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Ein Herz für Blogs – Am Tag danach

 

ein-herz-fuer-blogs

Die Aktion ist irgendwie an mir vorbeigegangen, ich habe das erst gestern durch die ganzen Pingbacks erfahren: Der Stylespion startete eine Aktion, bei der wir Blogger am 21.4. ein paar unserer Lieblingsblogs vorstellen konnten und so viel auch ein paar Mal mein Name. Nur ich habe geschlafen. Darum hole ich das jetzt nach – ein Tag zu spät, na und?


atomality

In dem Blog gibt es unregelmäßig und selten Beiträge, aber wenn, dann haben die sich gewaschen. Nirgendwo kann man so feine Sache lesen, wie zum Beispiel theoretische Diskurse über den Einsatz der Orthographie bei Hamburger Grafitti-Sprayern. Klingt komisch, aber die Schreibe ist phantastisch! Außerdem ist der Blog gänzlich unkommerziell!

Wortvogel

Der Mann ist vom Fach und sehr produktiv, was die Menge an Material angeht, dass er auf dem Blog raushaut. Ich schaffe es nie, alles zu lesen, aber seine Film-Reviews von mir gänzlich Unbekannten Perlen – wie z.B. russische B-Movies aus den 60ern oder neuseeländische Splatterfilme – sind ein Fest an schönen Formulierungen!

Merlix

Leider habe ich in letzter Zeit sträflich vernachlässigt, bei Merlix mitzulesen, dabei erinnern mich seine Geschichten über sein Leben, seine Frau und sein Kind an Kishon und die beste Ehefrau von Allen. nicht Tim Allen. Und ein guter Photograf ist er auch noch.

So, das war’s erst mal. Natürlich lese ich noch viel mehr Blogs von viel mehr Kollegen, aber die sind entweder so populär, dass sie anderswo schon oft vorgestellt wurden, oder von mir schon besungen wurden oder irgendwann in Zukunft noch von mir vorgestellt werden.

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ui. ist käuflich, schickt mir Bier!

 

Kennt ihr diese Blogger oder Journal-Seiten oder Videoclips-Dumps, auf denen die Webmaster posten, dass sie einen total lustigen Clip von einer Werbung gesehen haben und diesen unbedingt posten müssen, damit die Welt ihren Spaß dran hat?

Also eigentlich nichts anderes, als diese TV-Sendungen in denen „die lustigsten Werbespots der Welt“ laufen, unterbrochen von weniger lustigen Werbespots?

Ich habe für diese Webseite und Blogger nur Verachtung übrig. Ich tue mich ja generell schwer mit Werbung, aber akzeptiere Leute, die Werbung posten, akzeptiere Werbung vor Kinofilmen, im TV, in Zeitschriften, auf Webseite, überall – man will ja schließlich auch Einnahmen erzielen, das ist völlig okay.

Schlimmer finde ich schon die ideenlosen Werbemacher, die Geiz-ist-Geil-Kampagnen oder irgendwelche schrägen Charaktere, die irgendwas Unsinniges sagen für absolut tolle, geile, mega-hippe, viral-marketing, supidupi, neuester Schrei, Wahnsinns-Werbung halten, damit unglaublich viel Kohle verdienen und sich „Kreative“ schimpfen, dafür aber öffentlich von Künstlern, Musikern, Autoren und wirklich Kreativen bespuckt werden dürfen.

Noch schlimmer natürlich sind die Firmenchefs, die diese Leute bezahlen, um für sie Werbung zu machen.

Aber unterste Schublade sind, wie gesagt, diejenigen Blogger, die die Werbung sehen und so toll finden, dass sie denken, sie müssten sie auf ihrer Webseite vorstellen, meinen RSS-Reader damit zumüllen und denken, sie tun der Leserschaft auch noch einen Dienst damit.

Ich hätte da absolut nichts dagegen, wenn sie dafür wenigstens Geld bekommen würden und das Ganze als „Werbe-Posting“ gekennzeichnet würde – aber nein! Die machen das kostenlos! Aus Überzeugung! Anfang Dezember gibt es mindestens tausende Webseiten die jauchzen „Ich habe schon den Coca-Cola-Weihnacht-Truck“ gesehen und Coca-Cola lacht sich ins Fäustchen über die Millionen Page-Impressions, die sie bekommen, ohne auch nur einen Pfennig zu zahlen.

Diese Blogger sind sich ihrer Schandtaten noch nicht einmal bewusst, die würden auch ein Dieter Bohlen Album aus Überzeugung kaufen.


