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Dieter Bohlen singt live

 

Und zwar „Jung und Frei“ mit der wahnsinnig erfolgreichen Gruppe „Sunday“ (die war zumindest erfolgreicher als „Monday“ und … na gut, weniger erfolgreich als „Friday“). 1981, es hat sich nicht viel verändert seitdem:

 

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das improvisierte lied am freitag

Das improvisierte Lied – Aufholjagd

 

Ich muss ein paar improvisierte Lieder posten, die schon auf meinem Youtube-Kanal zu finden sind. Falls ihr meine Videos nicht verspätet, sondern immer sofort bekommen wollt, kann ich EUch nur raten, auf Youtube zu schauen und direkt dort meinen Kanal zu abonnieren: Tut es, mach es, lohnt sich!

Aber los geht’s:

Text und Musik sind natürlich im Moment der Aufnahme improvisiert. Das Publikum lieferte spontan die Vorgaben.

1. Schwarzbraun ist die Haselnuss

Nein, nicht Dieter Bohlen, Dieter Polen! Wir sind hier beim Grand Prix d’Eurovision de la Chanson de la Improvisation, dem Eurovision Song Contest mit improvisierten Liedern.

Und zwar als Heavy Metal, auf Wunsch des Publikums und eine Modern Talking Referenz ist auch drin. Viel Vergnügen!

2. „Sag ich jetzt nicht“

3. Frankreich mit „Baguette“

 

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alles andere

Wie die Supertalent Jury sein sollte

 

Gatis Kandis Comedian

Wer erinnert sich noch, es war mal beim Supertalent, als mein zugegebenermaßen schlecht beratener Kollege Welf Haeger mit sehr schräger Stand-Up-Comedy zum Supertalent wollte und innerhalb von Sekunden vom dämlich ich-mach-was-RTL-mir-vorgibt-Publikum niedergebrüllt wurde und sich dann dumme beleidigende Sprüche von Dieter Bohlen und Co. anhören musste, also quasi geteert und gefedert wurde vom Hexenverfolgungs-Pack, weil man das ja hierzuland so macht mit Leuten, die ein wenig anders sind? Man gibt ihnen nicht mal eine Chance und macht sie lächerlich?

Hier mal ein Beispiel aus dem Original-Supertalent „Britain’s Got Talent“, wo ein ähnlicher Typ auftritt und wie man korrekter mit ihm umgeht. Der Typ heißt Gatis Kandis und kommt aus Lettland:

Liebes RTL und Dieter Bohlen, schaut Euch das mal an, da könnt ihr noch viel von lernen.


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Das Supertalent auf RTL: Ein Haufen Exkremente

 

Ich habe es wieder getan, sorry. Ich habe gerade das Supertalent geschaut, ich konnte mich nicht zurückhalten. Wie Autounfall-Gaffer konnte ich mich auch nicht zurückhalten, um mich an dem Elend zu erfreuen. Wahrscheinlich ist das ja auch der Quotentrick der Show. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Millionen Menschen diesen Schund toll finden, wahrscheinlich finden sie die Sendung so beschissen, dass man nicht wegschauen kann. Ich hoffe es zumindest. Dem Sender RTL ist es ja egal, wer schaut, Hauptsache die Quote stimmt.

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Nun gut, ich gebe zu, die Überschrift habe ich mir schon vorher ausgedacht, ich weiß auch gar nicht, was sie bedeutet. Vielleicht werde ich ja heute, im Gegensatz zum letzten Mal überrascht und eines besseren belehrt. Hier also die ausführliche Kritik zur Sendung „Das Supertalent“ vom 22. Oktober 2011 auf RTL:

So, es kann losgehen. Mit dem Publikum im Saal wurde extensiv klatschen, jubeln und buhen geübt, damit die sich auch ja an die Anweisungen der Einheizer halten. Natürlich lief da die Kamera schon mit, damit man nachher die Auftritte so zusammenschneiden kann, wie man will. Wir erinnern uns an die Amy Winehouse Imitatorin, die angeblich ausgebuht wurde, als sie auf die Bühne kam, denn so kurz nach dem Tod der Sängerin macht man das ja nicht. Nur: Die Sendung wurde kurz nach dem Tod ausgestrahlt, die Aufzeichnung war schon Monate vorher, als sie noch lebte. Bei der Aufzeichnung hat niemand gebuht. Man ist den Redakteuren komplett ausgeliefert – ob Talent oder nicht. Und die human Touch – Stories sind sicherlich auch nicht alle echt. Viele der Kandidaten haben sich ja auch nicht beworben, sondern wurden von der Redaktion ausgesucht und angeschrieben. Ich kenne sogar ein paar, die dankend abgelehnt haben.

