Monat: August 2005 (Page 3 of 7)

Die Katholiken sind da – Tag 3

Heute mussten meine beiden Pilgerinnen ohne Frühstück auskommen, weil ich gestern das Brot aufgebraucht habe und kein Neues gekauft habe. Und sie wissen nicht, wo hier eine Bäckerei ist, die schon um 6 Uhr aufhat. Und ich habe mich nicht aus dem Schlaf reißen lassen, weil die eine mit ihrem Geschnarche das jede Nacht lauter wird mir die ganze Nacht zerstört hat. Als ich um ca. 2:30 wegen des Schnarchkraches nicht einpennen konnte, nahm ich mein Handy, stöpselte die Kopfhörer ein und hörte Radio – auf der höchsten Lautstärkestufe. Das Schnarchen übertönte es trotzdem. Also entschied ich mich um 3:30 aufzugeben und spazieren zu gehen, zog die Hose an und das Schnarchen hörte auf. Deswegen gibt es kein Frühstück. Und wer sein Geschirr nicht spült, bekommt sowieso nix mehr.

Gestern, während des Fußballspieles, schaltete ich mal kurz zum WDR. Dort lief „klingendes NRW“ live vom Weltjugendtag. Und wenn das, was ich da sah, die Erlösung ist, dann möchte ich lieber ewig in der Hölle schmoren – mit Freuden. Es liefen „De Höhner“, ein Kölner Karnevalsband, mit so einem drolligen Schnauzbartsänger, gemeinsam mit der „Jungen Sinfonie Köln“ und „Mama Afrika“ (zu Deutsch: „Mach mal eine Frikadelle“), einer dieser afrikanischen Trommel- und Tanzgruppen, die Afrika wahrscheinlich nur vom Hörensagen kennen und mit dem Vorurteil, dass eine dunkle Hautfarbe automatisch Rhythmus im Blut bedeutet, ihr Geld verdienen.

Also Höhner spielte Pop, dazu ein paar Streicher und Afrikaner, die auf Trommeln klopften (die man sowieso nicht hörte, denn es war alles Playback) und Afrikanerinnen in Baströckchen, die dazu tanzten. Die Sicht auf die durchaus ansehnlichen Tänzerinnen wurde allerdings vom katholischen Jugendschutz verstellt – nein, durch die alternden Schnauzbart-Spaßköppe vom Rhein. Der Text war allerdings das allerschlimmste, irgend so ein Hand-in-Hand-Balsam-Schnulze-We-Are-One-World-Hoffnungs-Pathos-Gemetzel in drei Sprachen: deutsch, englisch und kölsch. Wobei die Höhner eigentlich nur Kölsch können, und das Englisch wie Kölsch mit künstlichem Kaugummi-„R“ klang. Also wenn die Amerikaner das gehört hätten, hätten Sie bombardiert.

Danach wurde es aber noch schlechter. So etwas nennt man ein Wunder, denn wie soll so etwas möglich sein? Es kam „Michael Vogdt und Paderborner Kinder“ mit einem Lied aus einem Christpop-Musical, dass die Welt im Sturm erobert. Na ja, Schlagzeilen macht. Vom Paderborner Wochenblatt. Kleine Kinder spielten Ringelreihen, während er das Lied von „10 kleinen Engeln“ sang. Flankiert von 2 schönen engelsgleichen Backgroundsängerinnen. Na gut, die eine sah eher aus wie ein Elefant, aber auch Elefanten brauchen Engel. Mit einem unsicheren Step-Touch-Step-Touch quälten sie sich rhythmisch unsicher durch das seichte Lied und Michael musste aufpassen, dass ihm statt „Engel“ nicht aus Versehen mal „Neger“ rausrutschte. Das kann man gar nicht in Worte fassen, wie die ganze Veranstaltung war, aber Roberta Kelly, Gospelsängerin rief es nach ihrem Auftritt der Weltjugend zu: „Jesus hat Euch lieb, Kinder, und ich auch!“

Heute kommt ja der Papst, ich gehe da mal hin. Ach was, soll er doch zu mir kommen, wenn er was will. Würde ja gerne die beiden Pilgerinnen heute Abend mit einem Joint begrüßen, ist ja auch nix anderes als Weihrauch, hab aber leider nix.

