Monat: August 2004 (Page 1 of 2)

Ich blieb cool.

Auf der Fahrt mit dem Zug nach Dänemark saß in meinem ansonsten leeren Abteil nur ein ja 15-jähiger Techno-Jünger mit Buffalos, Weltraumhosen, Glitzerjacke und allem was dazugehört und versuchte mich auf Teufel komm raus zu provozieren. Da ich aber durch ansehen von einigen Tarantino-Filmen Coolness geerbt habe, quasi durch jahrelanges Training einen unerreichbaren Grad an Coolheit mir angeeignet habe … blieb ich cool.

Zuerst setzte er sich direkt mir gegenüber hin, obwohl das ganze Abteil ansonsten leer war. Aber ich blieb cool. Dann legte er seine Füße auf die Sitzplätze neben mir. Aber ich blieb cool. Dann, weil im anscheinend langweilig wurde, wechselte er zwischen schmatzend Kaugummi kauen und undefinierbare Lieder summen hin und her. Aber ich blieb cool.

Als ich auf Toilette ging und zurückkam, saß er plötzlich auf meinem Platz und sprang auf und setzte sich wieder auf seinen Platz. Dann zündete er sich eine Zigarette an. Im Nichtraucher-Abteil. Aber ich blieb cool. Da er sich anscheinend langweilte entdeckte er dann den Unterhaltungswert seines trendy Handys. Zuerst hörte er sich mp3’s and und stellte dabei den Kopfhörer auf volle Lautstärke. Aber ich blieb cool. Daher gab er dies schnell auf und find an auf seinem Handy Computerspiele – natürlich mit eingeschaltetem Ton – zu spielen. Aber ich blieb cool.

Daraufhin versuchte er mit der Foto-Option des Handy lauter Fotos von sich in coolen Posen im Abteil sitzend, stehend und liegen zu schießen. Ich blieb cool. Was dazu führte, dass er anfing, Fotos von mir zu machen.

Kurz vor der dänischen Grenze, schmiss ich sein Handy aus dem Fenster.

„Ey man, das brauch’ ich noch!“ sagte er. Vielleicht sagte er auch irgendwas anderes, denn ich verstand sein dänisch ja nicht. Aber ich blieb cool und schmiss auch ihn aus dem Fenster.

Ich bin cool. Vor allem, weil ich, im Gegensatz zu ihm, während der ganzen Reise nicht alle 15 Minuten von meiner Mutter angerufen wurde, die sich erkundigte, ob alles in Ordnung ist.

Mit Zivilcourage Weihnachten nach hinten schieben

Eine Unverschämtheit. Ich war im PLUS und die haben jetzt schon Weihnachtsgebäck. Ich glaube das ist der Rekord. Wir haben August! Mit dieser pessimistischen Stimmung kommt der Sommer sowieso nicht wieder. Vom Herbst ganz zu schweigen.

In einem Anfall von Zivilcourage und um dieses Land aus dem Stimmungstief durch Trübsal-blasende Wirtschaft und allgemein negative Motz-Stimmung herauszuholen, habe ich dann ein Zeichen gesetzt und die Regale umgeschmissen, die Lebkuchenherze durch die Gegend geschmissen und die Schokoladennikoläuse zertrampelt.

Gut, das führte dazu, dass einige Kinder weinten, aber das ist der Preis der Revolution.

5 Dänen

Nachdem ich fünf Dänen kennen gelernt habe, vermag ich in meiner uneingeschränkten Intoleranz deren Macken gleich auf das Bild, das ich von allen Dänen insgesamt habe, zu übertragen:

Dänen sagen immer: „Okay“. Ständig. zum Beispiel:

Fragt man sie: „What time is it?“, sagen sie: „Okay, it is ten o’clock.“

Fragt man sie: „How are you?“, antworten sie mit „Okay, I am fine. How are you?“

Antwortet man dem wiederum mit „I am good“, schieben sie noch schnell ein „Okay“ nach.

Irgendwann fängt man dann selbst an dauernd „Okay.“ Zu sagen. Bekommt man dann „Okay, I take you to the hotel“ gesagt, antwortet man mit „Okay. Thank you“, worauf natürlich wieder das obligatorische „Okay“ der Dänen folgt.

Schlimm wird es natürlich, wenn man tatsächlich mal „Okay“ sagen will, denn dann muss man „Okay. Okay“ oder „Okay, ah, Okay“ sagen.

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