Die Sprüche von Dieter Bohlen sind natürlich auch nicht spontan von ihm, sondern von Gag-Autoren im Vorfeld geschrieben. Und vielleicht haben die Damen der Jury diese Salbe, die – als ich noch in einer TV-Redaktion arbeitete – wir immer benutzten, wenn jemand auf Kommando Tränen der Rührung zeigen sollte. Auf geht’s:

Kandidat Nr. 1: Hassan

Human Touch Story: Er hat mal auf einem Homevideo komisch getanzt, das wurde ein Internet-Hit, darum ist er hier. Ah ja.

Sein Talent: Er kann nicht Tanzen. Hat er ja auch nie behauptet. Aber RTL hat natürlich gefragt, ob er seinen Apachen-Tanz machen kann. Damit man sich nicht nur über Türken, sondern auch über Indianer lustig macht.

Er hüpft auf und ab, nicht was nicht jeder kann, der nicht im Rollstuhl sitzt. Dieter Bohlen fand es lustig, weil es was Neues war. Echt? Was Neues? Beste Samstagabend-Unterhaltung. Warum nochmal hat das Quote? Na, ich schaue ja auch zu.

Kandidat Nr. 2: David Medlini

Human Touch Story: Nix.

sein Talent: Entfesselungskünstler aus Budapest. Natürlich hat der sich auch nicht beworben, sondern wurde gefunden. Und bestimmt bezahlt. Und er lässt sich einfrieren in einen Eisblock, einen Tag vorher. Und dann in der Sendung wieder rausholen. Warum?

Der Poptitan hat übrigens Zweifel. Ich auch. Es wurde ja nicht kontrolliert, ob der 20 Stunden im -30 Grad kalten Kühllaster war. Das Eis wäre auch an seinem Gesicht festgefroren und er wäre tot. Ich bin mir fast sicher, die haben den da kurz vorher reingeschweist. Und das Beweis Supertalent-Tuch, dass ihm mitgegeben wurde, das gefroren hätte sein sollen, war auch nicht gefroren.


Kandidatin Nr. 3: Annika Münchgesang

Singt eigene Texte mit und ohne Sinn, kann natürlich nicht singen und ist natürlich auch nur da, damit sie gemobbt werden kann von der Masse und von der Jury mit lustigen Sprüchen bedacht werden kann. Und sie will ihren echten Namen, keinen Künstlernamen. Natürlich heißt sie wirklich Münchgesang. Nie im Leben, hat sich bestimmt auch ein listiger Redakteur ausgedacht.

Der Gag: Sie sagt es sei eine Eigenkomposition, singt aber „Von den blauen Bergen kommen wir“ mit anderem Text. Das ist der Aufhänger. Lustig. Wobei Ballermann-Schlager doch auch nicht schlechter sind.

Und die Motsi bringt das Dummdumm-Publikum dazu, dass alle mitsingen.

Kandidatin Nr. 4: Fabienne

Human Touch Story: War letztes Jahr schon dabei und ist nicht ins Halbfinale gekommen und hat jetzt viel geübt. Das reicht schon als Story? Hm. Ach, jetzt hat sie eine andere Haarfarbe.

ihr Talent: Sie ist 15 Jahre alt und singt. Und Dieter Bohlen sagt, dass sie hübsch sei. Optik 1. Igitt. Warum dürfen eigentlich 15-jährige in Samstag-Abend-Unterhaltungsshows auftreten? Gibt es keinen Jugendschutz für sowas?

Sie singt sehr schön und sauber, aber Bohlen hat sich Kopfhörer aufgesetzt. Damit es schneller, um ist? Ach nee, um so zu tun, als ob er es dann genauer hören kann. Als ob er so gute Ohren hat. Ich bin am Zweifeln, ob die nicht einfach ein komplettes Playback abgespielt haben, so perfekt klang das, so ordentlich abgemischt oder ob sie danach nicht zumindest mit Autotune – wie beim britischen X-factor nachgeholfen haben. Kann ich nicht beurteilen. Aber da Dieter Bohlen sagt, sie würde die Töne nicht richtig treffen, vor allem in der Strophe und es sei nur eine 2- muss da was nachbearbeitet sein oder er hört tatsächlich gar nichts.

