Monat: September 2005 (Page 2 of 4)

Einfach mal die Fresse halten

Auf Bild.de steht mal wieder ihr beliebtes Na-welcher-Promi-traut-sich-vor-der-Wahl-zu-sagen-wen-er-wählt? – Spiel. 60 Prominente der C- und D- Klasse geben bereitwillig Auskunft, wen sie wählen, in der Hoffnung, ernster und wichtiger genommen zu werden.

Sie scheitern natürlich grandios und beweisen nur, dass auch Promis nicht gerade von Schlauheit gesegnet sind. Wer hätte gedacht, dass Wigald Boning FDP wählt, und sich so mit Michael Stich und Bernd Stelter auf eine Stufe stellt? Bei der letzten Wahl gab es noch das schöne Nena-Zitat „Ich wähle SPD, aber mehr verrate ich nicht.“ Und jetzt gibt es auch wieder einige Schmankerl:

„Hildegard Krekel (52), Schauspielerin: „Meine Erststimme für Angela Merkel wegen ihrer guten Grundhaltung. Meine Zweitstimme für Westerwelle, weil er ein fähiger Mann ist.“

Liebe Frau Krekel, mit der Erststimme wählt man einen Direktkandidaten, mit der Zweitstimme eine Partei. Das wird Ihnen spätestens in der Wahlkabine auffallen. Und da Westerwelle und Merkel – wenn überhaupt, ich weiß es nicht – nicht im selben Wahlkreis antreten, wird ihr Wahlzettel zum Glück nicht ungültig – wenn sie beide Namen angekreuzt hätten. Außerdem kann keine Frau wissen, ob Westerwelle ein fähiger Mann ist, aber das mal nur am Rande.

Prominenter Nichtwähler, und damit meiner Meinung nach ohne Grundrechte mehr, Mario Basler. Allerdings sollten Fußballer auch Fußball spielen und nicht ihre Meinung sagen, denn dass dabei nur Schwachsinn rauskommt weiß man ja schon lange. Wobei Basketballer auch nicht besser sind:

„Dirk Nowitzki (27), Basketball-Star: „Ich gehe nicht wählen! Das habe ich noch nie gemacht. Ich bin politisch nicht so engagiert und in Dallas, wo ich zur Zeit lebe, auch sehr weit weg.“

Ja, Texas, die Mutter der Demokratie.

„Roberto Blanco (68), Sänger: „Meine erste Stimme gehört als Bayer natürlich der CSU, meine Zweitstimme bekommen die Liberalen.“

Lieber Herr Blanco, mit der Erststimme wählt man einen Direktkandidaten, mit der Zweitstimme eine Partei. Interessant auch, welche Ähnlichkeit Bayern mit der Ex-DDR hat. Man muss CSU (bzw. SED) wählen, wenn man da herkommt.

Der schönste Vergleich geht aber an:

„Claudia Pechstein (33), Eisschnelläuferin: „Ich wähle CDU. Im Eisschnellaufen der Damen gehören wir zur Weltspitze, bei Arbeitsplätzen leider nicht.“

Also, beschlossene Sache, es wird einen Wechsel geben am Sonntag. Aber mehr Arbeitsplätze wird das nicht geben. Wehe einer jammert. Der soll doch Eisschnellläufer werden. (Ich schreibe es mit drei L, Bild mit zwei. Ich bin für mehr L)

Tiere in die Mikrowelle stecken

uiuiui7: wie geht es Dir?
trixilein: so, wie gestern abend. hab die ganze nacht nicht gepennt, wegen schüttelfrost. jetzt gehts aber schon bissel besser.
trixilein: ich hab mir dann so ne maus in die mikrowelle gelegt und mich in fleißpullis gepackt
uiuiui7: Du hast eine Maus in die Mikrowelle gelegt?
trixilein: ja, so eine gefüllt mit so körnern.
uiuiui7: Eine mit Körnern gefüllte Maus?
trixilein: ja
uiuiui7: Eine echte Maus?
trixilein: nein, aus stoff 🙂
uiuiui7: Du hast eine Maus aus Stoff, gefüllt mir Körnern in die Mikrowelle gelegt.
uiuiui7: Und wie hat sie geschmeckt?
trixilein: ja und dann mit ins bett genommen und auf meine eisfüße gelegt.
uiuiui7: Du hast Essen auf Deine Eisfüße gelegt?

Bahn fahren in Halle/Saale

In Halle an der Saale ist das Straßenbahn fahren noch günstig. Ein Euro kostet die Fahrt. Tickets kann man an den Verkaufsstellen kaufen, oder an den Fahrkartenautomaten an den einzelnen Stationen.

Allerdings haben nicht alle Stationen einen Fahrkartenautomat. Man kann also in die Bredouille kommen, wenn man sich keine Tickets auf Vorrat gekauft hat – was man nicht wissen kann, wenn man nur ein paar Tage in der Stadt verweilt.

Ich musste zum Bahnhof fahren und der Partei sei Dank hatte die Station wo ich zustieg einen Automaten. Allerdings war dieser kaputt. Meine Begleitung informierte mich, über die tollen Möglichkeiten, die es jetzt gebe. Man könne nämlich auch ein Ticket beim Fahrer kaufen. Das koste dann allerdings € 2,70. Moment, ich solle mehr bezahlen, weil der Fahrkartenautomat der Bahnbetriebe kaputt sei? Mitnichten, man könne sich vom Fahrer eine Bestätigung unterschreiben lassen, dass an der Station kein funktionstüchtiger Automat sei und dann könne man zu den regulären Geschäftsöffnungszeiten bei der Leitstelle vorbeigehen und sich den Differenzbetrag wieder zurückerstatten lassen. Also € 1,70. Ich musste nicht lange überlegen um zu beschließen, dass sich das nicht lohne.

Der Zug kam an und unglaublicherweise hatte dieser einen Fahrkartenautomaten im Zugabteil selbst! Also alle Ärgernisse vergessen, jedoch – dieser Automat war auch kaputt. Nun ging ich zum Fahrer und wies in auf die kaputten Automaten hin und sagte ihm, dass ich jetzt keine € 2,70 zahle, denn ich sei gerade auf dem Weg Halle zu verlassen und habe nicht vor, wegen € 1,70 wiederzukommen. Der Fahrer grummelte irgendwas vor sich hin, ging zum Fahrkartenautomat schaute auf das Automaten-Display von dem ein bekannter blauer Windows-Fehlermeldungs-Bildschirm entgegen sprang, und sagte mit Sachsen-Anhaltinischem Dialekt: „Och, Nu, das ist ja alles in Englisch, wer soll das denn verstehen? Doofe Computer, och nu. Durch den Monsuuun.“

Durch den Monsun sagte er natürlich nicht, aber wir einigten uns darauf, dass ich bei ihm kein Ticket kaufen würde, er mich aber nicht beschützen würde falls Hallorische Fahrkartenkontrolleure ankommen würden.

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