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Köln, das Grauen in der Fußgängerzone

Einkaufen in Kölns Innenstadt ist eine Qual. Eine Prüfung. Wie viel schlechten Geschmack, Niveaulosigkeit und Proletentum kann man ertragen?

Los geht es am Hauptbahnhof. Vor mir auf der Rolltreppe stehen zwei fette Teenagermädchen – natürlich enge bauchfreie Shirts, Leggings und Plastikklimbim. Sie stehen nebeneinander, so dass da kein Durchkommen ist, ohne was zu sagen.

„Dürfte ich mal vorbei?“ Klar, verdutzt lassen sie mich vorbei, aber die eine sagt zur anderen „Ey, wieso muss man auf der Rolltreppe gehen? Kann doch die Treppe benutzen wenn er laufen will!“

Um Zeit zu sparen? Du solltest auch die Treppen laufen, damit Du nicht so fett bist!

Die Fußgängerzone hat allerdings alles, was das fette Teenagermädchenherz begehrt. Ein niveauloser Klamottenladen neben dem nächsten. Und zwar so niveaulos, dass die H&Ms schon richtig edel im Vergleich erscheinen. Unterbrochen wird diese Geschmacklosigkeitsorgie nur von ebenso geschmacklosen Fastfood-Ketten, die mit Vorliebe Rind an fette Teenagermädchen verfüttern.

Ab und an gibt es auch was, für ein anderes Klientel. Auktionshäuser. Für welches Klientel diese Läden allerdings sein sollen, ist mir ein Rätsel. Da gibt es saumäßig teures Geld verschiedene Gipfel der Geschmacklosigkeit zu kaufen, z.B. ohne Übertreibung einen zwei Meter hohen und drei Meter langen Gorilla aus Gusseisen. Und lauter ähnliches Zeugs, dass vielleicht afrikanische Diktatoren erfreuen könnte, aber wenn die Wohnungen der besser betuchten Kölner mit so etwas bestückt sind, dann möchte ich nie mehr Geld verdienen.

Kleine Anmerkung am Rande, ein „Spritzsieb“, also so ein flaches Ding gegen Fettspritzer aus der Pfanne, kostet im Kaufhof zwischen € 3,90 und  59,95! Das ist ja mal eine Preisspanne! Stellt Euch vor, ein Liter Milch würde zwischen 50cent und € 7,60 kosten! Auch schön, der Mediamarkt. Er feiert 10 jähriges Jubiläum, 10 Jahre Tiefstpreise und verkauft aus diesem Anlass eine Bügelstation, ein Bügelbrett inklusive Bügeleisen für nur …   € 790,-!!!*

(* Preis geschätzt, da ich den genauen Preis nach meinem Stadtbesuch vergessen habe und die Webseite vom Mediamarkt schlimmer ist, als das meiste, was ich je betrachten musste)

Ein ganz normaler Abend bei Mr. Murphy

Ein kleines Abendessen wollte ich mir machen. Bratwürstchen. Kleine Nürnberger Bratwürstchen mit Brot. Sonst nix. Also, Pfanne auf die Herdplatte, etwas Öl, Herdplatte an und warten, bis das Öl heiß wird.

Und warten.

Und warten.

Komisch – irgendwie wird das Öl nicht heiß, aber was riecht denn hier so verbrannt? Ah ja, ich habe die falsche Herdplatte angemacht. Ausgerechnet lag darauf noch ein Schneidetablett aus Plastik.

Okay, Desaster beseitigt, Zeitsprung nach vorne, weiter geht’s, die Würstchen sind fertig. Das Brot, gestern im Supermarkt gekauft, entpuppt sich als – schimmelig. Na super, gibt es eben Bratwürstchen ohne Beilage.

In Ermangelung der Beilage, lege ich eine Portion Würstchen nach, und versuche zumindest deren Geschmack mit etwas Chili-Red Pepper-Sauce etwas schmackhafter zu machen.

Ich setze mich aufs Sofa, den neuen Rechner mit DVBT-TV als Fernseher einsatzbereit, aber ausgerechnet der Kanal, den ich schauen möchte, geht nicht. Es ist, RTL, komisch. Der Sender, der Köln am nächsten ist.