Kandidatin Nr. 5: Anita, die stärkste Frau der Welt

Na endlich mal was für mich, aber was passiert, mein Eye-TV fürs Fernsehen am Computer geht kaputt. Das ist aber auch eine Scheiße. Angeblich kann ich da vor und zurückspulen, von wegen, Pustekuchen. Ich habe aber auch ein Pech.

So geht wieder. Sie trägt die beiden Jury-Frauen durch die Gegend und das wird in Zeitlupe gezeigt, während sie vor Anstrengung stöhnt. Komischerweise nicht in Zeitlupe. Ist bestimmt drübergelegt, damit es sexy klingt. Das Stöhnen klingt auch nicht nach Anstrengung, sondern nach Lust. Na mir soll es Recht sein.

Dann verbiegt sie eine Eisenstange mit ihrem Dickschädel, aber Motsi kann das auch. Wohl doch nicht so schwer, alter Zirkustrick. Jetzt stemmt sie noch Männer, mir ist aber die Lust vergangen, weil alles in Super-Zeitlupe läuft und mit dramatischer Musik unterlegt wird. Ohne Zeitlupe wäre die Sendung nur eine halbe Stunde lang und irgendein Schnittredakteur gehört mal ordentlich zurecht gestutzt. Langweilig.
Die Kandidatin hatte natürlich auch nicht das Supertalent gesucht, sondern wurde von der Redaktion kontaktiert. Und schon wieder Zeitlupe. Übel. Ach, Bohlen schafft sie übrigens nicht zu stemmen und es gibt ihm wieder die Möglichkeit überalterte Frauenbilder rauszukotzen und Sprüche gegen starke Frauen zu kloppen.


Kandidat Nr. 6: Irgendjemand, der bei „Schwiegertochter gesucht“ war und damit Cross-Promotion für RTL macht. Selbstverständlich hat das nichts mehr mit Talentwettbewerb zu tun und RTL hat das sicherlich so eingefädelt und ich mache mal eine Pause und lasse ihn unkommentiert.

Kandidat Nr. 7: Ist doch egal, die Fußballerfrau aus der Jury ist sehr hübsch. Das ist doch genug, um einzuschalten.

Der Kandidat ist übrigens ein Beatboxer, mit der Human Touch Story, dass er zu schwer ist, aber das ist egal, der beste Beatboxer bin eh ich, wie man hier sieht.

Leider war der Kandidat echt gut und arbeitet mit einer Loop-Station. Motsi sagt, sie habe so etwas noch nie gesehen. Dieter auch. Na ja, dann haben die wohl die letzten 20 Jahre geschlafen, Beardyman sagt ihr wohl nix.

Kandidat Nr. 8:

Jemand tanzt auf Krücken. Weil das vor Jahren ja mal der Hit im Internet war. Ich bin mir sicher Motsi und Dieter haben so etwas noch nie gesehen oder werden es zumindest sagen. Der Vortrag wird wieder durch viele Zeitlupen unterbrochen. Ich lese nebenbei ein Buch, das kann kein Pupser im Schnittraum versauen. Ich würde gerne mal mit jemand Verantwortlichem reden. Produzieren Scheiße und haben kein Gewissen. Ich kenn da ein Land, das gerade ihren verrückten Diktator verloren hat. Vielleicht wäre das ja was für die Produzenten?

Kandidaten Nr. 9:

Schattentheater. Hat wahrscheinlich noch niemand von der Jury jemals gesehen. Ich habe keine Lust mehr, egal wie gut die auch sind. Ob bei Schattenspielen auch Zeitlupenwiederholungen kommen? Die machen eh nur Pilobolus nach. Wahrscheinlich weil die echten Pilobolus zu teuer waren für RTL. Ach kuck mal, den einen der Tänzer kenne ich sogar. Die wurden wohl tatsächlich zusammengestellt, um günstig den berühmten Clip der US-Tanzgruppe Pilobolus nachzumachen. Krass. Plagiate. billig. schade. Pilobolus tourt übrigens mit ihrer Show „Shadowland“ durch Deutschland und ist eigentlich bekannt durch ihren „Wetten Dass…“-Auftritt. Na sowas.

Kandidat Nr. 10: Lothar macht irgendwas. Ich geh mal kacken.

