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Gustl Mollath Freispruch! Aber hat er trotzdem seine Frau geschlagen?

Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass Mollath seine Frau brutal geschlagen hat, trotzdem wird er freigesprochen und bekommt sogar noch Entschädigung – oder verstehe ich die Meldung falsch?

 

gustl mollath freispruch

Vor etwas mehr als einem Jahr war Gustl Mollath fast täglich Titelthema in der Presse, weil er seiner Meinung nach ungerechtfertigterweise und natürlich gegen seinen Willen in der Psychiatrie festgehalten wurde und zwar schon 7 Jahre lang. Es sammelten sich viel Unterstützer, die das Gleiche dachten und von einem riesigen Justizskandal sprachen, trotzdem schien die Situation vertrackt, weil man gesprochene Urteile ja nicht einfach so aufheben kann.

Doch dann kam er plötzlich völlig überraschend und sehr überstürzt frei, es ging fast schneller als der plötzliche Fall der Berliner Mauer. Auch ich hatte damals dann schnell ein Video dazu gedreht:

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Doch danach, außer ein paar Auftritten in Talkshows, wurde es recht schnell ziemlich still um Mollath. Also ein kleiner Fan-Kreis, der gegen psychiatrische und Justizskandale aktionieren will, blieb, aber das Interesse der Allgemeinheit, zumindest das Interesse der Presseschlagzeilen war weg.

Ich dachte ja damals, was, wenn sich in Freiheit rausstellt, der ist tatsächlich verrückt? Was dann? Oder aber, was, wenn er tatsächlich nicht verrückt ist? Dann müssen in dem Skandal doch noch einige Köpfe rollen und Positionen frei werden und vor Gericht gezerrt werden.

Nun ja, jedenfalls habe ich mich kürzlich, nachdem ich ihn schon fast vergessen hatte, gefragt, was ist denn aus ihm geworden? Und da sehe ich heute morgen die Breaking News, dass er im Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen wurde.

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Also, er habe ja Autoreifen zerstochen und seine Frau verprügelt, bzw. misshandelt, wie das Gericht es sagt und es gab ein Wiederaufnahmeverfahren. Das wusste ich zum Beispiel gar nicht. Jetzt habe ich aber auf SpOn gelesen, dass er von dem Vorwurf freigesprochen wurde, aber ich muss zugeben, so ganz verstehe ich es nicht. Also ich möchte mir nicht anmaßen, das Gerichtsurteil zu kritisieren, sondern ich verstehe es wahrscheinlich nur nicht, weil der Artikel es unklar ausdrückt. Aber ich muss halt mal fragen:

In der Neuauflage des Prozesses ist Mollath freigesprochen worden, aber das Gericht sah es „als erwiesen an, dass Mollath seine damalige Frau im Jahr 2001 körperlich schwer misshandelt hat. Er habe sie mehrfach mit der Faust geschlagen und anschließend getreten, gebissen und gewürgt, urteilte das Gericht.“ (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/gustl-mollath-von-gericht-in-regensburg-freigesprochen-a-985731.html)

Warum dann Freispruch? Tja, weil es nicht auszuschließen sei, dass er zur Tatzeit nicht psychisch schuldunfähig war. Okay, na gut. So wie ich das verstehe, heißt das ja, es steht fest, die Taten haben stattgefunden, aber da es sein könnte, dass er verrückt ist, kann man ihn dafür nicht schuldig sprechen. Wohl aber in die Psychiatrie stecken.

Nur heißt es ja auch, er sei zu unrecht in der Psychiatrie gewesen. Aber: „Zudem sprach das Gericht Mollath eine Entschädigung wegen der jahrelangen Unterbringung in der Psychiatrie zu. Es gebe keine Hinweise auf eine Geisteserkrankung. Damit stellte die Vorsitzende Richterin Elke Escher fest, dass die Unterbringung in der Psychiatrie unrechtmäßig war.“ (SpOn)
Ja was denn nun? Beides geht doch nicht, oder? Wie seht ihr das? Findet ihr das richtig, sowohl die Entschädigung zu bekommen, als auch für das Verprügeln seiner Frau nicht verurteilt zu werden? Sehe nur ich da einen logischen Fehler?


