für mich Laien verständlich erklärt. Ich finde auch dass du sowas ruhig öfter machen könntest, kommt sehr sympathisch rüber 🙂
    Und auch wenn mich da manche als Auditivlegastheniker beschimpfen mögen, der Anfang von Blue Ronda a la turk erinnert mich an den Refrain der McGuyver Titelmelodie.

    Lieben Gruß aus Hamburg, Youssef 🙂

    p.s. Der Drummer von Seven Days ist Stewart Copeland. Sein Name bringt auch tolle YouTube Videos hervor.
    http://www.drummerworld.com/drummers/Stewart_Copeland.html

  13. Hi Dr. v. Q., Dein Link läuft bei mir gerade, ich bin bei 2min30 und hab noch nix anderes gehört als einen ganz normalen swingenden 4/4-Takt.

    Vielleicht verwirrt Dich, dass man beim Mitklatschen auf die „3“ klatschen will?

    Aber jetzt, wo ich es höre, kenn ich das doch von irgendwoher. Ach ja „Am Taaaaaaaaag, als Conny Kramer starb“.

  14. stimmt, ist 4/4, aber was für einen Rhythmus trommelt er da?

    übrigens: „Conny Cramer“ ist einer der Gründe, warum Coverversionen unter Strafe gestellt werden sollten.

    Guten Rutsch!

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