Hat der jetzt gehüpft und getanzt wie Kandidat Nr. 1? Die Aufmerksamkeitsspanne der RTL-Zuschauer wird aber auch nicht überschätzt. Ach so, er zeiht sich dabei aus. Au weia. Der Schnitt wird allerdings jetzt nur noch eine Frechheit, schlimmer als erste Experimente einer Video-AG an einer Schule in den 80er Jahren, Worte 5 Mal wiederholen, weil es ja so lustig ist, die Produktionsgesellschaft soll mal ihren Praktikanten von den Reglern wegholen.

Ausziehen! Äh, aufhören! Haben sie wieder einen armen Arbeitslosen gefunden, der sich für ein paar Euro und paar Sekunden Aufmerksamkeit vom Publikum erniedrigen und mobben lässt. Irgendwann wird sich einer dieser Kandidaten umbringen (wie bei den Nachmittags-Talkshows in den USA), dann wird das Geschrei groß sein. Hoffentlich muss sich dann jemand mal vor Gericht verantworten.

Kandidat Nr. 11: Ein Typ erzählt, dass er Altenpfleger sei und sich damit über Wasser halte und eigentlich Musiker sei. Na ist doch okay. Und seine Mutter hat Krebs. Deswegen geht er zum Supertalent. Nein! Und die Ärzte konnten ihr kaum helfen und er hat sie überzeugt zu einer Heilerin zu gehen. So, jetzt ist Schluss. Das ist kriminell. Jetzt werden auch noch Scharlatane beworben, na Klasse. Und hiermit breche ich den Versuch mir das noch einmal anzuschauen ab, ich kann nicht mehr, tut mir leid.

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Das Supertalent – großer Mist auf RTL

 

Das Supertalent - RTL

Dieses Wochenende lag ich fiebrig und hustend in einem Hotelzimmer in der Oberpfalz und da es auf dem Fernseher nur 5 Programme zur Auswahl gab, landete ich alternativlos bei der neuen Staffel vom Supertalent. Die ganze Sendung ist ja wohl eine Frechheit, die gegen mehrere Menschenrechts-konventionen verstößt und die gesamte Redaktion gehört eingesperrt. Das ganze Ding ist ein großer Skandal. Zumindest hatte ich den Eindruck, aber ich glaube nicht, dass es am Fieber lag.

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Zunächst einmal fiel mir auf, dass Bruce offensichtlich eine Geschlechtsoperation hinter sich hatte. Ja, ihr könnt sagen, das sei jetzt ein böser, nahezu rassistisch angehauchter Gag, einfallslos, das neue Jury Mitglied – Moxi irgendwas – ist schwarz, Bruce war schwarz, billiger Gag, aber das ist es nicht.

Die Jury ist nämlich auch Typ-gecastet. Es ist nämlich in der deutschen Fernsehwelt nun mal so, dass niemand auf eigene Ideen setzt, sondern nur Kopien gemacht werden, von anderswo erfolgreich laufenden Produkten. Und ein Kopie ist nie so gut, wie das Original. Im Endeffekt ist deutsches Fernsehen, was Ideenreichtum angeht, ungefähr so inzestuös, wie irgendsoein Hinterwäldler, der lieber seine Cousine heiratet, anstatt sich mal bei nicht-Verwandten umzuschauen. Ok, das nehme ich zurück.

Dieter Bohlen ist nicht da, weil er Dieter Bohlen ist, sondern weil er Simon Cowell darstellen kann. Die Fußballerfrau ist nicht da, weil sie als Fußballerfrau Kompetenz darin beweist, was ein Talent ist und was nicht, sondern weil sie eine Blondine verkörpert. So wie Amanda Holden im Original oder eben die Darstellerinnen der Blondine in den Supertalent-Versionen der anderen Länder, z.B. Dannii Minogue in Australien – schließlich gibt es die Sendung in 39 Ländern.

Und für Bruce musste eben ein Ersatz her, jemand, der ein wenig komisch spricht und voll emotional reagiert, z.B. zu weinen anfängt, wenn einfach jemand 2 Tücher vor ein paar Ventilatoren hält – und vielleicht irgendeine andere Ähnlichkeit noch mit Bruce hat, vielleicht weibliche Art und Hautfarbe? Ich weiß, das sind alles vollkommen unwichtige nebensächliche Attribute, Hautfarbe, Geschlecht, Aussprache, Aussehen sollte bei einer Jury-Besetzung vollkommen nebensächlich sein, aber sagt es nicht mir, sagt es den TV-Redaktionen, die in Deutschland nun mal weder Eier haben, noch Ideen.