Komischerweise findet Mollath das Urteil auch nicht in Ordnung und will nur Rechtsmittel gegen den vollkommenen Freispruch einlegen. Das ist für mich irgendwie schon verrückt. Ihm passt aber die Urteilsbegründung nicht. Allerdings geht das bei einem vollkommenen Freispruch nicht. Wäre ja noch schöner. Wohl aber in Revision gehen bzw. das Urteil anfechten, können die Staatsanwalt und Mollaths Ex-Frau.

Aber das ein Angeklagter einen Freispruch nicht akzeptieren will, da hört es doch auf, oder?

Die 50.000 Euro Entschädigung findet er auch nicht so prall, „Von üppig kann keine Rede sein. In solchen Anstalten ist es schlimmer als in deutschen Gefängnissen“. Na dann soll er mir halt die 50.000 geben und stattdessen ins Gefängnis gehen, wenn es da so viel besser ist, als in der Psychiatrie.

Mollath Demonstration pic by JG-NF (https://www.flickr.com/photos/68082922@N06/) under creative commons (CC BY 2.0) (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/) via flickr.com

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Gustl Mollath frei – irre, oder?

 

Gustl Mollath ist ein freier Mann

Heute hat das Gericht entschieden: Sofort und unverzüglich ist Gustl Mollath freizulassen. Wie kommt das so plötzlich? Und wer parkt jetzt seine Autos um? Bekommt Markus Lanz oder Cindy aus Marzahn den freien Platz in der Psychiatrie? hat Nina Hagens Einsatz den Prozess verschnellert oder geschadet? Und wer geht jetzt mit Gabriele Pauli in die Oper? Fragen über Fragen, was ist Eure Meinung, hier ist ui! Viel Vergnügen!

Und wenn Euch der Beitrag gefallen hat, gebt bitte etwas Props und Love zurück, in dem ihr:

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– Das Video auf Twitter, Facebook, Tumblr, etc. weiterverbreitet.

Danke.


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Mountain Dew verwandelt Mäuse in Gelee

Ein Tier-Pathologe sagte vor Gericht aus, dass eine in einer Mountain Dew – Dose gefangene Maus in eine Gelee-artige Substanz verwandeln würde. Iiiiiih!

Also die Geschichte geht so: Angeblich gab es einen Gerichtsfall gegen Pepsi, weil ein Mann behauptet hatte, eine Dose Mountain Dew getrunken zu haben, in der er dann eine tote Maus fand. Die Verteidigung fochte das an mit eben der Begründung, dass … oh man, ich ma mir das gar nicht vorstellen, wie ekelig!

Gerüchte über Mäuse in Soda-Flaschen und Dosen haben eine lange Geschichte in der Welt der urbanen Legenden. Und was Cola alles auflösen kann und wie giftig es sei, wird ja auch immer debattiert. Man kann ja auch den Toilettenabfluss mit Cola reinigen, weil Cola so schön agressiv ist. Diese Geschichte stimmt allerdings wirklich:

Im Februar 2011 wurde PepsiCo von Ronald Ball verklagt. Er habe bei der Arbeit aus dem Automaten eine Dose Mountain Dew gekauft und eine tote Maus darin gefunden. PepsiCo verteidigte sich, indem sie einen Wissenschaftler heranzogen, der sagte, dass wenn die Maus seit der Abfüllung in der Dose gewesen sei, ihr Körper sich in eine geleeartige Substanz gewandelt hätte.

Ronald Ball behauptete, die Dose gekauft zu haben, einen Schluck genommen zu haben und ihm sei sofort so schlecht geworden, dass er sich erbrochen habe. Dann nahm er einen Styroporbecher und kippte den Inhalt der Dose aus und eine Maus ploppte heraus. Bevor er die Dose gekauft habe, sei sie verschlossen gewesen und niemand hätte sie in irgendeiner Weise präpariert.

