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Gewinne, Gewinne, Gewinne: Telefon, Flachbildschirm, Buch?

 

Ich bekam einen Anruf von einem Gewinnspiel. Die Dame fragte, ob ich mitmachen wolle, ich könne ein Telefon gewinnen. Ich sagte: „Nein danke, wie sie sich sicherlich denken können, habe ich bereits eines.“

Und dann noch „Aber ein Buch würde ich gerne gewinnen, so etwas habe ich noch nicht.“

Seltsamerweise legte sie auf. Seltsam auch die ganzen Fensterscheiben an Geschäften, auf denen Plakate hängen auf denen „plakatieren verboten!“ steht.

Irgendwas stimmt in dieser Welt nicht. Es gibt WM-Gewinnspiele, bei denen man tippen muss, wer Weltmeister wird und man bekommt als Preis einen Flachbildschirmfernseher. Nach der WM. Ein weiteres Gewinnspiel, dass die Einsendung der lustigsten Videos prämierte, gab einem als Gewinn eine Videokamera.

Liegt da der Denkfehler bei mir?

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Anrufbeantworter aus Verzweiflung

 

Der Text:
Anrufbeantworter aus Verzweiflung

Morgen. Wenn ich Kaiser von Deutschland wäre, dann würde ich verbieten, anzurufen und nichts auf dem Anrufbeantworter zu lassen. Ich glaube, ihr kennt das Problem auch. Mein Telefon ist so eingestellt, es klingelt vier mal und wenn dann niemand ran geht, um die Leute nicht lange warten zu lassen, geht der Anrufbeantworter an und dann kann man eine Nachricht hinterlassen.

Meist ist es aber so: Ich liege im Bett, ich bin auf Toilette oder ich bin unter der Dusche und das Telefon fängt an zu klingeln und dann schaff ich es natürlich gerade mal so nicht nach vier Klingeln an den Apparat zu gehen, aber bin zu Hause. Der Anrufbeantworter geht an und die Person am anderen Ende legt auf, weil sie nicht auf Anrufbeantworter sprechen will.

Ich würde das untersagen. Es ist auch so, ich denke dann, vielleicht geht mir ein Auftrag durch die Lappen, oder ein neuer Job oder was weiß ich, ich werde gebraucht irgendwo, oder jemand will irgendwas von mir oder meine Leben ändert sich zum Besseren, wenn ich diese Person am Telefon hätte, aber – leider verpasst. Und deswegen denke ich, also ich habe ja dieses Uralt-Telefon, das ist ja noch von als es diese privaten Dinger noch gar nicht gab, als man die Telefon nur von der Telekom bekommen hat und da wird auch nicht gezeigt, wer angerufen hat, also es kann ja die Nummer angezeigt werden. Deswegen kann ich auch keinen erbitterten bösen Anruf zurück machen, allerdings, wenn ich so ein TELEFON hätte, dass die Nummer erkennen könnte – es gibt ja auch diese Rufnummernunterdrückung und wichtige Leute tun natürlich die Rufnummern unterdrücken, deswegen denke ich mir, müssen wir mal jetzt einen neuen Anrufbeantworterspruch auf mein Telefon drauf sprechen, damit das nicht passiert. Okay? Machen wir mal…

„Bitte, bitte, nicht auflegen, nein, nein! Ich könnte ja zu Hause sein, bitte, bitte! Auf den Anrufbeantworter sprechen, sonst entgeht mir dieser wichtige Anruf für alle Zeiten.“

Ich glaube, das war nicht gut.

„Meine Damen und Herrren, nicht auflegen. Ich bin zu Hause.“

„Ach so, ja, hier ist Manuel Wolff“

Jetzt machen wir nochmal.

„… deswegen bitte ich um Rücksicht und auf jeden Fall eine Nachricht auf den Anrufbeantworter zu hinterlassen, denn es könnte ja wichtig sein. Oder wenn es nicht wichtig ist und ich das Klingeln mitkriege, dann denke ich vielleicht es wäre wichtig und werde mich den ganzen Tag schlecht fühlen, dass ich den Anruf nicht mitbekommen habe. Natürlich könnte es auch sein, dass ich wirklich nicht zu Hause bin, aber auch dann schadet es nicht eine Nachricht zu hinterlassen, damit ich dann zurückrufen kann…“

„Manuel Wolff, ich bin gerade unter der Dusche, liege noch im Bett oder bin tatsächlich nicht zu Hause. Deswegen bitte ich eine Nachricht zu hinterlassen und wer keine Nachricht hinterlässt ist doof. Ansonsten bin ich unter meiner Mobiltelefonnummer 0…“

… manchmal dauert es nur ein wenig.

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Der Terror der Bahn geht weiter

 

Die Tickets für die Reise nach London sind nun mit der Post angekommen. Wer glaubt, die Geschichte (Vorgeschichte hier lesen) hätte sich damit erledigt, der irrt.