Was aber noch schlimmer ist als die Jury, sind die Menschen, die sie in das Theater gekarrt haben, um die Reaktionen auf die Show einzufangen, Applaus, Buhrufe, Tränen, Jubel, Begeisterung, etc.

Es gibt niemanden auf der ganzen Welt für den ich so wenig Respekt übrig habe, wie für diese Kakerlaken, die willig ihre eigene Persönlichkeit, Meinung und Menschlichkeit aufgeben und sich so zum Spielball der Redaktion machen lassen und nicht mal merken, dass sie unmündig geworden sind. Es ist ja nicht so, dass die klatschen wenn ihnen was gefällt, oder buhen, wenn ihnen was nicht gefällt, das muss eigentlich jedem, der die Sendung wird klar werden.

Wenn jemand überraschenderweise „gut“ ist, setzt der Applaus mittendrin ein und zwar alle gleichzeitig. Warum? nun, es könnte ja sein, dass links und rechts von der Bühne Anweiser stehen, die dem Publikum symbolisieren, wann sie was zu tun zu haben. Und das Publikum macht mit, denn man tut halt, was das mächtige Fernsehen sagt. Ekelhaft.

Noch schlimmer, finde ich, wenn sie buhen. Die armen Künstler, die ausgebuht werden, wissen ja nicht, wie schlecht sie eigentlich sind, die Redaktion weiß es aber vorher. Natürlich, um genau die Reaktion hervorzurufen. Jetzt ist es aber erst mal so – egal wie talentfrei die Kandidaten teilweise sind – sie trauen sich zumindest auf die Bühne, vor einem vollbesetzten Saal etwas vorzuführen. Allein das ist schon eine ziemlich riesige Leistung, wie jeder bezeugen kann, der sich daran erinnert, wie er zum ersten Mal vor Leuten etwas vorgeführt hat. Die Claqueure im Publikum sind von einer derartigen Leistung weit entfernt. Und sie buhen ja nicht, weil sie es scheiße finden, sondern sie buhen, weil sie sich freuen, dass sie etwas zu sehen bekommen, was so richtig scheiße ist, deswegen sind sie ja da. Verlogen wie noch was.

Und wenn man auf einer Bühne etwas sieht, was einem nicht gefällt, dann schränkt man halt seinen Applaus am Ende ein und benimmt sich nicht, wie ein Pausenhofschläger oder Fußballhooligan und buht ihn von der Bühne. Das ist doch kein Benehmen.

Jetzt die Kandidaten. Das ist doch auch eine Verarsche! Spätestens seit der mittelmäßige Mundharmonikaspieler gewonnen hat, weiß man ja, dass da keine Talente gesucht werden, sondern die, die möglichst herzerwärmend in die Kamera jammern können, so dass das Publikum gar nicht mehr merkt, dass das Talent gar nicht so groß ist.


Der erste Künstler, den ich sah, war ein Artist an der „chinesischen Stange“, eine reguläre Zirkusnummer, durchaus gut gemacht, nichts Neues halt. Außer für Dieter Bohlen, der nicht kapiert hat, dass das keine Gogo-Stange ist und durchweg dachte, dass er bisher nur Frauen gesehen habe, die diese Art der Kunst machen und so etwas noch nie gesehen habe. Na damit beweist er ja so richtig Kompetenz. Weil die Nummer an sich noch nicht genug wirkte, musste die Redaktion tausend Zeitlupen und dramatische Musik unterlegen und ständig sagen, dass der Artist für das Supertalent, für seine große Chance, sein Leben riskieren würde. Als ob. Als ob, die wissentlich eine Nummer zulassen würden, die eine große Gefahr birgt. Ein Verletzungsgefahr besteht natürlich immer, man kann auch von seinem Stuhl fallen und sich das Genick brechen, wenn man Pech hat, aber wenn klar wäre, dass die Verletzungsgefahr, ach was, die Todesgefahr, sehr hoch ist, dann hätte so eine Nummer weder im Fernsehen noch auf irgendeiner Bühne der Welt etwas zu suchen.

