Zehn Minuten sind relativ

Zehn Minuten gehen schnell rum. Zehn Minuten sind gar nicht lang, wenn man frei von Langeweile ist. Zehn Minuten können sich aber auch ziehen. Oder ewig dauern. Zeit ist halt relativ. Wenn man eine Seite schreibt, sind zehn Minuten längst vorbei. Wenn man eine Seite liest, noch lange nicht. Außer man liest halt sehr langsam. Wenn man einen guten Comedian sieht, sind zehn Minuten wie im Flug vergangen, wenn man einen schlechten Comedian sieht, kann es einem vorkommen, als ob er/sie zehn Stunden auf der Bühne steht. Wenn man als Comedian ein tolles Publikum vor sich hat, will man gar nicht von der Bühne und 10 Minuten sind nur ein Augenblick. Wenn man das Publikum nicht überzeugen kann, tickt die Zeit so langsam wie nie.

clock public domain from pxhere

Übrigens, wenn es heißt es vergehe die Zeit wie im Flug, dann stimmt das ja auch nicht. Bei einer Flugreise vergeht die Zeit auch mal schnell oder mal langsam. Besonders langsam vergeht sie, wenn der Wagen mit dem Essen oder den Getränken nur noch 10 Reihen vor Dir ist und Du schon mal Dein Tablett runtergeklappt hast, weil Du es nicht erwarten kannst. Dann dauert es lange.

Oder wenn der Flieger schon gelandet ist und an der Parkposition steht und alle mit eingeknickten Köpfen schon stehen, um endlich raus zu kommen. Das dauert. Schnell vergeht die Zeit, wenn man schläft. Was fies ist, denn es gibt kaum etwas Schöneres, als zu schlafen.

Außer man träumt gerade schlecht. Aber Träume sind Schäume, was auch immer das heißt. Zum Glück träume ich nicht schlecht, sondern meist gut, oder zumindest okay. Schlechte Schäume wäre auch zu blöd, da habe ich gar keine Zeit für.

Jetzt zum Beispiel sind auch erst 6 Minuten vergangen. Entweder habe ich sehr schnell geschrieben, oder mir fällt nichts ein. Aber irgendwann müssen wir hier im Blog mal anfangen Sprichwörter zu sammeln, denn nicht nur Zeit, sondern Alles ist relativ. Wie wäre es mit „Wer andern eine Grube gräbt, hat Gold im Mund“ – da scheint ja auch as dran zu sein, wenn man sich das opportunistische, egoistische Gehabe da draussen in der Welt, anschaut.

„Da draussen in der Welt“ – was denn das schon wieder? Bin ich nicht mit drinnen in der Welt? Wenn da draussen die Welt ist, wo bin ich denn dann? Also gerade bin ich drinnen an meinem Schreibtisch, aber wenn die Welt draussen ist, dann ist mein Schreibtisch auch nicht in der Welt?

Na wenigstens ist es kein egoistischer Schreibtisch. Sondern meiner. Meins, meins, meins, wie es singt und lacht. Ich sollte früher aufstehen, denn Morgenstund erntet die dicksten Kartoffeln. Wobei mir die kleinen besser schmecken.

Tanzverbot! Der Gottesstaat NRW

 

karfreitag ostern

Sehr geehrte Damen und Herren,

fürchtet Euch nicht, wenn ihr katholisch seid. Wenn aber nicht, dann habt ihr in Nordrhein-Westfalen Pech gehabt. Denn dort herrscht heute tatsächlich Tanzverbot. Gut, dass Sonntags die Geschäfte zu haben, habe ich als Atheist schweren Herzens hinnehmen müssen, auch an den gesetzlichen Feiertagen, doch aus welchem Mittelalter die Regelung kommt, dass man tatsächlich heute nicht tanzen darf – mir verschlägt es die Sprache.

Und nicht nur die Discotheken haben heute geschlossen (und zwar schon seit Gründonnerstag 18 Uhr), auch der Theaterbetrieb darf nicht weiterlaufen. Was wie aus fundamentalistischen Kreisen klingt und man sich in Afghanistan, im Iran oder den USA vorstellen kann, ist bittere Realität in Köln.

