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Warum bekommen Schwarze bei der deutschen Synchronisation immer bescheuerte Stimmen?

Ich habe gestern Abend „Psyche“ gesehen. Das ist die, zwar manchmal ganz lustige, aber keinesfalls an „Monk“ heran reichende Ersatzserie, die jetzt auf Monks Sendeplatz bei RTL läuft. Es geht um einen weißen total verrückten überdrehten schrägen Privat-Ermittler, der vorgaukelt hellseherische Fähigkeiten zu haben und seinen schwarzen smarten Kumpel und Helfer und ihre gemeinsamen Fälle.

Jetzt ratet mal, wer von den Beiden in der Synchronisation die total schräge verrückte überdrehte Stimme bekommt? Richtig, der Schwarze.

Es fing alles bei Eddie Murphy an. Die echte Stimme von Eddie Murphy ist zwar schon eigen, schnell wiedererkennbar und recht cool, aber in Deutschland wird er immer von dem gleichen Sprecher synchronisiert in der unverkennbaren hohen, fast kreischenden Art eines dummen, tollpatschigen Idioten.

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Na gut, einmal ist keinmal, nur dumm, dass es Murphys Humor keinen Gefallen tut und seine ernsthafteren Filme echt blöde klingen lässt- Seine Klamaukfilme übrigens auch. Eine lustige Stimme allein macht noch keinen Witz (nicht wahr, Maddin?).

Ich will ja jetzt nicht Rassismus unterstellen, aber – okay, ich möchte Rassismus unterstellen. Wie bescheuert ist das denn eigentlich? Wer fällt denn bei den Synchronisationsstudios die Entscheidung, dass Schwarze nur Stimmen wie Karton-Charaktere haben dürfen? Der Einzige, der mir einfällt, der auch so eine dämliche Synchronstimme hat und nicht schwarz ist, ist Spongebob Schwammkopf.

Der Punkt ist: Es hörte ja nicht auf, bei Eddie Murphy. In den „Police Academy“-Filmen, der Schwarze, der die ganzen Geräusche mit seinem Mund machen kann, kann nicht einmal normal anständig reden. Alter, der Mund ist sein Werkzeug, gebt ihm eine normale Stimme. Wenigstens wurde „Bill Cosby“ normal synchronisiert, wobei sein Sohn hingegen wieder so eine Dumm Dumm-Stimme ab bekam. Will Smith erst Recht. Im „Men In Black“ setzte sich nur fort, was im „Prinz von Bel Air“ begann. Da kam man ganz schön in eine Dilemma, als er plötzlich anfing, ernsthafte Filme zu machen.

Diese Stereotypierung sollte aufhören, was soll dieses „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?“ Die Frage ist nur, ob das bewusste oder unbewusste Ressentiments sind, jedenfalls macht es mir Angst.

(Achtung Ironie:) Und gebt diesem Typen, der in der Jury vom „Supertalent“ sitzt und früher in der Jury von „Germany’s Next Top-Model“ saß, auch endlich eine weniger nervige Synchronstimme. Den kann man sich nämlich wirklich nicht anhören.