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Protestanten sind genauso schlimm!

Vor ein paar Jahren berichtete ich darüber, wie Millionen von katholischen Jugendlichen die ohnehin schon sehr katholische Stadt überfielen und wie eine Plage mehrere Tage lang den Weltjugendtag feierten.

 

Jetzt sind die Protestanten da. Nicht ganz so viele, aber auch diese überfielen die größtenteils katholische Stadt und breiten sich gerade mehrere Tage für den Kirchentag aus. Und sie sind genauso schlimm, wer hätte das gedacht. Eine Masse, die die ganze Stadt verstopft, vor allen Dingen den Hauptbahnhof, ein einziger Wulst an jungen Gläubigen, die allesamt bei Burger King anstehen, um zu futtern. Ist ja klar, die globalisierungskritischen Protestanten sind ja trotz Kirchentag nicht in Köln.

 

Und diese Jungs und Mädels sind so gut und so rein. Aber warum haben sie dann trotzdem so viele Pickel?

 

Aber sie sind freundlich, gut gelaunt, toll gläubig, hoffnungsfroh, voller Ideen und Zukunft – meine Güte, da wird man ganz neidisch. Wenn einem nicht das kotzen kommt. Allerdings ist der Neid wie weg, wenn man sich die Konversationen anhört. Man kommt ja nicht drum herum, so wenig Platz ist gerade in Köln. Die reden doch tatsächlich darüber, welches Schulsystem das Beste sei, wann man eingeschult werden sollte und wie viele Jahre Schule, 12 oder 13, denn nun von Vorteil sei. Dann darüber, dass Essen gehen doch eine gute Idee sei, die Aussage „Ich esse abends viel, ohne Völlegefühl kann ich nicht schlafen“ und Christpop.

 

Da hilft nur noch beten.

Mein Mitleid, 1und1!

Wie bereits erwähnt habe ich bei 1und1.de gekündigt und zu all-inkl.com gewechselt, selbstverständlich wegen des besseren und übersichtlicheren und schnelleren Services. 1und1 leistet meiner Meinung nach nichts. Nachdem ich 50 mal mich bei denen melden musste, da eine Kündigung ja nur schriftlich wirksam ist und ich dafür das Formular aus dem Support-Bereich ausdrucken solle, das aber nicht konnte, da dort nur stand, dass ich bereits gekündigt hätte, was aber nicht stimmte, da ich keine Kündigungsbestätigung sondern eine Aufforderung zu kündigen geschickt bekam und nie die E-Mails beantworten konnte, da sie ja automatisch generiert waren und auf meine Fragen kaum eingingen und ich mich immer wieder neu durch das Onlinesupport System hangeln musste, kam jetzt eine E-Mail, wo ich doch einen klitzekleinen Moment ein klein wenig Mitleid mit 1und1 bekam:

Sehr geehrte/r Herr Manuel Wolff,

schade, dass Sie uns verlassen möchten!

Hiermit bestätigen wir Ihnen die Kündigung des 1&1 WebHosting-Paketes mit
der Auftragsnummer*********

Na ihr Programm hätten sie wenigstens so ausfrickeln können, dass es automatisch bei Herr geehrter und bei Frau geehrte schreibt, aber egal.

Wir bedauern sehr, dass Sie gekündigt haben. Deshalb bitten wir Sie um
einen Rückruf unter der kostenfreien Rufnummer

0800 *** ** **

Äh was? Warum? Ich? bei Euch? Nö. Ruft doch selber an, wenn ihr was wollt, ich hab gekündigt, ich muss gar nix, ihr könnt mich mal … in Ruhe lassen.

Warum? Das erklären wir Ihnen gerne!

Na jetzt bin ich aber gespannt.

1&1 ist einer der führenden Webhostinganbieter in [Europa/Deutschland],
weit über fünf Millionen Domains werden für Kundenwebsites gehostet.
Darum interessiert es uns natürlich umso mehr, warum Sie uns verlassen
möchten. Nur mit Ihrer Hilfe können wir uns verbessern und unseren hohen
Qualitätsanspruch für Sie weiter sichern.

Aha, und was bringt das mir? Ich hab 1und1 schon genug Feedback gegeben, nächstes Mal schreib ich ne Rechnung.

