Monat: August 2005 (Page 4 of 7)

Vorsätze zum Katholikentag

Der größte Renner auf dem 7 Tage dauernden Weltjugendtag scheinen die Ansteckbuttons zu sein, die von der BILD-Zeitung kostenlos verteilt werden. Dort ist das Logo des Weltjugendtages, das Bild vom Papst, natürlich das Logo des Käseblattes und der berühmt-berüchtigte „Wir sind Papst!“ – Spruch. Als Gegenmaßnahme, da sich Bild anmaßt zu bestimmen wer Papst ist, sollte ich Buttons tragen auf denen „Ich bin BILD!“ steht. Papst wollte ich ja auch nicht sein, wenn schon, denn schon. Leute die mit den BILD-Stickern gesehen werden, dürfen übrigens mit Eiern beworfen werden, da sie Werbung für Dreck machen, auch noch unbezahlt. Und immer noch nicht vom Glauben abkommen.

Des Weiteren ist es vollkommen okay, Katholiken anzuhalten und Ihnen das Sesamstraßen-Lied „7 Tage hat die Woche“ ins Ohr zu brüllen, damit denen endlich mal klar wird, dass ein Tag ein Tag ist, und eine Woche. Ich sollte meine beiden Pilger am Dienstag oder so anbrüllen: „Rrrrrrrraus! Was macht ihr noch hier? Ein Tag ist vorbei! Macht Euch vom Acker!“

Werbeunterbrechung

Das schlimmste am Privatfernsehen sind ja die Unterbrechungen durch Werbung, 16 Minuten pro Stunde. Geistlose, schwachsinnige Werbung. Das hat dazu geführt, dass mittelmäßige Werbung, die vielleicht zu einem klitzekleinen Schmunzler (im Höchstfall) führen, überall als geniale Kunst und mega-witzig zelebriert werden. So zum Beispiel auf diesen ganzen vielen lustigen Internetseiten, die Clips ins Netz stellen und zu denen ich auch manchmal linke. Damit hat die Werbeindustrie vollkommen die Kontrolle über den Menschen gewonnen, denn für diese Clips zahlen die ja noch nicht mal irgendwas. Die Spitze der Perversion ist aber erreicht, da im Privatfernsehen zur besten Sendezeit Shows laufen, die z.B. „die witzigsten Werbespots der Welt“, „die unglaublich verrückte wunderbare witzige Welt der wahnsinnig wundervollen Werbung“ oder ähnlich, heißen. Da gibt es dann tatsächlich Leute (wahlberechtigt), die sich das freiwillig anschauen. Eine ganze Stunde voller mittelmäßiger Werbung. Noch schlimmer ist ja, dass diese Sendung ebenfalls unterbrochen wird. Von Werbung. Geistloser, schwachsinniger Werbung. Anstatt, dass erwartet wird, bzw. eingefordert wird, dass die Werbung, die im Privatfernsehen läuft, mindestens so gut ist, wie die, die in den Sendungen läuft und im Internet herumgereicht wird, wird wieder einmal Schwachsinn akzeptiert, anstatt mit schlechter Quote zu bestrafen.

Das Ende der Postsaga

Gestern hat das mit der Post endlich geklappt. Ich bin wieder mit meinen Paketen losgetigert, die Merowinger runter. Beim Friseurladen Unisex sahen die Friseusen wieder wie billige Nutten mit Scheren aus. Und dann heißt der Laden auch noch wie ein schlechter Puff. Ich würde am liebsten da mal reingehen und zu einer sagen „Du da, wie viel für ne halbe Stunde?“, aber das traue ich mich nicht. Zumindest so lange nicht, bis ich meine eigene Fernsehsendung habe, wo man dann für solche Sachen nicht zusammengeschlagen wird, oder es zumindest Quote bringt.

Bei der Post war dann eine Riesenschlange, zwei von fünf Schaltern waren geöffnet, und die Leute wurden abwechselnd gefragt, ob sie Lotto spielen oder schon ein kostenloses Girokonto haben. Die Schalterbeamtinnen (es waren 5 da, aber nur 2 Schalter geöffnet), waren allesamt sehr sehr hässlich und stark übergewichtig. Da kam ich ins Grübeln. Wir sind doch in Köln, und das sind alles Katholiken. Verdammt, Katholikinnen sind hässlich und fett. Da hätte ich dran denken sollen, bevor ich – Weltjugendtag sei Dank – mich freiwillig gemeldet habe, um zwei junge Pilgerinnen in meine Wohnung zu lassen. Jetzt habe ich Angst vor nächster Woche. Ich schließe vorsorglich schon mal den Balkon ab, nicht dass da noch was einstürzt. Sqürl hat vorgeschlagen, dass ich ein Kreuz verkehrt herum aufhänge, aber ich bin doch nett, das mache ich nicht. Ich mache lieber ein Schloss an den Kühlschrank.

Mich hat die Schalterbeamtin leider nicht gefragt, ob ich Lotto spiele, ich hätte so gerne mit „Darf ich eine Gegenfrage stellen?“ geantwortet, und dann allerlei Unverschämtheiten und Gewaltandrohungen vom Stapel gelassen, aber sie sagte nur „Schönen Tag noch.“

Kommet, ihr Hirten

Wahnsinn, ich glaube ich bin wieder im Mittelalter:

„Papst Benedikt XVI. hat für den Weltjugendtag einen Sonder-Ablass ermöglicht. Nach einem am Montag in Rom veröffentlichten Dekret können jene Gläubigen einen vollkommenen Ablass erhalten, die mit entsprechender Gesinnung an einer Veranstaltung und am Abschlussgottesdienst des Treffens in Köln teilnehmen.
Laut Dekret gelten dabei die üblichen Voraussetzungen wie die Beichte, der Empfang der Kommunion und ein Gebet nach Intention des Papstes. – Mit dem Ablass werden dem Gläubigen die zeitlichen Sündenstrafen erlassen.
Dem Schreiben zufolge können aber auch alle Gläubigen, gleich wo sie sich während des Weltjugendtags befinden, einen teilweisen Ablass erhalten, wenn sie in bussfertiger Haltung inständig um ein mutiges Glaubenszeugnis der Jugend beten. Ferner sollten sie darum bitten, dass sich die Jugendlichen fest darum bemühen, ihre künftigen Familien oder ihre anderweitige Berufung an den Normen des Evangeliums und der Kirche auszurichten.“ (koeln.de)

Ich hab auch nun Nachricht bekommen, ihr erinnert Euch vielleicht, ich habe ja beim WJT zwei junge Frauen für mich bestellt, und jetzt kam die Bestätigung. OB Schramma nennt mich zwar Herbergsvater, aber immerhin. Und ich glaube ich werde meine jungen Gäste komplett verschrecken, indem ich in bussfertiger Haltung (da fallen mir nur schmutzige Sachen ein) um ein mutiges Glaubenszeugnis der Jugend bete. Okay, das ist sehr schmutzig. Aber vielleicht werde ich es filmen.

Und falls es Verständigungsprobleme mit den jungen Leuten gibt, haben die mir eine Karte von Langenscheidt extra entwickelt mitgegeben. Damit ich statt englisch oder spanisch zu versuchen einfach mit dem Finger zeigen kann. Das wird lustig. Hier ein Ausschnitt:

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