Wer hier versucht heute am Karfreitag eine Theatervorstellung zu machen, wird hart bestraft. Nicht vom Gott, sondern von der Stadt. Mit bis zu 4000 Euro Strafe wird gedroht. 2010 war ich dafür, dass man einen dieser von mir ansonsten nur mit müder Langeweile bedachten Michael Jackson Flashmobs auf den Straßen Kölns starten sollte. Alle bitte tanzen bis zur Festnahme – egal wo. Mittlerweile wird das tatsächlich gemacht!

Tatsächlich sind bis Karsamstag, 6 Uhr keine öffentlichen Veranstaltungen erlaubt, Märkte, Pferderennen, Zirkus, Volksfeste tänzerische und artistische Darbietungen, Unterhaltungsdarbietungen in Gaststätten und Discotheken – alles verboten, genauso wie Autowaschanlagen und Videotheken. Ach so, Wohnungsumzüge sind ebenfalls verboten.

Kinos dürfen allerdings offen haben und Filme zeigen. Ich habe da ein paar Vorschläge:

1. Footloose

Der Film mit Kevin Bacon als Rockliebhaber, der in eine Kleinstadt zieht, in der Rockmusik, Alkohol und Tanzen verboten sind. Laut Wikipedia basiert der Film sogar auf einer wahren Begebenheit:

„In Elmore City, einer Kleinstadt in Oklahoma, herrschte seit dem Jahr 1861 ein Tanzverbot. Erst 1980 wagten es die Teenager der Stadt, öffentlich gegen dieses Gesetz aufzubegehren. Es war ein Kampf zwischen der Jugend und der konservativen Kirchengemeinde. Als dort nach 120 Jahren eine erste Tanzveranstaltung organisiert wurde, berichtete ganz Amerika darüber.“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Footloose)

2. Happy Feet

Ein tanzender Pinguin ist seltsamer weise ein Außenseiter. Tanzen eigentlich Nonnen? Wie dem auch sei, am Ende setzt er sich steppenderweise durch und die Menschen hören daraufhin mit der Überfischung der Meere auf. Ähm.

3. Swing Kids

Gemeiner Vergleich, ich weiß.

Und natürlich

4. Dirty Dancing

Wem fallen noch mehr passende Filme ein? Bitte in die Kommentare.

Allerdings ist das Fernsehprogramm – zwar nicht in tänzerischer Absicht, aber dennoch – beachtlich. Auf RTL II läuft „der Exorzist“ und „Hellraiser 8 – Hellworld“. Frohe Ostern.

Islamische Feiertage in Deutschland?

 

Ramadhan_Greetings_Image

Islamische Verbände fordern in Deutschland gesetzliche Feiertage für muslimische Feiertage, zum Beispiel das Ende des Ramadan. Das ist natürlich kompletter Quatsch. Aber genauso kompletter Quatsch ist es, christliche Feiertage als gesetzliche Feiertage zu akzeptieren. Entweder alle, oder niemand, da spielt keine Rolle, wie viel Prozent der Bevölkerung katholisch, evangelisch, muslimisch oder irgendwas anderes sind, entweder wird auf alle Rücksicht genommen, oder auf Niemanden.

Und ich bin für Niemanden, denn Kirche und Staat gehören strikt getrennt. Es ist ein absolutes Unding, dass im Jahr 2016, mehr als 200 Jahre nach der Aufklärung, der Staat Steuern für die Kirche erhebt. Jeder soll seine Religion ausleben dürfen, der Staat sollte das nicht verhindern, aber auch nicht unterstützen.

Mein Glaube (Atheismus) sagt mir, dass ich an Karfreitag tanzen möchte und Theateraufführungen veranstalten möchte und große Partys, aber der Staat verbietet mir das. Wegen der Kirche. Das geht nicht. Weil immer noch die Mehrheit der Menschen nicht akzeptiert, dass Glauben bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass man sich irrt. Milliarden Menschen glauben irgendwas und jeder meint, es besser zu wissen, als die Milliarden anderen Menschen, die etwas anderes glauben. Vielleicht ist das das Problem. Wir sollten unser handeln nämlich nicht danach richten, was wir glauben, sondern danach, was wir wissen.