Wir setzen auf Ihren Rückruf und hoffen Sie mit einer frischen Idee und
einem interessanten Angebot begeistern zu können.

Nein, Danke. Schreib ich Euch in einer Mail … ach so, geht ja nicht, auf die automatisch erstellte Mail kann man ja nicht antworten.

Was ist übrigens [Europa/Deutschland]?

Preisverwirrung

Im Briefkasten lag ein Prospekt von Freenet: „Willkomen im grünen Bereich“. Ein großer runder roter Button wirbt: „mtl. nur € 19,95“ … ja, aber für was? Direkt drunter ein quadartischer button: „DSLflat + Telefonflat mtl. nur € 15,-“ … ja wie denn nun? Und dann steht da noch „statt €10,90“ durchgestrichen. Also statt € 10,90 im Monat kostet der Telefonanschluß mit DSLflat und Telefonflat €15 Euro, man spart also minus € 4,10? Mitnichten. Man muss das zusammenzählen, der Telefonanschluß mit allem drum und dran kostet meinen Berchnungen nach eingehendem Studium des Prospektes insgesamt € 34,95. Na so günstig ist das ja gar nicht mehr.

Auswahl 2006

2. Januar: Wo ist die Zukunft?
Ich finde es doof, jetzt ist schon 2006 und immer noch haben wir keine schwebenden Autos in den Straßen und wohnen auch noch nicht im Weltraum.

3. Januar
Wo wurde das bekannt gegeben, bzw. seit wann, bzw. wer hat das noch nicht mitgekriegt, dass Großbriefe jetzt Euro 1,45 statt Euro 1,44 kosten? Ich musste jetzt extra zur Post laufen, um eine 1-cent Briefmarke zu kaufen. Da ich mich nicht in die Schlange stellen wollte, denn wegen eines Cents war mir eine halbe Stunde Warten dann doch zu viel – obwohl, wäre schon lustig „ich hätte gerne eine Briefmarke für 1 Cent, Sie Arschloch.“ – machte ich mich an dem Briefmarkenautomat zu schaffen. Da ich nur ein 5 Cent Stück hatte schmiss ich dieses rein, aber der Mistapparat gibt ja kein Wechselgeld, sondern den Restbetrag in Markenwerten zurück. Jetzt habe ich zwar meine 1 Cent – Briefmarke, aber auch eine völlig nutzlose 4 Cent – Briefmarke.

Weidler wusste auch nicht Bescheid, ihm wurde vor ein paar Tagen ohne auch nur einen Hinweis eine 10er-Set mit 1,44 – Briefmarken erkauft, ohne dass irgendjemand auch nur irgendetwas gesagt hätte.

5. Januar
Nachdem ich gestern im RTL-Nachtjournal einen weiteren Exklusivbericht mit Susanne Osthoff gesehen habe, glaube ich mittlerweile, dass es keine Leistung der neuen Bundesregierung war, dass die Terroristen Osthoff frei ließen. Sie ertrugen die Frau einfach nicht mehr.

10. Januar
Die Frau im Supermarkt vor mir hat – ich habe gezählt – sage und schreibe 44 Knoblauchknollen gekauft. Und ein wenig Hackfleisch. Die armen Vampire.

28. Januar: Terrordusche
Genauso wie die Amerikaner die Welt ausschließlich in schwarz und weiß, gut und böse, Cowboy und Indianer, Amerikaner und Nicht-Amerikaner, Bush-Befürworter und Terroristen-Sympathisanten einteilen, teilt die Dusche in meiner Unterkunft das Wasser ausschließlich in eiskalt und Verbrennungen-dritten-Grades-heiß ein.

1.März
Heute war ich zum ersten Mal am Strand und habe ein Rezept für Superkleber gefunden: Man gehe zuerst im Salzwasser baden, wälze sich dann im Sand beim Versuch sich auf das windige Handtuch zu setzen und verreibe diesen dann am ganzen Körper mit Sonnenmilch. 2 Stunden warten, dann ins Restaurant gehen und Chicken Wings mit klebriger Sauce essen, diese in den Händen verreiben.

Wenn man dann eine Papierserviette anfasst, klebt diese so fest an den Händen, dass sie sogar mit Wasser nicht mehr abzubekommen ist.

