Gedanken vom Pferd 53 – Gastkolumne von Weidler
Meine Erfahrungen aus einem Tag als Frau ergaben Folgendes:
– Sowohl Frauen als auch Männer fragen als allererstes, aus was die Brüste gemacht sind.
– Ich sehe keinen Sinn darin, dass Frauenjacken die Knöpfe links haben.
– Im Stehen pinkeln ist schwer mit Rock. Auch, weil die Federboa dauernd ins Klo fallen will.
– Absolut jeder bringt den „Du bist hier doch falsch“-Spruch auf den Toiletten. Auch die Frauen.
– Kajal-Stift kriegt man nie wieder weg.
– Meine Erinnerungen aus meinen Zeiten mit langen Haaren haben mit den Jahren
verklärt, wie sehr die Dinger einem auf die Nerven gehen.
– Es gibt eine flächendeckende Färbungscreme, die wie eine Kombination aus
Aufhellung, selektivem Weichzeichner, Kopierstempel und Sättigungssteigerung in
Photoshop wirkt, und zwar gleichzeitig. Sowas will ich auch.
– Als 1,90-Frau mit Körbchengröße D und bauchfreiem Top ist man sich den Blicken der Anwesenden sicher. Vor allem, wenn der bauchfreie Bereich behaart ist.
Bei meinem neuen Webhoster bekomme ich jetzt endlich auch die google-Suchbegriffe angezeigt, mit denen Leute zu den Gedanken Vom Pferd geraten sind:
– „ich möchte als mensch ein ei ausbrüten“
– „ich möchte wild gevögelt werden“
– „details von foltermethoden“Ausgezeichnet.
Ich sehe: Meine Zielgruppe erreicht mich.
Langsam bin ich ja doch für eine Abschaffung der Religionen.
Das wird der Welt zwar keinen Frieden bringen, ihr dafür aber die Ausreden nehmen.
Wenn jemand einen Schreibtisch erfindet, der an allen Seiten außer einem schmalen Bereich für die Armauflage hohe Kanten hat, die Dinge am Runterfallen hindern, und zur Sicherheit noch ein Auffangnetz drumherum – ich kauf einen.



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