Die zweite, etwas weniger schlimme Stufe, ist diese: Jemand betreibt eine recht gut besuchte Internetseite, jemand der was bewerben will, aber kein Budget hat, schaut ins Impressum und schickt dem Typen dann ein Geschenk. Ohne irgendeinen Haken. Der Webseitenbetreiber fühlt sich geschmeichelt und fühlt sich genötigt, sich mitzuteilen und einen Artikel zu schreiben. Sei es nur, wie nett die Firma soundso sei, weil sie etwas verschenkt habe.

Natürlich mit Link, natürlich ist das unbezahlte Werbung, natürlich ist das Bestechung, natürlich hat das einen üblen Beigeschmack und natürlich bin ich für so etwas auch anfällig.

Tja, hättet ihr nicht gedacht, der gute Manuel lästert erst, um dann genau die Eigenschaften zu zeigen, die er anprangert. Nun ja, so ist das Leben.

netcologne1Warum, nach dieser langen Einleitung, erzähle ich das? Nun, das ist ganz einfach, als ich heute aus dem Haus ging, hing an meiner Wohnungstür eine Papiertüte. Wohlgemerkt, nicht an der Haustür, an der Wohnungstür. Und nicht nur an meiner, sondern an jeder Haustür. Es war ein kleines Päckchen vom Kölner Telefon- und Internetversorger NetCologne. Randgefüllt mir Merci-Schokolade und einer Karte:

CityNetCologne sagt Dankeschön für Ihre Geduld

Sehr geehrte Hausbewohner,

sicher haben Sie es bemerkt: In den letzten Wochen haben wir das neue Glasfasernetz „CityNetCologne“ bis zu Ihrem Haus verlegt. Vielleicht waren die Bauarbeiten manchmal etwas störend. Deshalb möchten wir uns mit diesem süßen Gruß für eventuelle Unannehmlichkeiten entschuldigen.

netcologne sagt dankeschönOh! wie! süß! – Netcologne verzehnfacht gerade mal so die Geschwindigkeit meines Internetanschlusses und entschuldigt sich auch noch! Das ist doch nobel! Und seht ihr, es hat mein Herz erweicht und ich lobe in höchsten Tönen NetCologne. Das bringt denen viel mehr, als sie eine Tüte Schokolade kostet. Und außerdem, von den Bauarbeiten habe ich gar nichts mitbekommen, 1. weil das Haus etwas abseits von der Straße liegt, 2. weil ich die letzten Monate gar nicht zu Hause war.

Der italienische Lebensmittelhändler hat gesagt, dass die 3 mal die Straße aufgerissen hätten und das eine ziemliche Belästigung gewesen sei. Und er würde dafür kein Netz bekommen und hat auch kein Schokolade gekriegt. Und wenn, dann wäre das nichts im Vergleich.

Ich bekenne mich schuldig. Im Briefkasten gab es dann die nächste Überraschung, da lag eine DVD mit Spiderman 3. Im Brief stand:

Hallo Manuel, ich bin ein Leser Deines Blogs und möchte dich hiermit auf meiner gerade gestartete Seite Cineasten.de aufmerksam machen. Ich würde mich freuen wenn du die Zeit findest, meine Seite zu testen und mir Deine Meinung und Verbesserungsvorschläge mitzuteilen.

Wahnsinn! Ich freue mich, echt! Also, der Brief hat den guten Mann € 1,45 gekostet, ich schreibe es auf meine Webseite und hier steht es jetzt und zwar ohne Laufzeit für immer. Das ist wirklich mal günstig Werbung gebucht.

Der Haken ist, ich bin kein Cineast, ich schaue mir gerne Filme an, ich liebe sogar Filme, am liebsten im Kino, aber eher andere Genres als Spiderman. Spiderman 1 & 2 habe ich nicht gesehen, macht der Film auch ohne Sinn?

Ich bin aber kein Filmexperte, der seine Filmkritik veröffentlichen muss oder andere lesen muss. Ich würde lieber mal für einen Film die Musikschreiben (Hollywood-Produzenten meldet Euch! Oder meinetwegen auch Babelsberg oder Filmstudenten)

Trotzdem wünsche ich dem Webmaster natürlich viel Glück! Und vielen Dank an alle, die sonst noch Geschenke schicken. Wie wär’s mit Bier?

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Die Bösen und die Guten

 

Als Reaktion auf mein Auftrittsvideo, über das schlechteste Lied der Welt, „Hiroshima“ von der Kelly-Family, habe ich eine Mail bekommen, offensichtlich von einem Kelly-Fan:

„fick dich du arschgesicht…du singst wahrscheinlich schlechter als ne besoffene mülltonne also halts maul man“

nett, oder? Wenigstens wurde auf Satzzeichen und Großbuchstaben weitestgehend verzichtet.

Da ist es doch beruhigend, wenn andere so etwas über meine Seite schreiben: „Wer hat Angst vorm Blogging Wolff