Für ein Päckchen ist kein Weg zu weit

Ich wohne in einem Hauskomplex mit 100 Parteien. Oft klingelt bei mir der Postbote oder Briefträger mit einem Päckchen, ob ich das für jemand annehmen könne, er sei nicht zu Hause. Selbstverständlich mache ich das. Oft liegt aber auch ein Abholschein in meinem Briefkasten für ein Päckchen an mich, das nicht zugestellt werden konnte.

Mir fällt schwer zu glauben, dass niemand zu Hause ist, wenn der Briefträger kommt, sondern ich habe den Verdacht, dass niemand da ist, der bereit ist ein Päckchen anzunehmen. Aus welchem Grund auch immer. Dass ich dann den langen Weg zur Post in Zollstock machen muss, juckt niemand, aber dass ich anderen den Weg erspare, indem ich ihr Päckchen annehme ist selbstverständlich.

Echt jetzt, wie egoistisch und dumm muss man sein, um dem Briefträger den Wunsch der Gepäckannahme abzuschlagen? Ist das mit irgendeinem Arbeitsaufwand verbunden?

Gerade eben war ich wieder bei der Post und der Zusteller war gerade da und ließ sich auf ein Gespräch mit mir ein. Er erzählte mir, dass er zwei anderen Parteien Päckchen abgegeben hätte, diese aber nicht bereit waren, meins anzunehmen. Leider sagte er mir die Namen der gemeinen Menschen nicht, ich würde direkt mal vorbeigehen und nachfragen.

Meine Klingel scheint auch nicht zu funktionieren, denn zum fraglichen Zeitpunkt war ich zu Hause. Die Klingel funktioniert anscheinend immer nur, wenn der Postbote ein Paket für jemand anderen hat.

Bei meinem italienischen Lebensmittelhändler schlug mir jemand vor, ich solle die Päckchen direkt beim Absender abholen, da würde ich mir den ganzen Ärger ersparen. Gute Idee. Wenn mir also jemand was schicken will, sagt Bescheid, ich komme vorbei, es abholen.

PS: Im Päckchen waren übrigens ein Haufen Dominosteine, aufgrund dieses Aufrufs – für die Steine vielen Dank, schickt noch mehr!

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Über ui.

Manuel Wolff ist der Autor von "ui. der blog.", Außerdem "ui. der vlog." auf Youtube und diverse andere Projekte. Hauptberuflich Stand Up Comedian und Musikkabarettist und Improgott. G+

32 Gedanken zu „Für ein Päckchen ist kein Weg zu weit

  1. Zwei Halbgründe, welche zusammen fast eine Kausalkette ergeben:

    Wenn ich mal werktags tagsüber zuhause bin (HomeOffice oder Urlaub oder Krank oder so), dann klingelt’s an unserem 10-Parteien-Haus etwa einmal pro Stunde. Ich gehe meistens zur Tür, drücke den Öffner, gucke ins Treppenhaus, warte, warte noch ein wenig — es passiert aber nichts.

    Deshalb kann ich inzwischen jeden verstehen, der, wenn er niemanden erwartet, nicht mehr auf die Klingel reagiert. Das wiederum wissen die Paketboten auch, und geben den Zustellversuch schon nach Wartezeiten <1min auf…

  2. Bei uns klingelt es aber nicht 1 mal die Stunde, außerdem hat er ja 2 Pakete abgegeben. Ich meine die, die ihre eigenen Pakete angenommen haben, meins aber nicht. Die sollen sich mal einen guten Grund ausdenken, denn ich habe einen ultra-Hass auf die.

  3. Nach Lesart einiger Paketdienste (z. B. GLS) übernimmt der Empfänger die Verantwortung dafür, dass das Paket heile abgeliefert wird.
    Bei mir ging es mal nur um einen 1,-Euro Artikel http://willsagen.de/?p=35 . Aber bei teureren Sachen ist der Ärger vorprogrammiert. Auch wenn ich Pakete für Nachbarn annehme, kann ich verstehen, dass es Leute gibt, die das aus o. g. Grund nicht tun.

  4. äh nein, weder kann ich das rechtlich nachvollziehen, denn wenn die Sendung versichert ist, kann nicht plötzliche irendeine Last auf den Nachbarn abgelegt werden (immerhin ist es z.B. bei Einschreiben so, dass die selbst angenommen werden müssen), noch musste – auch in Deinem Fall – die Nachbarin irgendwas zahlen.

    Abgesehen davon war die Sendung nicht versichert.

  5. Das schon krass aber bedenke auch, dass einige Nachbarn in großen Wohnanlagen gerne mal Pakete annehmen aber nicht mehr rausrücken…als Unterschrift wird irgendwas hingekrizelt und die Post,die ja haftet,muss man erstmal überzeugen. Wenn man die Nachbarn kennt okay aber sonst würde ich eher den weg zur Post auf mich nehmen.