27.März
Mal eine Frage an die anwesenden Damen. Wozu Haarverlängerungen? Haare wachsen doch von selbst. Und lacht sich der Friseur nicht ins Fäustchen, wenn er gleichzeitig Haare schneidet und wieder anklebt? Das nennt man wohl Geschäftssinn. Außer man bekommt für Haarverlängerungen Kohle und muss nicht blechen.

4.März
Leute, die schräg gestreifte Hemden tragen, sollten auch schräg laufen.

7.Mai
Beim Wienerwald-Express-Imbiss um die Ecke gibt es „Chicken Spare Ribs“ … was das denn?

 

11. Mai
Ich werde alt. Der Ton am Computer war zu leise, also nahm ich die Fernbedienung des Fernsehers und versuchte lauter zu stellen. Als das nicht klappte, wechselte ich die Batterien der Fernbedienung aus.

15. Mai
Warum haben Supermärkte immer mehr Kassen, als sie jemals zeitgleich geöffnet haben?

Und das Prinzip der Schnellkassen verstehe ich nicht. Man darf an die Kassen, wo man weniger lange ansteht, wenn man weniger als 5 Produkte kauft? Man wird also belohnt, wenn man wenig einkauft, bestraft, wenn man viel einkauft. Andersherum wäre doch viel geschäftstüchtiger.

11. Juni, Die Nachrichten
Kathmandu (AFP) – Das Parlament von Nepal hat die Befugnisse des Königs weiter eingeschränkt und ihm faktisch seine politische Macht entzogen. Wie am Sonntag offiziell in Kathmandu mitgeteilt wurde, verabschiedeten die Abgeordneten am Samstagabend einstimmig ein Gesetz, wonach König Gyanendra kein Veto mehr gegen Gesetze einlegen kann.

Was aber, wenn er dagegen ein Veto einlegt?

21. Juni, Snooze
Heute Morgen war ich in einer endlosen Schlummerknopf-Schleife gefangen. Der Wecker klingelte, um kurz nach 8, ich drückte auf den Schlummerknopf. 10 Minuten später wieder das gleiche Spiel, Snooze! Und wieder, und wieder und wieder. Man muss wissen, dass ich den Wecker extra auf der anderen Seite des Zimmers aufgestellt habe, so dass ich wirklich aus dem Bett kriechen muss, um auf den Knopf zu drücken. Und danach krieche ich wieder zurück ins Bett und träume weiter. Alle 10 Minuten zurück zu einem neuen Traum. Die Träume werden mit jeder Schleife immer phantastischer und verrückter, was vielleicht daran liegt, dass der Radiowecker genau zwischen 2 Frequenzen steht, um mit dem Krach von 2 Radiostationen gleichzeitig mich wirklich aus dem Bett zu bewegen – nur um die Schlummertaste wieder zu drücken. 2 Stunden lang ging das Spiel, dann klingelte mein Telefon. Also krabbelte ich aus dem Bett und drückte auf den Schlummerknopf. Doch es klingelte weiter. Als ich dann merkte, dass das Geräusch vom Telefon kam, nahm ich den Hörer ab und legte auf. Kann ja in 10 Minuten noch mal anrufen.

20. Juli
auf dem Nachrichtenmonitor in der U-Bahn las ich, dass die Geburtenrate immer weiter abnimmt. Schon seit 1990 würden in Deutschland mehr Menschen sterben als auf die Welt kommen. Das ist natürlich Blödsinn, denn man kann nicht sterben, ohne auch davor auf die Welt gekommen zu sein.

16. August
In einem TV-Bericht über eine dicken reichen Typen, der in Thailand ins Gefängnis gesteckt wurde, hiess es „Freunde nannten ihn liebevoll ‚Kilo'“. Aha. Wie soll das denn gehen, das ist genauso wie wenn Freunde ihn liebevoll ‚Fettsack‘ nennen würden.