Also finde ich den Vorstoß von den islamischen Verbänden gut, denn er zeigt die Doppelmoral. Also: Kirchliche Feiertage abschaffen.

KARFREITAG! katholische Taliban verbietet wieder das Tanzen an OSTERN!

 

tanzverbot an karfreitag, frohe Ostern!

Japp, es ist mal wieder der Tag, wo das TANZVERBOT gilt! Dieses wunderschöne demokratische Land in dem angeblich Glaubensfreiheit herrscht, möchte mir wie in Footloose vorschreiben, dass ich nicht zu Tanzen habe. Weil ja Jesus gestorben ist.

Meine Güte, 3 Tage später war er doch wieder da! Das weiß man doch, da muss man doch nicht jedes Jahr aufs neue so tun, als ob man trauern müsste! Außerdem macht das überhaupt keinen Sinn, sterben, 3 Tage später wieder auferstehen und dann doch in den Himmel abhauen. Da kann man auch einfach sterben.

Jedenfalls Grund genug mal wieder eine Diskussion zu starten und das Video von letztem Jahr auszupacken. Wie seht ihr das mit dem Tanzverbot der Kirche und des Staates?

Viel Vergnügen mit dem Video und schaut auch mal auf Youtube in die Kommentare, da stehen einige denkwürdige „Argumente“ drunter. Absolut lesenswert 😉

auch zum Thema:

Die Kirche muss abgeschafft werden.

osama pic by U.S. Federal Government [Attribution], via Wikimedia Commons

pope francis pic by presidencia.gov.ar [CC-BY-SA-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

So ein K*ck

so ein kack

Ich will mal wieder was Schreiben, doch ich hab heute tatsächlich schon wieder das Arbeiten angefangen, ohne mir diese 10 Minuten zu nehmen und habe die letzten Tage es auch wieder vernachlässigt.

Grund ist unter anderem, dass ich heute Abend spontan einspringe, um in einer englischen Comedy Show zu spielen. 20-25 Minuten auf Englisch. So etwas will eigentlich vorbereitet sein, auch wenn ich schon oft auf Englisch gespielt habe. Nur wann soll ich mich vorbereiten, wenn ich mit Schrecken feststelle, dass ich noch nicht die beiden monatlichen Newsletter verschickt hatte und beim Blick auf die Vorverkaufszahlen meiner Shows erschreckend feststelle, dass da noch viel zu tun ist und außer der Show morgen bei allen Shows noch viele Karten erhältlich sind, obwohl es die Jubiläumsshow und viele Premieren sind?

Klar, ich bin noch nicht dazu gekommen, Anzeigen zu schalten, aber irgendwann müssen die Dinger doch Selbstläufer werden, irgendwie müssen die Leute doch auch erreicht werden können, ohne massig Geld an Facebook und Werbeagenturen zu stecken? Seit wann kann man nicht mehr damit überzeugen, dass man einfach im Veranstaltungskalender steht und sich die Leute ne gute Show aussuchen? Sorry, aber das kann doch nicht sein, dass ein Hauptanteil des Geldes an Leute geht, die sich ausdenken, wie man andere Leute reinlegen kann, damit sie genau das Produkt kaufen, dass sie wollen? Das ist doch kein anständiger Job, das ist doch bäh.

Wer in der Werbung arbeitet, schön für ihn oder sie, aber wenn man sich im Spiegel betrachtet, muss man sich doch schon ein wenig blöd fühlen. Also jetzt nicht so doof wie ein BILD-Redakteur oder Waffenhändler, aber schon ein wenig Scham wäre doch angebracht, meint ihr nicht?