  6. Bei uns im Haus wohnt eine nette ältere Dame, die immer bereit ist, die Pakete der Nachbarn anzunehmen. Mittlerweile beschleicht mich der Verdacht, dass die Boten gleich bei ihr klingeln, denn ich bekomme auch Pakete von ihr, obwohl ich zu Hause war. Anders herum ist die Dame ernsthaft verstimmt, wenn zufällig jemand anders das Paket annimmt und sie nicht hilfsbereit sein konnte. Und da sind wir beim Punkt Hilfsbereitschaft: Ich kann deine Wut absolut nachvollziehen, aber nimm ruhig weiterhin die Pakete an, weil es eben deine nette Art ist und gehe erhobenen Hauptes zur Post! 🙂

  7. >Das wäre gut. Hast Du Dominosteine?

    Nee, beim besten Willen nicht. Wieso, ist schon wieder Domino-Day? Oder meinst du dieses merkwürdig schmeckende Weihnachtsgebäck, das ich auch nicht hab?

  8. Es ist tatsächlich oft so, dass Pakte und Päckchen einem aufgedrückt werden, statt alle rauszuklingeln, wenn es mehrere Lieferungen für verschiedene Parteien im Haus sind. Das ist allerdings von Zusteller zu Zusteller und von Paketdienst zu Paketdienst verschieden.
    Die Zusteller stehen unter Zeitdruck und nicht selten sind es Subunternehmer, die nach der Menge der Zustellungen bezahlt werden. Da geht es natürlich schneller alles an einer Stelle abzuladen.
    Richtig ist das natürlich nicht und wenn es einen wirklich ärgert, sollte man sich an geeigneter Stelle beschweren.
    Mir ist das allerdings immer noch lieber, als wenn der Zusteller meine Lieferung wieder mitnimmt und ich sie dann auf der Post abholen kann.
    In unserem Haus (über 150 Parteien) klappt es aber sehr gut mit der Paketannahme durch Nachbarn. Anders als bei Manuel findet sich immer jemand, der hilfbereit ist.

  9. Das wäre tatsächlich ne Möglichkeit, auf jeden Fall näher:

    Packstation 769 m
    Alteburger Platz 1
    50678 Köln

    Packstation 882 m
    Zwirner Str. 15-17
    50678 Köln

    (Entfernungen von deiner Haustür aus gesehen)

    Auf’m Land… tzzzz…

  10. Es kann sein, dass die Leute kurz vorm Verreisen waren; ich glaub, ich hab einmal kein Päckchen für Nachbarn angenommen, weil ich ein paar Stunden später für mehrere Tage weggefahren bin. Es gibt aber bestimmt auch viele, die keinen Bock haben, dass da ein fremdes Paket herumliegt und/oder dass man von irgendwelchen fremden Leuten rausgeklingelt wird, die das Teil abholen wollen… Vielleicht haben die auch schlechte Erfahrungen gemacht, z. B. dass es ewig nicht abgeholt wurde. Ist zwar nicht das Gleiche, aber vielleicht vergleichbar: Unsere Vormieter baten uns, ihre Namen noch mind. einen Monat auf dem Briefkasten zu lassen, sie holen die Post dann regelmäßig ab. Nach 4 Wochen hatte ich die Schnauze voll, denn es kam täglich Post, Briefe, Päckchen, und alles lag hier herum und die Deppen kamen nicht. Ich hab dann selbst das Namensschild abgemacht.
    Aber ich will niemanden verteidigen. Dass man selbst hilfsbereit ist, einem aber im Gegenzug nicht geholfen wird, kenne ich leider auch zu gut in vielerlei Bereichen.
    Entweder du machst es so wie Sabrina schreibt, bist also weiterhin hilfsbereit und denkst dir, wenigstens bist du nett. Oder aber du nimmst eben ab sofort auch nix mehr an.
    Und das Phänomen, dass ich zu Hause war und trotzdem das Päckchen in der Poststelle gelandet ist, kenne ich auch. Ich sag dazu nur: Ich wohne im 4. Stock, da haben manche wohl keinen Bock, hochzustiefeln. Aber auch meiner Freundin im Erdgeschoss ist das schon passiert, das ist dann meist Faulheit.
    Ich nutze übrigens auch die Packstation – die von mir ausgesuchte Poststation ist näher als die, an die meine Pakete dann unverständlicherweise gehen…

  11. Ja Packstation ist so eine Sache, wenn der DHL Mann das nun mal an die Filiale bringt und an keine Packstation, dann kann ich ja nichts machen.

    Abgesehen davon bezahlt der Empfänger dafür, dass das Päckchen bei mir abgeliefert wird und ich werde nicht dafür bezahlt zu einer Packstation zu laufen, egal wie nah die ist.