Frau Fox

Frau Fox wird mit ihrem Internet-Anbieter Netcologne nicht zufrieden sein. Um mich mit meinem WLAN ein zu wählen brauchte ich mein Passwort, dass ich aber vergessen hatte und mir vom Netcologne-Kundenservice per Post zuschicken ließ. Das ging auch prompt und war am nächsten Tag schon da. Nur war auch ein Brief dabei, der aus Versehen mit eingepackt wurde, und zwar an eine Frau Fox (inklusive vollständiger Anschrift):

„Sehr geehrte Frau Fox, wie gewünscht haben wir ihr Kundenkennwort geändert. Dies sind ihre neuen Zugangsdaten:“

gefolgt von den Zugangsdaten. Soll heißen Frau Fox kann jetzt nicht mehr ihre Rechnung online abrufen. Ich schon.

Ich hab jetzt Kundennummer und Passwort, ich könnte sogar wenn ich übel gesinnt wäre ihren Tarif ändern, Sachen mit ihrem Namen bestellen, und und und …

Mache ich natürlich nicht, aber ich frage mich, wem ich zuerst von dem Fehler erzählen soll, Netcologne oder Frau Fox. Und wie oft passiert Netcologne so etwas? Da kann der Nutzer alle möglichen Sicherheitsmaßnahmen beachten, die bringen alle nichts, wenn der Anbieter selbst anderen das Passwort verrät.

Die Katholiken sind da – Tag 2

Blöder Katholikentag. Ich habe mich erwischt, wie ich im Treppenhaus dieses „Glooo-oooo-ooo-oooo-ooo-oooo-oria, in excelsis deo“ gepfiffen habe. Verdammt, die kriegen mich noch.
Übrigens, meine beiden Katholiken sind ja nicht von überall auf der Welt, sondern aus Deutschland – von wegen ich lerne Gläubige aus der ganzen Welt kennen. Trotzdem wurde mir ja diese Verständigungskarte bei Sprachproblemen geschickt (siehe hier) und ich weigere mich, einen anderen Kommunikationsweg zu benutzen. Das ist sehr lustig und die denken ich sei bescheuert.
Die eine Katholikin bei mir hat heute Nacht entweder heimlich Schokolade gegessen, oder in die Hose gemacht, auf dem Bettbezug sind jedenfalls braune Streifen. Und heute Morgen um ca. 6 Uhr 30 haben sie einen Teller in meiner Küche zerscheppert. Was das für ein christliches Zeichen war, weiß ich nicht, es war jedenfalls eine unchristliche Zeit. Gespült haben die auch nicht.

Manuel Wolff gegen die Bahn VI

Auch diese Saga ist vorbei.

Brief von der Bahn:

„… nach eingehender Prüfung der Sachverhaltes dürfen wir Ihnen mitteilen, dass sich keine Anhaltspunkte ergeben haben, die eine andere Entscheidung begründen. Wir bedauern daher, den mit Ihrem Schreiben verbundenen Erwartungen nicht entsprechen zu können und betrachten den Vorgang als abgeschlossen.“

Das freut mich, war ja zu erwarten, aber ich lache mich über die Formulierungen kringelig. Die haben tatsächlich sich eingehend mit dem Scheiss beschäftigt. Immerhin, wenn noch mehr Leute die Bahn mit ihrem eigenen Unfug nerven fangen sie vielleicht endlich mal an umzudenken. Aber bedauern tun die nichts, also sollen die aufhören zu lügen. Allerdings haben sie voll und ganz meinen Erwartungen entsprochen. Vielleicht sollte ich doch noch mal schreiben, aber meine Portokasse wird knapp.

Die Katholiken sind da – Tag 1

Das wird eine enthaltsame Woche. Gestern sollten ja zwei junge Katholikinnen meine schöne kleine 1-Zimmer Single Wohnung für eine Woche bereichern. Zwischen 18 und 22 Uhr sollten sie ankommen, und zwischen 16 und 30 Jahren sein. Von irgendwo auf der Welt, froh, im toleranten Köln bei so einem sexy Mann Unterschlupf zu finden.