Schaue ich halt Maischberger, denn RTL schauen ist ja eigentlich auch nicht gerade toll – und wie sagt man in Köln, es ist noch immer alles gut gegangen.

Literatur für den Nobelpreis

Manchmal verstecken schlechte Bücher Sätze, für die es sich gelohnt hat, durch 400 Seiten Unfug zu waten. So bei dem Buch von „Tamara Thorne“ – wobei das sicherlich nicht ihr richtiger Name ist, sondern ein Pseudonym eines Schreiberlings, der sich schützen will. Es heißt „Madelyn – Ort des Schreckens“. Der Ort des Schreckens, wo ich das Buch her habe, war die Crew-Bibliothek unseres Schiffchens und es reizte mich, denn auf dem Klappentext stand:

Warnhinweis: Schließen Sie die Tür. Verriegeln Sie alle Fenster. Und lesen Sie erst dann die erste Seite!

Der geschickte Gebrauch von Punkt Punkt Ausrufezeichen im Stile der Bild Zeitung, statt Komma und Punkt, fiel mir gar nicht auf, sondern zeigte seine Wirkung. Der erste Dämpfer kam allerdings, als ich die erste Seite las. Das stand nur

Thriller

Aber der Abschnitt, der nach vielen Seiten Gemetzels, Mordens, Hautabziehens, UFOs, Sekten, Cowboys und Engeln das Ganze wieder lesenswert machte, kam auf Seite 390:

„Wo ist Marie hin, Jungs?“, fragte er die Hunde. Die beiden hechelten und wedelten mit dem Schwanz, sagten aber kein Wort.

Ja! Scheiße verdammt, die Hunde sagten kein Wort! Blöde Hunde das!

Siehe auch:

Frank Schätzing ist ein Labersack

und

Frank Schätzing, zum 2.

und

Das passiert, wenn clevere Autorinnen ihre Bücher selbst bewerben müssen:

Ich wechsle den Hausarzt, ich wechsle die Hausklingel

Lieber Hausarzt,

Sie haben mich leider zum letzten Mal gesehen, ich suche mir einen neuen. Sie sind einer der Gründe dafür, dass Ärzte so einen schlechten Ruf haben. Neulich bin ich bei Ihnen vorbeigegangen, nur um mir ein neues Rezept von einem Mittel zu holen, das sie mir schon oft verschrieben haben. Als Sie es ausstellten, sagten Sie in einem Nebensatz, ob ich schon gegen Boreliose geimpft sei, das sei jetzt neu, diese Impfungen würden Sie anbieten und allen empfehlen.

Ich sagte „nein, viele Dank“ und ging. Das war die ganze Kommunikation. Warum bekomme ich nun eine Rechnung geschickt über eine eingehende Beratung zur Impfung?

Lieber UPS-Bote,

ich weiß nicht so recht, ob das wirklich an mir liegen soll, dass ihre letzten zwei Zustellungsversuche erfolglos waren. Meine Haustürklingel funktioniert und ich bezweifle, dass sie einen kurzen Aussetzer hatte, jeweils als Sie mich besuchen kommen wollten.

Ich fand zwei Zettel in meinem Briefkasten, dass ich dann und dann nicht anwesend gewesen sei. War ich aber. Außerdem – wie sind sie denn zum Briefkasten gekommen? Da muss Ihnen zumindest jemand die Haustüre geöffnet haben.

Warum haben Sie dem nicht das Paket gegeben? Im Haus, in dem ich wohne, leben 47 Parteien! Da wird doch wohl jemand zu Hause sein, ich glaube nicht, dass die sich weigern, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen.

Und wenn doch, dann sagen Sie mir, wer das war, dann schau ich da mal persönlich vorbei.

Gruß,

Manuel Wolff

Männer gegen Technik

Ja, es ist passiert. Als einer der wenigen eingebildeten Menschen, die noch einen PC haben, konnte ich mich freuen, dass gestern mein brandneues MacBook Pro geliefert wurde. Jetzt gehöre ich zu den eingebildeten Menschen, die einen Mac haben.