22. August
Der Banddleader einer meiner Bands bekam eine Anweisung von mir, die ich zweimal erklärte, weil er sie nicht zu verstehen schien. Daraufhin sagte er zu mir:

„yes, I understand, but I don’t understand.“

25. August
Der eine Solist aus dem Showensemble singt in seinem Soloprogramm, dass ich auf dem Klavier begleite ein Lied namens „I Gaze in your Eyes“. Es handelt sich dabei um einen Text von Cole Porter, zu dem sein Londoner Gesangslehrer eine Musik geschrieben hat. Der Solist beschrieb mir den Mann als „fat old gay man“. Folglich denke ich an der Stelle des Höhepunkts des Liedes – „and … I … gaze and gaze and gaze … in your eyes!“ – immer an „Gays and gays and gays in your ass!“ und muss mich sehr zusammenzureissen, nicht mitten im Programm lachend vom Klavierstuhl zu fallen.

 

31. August
Ein paar Sachen von der Welt draußen bekommt man ja dann doch mit hier auf dem Kahn. Das „Verliebt in Berlin“ – Finale steht an. Oder stand an. Nach unzähligen Folgen wird Lisa jetzt also endlich hübsch. Das hätten die doch einfach haben können. Anstatt Hunderte von Folgen eine gut aussehende Schauspielerin hässlich zu Schminken, hätten die doch einfach eine hässliche Schauspielerin nehmen können und fürs Finale hübsch schminken. Wäre doch viel weniger Aufwand und wahrscheinlich auch billiger.

Apropos Blondinen. Dass Tagesschausprecherinnen nicht unbedingt was in der Birne haben, bewies ja schon die, deren Name entfallen ist, die damals bei der Tagesschau aufhörte, weil sie in Hollywood eine große Karriere starten wollte, was damit endete, dass ihre Darmspiegelung live übertragen wurde.

Aber jetzt haben wir ja Eva Herman, die bei den Nachrichten aufhört, wegen ihres Buches, dass nicht viel mehr sagt, als dass ihr Mann sie schlägt und sie das so richtig geil findet: „In ihrem Buch ‚Das Eva-Prinzip – Für eine neue Weiblichkeit‘ plädiert die Autorin nach Angaben des Schweizer Pendo-Verlags für ‚eine Rückkehr zur traditionellen Wahrnehmung der Geschlechter, um die Familie und damit die ganze Gesellschaft vor dem Aussterben zu bewahren.‘ – Interessantes Szenario. Feministinnen sind also schuld, dass die Menschheit ausrottet. Ob man daraus einen Film machen kann? Meteoriteneinschläge, Flutwellen, Klimakatastrophen, Außerirdische und Gleichberechtigung sind also die Gefahren, die das Experiment Mensch zum scheitern bringen können. Was heißt überhaupt „neue Weiblichkeit“, wenn man für eine Rückkehr zu etwas plädiert, sollte man das nicht „neu“ nennen. Tsss, Frauen und Logik.

5. September, Wo kommen blaue Flecken her?
Hier an Bord haben alle blaue Flecken und niemand wußte bisher, woher. Es gibt keinen „fight club“ an Bord, wo wir uns heimlich prügeln. Aber jetzt habe ich – der bisher von blauen Flecken verschont blieb – herausgefunden, warum wir alle übersäht sind: Die Badezimmer sind zu klein.

Beim Duschen fiel mir die Seife runter. Als ich sie aufheben wollte, staß ich mit dem Beim an die Toilettenschüssel, so dass ich die Balance verlor und mit der Schulter an die Türkante knallte. Als ich dann auf der Seife ausrutschte, riss ich das Wasser auf kochend heiß. Jetzt gehöre ich zum Club der blauen Flecken dazu.

26. September
In der Pfalz gibt es einen Ort, der sich stolz als größtes Dorf Europas bezeichnet. Muss ihnen ja niemand sagen, dass das nicht wirklich ein Grund ist, es möglichst publik zu machen, aber der Ortsname ist auch nicht viel besser: Hassloch. Hassloch hätte aufgrund der gestiegenen Einwohnerzahlen schon längst Stadtrechte haben können, aber sie wollen lieber das größte Dorf Europas sein. Und das ist noch nicht alles, Hassloch ist auch das durchschnittlichste Dorf Deutschlands. Wer hätte gedacht, dass Durchschnittlichkeit ersterbenswert ist. Meinungsumfragen, Testeinkäufe, Statistiker – das findet man dort zuhauf, denn Hassloch ist einfach deutscher Durchschnitt. Wie schlimm deutscher Durchschnitt ist, sieht man dann, wenn man mal durch Hassloch geht. Langeweile, Spießer und Gartenzwerge im Vorgarten. Aber im Grunde genommen stimmt das ja gar nicht. Europas größtes Dorf ist eindeutig Köln.