Es war eine schöne Nummer, warum muss man sie durch die Dramatik kaputt machen? Und auch hier – im Gegensatz zu der zwar manipulativen, aber richtig guten Schnitt- und Bildregie in der englischen Originalversion, fällt der deutschen nichts ein, als ewig oft Szenen und Blicke in Zeitlupe zu wiederholen und alles in die Länge zu ziehen, so dass man es schnell satt hat. Die halten ihr Publikum wirklich für noch dümmer, als sie es selbst sind.

Und das ist der Fehler, wenn man eine gute Show machen will: Nie das Publikum unterschätzen, nie das eigene Publikum von oben herab behandeln, nie das Publikum für doofer halten, als man es selbst ist. Es kann ja gut sein, dass das Supertalent-Publikum Abschaum ist, ich weiß es nicht, aber auf jeden Fall sind die Macher schlimmer.

Danach kamen dann irgendwelche Osteuropäischen Artisten, die was lustiges vorgeführt haben, brav sich die Kritik der Jury anhörten und nickten, obwohl sie kein Wort verstanden, weitergevotet wurden und trotzdem nicht mehr auftauchen werden – das Publikum merkt das eh nicht, war ja schon die Staffeln vorher so. Die waren auch gebucht und haben sich nicht selbst beworben und bekamen – im Gegensatz zu den anderen Kandidaten – auch Geld dafür. Vielleicht erinnert ihr Euch noch an die ukrainische Sandmalerin oder den amerikanischen Billardkugel-Schlucker? Das sind gestandene Künstler, schon seit Jahren im gut bezahlten Geschäft, die gehen nicht für umme zu einem TV-Show-Casting, bin ich mir sicher.

Dann kam aber etwas, was mich wirklich aufgeregt hat. Ein Schweizer Punker, der erzählt hat, was für eine schwere Zeit er gehabt hätte, denn mit 12 Jahren hätte das Amt ihn seiner Mutter weggenommen, da sie Brasilianerin sei und sein Vater sich von ihr getrennt habe und er sei auf einen Hof zu einer Gastfamilie gekommen, wo er es gehasst habe, sei dann auf die schiefe Bahn geraten, Alkohol, Drogen, würde jetzt Betteln, damit er den Staat nichts koste und hätte ja nur noch die Musik.

Ich bin mir fast sicher, einer Überprüfung würde diese Story nicht stand halten, aber das ist jetzt nebensächlich. Der Typ sagte nämlich er würde Klavier spielen. Eigene Stücke, improvisierte Melodien, er habe keinen Klavierunterricht gehabt, höchstens Mal ne Woche und habe sich alles selbst beigebracht.

Was er dann gespielt hat – jeder Klavierlehrer würde vor Scham im Boden versinken. Einfach ein paar nette Akkorde, immer mal wieder auf die Tasten drauf gedrückt, dabei wehleidig geschaut, nichts, was nicht jeder in einem halben Jahr lernen könnte – ja sogar besser hinkriegen könnte.

Aber das Publikum war begeistert! Standing Ovations! Der arme Junge und er spielt so toll Klavier! Und natürlich hat keiner von der Jury es gewagt, zu sagen, dass es Scheißdreck war, es war ja auch nicht so geplant. Für den Jungen ist allerdings das Problem – um hier mal als Klavierspieler zu sprechen – dass er sich ziemlich den Weg verbaut hat, denn durch das selbst lernen hat er sich eine derartig verkrampfte Fingerhaltung drauf geschaft, die ihn daran hindert, besser zu werden, z.B. mal flüssig einen schnellen Lauf zu spielen. Da muss er erst wieder diese Fingerhaltung ent-lernen um es richtig neu zu lernen und bräuchte quasi länger als jeder totale Klavieranfänger. Ohne Scheiß, bucht bei mir Klavierunterricht für ein halbes Jahr und ich kann jedem beizubringen so zu spielen. Lasst Euch doch nicht vom Fernsehen verarschen.

Jetzt aber das Problem. Mein schrecklicher Verdacht: Die Story ist nicht echt. Da hat sich kein sentimentaler Punker bei der Redaktion gemeldet und gesagt: „Hey, ich kann Klavier spielen!“, nein, die Redaktion hat einfach den Ausschnitt aus der australischen Version gesehen, die als „viral hit“ im Internet kursiert ist, wo genau so jemand eben mit Klavierspiel – das ein kleines bisschen besser war, aber jetzt auch nicht so toll – begeistert hat.. Und anstatt halt eigene Ideen zu haben, setzen die sich dran, um diese Geschichte möglichst nachzuspielen!

