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Hirnentleerte Raver fordern ihr Grundrecht auf Loveparade, finden Absage „das Letzte“

 

Gestern im Radio: 1live spielt den ganzen Tag Depri-Mucke und lässt Hörer anrufen, um ihre Gedanken zum Love-Parade Unglück auszudrücken. Mehrere Leute rufen an und berichten, wie sie die Katastrophe mitbekommen haben und einige – selbst welche, die im Gedränge steckten – kritisieren vor allem die Entscheidung des Veranstalters Rainer Schaller, keine Loveparades mehr durchzuführen.

Da geht mir doch die Hutschnur hoch. Und so etwas läuft dann unkommentiert übers Radio, als ob das eine Meinung sei, die zumindest vertretbar wäre. Boah, was für Ekelpakete müssen das sein?

Also erst mal abseits aller Tragödie: Wenn ein Veranstalter eine Veranstaltung in Zukunft nicht mehr durchführen möchte, ist das komplett seine Sache. Wenn ich zu meinem nächsten Geburtstag keine Party schmeiße, kann mich dafür niemand beschimpfen, niemand hat ein Recht darauf.

Aber in etwa zu sagen: „ich hab Mitleid mit den Opfern, es ist eine Riesentragödie, aber die Entscheidung, die Loveparade in Zukunft nicht mehr zu machen ist echt das Letzte“ oder eine „Unverschämtheit“, ist schon kriminell. Wer auch immer da angerufen hat und das gesagt hat:

Du dummes Huhn! Dir passt nicht, dass ein Veranstalter sich entscheidet, eine Veranstaltung nicht mehr durchzuführen und Du denkst tatsächlich, Du hättest ein Anrecht auf die Veranstaltung? Dann mach sie doch selbst, Du Spinner! Es hindert Dich ja sicherlich niemand dran, selbst eine Veranstaltung zu organisieren.

Ich flipp aus. Irgendwie finde ich es auch gar nicht verkehrt, dass es die Veranstaltung Love-Parade jetzt nicht mehr gibt, denn keiner von den Medienvertretern, die jetzt tagein tagaus darüber reden, kann den Namen richtig aussprechen, am allerwenigsten 1live Moderatoren und Reporter. Die eine Hälfte spricht von der „Loff-Parade“, die andere von der „Laugh-Parade“. Loff-Parade, ich kann es nicht mehr hören, da ist ja Lena Meyer-Landrut noch erträglicher!

Vorgestern, als noch nix Schlimmes passiert ist, hatte ich auch die Idee, als Gegenveranstaltung eine tatsächliche Laugh-Parade zu organisieren, wo auf einem stillgelegten Bahnhof Floats im Kreis fahren, auf denen Comedians stehen und ihre Witze erzählen. Den Gag kann ich jetzt auch vergessen.