Dabei fällt mir ein, es gibt noch hunderte Bilder von Shows, die ich posten will, auf Facebook und Instagram, um für die Shows zu WERBEN. Nur wann, hier habe ich übrigens die letzten beiden Male versucht, eine Sammlung von Ingenieurs-Witzen zu posten, aber das dauert doch länger als gedacht. Ich komme echt langsam voran. Die Ideen nehmen zu, aber die Zeit wird immer knapper. Die lustigen Autokennzeichen und die Friseurläden mit den blöden Namen will ich auch mal auf einer Seite zusammen bringen, immer mit dem Gedanken, dass das doch ein wenig Traffic bringen könnte. Obwohl ich schon längst aufgegeben habe, da dahinter zu steigen, wie Googleranking funktioniert. Das nimmt nämlich nur Zeit und Kreativität weg. Aber blöd ist es schon, wenn man kein Feedback bekommt.

Also wenn jemand helfen will, ihr wisst bestimmt, wie ihr mich erreicht, denke ich mal.

Der Anfang

klapperstorch mit babies

Ich wurde am 28. Februar 1974 in einem Krankenhaus in Kusel geboren. Ich kann Euch nicht sagen, wo Kusel ist, aber an die Geburt erinnere ich mich noch sehr gut. Ich sah das Kreissaal-Licht und den Arzt und ich fing an zu schreien, weil mir vieles in der Welt, in die ich kam, nicht gefiel. So ist das bis heute geblieben. AAAAAAAAAAAAAAH!

Die ersten 5 Jahre bin ich in Odenbach aufgewachsen. Das war ein kleines Dorf, irgendwo im Wald. Ich glaube, in der Hinterpfalz. In der Nähe von Meisenheim. Ich weiß nicht, wo Meisenheim ist. Ich glaube, das ist in der Nähe von Bad Kreuznach, aber fragt mich nicht, wo Bad Kreuznach ist. Das Krankenhaus war jedenfalls in Kusel. Kusel hab ich schon mal irgendwo gesehen.

Odenbach war damals quasi eine Straße. es ging in den Ort rein und quasi einmal rechteckig im Kreis und dann war’s das auch schon und das Dorf war zu Ende. Etwas oberhalb Richtung Walf gab es einen kleinen Sportplatz. Da fand zum Beispiel das Feuerwehrfest statt. Oder war das schon Meisenheim?

auf jeden Fall erinnere ich mich, wie ich im Feuerwehrauto Platz nehmen durfte und ich eine Runde durch Odenbach drehen durfte. Also ich war natürlich nicht selbst am Steuer. Aber vor dem Fenster unseres Hauses, wo Mama in der Küche stand und rausschaute, konnten wir mal kurz die Sirene und das Blaulicht anmachen.??Das Feuerwehrauto war so ein VW Bulli. Also der ersten Generation, also im Stil wie ein VW Käfer, aber halt ein Kasten mit abgerundeten Ecken. Eine Mini-Feuerwehr. Und im Wald sah ich dann einen Feuersalamander. Und Papa gab mir immer Brombeeren, damit ich nicht jammere, wie weit noch zu laufen ist. Denn wir spielten Eisenbahn und die Brombeeren waren die Kohlen für das Feuer in der Eisenbahn.

Mittlerweile mag ich Feuerwerk sehr gerne, vielleicht besteht da ja ein Zusammenhang. Ich möchte noch ein paar mal Feuer schreiben, damit ich nicht wieder schreien muss: Feuer. Feuer. Feuer Feuer Feuer. AAAAAAAAAAAAAHHHH!

Der Eismann kam auch vor die Tür gefahren. Oder war das später in Gimmeldingen? Ja, den Ort gibt es wirklich, es gibt sogar Neu-Gimmeldingen, was eigentlich schon bei Königsbach ist. Eis hat damals 10 Pfennig gekostet. Und der Eismann kam mit einem VW Bulli. Also der ersten Generation, also im Stil wie ein VW Käfer, aber halt ein Kasten mit abgerundeten Ecken. Ein Mini-Eimann. Ansonsten kann ich mich in den ersten 5 Jahren noch an Wiesen mit Apfelbäumen erinnern (und so gut wie da schmecken Äpfel nirgendwo mehr) und an den Wald und ans Klettern im Wald. Was in meiner Erinnerung eine Fels von 30 Meter höhe ist, aber wahrscheinlich nur ein kleines Steinchen war. Und ich kann mich erinnern, dass ich plötzlich eine Schwester hatte. Aber die 10 Minuten sind um.