Kurz zusammengefasst:
– Ich wollte kaufen: London-Spezial, angeblich € 49,- pro Fahrt. Hin- und zurück für 2 Personen, macht 49×4 = € 196,-
– Mir wurde am Telefon gesagt: Nicht erhältlich, ätsch, kostet € 212,-
– Ich kaufte dennoch und jetzt kam das Ticket und ich sehe, dass von meinem Konto € 232,- plus €3,50 Versandkosten abgebucht wurden.

Wie es zu so etwas kommen könnte, lässt sich wieder Anhand unseres rein fiktiven Busunternehmens „Bohn“ verdeutlichen. Das Beispiel hat natürlich überhaupt nichts mit der Wirklichkeit zu tun:

Busunternehmer Bohn möchte einen Bus nach London füllen, und zwar für möglichst teuer, um möglichst viel einzunehmen. Da bietet er den Kunden auch an, die Reise telefonisch zu buchen. Und anstatt die Telefonkosten zu übernehmen, lässt er diese auch noch den Kunden bezahlen, denn es ist eine gebührenpflichtige Nummer. Der Kunde sagt zwar: „Bitte rufen Sie mich zurück, ich möchte bei Ihnen was kaufen und Sie bekommen Geld dafür“, aber das interessiert den Bohn nicht, denn er hat Monopol-Stellung, obwohl er mittlerweile ein privates Profit-orientiertes Unternehmen ist.

Für Bohn arbeiten einige Angestellte, die die Tickets am Telefon verkaufen. Und weil Bohn auch bei der Mitarbeiterführung seine unmenschlichen Tricks kennt, belohnt er die, die mehr verkaufen und zahlt den Mitarbeitern einen Prozentsatz jeden Verkaufs.

Wir erinnern uns, in unserem Beispiel will Bohn die Tickets für € 200,- loswerden. Da seine Verkäuferin 10% bekommen würde (reine Erfindung), müsste sie für € 220,- das Ticket verkaufen, damit Bohn zufrieden ist.

Wie reagiert sie also, wenn man anruft und nach dem günstigsten Ticket nach London fragt?
Nun, sie sagt: „Oh, das gibt es das London-Spezial für €98,-! Wollen Sie das haben?“
Nachdem der Kunde bejaht hat und Adress- und Kontodaten angegeben hat, wartet er auf die Tickets und die Rechnung. „Bekomme ich noch eine Angebotsbestätigung? Oder Buchungsbestätigung?“ – „Nee, das geht gerade leider nicht, unser System wird umgestellt.“

Und dann kommt das Ticket für € 220,- an, Bohn ist zufrieden und der arme Kunde kann nichts beweisen, außer er hätte das Telefongespräch mitgeschnitten, aber das wäre ja illegal, ohne vorherigen Hinweis.


Zurück zu meinem Fall mit der Bahn. Natürlich wollte ich das alles nicht mit mir sitzen lassen und rief bei der kostenpflichtigen Nummer an. Eigentlich wollte ich eine E-Mail schreiben, aber auf dem Brief mit dem Ticket stand:

DB Vertrieb GmbH
Postfach 60 05 03
22205 Hamburg
Tel: 0180 5 99 66 33*
Fax: –
E-Mail: –

Geschickt. Der Stern bei der Telefonnummer bedeutete übrigens, dass ein Anruf dort Gebühren kostet. Ich landete in einem langen umständlichen Auswahlmenü und als ich schließlich mit einem Mensch sprach, ließ sich dieser erst möglichst lange das Problem schildern, um dann zu sagen: „Aha, ich verbinde.“

Die Person mit der ich dann verbunden wurde, unterbrach mich zwar schneller, aber fragte dann, warum ich dann bei ihr anrufen würde. Ich sagte, dass ich durchgestellt wurde, sie sagte, dass ich da falsch sei. Und ich wurde wieder verbunden.

Auch die 3. Person konnte mir nicht wirklich weiter helfen, das erfuhr ich aber erst, nachdem ich drei Mal erklären musste, was mein Problem sei. mir wurde noch vorgeschlagen, dass ich mit dem Kundendialog verbunden werden könnte, aber da hatte ich keine Lust mehr.

Auch meine Frage, ob denn meine Anrufe und Bestellung und wer sie bearbeitet hat und mir evtl. den falschen, niedrigeren Preis genannt hat, wurde verneint, denn das sei nicht mehr herauszufinden, bei 600 Mitarbeitern. Man könne nur feststellen, was tatsächlich gebucht wurde.

Als ich nachfragte, also könnte mir die Mitarbeiterin jeden beliebigen Preis nennen und dann einfach einen komplett anderen Preis abbuchen, gerade so wie es ihr gefällt? Kam dann nur „Da stünde dann Aussage gegen Aussage“.

Das nächste Mal schneide ich meine Gespräche mit der Bahn mit, das Beispiel mit dem Busunternehmen Bohn finde ich alles andere als absurd.