Dr. McGill, der Veterinär-Pathologe der Verteidigung hingegen behauptete, dass wenn eine Maus 30 Tage oder länger in einer verschlossenen Dose mit Mountain Dew gewesen sei, es keine Maus mehr wäre, wegen des Säuregehaltes des Getränks:

– 4 bis 7 Tage nach der Abfüllung hätte die Maus kein Kalzium mehr in ihren Knochen

– ihr Bauchfell und wahrscheinlich auch ihr Kopf würden aufbrechen

– nach spätestens 30 Tagen würden alle Mausteile sich derart dissintigriert haben, dass – bis auf evtl. ein kleiner Teil des Schwanzes – nichts mehr von der Maus wieder zu erkennen sei.

Als dem Arzt, dann allerdings die Maus präsentiert wurde, die angeblich in der Dose war, wurden noch ein paar mehr Sachen festgestellt:

– Die Maus sei zum Zeitpunkt des Todes eine sehr junge Maus gewesen, höchstens 2 bis 4 Wochen. Wobei, es könne auch sein, dass es eine ebenfalls sehr junge Ratte gewsen sei.

– Die Maus war bereits tot, bevor sie in die Mountain Dew Flüssigkeit geriet und war Luft ausgesetzt, nachdem sie starb.

– Die Maus war noch gar nicht auf der Welt, als die Mountain Dew Dose in Frage produziert und verschlossen wurde.

– der Zustand der Maus lasse darauf schließen, dass sie niemals mehr als 7 Tage in der Flüssigkeit verbracht habe und es unmöglich sei, dass diese Maus bei der Abfüllung, die mindestens 76 Tage vor dem Kauf zurücklag, in der Dose gewesen sei.

Trotzdem ekelhaft


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Wen darf man foltern und wen nicht?

 

Nachdem dem Kindesentführer und Mörder Gäfgen vor Gericht ein Schmerzensgeld zugesprochen wurde, weil ein Polizist ihm Folter angedroht hatte, machte sich in Deutschland wieder schnell eine Lynchmob-Mentaltität breit, voller Empörung, wie so etwas sein könne, dass „so einer“ so etwas zugesprochen bekommt. Da liegt aber der fundamentale Denkfehler drin, der unseren Rechtsstaat vom Mittelalter unterscheidet: Ein Unrecht ist ein Unrecht und der Staat bemüht sich, dagegen vorzugehen, egal wem dieses Unrecht widerfährt, egal ob es ein guter Mensch, ein Arschloch oder ein Kindesmörder ist, Recht steht jedem zu. Sollte es zumindest.

Zu einem Rechtsstaat gehört auch, dass Gäfgen für seine Tat vor Gericht gekommen ist und zu einer angemessenen Strafe verurteilt wurde und nicht dem wütenden Mob zum Fraß vorgeworfen wurde. Dennoch würden viele ihm am liebsten auch die Kehle durchschneiden oder zumindest fordern, dass es auch jemand anderes tut. Allen voran die dreckige BILD-Zeitung, die von einem „Schand-Urteil“ spricht und fragt „In was für einem Land leben wir eigentlich?“

Na in einem Rechtsstaat. An den die BILD-Zeitung anscheinend nicht so richtig glaubt. Und sich anmaßt Deutschlands Richter zu sein, denn sie kennen sich mit ihre Hetze ja besser aus, als Richter. Ein Schandurteil wäre etwas ganz anderes, ein Schand-Urteil wäre, wenn Polizisten hier in Deutschland Verdächtigen Folter androhen dürften, ohne dafür Probleme zu bekommen. Da ist auch keine Ausnahme zu machen, auch keinem „dringend Tatverdächtigen“ und auch keinem bereits überführten, darf Folter angedroht werden. Punkt.

Folter ist ja wieder in. Bush und Cheney meinten mit Waterboarding einen „Kampf gegen den Terror“ führen zu müssen, TV-Serien wie „24“ lassen einen glauben, mit Folter Terrorattentate verhindern zu können, aber – wie so alles, was viele Menschen glauben, hat das mit der Wahrheit oft nur wenig zu tun.

Fakt ist: Folter ist ein reines Machtinstrument. Folter führt nicht zu Erfolg, in der Regel ist das Gegenteil der Fall und Folter ist sogar hinderlich. Folter ist kein Ermittlungswerkzeug, kein Recherche-Tool, mit Folter findet man nichts heraus, mit Folter kann man keine Verdächtigen „knacken“, Folter führt nicht dazu, dass der Gefolterte die Informationen rausrückt, Folter führt nur dazu, dass der Gefolterte das sagt, was die Folterer hören wollen. Egal ob es stimmt oder nicht.