24. Oktober
In Catania sind die Zebrastreifen auf den Straßen nur zur Verzierung da und in Neapel sind Ampeln nur ein Vorschlag.

1. November
Warum behandeln alle Nonnen so freundlich und zuvorkommend? Was haben Nonnen, was andere nicht haben? Nonnen sind doch auch Menschen, wie Du und ich, die einfach ein wenig auf die schiefe Bahn geraten sind. Ich finde es ja gut nett und freundlich zu sein, aber bitte nicht ausschließlich zu Nonnen. Was ist das, Mitleid? Weil sie keinen Sex haben? Und warum ist dann niemand zu mir freundlich und zuvorkommend?

2. November
Ich habe gestern etwas gelesen, was mein Leben verändert hat. Leider habe ich vergessen, was es war.

7. November: Bringdienste in Köln
Wenn man sich in Köln etwas zu Essen bringen lassen will, hat man nicht die Qual der Wahl zwischen Pizza, China-Mann oder mexikanisch, sondern zwischen vielen Bringdiensten, die alle aber das Gleiche anbieten: italienische, mexikanische, indische, chinesische, griechische „Spezialitäten“ und Schnitzel. Das finde ich fürchterlich. Ich will Pizza von Leuten, die sich auf Pizza spezialisiert haben und nicht von welchen, die gleichzeitig versuchen Nasi Goreng herzurichten und ein Schnitzel zu panieren und dabei vergessen, von welchem Tier das Fleisch für Gyros stammt. Das ist ja, wie wenn ich zum Friseur gehe und der mir gleichzeitig noch eine Lebensversicherung verkauft und ich mir danach bei ihm noch eine Jeans aussuchen kann. Oder wenn es am Bahnschalter nicht nur Bahntickets gibt, sondern auch Schokolade, Toilettenpapier, einen Bausparvertrag und Karnevalsartikel.

11. November:
Wenn man viel herumreist und mit der Bahn fährt, hält man sich auch lange in Zeitschriften-Läden der Bahnhöfe auf, weil man denkt, für die Fahrt etwas Lesestoff zu bekommen. Mitnichten! Ich meckere ja gerne über die Inhaltslosigkeit des Privatfernsehens, über 30 Kanäle und nur Müll, aber wenn man sich mal genauer umschaut, bei den Zeitschriften ist das ja auch nix anderes. Es gibt zig Frauenzeitschriften, eine handvoll Männerzeitschriften, hunderte PC und Spielemagazine, Musikmagazine, Lifestyle, Fitness und so weiter, aber wenn man sich mal die Titelblätter anschaut oder gar in den Inhalt schaut – da steht nichts drin! Zumindest nichts, was nicht schon in der Ausgabe davor auch drin stand. Oder was die Konkurrenz nicht auch schon geschrieben hätte. Oder was man nicht anderswo schon tausendmal gehört, gesehen, gelesen hat. Wie viele Seite Buchstabenverschwendung sich wohl täglich in so einem Laden anhäufen?

 

 

 

Über die Schwierigkeiten einen Mac zu kaufen

1. Versuch, vor vielen, vielen Wochen:

Ich habe jetzt PCs und Windows endgültig satt. Ich habe jetzt endlich und definitiv entschieden mir ein Macbook zu kaufen. Tja, nur gibt es Mac nicht überall. In die Großmärkte will ich nicht, online bestellen auch nicht, sondern ich brauche eine Beratung, also gehe ich zum einzigen lizenzierten Apple-Verkäufer, zu Gravis. Was ist übrigens der Unterschied zwischen Mac und Apple?

