ui. rettet die Welt – Kapitel 11

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„Computer?“
„Ja, Manuel?“
„Ich muss noch mehr über das Tanzverbot reden.“
„Du kannst doch gar nicht tanzen.“
„Egal, es lässt mich nicht los.“
„Also, was ist?“
„Folgendes: Also am Karfreitag sind müssen Theater und Discotheken geschlossen sein, Kinos hingegen haben Betrieb.“
„Das erfindest Du doch jetzt.“
„Nein.“
„Das finde ich gut, dass die Kirche die Kinobranche retten möchte.“
„Und die, die illegal Filme aus dem Internet herunterladen, auch, denn es ist so, dass diese Leute öfter ins Kino gehen, als die, die keine Filme illegal aus dem Internet herunter laden.“
„Das ist zwar richtig, allerdings ist ungeklärt, ob die Leute, die illegal Filme aus dem Internet laden, nicht noch öfter ins Kino gehen würden, wenn sie keine Filme runterladen würden.“
„Ach so, ja, hm, mag sein.“
„Vielleicht sind die anderen Leute, Leute, die gar nicht ins Kino gehen. Nur zu Hause herumsitzen und Fernsehen“
„Es ist eh unglaublich, was für ein geringer Prozentsatz an Menschen mal das Haus verlässt, um irgendwas zu tun, noch besser als Kino, sich vielleicht mal echte lebende Menschen auf einer Bühne anschauen.“
„Ja, apathisches Volk, die meisten Menschen sind nutzlos, die braucht man gar nicht.“
„Das ist aber jetzt etwas hart formuliert, Computer.“
„Mag sein, Computer.“
„He, Moment, ich bin Manuel, Du bist der Computer. Ich würde so etwas nie sagen.“
„Ach ja, stimmt. Also was ist nun mit den Kinos?“
„Nun ja, ich denke mir, die Kinos sollten sich solidarisch mit den anderen Veranstaltern zeigen und an den Tagen mit Tanzverbot nur bestimmte Filme zeigen, als gewitzten Protest gegen die Kirche.“
„Ok.“
„Ja.“
„Gut.“
„Willst Du gar nicht wissen, welche Filme?“
„Hättest Du gerne, dass ich frage, welche Filme?“
„Ja.“
„Na gut. Welche Filme denn?“
„Footlose“
„Hahaha! Ja, das ist ein geiler Film aus den 80ern, komplett utopisch, dass in einer Stadt in den 80ern das Tanzen komplett verboten sei!“
„Ähm, der Film basiert auf einer wahren Begebenheit, die Stadt in Frage ist Elmore City in den USA, dort waren Tanzveranstaltungen bis 1980 verboten.“
„Wow, Land of the free. Durften da Frauen schon wählen?“
„Frag mich nach dem nächsten Film.“
„Was ist der nächste Film?“
„Happy Feet.“
„Hahaha! Bei tanzenden Pinguinen denke ich immer an ‚Sister Act'“
„Pass auf, jetzt kommt’s“
„Kommt was?“
„Swing Kids.“
„Autsch.“
„Ich glaube aber, es gibt bestimmte Einschränkungen, die auch für Kinos gelten, Altersfreigabe und so. Ich kann aber mal kurz das Fernsehprogramm von Karfreitag vor einigen Jahren abrufen.“
„Ich bitte drum, Computer.“
„Auf RTL2 lief ‚der Exorzist'“
„Ha!“
„ich schwör.“
„Computer schwören?“
„Na klar, damit Du unterscheiden kannst, wann ich lüge und wann nicht.“
„Lügst Du denn?“
„Nein, nie.“
„Autowaschanlagen, Videotheken, Pferderennen und Wohnungsumzüge sind an dem Tag überigens auch verboten. Ich schwör.“
„Da soll halt getrauert werden, weil Jesus gestorben ist.“
„Aber er ist doch drei Tage später wieder auferstanden? Vergessen die das jedes Jahr aufs Neue?“
„Es wird symbolisch getrauert.“
„Dann soll man die Veranstaltungen nur symbolisch verbieten.“
„Ab dem 9. Dezember 2013 wurde im Kölner Dom ein Reliquie ausgestellt. Ein Stoffläppchen mit einem Blutstropfen des 2005 verstorbenen Papstes Johannes Paul des II. Muss man sich mal vorstellen. Ein Stoffläppchen mit einem Blutfleck wird da in einem Gefäß hingestellt und gläubige Katholiken aus aller Welt pilgern dahin, um sich das anzuschauen – ein Stück Stoff mit einem Tropfen Blut. Da kannst Du nicht mit Verstand ankommen.“
„ich schwör.“

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Über ui.

Manuel Wolff ist der Autor von "ui. der blog.", Außerdem "ui. der vlog." auf Youtube und diverse andere Projekte. Hauptberuflich Stand Up Comedian und Musikkabarettist und Improgott. G+

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