Spanische Inquisition? Mit Folter werden Geständnisse erpresst, weil man ein Geständnis braucht, nicht weil man herausfinden will, wie es wirklich war. Folter ist und bleibt ein reines Machtinstrument und hat in einem Rechtsstaat nichts zu suchen. Und wer das nicht versteht, hat ein Rechtsstaat nicht verdient.

Und es gilt immer noch „two wrongs don’t make a right“. Es ist falsch ein Kind zu entführen und zu ermorden und „Androhung von Folter“ ist nahezu nichts im Vergleich, aber es ist nun mal nicht korrekt. Man darf doch nicht was Falsches tun, nur weil jemand anderes was unfassbar Schlimmeres getan hat. Man darf Gäfgen ja auch nicht ungestraft die Fresse polieren. Man darf eben niemand die Fresse polieren (außer der BILD-Zeitung).

Man kann ja verstehen, dass viele wütend sind, dass es so gekommen ist, dass jetzt Gäfgen anscheinend auch noch „belohnt“ wird, da so eine Tat natürlich ein Ohnmacht, eine Wut und einen Hass auslöst. Aber deswegen wurde er ja auch verurteilt. Die Wut sollte sich lieber gegen den Polizisten richten, der mit seiner Folterandrohung Gäfgen überhaupt die Möglichkeit gegeben hat, loszulegen. Evtl. hat der Vorfall im ursprünglichen Gerichtsverfahren der Verteidigung auch ein Werkzeug in die Hand gelegt, ich meine mich zu erinnern, dass das so war. Wurde der Polizist eigentlich vom Dienst suspendiert? Ich hätte nämlich Angst, in einem Land zu leben, in dem Polizisten nicht allerhöchsten moralischen Ansprüchen genügen müssen.

UPDATE: Ich habe mich gerade genauer über die juristischen Aktionen Gäfgens erkundigt und meine Meinung hat sich ein wenig geändert. Selbstverständlich hat Gäfgen das Recht alle juristischen Möglichkeiten auszuschöpfen, jedoch ist seine herangehensweise, auch in Verbindung mit dem Buchdeal und der Stiftung sehr strange und widerwärtig. Auch wurde von Gäfgen unabhängig ein Verfahren gegen die Polizisten wegen der Foltervorwürfe eingeleitet, in dem sie schuldig gesprochen wurden. Das reicht mir eigentlich völlig, um den Glauben in den Rechtsstaat zu behalten.


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Lindsay Lohan muss in den Knast – 90 Tage Gefängnis


Gerade eben gab es das Gerichtsurteil, wie schön ist doch die Gerechtigkeit:

Lindsay Lohan muss in den Knast.

Unwiderruflich und für 90 Tage.

Und das Schöne daran, in den USA sind Kameras im Gerichtssaal nicht unbedingt tabu, es wird gefilmt.

Hier auf Video ihr letztes Statement und hier das Urteil. Mitleid bekomme ich bei ihrem Geheule nicht, sorry.

Hintergrund: Lindsay Lohan wurde zu 90 Tagen Gefängnis verurteilt, weil sie ihre Bewährungsauflagen nicht eingehalten hat. Sie wurde, weil sie alkoholisiert Auto fuhr, dazu verdonnert wöchentlich an einem Programm teilzunehmen, „alcohol education“) und erschien nicht immer. Das hat dem Gericht jetzt gereicht und es hat kurzen Prozess gemacht. Nach den 90 Tagen Knast folgen noch 90 Tage Therapie.

Lindsay brachte viele Entschuldigungen vor (sie müsse arbeiten und so), die aber alle nicht fruchteten. Die Staatsanwaltschaft meinte, Lindsay hätte eingebildet das Gericht und das Gesetz nicht beachtet, als ob sie drüber stehe. Und was ist die eigentlich noch mal, außer berühmt? Schauspielerin? Sängerin?

Am 20. Juli muss jetzt Lindsay Lohan vor Gericht erscheinen und sich in den Knast stecken lassen. Mal schauen, ob sie den Termin nicht auch versäumt.