Monat: August 2005 (Page 5 of 7)

Ich krieg‘ Tourette!

Die Scheissfotzwichsarschleckenrenggggedennggggblödiblödiarschloch-Postfiliale, bei der ich seit Samstag vergeblich versuche, meine Pakete zu verschicken hat bei mir wieder für Unmut gesorgt. Ich habe mich geirrt, sie hatte nicht „wegen Inventur am Dienstag von 9 Uhr bis 18 Uhr geöffnet“, sondern nur bis 16 Uhr 30. Die kriegen so was von mir in die Fresse, wenn die mal „aufgrund keiner Inventur geschlossen“ haben. Also habe ich schon wieder die Pakete hin- und hergeschleppt. Mittlerweile bin ich im Armdrücken unschlagbar.

Manuel Wolff gegen die Bahn – V

Sehr geehrte Frau ****,

vielen Dank für Ihren Brief, Zeichen **********************.

Leider bleiben noch einige Fragen offen, und ich hoffe, dass Sie diese mir und allen potentiellen Kunden beantworten können. Was meinen Sie denn mit „im Geschäftsleben üblichen Bedingungen“? Gehört zum üblichen Geschäftsleben denn, Kunden über den Tisch zu ziehen? Ich glaube ja, das rechtfertigt allerdings nicht die Praxis der Bahn, dies auch zu tun. Vor allem mit ihrer Monopolstellung hat sie eine besondere Verantwortung ihren Kunden gegenüber und kann nicht Geschäftspraktiken einsetzen, die so übel und unehrlich sind, wie die von z.B. 9.live.

Dass dem „geweckten Kaufinteresse […] normalerweise eine umfassende Beratung“ erfolgt kann ich nicht nachvollziehen, sie wissen wahrscheinlich selbst, dass mehr als die Hälfte ihrer Mitarbeiter durch das komplizierte Preissystem der Bahn nicht durchblickt. Zahlreiche Medienberichte mit versteckten Tests haben ergeben, dass kaum das günstigste Angebot vorgeschlagen wird, selbst wenn direkt danach gefragt wird. Ich selbst musste meist den Mitarbeitern am Schalter erklären, was günstig ist, nicht umgekehrt. Das führte dazu, dass ich nur noch am Automat oder im Internet Tickets kaufe, aber selbst ihr computergestütztes Preissystem auf bahn.de weiß oft den Ticketpreis nicht. Sie glauben mir nicht? Dann versuchen Sie mal auf bahn.de ein Ticket von Köln nach Paderborn zu kaufen.

Ihre Aussage „Unsere Verkaufsstellen beraten Sie gern über alle Fahrpreisermäßigungen mit ihren sehr unterschiedlichen Benutzungsbedingungen.“ Bringt mich zum Lachen, allerdings nur kurz. Die Verkaufsstelle gar nichts, sondern höchstens die Mitarbeiter und die tun es nicht gerne, sondern hätten lieber Feierabend. Was den konkreten Fall meiner Bahncard angeht, konnten die Mitarbeiter mich nicht über Fahrpreisermäßigungen informieren, denn das Sommer-Spezial war ja von der Bahn noch nicht mal im entferntesten angedacht, als ich die Bahncard gekauft habe. Der Höhepunkt sind aber die „sehr unterschiedlichen Nutzungsbedingungen“ – auf das Chaos sind sie auch noch stolz? Bitte erklären Sie mir, aus welchem Grund die Nutzungsbedingungen so unterschiedlich sind.

Aber es ist schon sehr verstörend, wenn sie extra noch einmal mitteilen müssen, dass der Kunde das letzte Wort hat: „Welche Ermäßigung letztlich in Anspruch genommen wird, entscheiden unsere Kunden selbst.“ Puh, da hab ich noch mal Glück gehabt, dass ich nicht an ein Unternehmen geraten bin, dass mir vorschreiben kann, was ich kaufe. Ach nee, gibt es ja gar nicht. Allerdings scheinen Sie das für außergewöhnlich zu halten, dass ihre Kunden im Endeffekt doch frei Menschen sind.

Jetzt kommen wir aber zum Knackpunkt, denn im Endeffekt haben Sie schon irgendwie Recht: „Ein Rechtsanspruch auf Zahlung der Differenz zu günstigeren Angeboten besteht nicht.“

Aber: Es geht mir nicht darum, was für ein Rechtsanspruch besteht, sondern Sie darauf hinzuweisen, dass Sie zufriedene Kunden wollen und nicht verarschte. Im Endeffekt machen Sie sich damit nämlich ihr eigenes Geschäft kaputt und vor allem die Reputation. Der Arbeitsaufwand, den Sie bis jetzt mit meiner Beschwerde hatten, ist jetzt schon um ein Vielfaches höher, als der ursprünglich von mir geforderte Betrag. Bitte sehen Sie allerdings in Zukunft davon ab, mich in Briefen anzulügen, denn „Es ist uns nicht möglich, Ihrem Wunsch zu entsprechen.“ ist zwar eine oft gebrauchte Floskel, sie entspricht allerdings überhaupt nicht der Wahrheit. Sie können schon, Sie wollen aber nicht.

Aber jetzt fällt mir ein, dass meine Rechnung ja von Anfang an falsch war, denn ich habe ja das günstigere Ticket ohne Bahncard gekauft, deswegen hätte ich nur den Betrag der Bahncard fordern dürfen, nicht aber die Preisdifferenz noch dazu. Allerdings muss ich Ihnen nach meiner Beratung in diesem Brief noch meine Beratungskosten berechnen, Sie hätten sich ja vorher umfassend bei mir nach günstigeren Angeboten erkundigen können.