Aber diesen Text hier schreibe ich gerade noch mit meinem alten PC. Und den Upload zu meinem Blog mach ich auch mit PC. Ich kenn ja noch nicht mal ein FTP-Programm für den Mac. Ich würde den Mac ja schon längst benutzen, aber es kam, wie es kommen musste: Ich kapiere ihn nicht.

Klar ist er besser als PCs, es steckt ja nicht der böse Bill dahinter, klar hat er einen besseren Prozessor, alles ist viel geiler und wahnsinnig leicht zu bedienen, weil alles so logisch sei – Moment stopp! Dann wurde ich wohl durch jahrelangen PC-Konsum trainiert unlogisch zu sein. Ich kapier noch nicht mal, wo Dateien gespeichert werden. Und was die komischen Datei Endungen auf einmal bedeuten. Und als ich ein bisschen in der Systemsteuerung herumgesurft bin, hab ich kein einziges Wort verstanden. Dummerweise ist die mitgelieferte Bedienungsanleitung gerade mal so groß wie eine Postkarte. Das ist halt Style.

Deswegen wird es noch etwas dauern, bis ich mich in die Apple-Welt eingearbeitet habe. Wahrscheinlich auch, weil Gravis vergessen hat, alle kostenlosen Zusatz-Lock-Kaufangebote auch mitzuliefern.

Und dabei blicke ich noch nicht mal WordPress, die Software mit dieser Blog seit ein paar Tagen mehr oder weniger läuft. Damit hätte ich mich mal zuerst beschäftigen müssen.

Aber davor schon mit meinem neuen Handy. Das verstehe ich nämlich immer noch nicht. Heute kam eine SMS von „info“, ich hätte schon einen Monat lang keine Daten mehr gesichert, ich könne das unter „Synchronisation“ tun. Hu? Synchronisation wo? Im Handy selbst? Auf der o2-Webseite? Das Handy mit meinem Computer? Welcher Service hat mir da gerade eine SMS geschickt? Oder war es mein Handy selbst? „Info“ ist jedenfalls keine Nummer (Im Gegensatz zu der Handy Nummer von Matthias Ehlert, dem Veranstalter von „Uschitainment“, dessen Handy ständig klingelt, da ich ihn alle fünf Minuten anrufe, um zu fragen, wo mein Geld bleibt – er hat mich vor 2 Jahren für einen Auftritt gebucht und immer noch nicht gezahlt.)

Ich schweife ab. Mit dem Rechner kann ich jedenfalls nicht synchronisieren, denn zu diesem Zweck lieferte das neue Handy ja eine tolle Software mit, die „Sony Ericsson PC Suite“, die, nun ja, nur auf PCs läuft.

Seit einigen Jahren hab ich einen Drum Computer, der bei einigen meiner Auftritte zum Einsatz kommt. Genau verstanden wie der funktioniert habe ich immer noch nicht. Hätte ich mal tun sollen, bevor ich mir ein neues Handy, einen neuen Blog und einen neuen Rechner zulege. Allerdings, vor dem Kauf des Drum Computers hätte ich vielleicht erst mal die vielen Knöpfe meines Digitalpianos studieren sollen. Allerdings, wenn ich kein Piano hätte, wüsste ich vielleicht mittlerweile endlich, wie mein Radiowecker funktioniert.

Vom mp3-Player fange ich gar nicht erst an.

Wer bis hierhin gekommen ist und Mac versteht, könnte mir Nachhilfe geben. Mail mir, komm in Köln vorbei, ich spiel als Gegenleistung was auf dem Klavier vor. Oder ich gebe dir ein Jahr lang ein kostenloses Abonnement vom ui.-blog. Ach nee, der ist ja kostenlos…

Luftschlange stehen


Der Flieger von Mallorca nach Köln ist ganz schnell. Es sind viele, viele Kilometer zurückzulegen, doch in knapp 2 Stunden ist man da. Vom Flughafeneingang bis zum Sitzplatz im Flugzeug sind es Luftlinie schätzungsweise 200 bis 300 Meter. Allerdings braucht man für diese Strecke genauso lange wie für den gesamten restlichen Flug.