Wie gesagt, Inzest. Eine Kopie einer Kopie. Erbschäden der Nachfolgegeneration oder so. Kapiert es endlich TV-Redaktionen bestehend aus sich hochschlafenden Praktikantinnen: Ohne eigene Ideen ist nichts gut. Nichts.

Endgültig abgeschaltet habe ich dann beim nächsten Kandidaten. Es war Paul Potts. Also nicht wirklich Paul Potts, aber exakt die gleiche Geschichte. Paul Potts ist ja auch schon ein paar Jahre her, da kann man das ja wieder bringen, angeblich ist das Publikum zu doof dafür es zu merken. Der Typ der jetzt kam, war halt dick und hässlich, hatte natürlich eine Zahnlücke, erzählte, dass er noch nie vor Publikum aufgetreten sei (glaube ich nicht) und dass er sich nicht gerne im Spiegel anschauen würde, da er sich nicht für attraktiv halte. Oooooh. Er kam dann – ich bin mir nicht sicher, wie gesagt, ich hatte Fieber – in kurzen Hosen und einem zu engen T-Shirt, damit man schön den Schwabbelbauch sieht, auf die Bühne. Für den Effekt natürlich. So eine Fake Kacke.

Von dem Dieter Bohlen Fan, der fast schon stalkermäßig auf der Bühne herumhüpfte und ständig rief, dass ein Traum in Erfüllung ginge, Dieter Bohlen zu treffen und dann Modern Talking Songs sang, verschone ich Euch jetzt mal lieber. Wenn man mit Modern Talking Songs eine Runde weiterkommt, sagt das ja fast schon alles über das Supertalent aus.

Am allerschlimmsten war aber, dass am nächsten Tag eine weitere Folge lief. Zur Belustigung des Mobs wurde ein schmächtiger Kerl auf die Bühne geschickt, der sich in seiner Unterhose auf einen Tisch legte, seine dicke Frau ankam, ihm Spaghetti Bolognese auf dem Körper verteilte und dann anfing, das mit dem Mund zu Essen, während der Mann „oh ja“ sagte.

Jetzt wo ich das lese, kann ich es nicht glauben, aber es war in der Tat so, es war wirklich kein Fiebertraum. Bohlen genoss die Szene lange, bevor er endlich als dritter auf den Buzzer drückte und das Publikum buhte wie verrückt. Ekelhaft! Das will doch keiner sehen! Was soll denn das?

Das ist sehr verlogen. Denn genau das will das Publikum ja sehen. Sonst würde es RTL ja nicht zeigen, sondern einfach weglassen. Das ist ja das, was bei Supertalent zählt, die Mob-Mentalität, die Empörung, das fertig machen der Schwachen, die Kandidaten zu beschimpfen und sagen, dass sie talentfrei sind und weggehen sollen, weil man es nicht sehen wolle. Warum zeigt man es dann? Weil es gerade diese Dinge sind, die das Publikum sehen will. Das Supertalent-Publikum sind also Leute, die sich gerne Autobahnunfälle anschauen. Sie geben es nur nicht gerne zu. Ich könnte mich so über diese Verlogenheit aufregen.

Der Kandidat mit der Spaghetti Bolognese hatte offensichtlich einen seltenen Fetisch, der bei den meisten Ekel auslöst, der aber ansonsten harmlos ist. Natürlich ist er schlecht beraten, diesen Fetisch vor einem Millionenpublikum auszuleben und es ist auch kein besonderes Talent. Wahrscheinlich ist der Typ nicht besonders schlau. Aber als Bohlen diesen Freak fragte, was das denn solle, hat er in etwa gesagt: „Also wenn Du mich so fragst, im Prinzip ist das eine Liebeserklärung an meine Frau, sie ist nämlich die einzige die das macht und ich liebe sie über Alles.“ Ja, ist doch schön, er hat einen verrückten, ekelhaften Fetisch – ist halt nun mal so – und er hat seine Frau fürs Leben gefunden, mit der er es ausleben kann. Der Rest geht uns gar nichts an. Und mit seiner Aussage hat er mehr Ehrlichkeit bewiesen als jeder andere, der mit dieser Sendung irgendwie zu tun hat.

Pfui, RTL!

PS: In der letzten Staffel gab es vier Halbfinale. Das sagt doch schon Alles.