Um 22:30 Uhr klingelte es dann endlich an der Tür, und zwei Kinder aus tiefstem Badenland standen vor meiner Tür. Nun ja, vielleicht waren sie 16, aber das katholische Äquivalent. Also pubertär. Was fällt der katholischen Kirche eigentlich ein, ohne Backgroundcheck harmlose nicht-erwachsene Mädchen in die Wohnung eines gefährlichen Raubtieres zu stecken? Haben die aus ihren Priester-Skandalen nichts gelernt?

Jedenfalls kann ich mit den beiden nix anfangen, nicht hübsch, zu jung und auch noch deutsch. Aber ich bin ja freundlich, habe denen nett und höflich die Unterkunft schmackhaft gemacht, ein bisschen was erzählt, ihnen Getränke angeboten. etc.

Als sie erfuhren, dass ich Musiker bin, waren sie beide schlagartig in mich verliebt.

Da sie müde waren, sind sie zack in die Heia, ich ließ es mir aber nicht nehmen, noch laut Kalkofes Mattscheibe im TV zu schauen. Wow, da wird ja echt oft über ficken, Titten, Mösen, Scheiße, Kotze, Wichsen und alles Mögliche geredet, was Katholiken die Schamesröte ins Gesicht bringt. Das war ein Spaß. Ach ja, und es werden ständig Witze über dicke gemacht, das hat die eine von den beiden bestimmt ganz traurig gemacht.

Ich hatte also Pech mit meinem Deal, ich erwartete eigentlich Sambatanzende Mitte-Zwanziger aus Südamerika, streng katholisch natürlich, stattdessen bekam ich pubertierende brave Schulmädchen, die mir dann auf Google Earth zeigten, aus welchem Kaff in Dunkeldeutschland sie kommen. Und dabei natürlich mit dem Finger auf den Notebook-Bildschirm fassten. Jetzt ist da ein Fleck.

Ihr dachtet, schlimmer könne es nicht kommen? Oh doch, die eine schnarcht.

Impressionen vom Weltjugendtag – die Ruhe vor dem Sturm

Gleich – also in wenigen Stunden oder gar Minuten – kommen die Katholiken. Ich bin schon ganz aufgeregt. Das Bett ist frisch gemacht, es kann losgehen. Auf der BILD-Zeitung von heute steht „Exklusiv in BILD: Die Papst-Botschaft“. Ich glaube kaum, dass die Botschaft des Papstes nur für BILD-lesende Katholiken gedacht ist, und nicht für Katholiken, die nicht die BILD-Zeitung lesen, noch dass das Oberhaupt der Kirche, irgendwelche Deals mit Springer macht, obwohl Verbrecherorganisationen ja gerne mal zusammenarbeiten. Daher ist es vollkommen legitim zu sagen, dass die BILD-Zeitung ihre journalistische Pflicht verletzt, und die Verantwortlichen ganz offensichtlich kriminelle Lügner sind. Auf der Titelseite des Kölner EXPRESS steht etwas anderes: „Trauer um das Botterblömche“. Das Botterblömche ist gestorben. Botterblömche ist eine Karnevalslegende, also jemand, der mit nicht mal mittelmäßigen Sprüchen eine ganze rein katholische Stadt begeistert und närrisch macht. So was ähnliches wie der Papst also, nur noch etwas wichtiger. Ta-taa! Ta-taa! Ta-taa! Habemus Botterblomikam. Amen.

Dinge, die ich nicht leiden kann – Teil VII

Leute, die unter Alkoholeinfluss laut gröhlen oder schreien. Und Leute, die ohne Alkohol laut gröhlen und schreien. Ich finde es gibt nichts peinlicheres. Die sollen mal ein wenig Selbstachtung erwerben. Am besten man sperrt sie alle weg, am besten zusammen mit den Männern, die rosa Hemden, oder noch schlimmer rosa Polo-Shirts tragen. Meinetwegen kann man auch noch die Leute dazupacken, die meinen, in die U-Bahn einsteigen zu müssen, bevor ich ausgestiegen bin. Ach ja und „de Höhner“ gleich dazu.

« Older posts Newer posts »

© 2026 uiuiuiuiuiuiui.de

Theme by Anders Noren — Up ↑