Zuerst muss man sich an den Check-in stellen und erst mal lange in der Schlange warten, danach geht es dann zur Passkontrolle. Wo man noch mal sich in eine riesige Schlange einreihen muss. Gürtel ausziehen, Notebook starten, Handgepäck und Kleingeld röntgen lassen, das gehört zum Pflichtprogramm.

Dann macht man sich auf den Weg zum Gate. Da gibt es diese tollen Rollbänder. Auf denen sich die deutschen Touristen breit machen, da sie nicht kapieren, dass sie nicht dazu da sind, damit man vollkommen einstellt einen Schritt vor den anderen zu setzen, sondern um schneller voranzukommen. Allerdings kommt man nach ein paar Metern nicht weiter, da alles voll gestopft ist, bleibt stehen und sieht, wie fleißige, nicht fußkranke Vielflieger nebenan auf dem regulären Weg dich überholen.

Am Gate muss man erst mal warten. Irgendwann wird das Gate geöffnet und es bildet sich schnell eine lange Schlange. Da man keine Lust hat endlos in der Gegend herumzustehen, will man warten, bis fast alle durch sind. Doch die Schlange wird einfach nicht kürzer und irgendwann hält man es nicht mehr aus und stellt sich an.

Die Dame die die Tickets kontrolliert ist in ihrer Langsamkeit unübertreffbar. Wenn sie an einem Kinoschalter arbeiten würde, würden die ersten Leute das Kino betreten können, wenn gerade der Abspann losgeht. Irgendwann ist man dann durch, doch leider kommt man da auch nicht ins Flugzeug, sondern muss erst mal auf einen Bus warten, der einen aufs Rollfeld bringen soll.

Wenn man dann im Bus ist, muss man wieder warten. Denn es kommen ja noch Nachzügler. Der Bus fuhr – kein Scherz – ungefähr 50 Meter bis zum Flugzeug. Tja, man durfte halt aus Sicherheitsgründen nicht selbst hinlaufen.

Alle steigen dann aus dem Bus aus, und auf den Treppen zum Flugzeug hinauf bildet sich wieder eine Schlange. Im Gang im Flugzeug dann auch, denn die Leute müssen ja unbedingt noch umständlich in ihrem Handgepäck herumkramen und herumräumen, anstatt sich erst mal zu setzen.

Da hilft auch nicht, dass die hinteren Reihen gebeten werden zuerst einzusteigen, da hält sich ja doch keiner ran. Ist ähnlich wie im Supermarkt, wenn eine neue Kasse aufmacht.

Vorurteile gegen Schweizer

Gestern bin ich mit dem Zug nach Zürich gefahren. In Köln war er sogar schon eine Viertelstunde vor der Abfahrtszeit da, so dass ich mir ganz bequem den Platz suchen konnte. Eine Viertelstunde nach der Abfahrtszeit stand er allerdings auch noch im Bahnhof. Der ICE wollte wohl noch ein bisschen den Kirchentag genießen, bevor er sich mit Verspätung in Bewegung setzte.

 

Irgendwann hat die Bahn doch mal mit so einer Statistik geworben, dass – waren es 90%? – fast alle Züge pünktlich seien. Also bei den Zügen, die ich benutze, ist genau die umgekehrte Statistik richtig. In 10% aller Fälle komme ich pünktlich an.

 

Jetzt aber, die große Überraschung, die Vorurteile, die wir gegen Schweizer haben, sind wahr. Die Verspätung wurde nicht aufgeholt. Bis zur Schweizer Grenze. In Zürich aber, kam der Zug exakt, auf die Minute genau, wie geplant um 19:58 Uhr an!!! Wie machen die das? Warum können die das und wir nicht? Wie können Schweizer gleichzeitig pünktlich und unendlich langsam sein – wie die Frau am Tramkartenschalter? Ich will das lernen, ich will hier bleiben, ich will Schweizer werden. Die Leute hier sind auch alle besser gekleidet und die Frauen sehen sowieso umwerfend aus. Dummerweise geht Sonntag schon der Zug zurück, ich muss meine Eltern besuchen. Der wird garantiert ab Deutschland Verspätung haben.

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