Also gehe ich in den Laden, der noch nicht mal voll ist, schaue mir ein paar Rechner an und versuche Blickkontakt mit den Verkäufern aufzunehmen, um ein Beratungsgespräch zu führen. Allerdings werde ich keines Blickes gewürdigt, und mein Selbstbewusstsein sinkt von Minute zu Minute. Unverrichteter Dinge gehe ich wieder, kauf ich mir den Mac halt woanders. Ach so, geht ja nicht…

2. Versuch, vor 5 Tagen:

Ich nehme mir noch mal ein Herz und suche den Laden auf. Diesmal erhalte ich auch gleich ein ausführliches Gespräch. Der Verkäufer notiert welchen Mac ich will und dann reden wir noch endlos über Zusatzzubehör. Als wir fertig mit dem Gespräch sind, ist das letzte Macbook schon von einem anderen verkauft. Und nun? Da ich am nächsten Tag für einige Tage verreise und es eigentlich schon mitnehmen möchte, bietet mir der Verkäufe an, das Ausstellungsstück für hundert Euro weniger zu nehmen. Na gut, das ist nicht unbedingt eine große Ersparnis, aber ich habe es eilig. Allerdings dauert die Einrichtung und Umrüstung ca. drei Stunden, sie würden mich anrufen, wenn das Gerät fertig sei. Okay, machen wir es so, allerdings weiß ich dann nicht, ob ich es noch an dem Tag oder am nächsten Tag kurz vor der Abfahrt abholen kann.

Allerdings kommt überhaupt kein Anruf. Auch am nächsten Tag nicht. Und ich muss die Reise ohne den Mac antreten.

Vorgestern: Ich bin zurück von meiner Reise, rufe im Laden an und frage nach, da noch immer kein Anruf kam, was denn los sei. Ja, der Mac sei fertig, wird mir gesagt und sie wüssten auch nicht, warum sie sich nicht bei mir gemeldet hätten, warum habe ich denn nicht angerufen? Nun, also ich hab ja auf den Anruf gewartet und dann war es zu spät und ich musste packen und schnell los und und und … Moment mal, warum rechtfertige ich mich? Ich bin doch der Kunde und die haben doch gesagt, sie rufen mich an, wieso bin auf einmal ich schuld? Ich vereinbare den Rechner am nächsten Tag abzuholen. Und ich vergesse nicht, noch mal meine Unzufriedenheit auszudrücken, denn das Vorführgerät wollte ich ja nur schnell haben, damit ich den Rechner auf die Reise mitnehmen kann. Jetzt möchte ich eigentlich nicht für hundert Euro weniger ein Gerät, das schon seit Januar tagein tagaus im Laden steht. Tja, da könne man jetzt nichts mehr machen, wird mir gesagt.

3. Versuch, gestern:

Ich gehe in den Laden, will den Rechner abholen, alles wird gebracht, es geht ab an die Kasse. Knapp 2500,- Euro mit allem drum und dran und ich zücke meine Kreditkarte. „Nee, Kreditkarte akzeptieren wir nicht.“ … wie bitte? Bei solchen Großeinkäufen keine Kreditkarte? Mit was soll ich denn sonst bezahlen? Die Verkäuferin meint, ich könne meine EC-Karte probieren, aber da die EC-Karten meist ein Abhebungslimit von 2000 Euro pro Tag haben, ginge das wohl auch nicht. Wir probieren es und natürlich klappt es nicht. „Tut mir leid“ sagt die Verkäuferin. Wie, und wie soll ich das Teil bezahlen? Ja, bar. Bar? Zweieinhalbtausend-Euro in Bar? Wer trägt denn so viel Bargeld mit sich rum? Und wo soll ich das jetzt herbekommen? Schließlich ist Samstag und die Banken haben zu.

Am Neumarkt hätten die Banken auf, werde ich informiert. Also gehe ich los zum Neumarkt und die Banken haben zu.

Mir wurde auch noch vorgeschlagen am Geldautomat mit der Kreditkarte Geld abzuheben, was ein saublöder Vorschlag ist, da er mich dann noch mal massig extra Gebühren kosten würde. Verzweifelt ersuche ich es dennoch, aber ich habe meine PIN-Nummer der Kreditkarte nicht mit.

Also gehe ich zurück zu dem Geschäft, obwohl sie es eigentlich nicht verdient haben und informiere die Verkäuferin, dass es nicht geht und dass sie mich gerade zur Bank geschickt hat, die zu hat, obwohl sie mir versichert hat, dass sie auf hat. Und dass ich den ganzen Weg in die Stadt schon zum dritten Mal umsonst gegangen bin. Und dass doch jeder anständige Laden, der was von seinen Kunden will, Kreditkarten akzeptiert.

