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Endlich nicht mehr so deutsch

Tja das hat die WM tatsächlich geschafft, Deutschland ist nicht mehr komplett spießig, verklemmt, doof und Biedermeier. Fast. Nur an ein paar Kleinigkeiten ist noch zu arbeiten, wie ein Besuch der „Public Viewings“ zum Finale zeigte.

Nehmen wir zum Beispiel, die schilda-eske „warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?“ – Manier mancher Fressstände, bei denen man sich erst anstellen muss, um Coupons zu kaufen, um sich dann noch mal anzustellen, um das Essen zu bestellen. Das ist für die Gäste aus aller Welt nicht so einfach nachvollziehbar. Auch dass die Getränke im Kühlschrank in 0,5l-Flaschen lagern, aber erst in 0,5l-Becher umgefüllt werden, die dann allerdings € 2,- Pfand kosten ist ein wenig schräg.

Schon am Eingang gab es Konfusion, denn ein Schild wies auf den Eingang für Frauen hin. Geschlechtertrennung beim Eingang? Selbstverständlich nahm das Schild nicht wirklich jemand war, also musste eine der Sicherheitskräfte, anstatt Menschen zu frisken und Taschen zu durchsuchen stattdessen durch ein Mikro stundenlang „die Frauen bitte rechts anstellen“ sagen. Das haben die französischen und italienischen Fans dennoch nicht verstanden. Wenn sie es in Französisch und Italienisch gesagt hätte … dann schon, aber den Sinn immer noch nicht.

Mastercard war einer der Hauptsponsoren und brachte vor jedem Spiel seine Mädelsgruppe, die „Feverettes“ auf die Bühne. Sehr amateurhaft, ich würde die Show mit Puscheln als Zeitlupen-Cheerleading bezeichnen.

Dann verloste der Moderator, ein Wrack von einem Mann, so sieht man aus wenn man 30 Jahre im öffentlich-rechtlichen Fernsehen arbeitet, ein Glück, dass er Vom Radio kommt, im TV wäre er unerträglich, obwohl seine Stimme auf nicht das gelbe vom Ei … wo war ich? Ach ja, dann verloste der Moderator ein T-Shirt und sagte: „Ich habe ein T-Shirt. Dieses T-Shirt gibt es in keinem Laden zu kaufen. Das T-Shirt ist das letzte.“

Gut, als sich nicht wirklich jemand für das T-Shirt interessiert hat, hat er die Doppeldeutigkeit nicht kapiert. Wahrscheinlich lag das an seiner Fahne. Apropos Fahne (für diese Überleitung gehöre ich bestraft) – das neue deutsche Fahnengeschwenke ist ja gar nicht so schlimm, wird ja ganz locker gesehen. Und die Fahnen werden auch ohne Problem als Sitzunterlagen genommen, für den steinigen, staubigen Boden, zum Beispiel … ist doch alles cool. Im talibanischen Amerika, wäre so was undenkbar. Aber da spielt man ja auch nicht wirklich Fußball.

Was ich nicht leiden kann – 10

Junge, gesunde Menschen, die zu faul sind vom ersten Stock ins Erdgeschoß die Treppen zu laufen und meinen, sie müssten mit dem Aufzug fahren und zu doof sind, um nur auf den Knopf zu drücken, für die Aufzüge, wenn sie schon auf dem Weg nach unten sind anzuhalten, sondern lieber erst einmal zum zehnten Stock mitfahren anstatt vor der Aufzugstür zu warten. Oder eben zu laufen.

Jetzt mal ehrlich, Fußball-WM!

Jetzt mal ganz ohne scheiß und ohne Deutschland Euphorie. Die Fussball-WM war stimmungsmäßig ja okay, aber spielemäßig ein Desaster. Ich hab das Gefühl, wenn in der regulären Spielzeit überhaupt Tore fielen, dann höchstens eins. Welches Spiel ging nicht 1:0 aus? Welches Spiel war nicht entsetzlich langweilig? Nur Niederland gegen Portugal, aber nur weil die sich kloppten, statt Fußball zu spielen? Welche Mannschaft bot eine gute Leistung? Keine. Diese beiden Witzteams Portugals und Frankreich hätten wir locker weggefegt. Eins davon wird Itlien locker wegfegen, das andere wir im Spiel um Platz drei. Blöd wenn man im Viertel- und Halbfinale auf die einzigen Konkurrenten treffen muss, Argentinien hätte eine Chance, Italien schafft es. Frankreich feiert zwar jetzt, aber dieser Marsch ins Finale war überhaupt keine Herausforderung. Ohne Tore ist Fußball nur noch langweilig geworden.

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