    Ich halte Packstationen für Unfug, die Post soll mir einfach liefern und vor allem, wenn es beim ersten Mal nicht klappt, es noch ein 2. Mal versuchen.

  12. Mein Nachbar hatte mal ein Nachnahme-Päckchen für mich angenommen.
    Eins für 320 Euro. Das fand ich sehr grotesk. Auch wegen meinem Nachbarn, aber vor allem wegen dem Paket-Boten.

  13. Da fällt mir noch ein, auch wenns keinen interessiert ;-), ich bin ja wie gesagt Packstation-Benutzerin. Doch einmal hab ich mehrere Bücher bestellt und hatte keinen Bock, das große Paket von der Packstation zur Wohnung zu schleppen. (Ist immerhin ein Kilometer.) Und dann hat der A… von Postbote einfach einen Zettel eingeworfen und ich musste es in einer Post holen, die noch weiter weg war. Und mich noch dazu an die beschissenen Öffnungszeiten halten! Und darüber kann man sich noch nichtmal beschweren, weil sie ja scheinbar nicht verpflichtet sind, ein 2. Mal zu klingeln und man ja schwer beweisen kann, dass man selbst oder zumindest einer der Nachbarn zu dem Zeitpunkt zu Hause war.
    Fazit: Wie man’s macht, isses verkehrt, die Post schlägt einem allemal ein Schnippchen, wenn’s nicht schon die Nachbarn tun.

  14. Ich bin SEHR zufrieden mit der Post, die ist direkt um die Ecke.
    Packstation ist auch fein, Nachbarn nehmen auch mal was an, ich auch für die.

    Immer dieses „Alles ist Scheiße“, sei es Bahn oder Post.
    Wenn die wirklich so scheiße wären, dann wären die längst untergegangen.

    1. Lieber Asmodeos, das ist aber ein bisschen egoistisch. Du hast Glück, dass Deine Nachbarn was annehmen und die Post bei Dir direkt, um die Ecke ist, aber Du solltest nicht nur von Dir ausgehen. Es ist ja naiv zu glauben, dass alles, was auf Dch zutrifft auf alle zutrifft.

      Und das ein Monopol ergrn schlechtem Service untergeht, ist etwas naiv gedacht.

  15. Seh ich anders. Die SIND scheisse, aber nicht so leicht totzukriegen, weil weltweit riesengroß. Gut, wenn die Post (analog zu DHL) so weitermacht, kann das imho auch nicht mehr lange dauern. Die haben genug Konkurrenz, die das weitaus besser hinbekommt. Von der Personalpolitik will ich mal gar nicht erst anfangen.

    Bei der Bahn sieht das hingegen schon etwas anders aus. Wenn die untergehen würden, würde ein Großteil aller Zugverbindungen in Deutschland wegfallen. Deswegen können die sich ja erst den schlechten Service und die überhöhten Preise rausnehmen.

  16. Genauso egoistisch ist es aber zu sagen „Die Post ist scheiße weil meine Nachbarn die Post nicht annehmen und die Packstation so weit weg ist.“

    „Es ist ja naiv zu glauben, dass alles, was auf dich zutrifft auf alle zutrifft.“
    Den Satz kennst du doch 😉

    Das trifft jetzt aber eher auf Krizzi zu.

  17. Was trifft auf mich zu?

    Meine Nachbarn nehmen meine Pakete an, ich nehm ihre auch an. Die Post ist Fußweg 20 Meter entfernt.

    Muss ich deren Service und andere Dinge deswegen toll finden?

    Klär mich auf, Asmodeus.

  18. Asmodeus, zu Deinem Kommentar „Genauso egoistisch ist es aber zu sagen “Die Post ist scheiße weil meine Nachbarn die Post nicht annehmen und die Packstation so weit weg ist.”“

    Da hätte ich jetzt echt was intelligenteres von Dir erwartet.

    1. 2 Wrongs dont make a right.
    und 2.: Es hat hier niemand gesagt “Die Post ist scheiße weil meine Nachbarn die Post nicht annehmen und die Packstation so weit weg ist.”

    Auf diesem Level zu diskutieren, habe ich keine Lust.

    Und was trifft eher auf Krizzi zu?

  19. Dann halt so “Zu sagen, die Post sei scheiße, weil der Service bei mir mal nicht gestimmt hat.“ ist egoistisch.

    Wie schaut es denn aus? Am Tag sind (irgendeine Zahl) 500 Personen in der Filiale um die Ecke.
    450 kommen rein, erledigen ihre Sachen und gehen von dannen, 40 kommen rein, es verzögert sich etwas, sie murren und gehen auch.
    10 kommen rein, finden die Mitarbeiter unfreundlich, finden die Preise zu hoch und den Service schlecht.