Die Verkäuferin sagt, nein, in Deutschland sei das etwas kompliziert und sie könne ja nichts dafür, ich könne am Montag wiederkommen. Es gäbe noch drei weitere Möglichkeiten. Sie könnten mir eine Rechnung schreiben, aber dann bekomme ich den Rechner erst, sobald die Rechnung komplett bezahlt ist. Oder ich mache eine Überweisung, aber dann bekomme ich den Rechner erst, wenn die Überweisung eingegangen ist. Der Überweisungsbeleg würde mir nichts nutzen. Oder ich mache eine Anzahlung.

Aber den Rechner würde ich erst bekommen, wenn ich komplett bezahlt hätte. Wozu soll ich dann so eine gottverdammte Anzahlung machen? Damit der Laden früher Geld hat? Aber ich später den Rechner? Das macht alles keinen Sinn, verärgert verlasse ich den Laden.

Jetzt muss ich mir überlegen, ob ich am Montag wieder da hin gehe. Wahrscheinlich schon, denn ich brauche den Rechner, mein alter ist nämlich mittlerweile so schwach, dass er jederzeit den Geist aufgeben könnte. Verdammt, nicht der Kunde, sondern der Verkäufer ist König. Brutaler Tyrann, gar.

Das Cover-Girl

Es gibt Fragen, die treiben uns die Schamesröte ins Gesicht. Bei dem Versuch, sie zu beantworten, geraten wir ins Stottern.

„Wo kommen Babys her?“

„Was ist Sex?“

„Was ist ein Wichser?“

Diese gehören zu der schlimmeren Sorte. Nicht ganz so schlimm ist die Frage, die mir kürzlich gestellt wurde:

„Manuel, was ist denn ein Cover-Girl?“

Wie soll man das denn erklären ohne in Verlegenheit zu geraten? Nackte Frauen auf den Titelblättern der Zeitschriften lassen die Auflage steigen, weil wir Männer ziemlich einfach gestrickte Wesen sind. Und warum?

Zum Glück wurde mir diese Frage gar nicht von einem allzu naseweisen Kind gestellt, sondern von meiner quietschfidelen Oma. Anscheinend war dieser Begriff erst vor kurzem zum ersten Mal in ihrem noch jungen 82-jährigen Leben aufgetaucht.

Kurz, knapp und knackig konnte ich antworten. Ich musste nicht besondere Vorsicht bei der Wortwahl walten lassen. Ich musste nicht versuchen, auf holprigen Pfaden groß und breit die Unterschiede der männlichen und weiblichen Psyche zu erklären. Ich konnte direkt antworten:

„Oma, ein Cover-Girl ist ein Mädchen, das vorne auf einem Magazin drauf ist, auf dem Cover.“

Meine Oma stutzte kurz. Mit ihrer Reaktion hätte ich allerdings nie und nimmer gerechnet:

„Ach so. Also nicht ein Mädchen, das gedeckt werden muss?“

Ey, Alter, deutsch

Ich bin gerade beim Poetry Slam auf dem letzten Platz gelandet. Dem allerletzten. Mit am Abstand am wenigsten Punkten. Die Schweine. Alle, die Jury, das Publikum, die anderen Vortragenden, die abwesenden Unterstützer meiner Person. Fuck.

Die Texte die ich vorgetragen habe, waren der hier und der hier. Die Jury bestand aus dem Veranstalter, der dazu sagte: „Ich sag dazu nix“ und mir 6 Punkte gab, seine bisher schlechteste Wertung. Ein Typ, der früher am Poetry Slam teilgenommen hat, der sagte: „Wenn man über nix schreibt, das ist schwer.“ Und eine Freiwillige Jurorin aus dem Publikum. Eine Lehrerin, die mit ihrem Deutsch-Leistungskurs da war. Die sagte, in dem Text hätte sich zu viel wiederholt. Schade, darum ging es in dem Text doch eigentlich.

Zusätzlich zur Jury-Beurteilung konnte das Publikum noch Rosen und Schwämme werfen, die weitere Plus- bzw. Minuspunkte bedeuteten. Ein paar Rosen bekam ich ab – das war wohl Mitleid – aber der ganze versammelte Deutsch-Leistungskurs schmiss geschlossen mit Schwämmen. So hatte ich am Ende 10 Schwämme. Schüler sind Wichser. Mit Pickeln.

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