    Wer erzählt jetzt von seinem Postbesuch? Natürlich die letzten 10.
    Die erzählen es den Nachbarn, den Freunden und Bekannten und schreiben es in ihren Blog (ich meine jetzt nicht Manuel).
    Also werden 490 Stimmen nicht gehört, aber die 10 negativen umso mehr.
    Das kenne ich von mir auf der Arbeit.

    Schon vor 10 Jahren hat man gesagt „Wenn die so weiter machen, dann gibts die nicht mehr lange.“
    Tatsache ist doch, es gibt genug alternative Post/Paket-Zusteller und keiner MUSS die Deutsche Post in Anspruch nehmen.
    Also SOOOO schlecht können die doch garnicht sein.

    Kann sein, dass ich grade etwas vom Thema abgekommen nbin, aber das wollte ich mal sagen 😀

  20. Das ist vollkommener Unfug. Du rätst einfach. Du bist mit der Post zufrieden und denkst, alle müssten zufrieden sein und siehst halt nur Beschwerden und gehst davon aus, dass die, die zufrieden sind, nun mal still sind und daher die Post den negativen Ruf bekommt.

    Absoluter Bullshit. Die Post, die Bahn und die Telekom sind die 3 unbeliebtesten Unternehmen in Deutschland, haben Umfragen ergeben.

    Und ich muss wohl die Deutsche Post in Anspruch nehmen, wenn mir jemand mit der Post ein Päckchen schickt, kann ich es nicht bei UPS abholen, nur weil ich die Post nicht mag.

    Noch zu Deinem ersten Satz, aber mit Verlaub, der ist bescheuert, “Zu sagen, die Post sei scheiße, weil der Service bei mir mal nicht gestimmt hat.” hat auch niemand gesagt. Außerdem hab ich Dir schon einmal gesagt, „2 Wrongs don’t make a right“.

    Wenn eine Kritik an einer Aussage von Dir gewesen war, dass das eine egoistische Einstellung war, dann ist ein beispiel für eine andere egoistische Einstellung absolut keine Gegenargument. Auf dem Level argumentiere ich nicht, sorry.

    „Sie haben den Gärtner umgebracht, Sie Mörder!“
    „Ja, aber der Koch hat die Magd umgebracht!“
    „Ach so, dann ist ja okay.“

    Damit kommst Du in keinem Gericht durch.

  21. Also wenn ich irgendwo was bestelle, kann ich mir in der Regel nicht aussuchen, mit wem derjenige, bei dem ich bestellt habe, es versendet.

    Vom Thema abgekommen – find ich nicht. 🙂

  22. Dann hast Du Deinen Aufruf also nochmal verlängert? Bis wann brauchst Du die Steine denn? Bis zum nächsten Domino Day? Und wie viele hast Du inzwischen schon bekommen?

    1. Ja und nein. Nicht verlängert, aber mich hat jemand gefragt, ob schon Einsendeschluß ist, und da ich ja das Video noch nicht gedreht habe, habe ich gemeint er könne sie noch schicken. Jetzt habe ich schon viel mehr Steine, als ich gedacht hatte. Dachte die ganze Zeit, es bliebe bei den 27 und der Rekord sei leicht, aber was soll’s. Die Steine dürfen so lange hier ankommen, bis ich das Video drehe. Ich habe mir für das Video keinen festen Termin gesetzt.

  23. Die Nachbarn sind keine Arschlöcher. Sie sind einfach nicht zu gutmütig.
    Du musst als Nachbar ein Päckchen „unverzüglich“ dem Empfänger aushändigen. Wenn du also spontan übers Wochende in den Urlaub willst, kann es unter umständen teuer werden, weil es dein verschulden ist, dass das Paket nicht pünktlich angekommen ist.
    Ich nehme auch keine Pakete an. In meinem alten Haus habe ich das für 2, 3 Leute gemacht, mit denen ich mich regelmäßig getroffen habe. Aber für fremde… ne! Ich bin kein Postbote. Habe es satt den Leuten hinterher zu rennen.
    Und wie hat mal ein Richter in Berlin mal gesagt, „Gutmütigkeit ist Dummheit“
    Ist leider so.

  24. So so, welcher Richter hat das denn gesagt? Und wie teuer kann es werden, wenn man übers Wochenende mal wegfährt? Ich glaub Dir kein Wort.

    Abgesehen davon, kann man, wenn man übers Wochenende wegfährt, dem Nachbarn dann einen Zettel an die Tür kleben oder ins Postfach werfen, das Päckchen einem anderen Nachbarn geben etc.

    Deswegen sollen es ja Nachbarn sein, keine Fremde. Aber das Problem ist wahrscheinlich, dass es zu viele Menschen, wie Dich gibt, die lieber egoistisch sind und keinen Wert darauf legen nett und zuvorkommend zu sein.

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