Daher überweisen Sie bitte € 650,- (600,- Beratung + 50,- Bahncard) auf mein Konto bei der *********** Köln, Kto.-Nr. *******, BLZ ********

Gruß,

Manuel Wolff

absurdingedingrrrrrringemöööööh

Ich verstehe dieses ganze Gedöns um Handyklingeltöne nicht, jeder will einen haben der besonders toll klingelt. Aber liegt es nicht im Interesse des Anrufers, dass der Angerufene möglichst schnell ans Handy geht, statt sich doof seinen Klingelton anzuhören? Ich bin für die Einführung richtig schrecklich klingelnder Klingeltöne, damit man schneller ans Telefon geht. Moment – schrecklich klingelnde Klingeltöne – das haben wir ja schon … hilft wohl nix.

Cherno Jobatey, Gott des Humors

Gerade habe ich einen klitzekleinen Kommentar von Cherno Jobatey im TV gesehen. Wieder mal hat er versucht cool und witzig zu sein, was ihm natürlich wieder total misslungen ist. Aber jetzt, wo ich drüber nachdenke, war das doch keine schlechte Wahl der Programm-Macher des SDR die Moderation von „Verstehen Sie Spaß?“ geschickt zu besetzen. Ich ziehe eine direkte Linie von Didi Hallervorden – Cherno Jobatey – Frank Elstner von unlustig zu noch weniger lustig und überhaupt keinen Spaß verstehend es aber nicht wahrhaben wollend zu absolutem Tiefpunkt. Das ist perfide Ironie. Sarkasmus pur. So wie wenn Loriot die Tagesschau moderieren würde.

Ich weiß übrigens nicht, ob ich seinen Namen richtig geschrieben habe, aber er weiß es ja auch nicht. Mir ist es auch nicht wichtig genug.

Und schon wieder ein erfolgloser Versuch an einem Samstag in Köln etwas zu erledigen

Mit 40 kg Platten bepackt verließ ich meine Wohnung. Ich hatte meine ganze Sammlung bei Ebay versteigert, und wollte die Pakete nun zur Post bringen. Auf dem Weg nach draußen hielt ich zunächst bei meinem Briefkasten an. Eine Rechnung der „Laboratoriumsmedizin Köln“ wegen der Blutuntersuchung für meine Hepatitis-Impfung. Adressiert an „Manuela Wolff“. Wenn die noch nicht mal mein Geschlecht richtig identifizieren können bezweifle ich ja wohl, dass die eine ordentliche Blutuntersuchung machen können. Oder sie wissen etwas, was ich nicht weiß, aber heute Morgen in der Dusche war noch alles an mir dran. Die Rechnung würde ich zurückschicken, aber erst mal weiter zur Post.

Auf dem Weg zur Post, kam ich an einem Zeitungskiosk vorbei, und mir fiel der Schandfleck des Journalistenberufs, die Bildzeitung auf. Sowieso, da Springer jetzt Sat.1/Pro7 aufkauft, kann man das jetzt auch nicht mehr schauen. War zwar vorher auch nicht anders, aber wer jetzt noch glaubt, der Bürger hätte bei der Wahl im September mit seiner Stimme auch noch irgendwas zu sagen, der kennt die Macht von Springer nicht. Wie dem auch sei, 9.live gehört übrigens auch zu dem Paket. Die große Schlagzeile des Tages war – als ob die Welt sich in den letzten zwei Jahren nicht weiter gedreht hätte – Daniel Küblböck. Angeblich hatte er mit einem Typen nicht nur schlimmen Telefonsex (wie soll man denn bei Küblböcks Stimme geil werden?), sondern auch Sex im Auto! Eine Schande ist das! Pfui! Dabei ist der noch nicht mal verheiratet! Oder was will uns die Bild-Zeitung mitteilen? Später prüfte ich die Details in der Online-Ausgabe der Zeitung: „Ich habe Daniel geböckt“. So ein 22-jähriger Fließbandarbeiter – da haben wir also die Verbrecher, die Küblböck am Leben erhalten – hatte sich von dem Daniel den Schwanz lutschen lassen, nachdem er ihn auf einer Kontaktseite für Männer im Internet anonym kennen gelernt hatte. Jetzt aber der Hammer: „Ich bin nicht schwul, aber ich konnte mich Daniel nicht entziehen“. Ja klar.

Aber es gibt ja wichtigere Dinge, wie auf der Titelseite weiter oben stand. Da stand in etwa: „Im Linienbus 8 Menschen von verrücktem Messerstecher (wahrscheinlich Italiener) verletzt. 4 davon schwer.“ Oh ja, das muss ein Italiener gewesen sein. Und das muss noch mal betont werden. Und wenn es kein Italiener war, dann eben ein anderer Ausländer. Deutsche machen so was nicht, Deutsche vergraben nur ihre Babys im Garten, aber nicht so was, nein nein.

Weiter ging meine Reise, und zwar zur Deutschen Bank, natürlich geschlossen, aber ich brauchte ja nur den Geldautomaten. Neben ihm stand ein Papierkorb über dem stand: „Liebe Kunden, aus Sicherheitsgründen bitten wir sie die Kontoauszüge nicht in den Papierkorb zu werfen.“ Gut, da hab ich meine Kontoauszüge eben neben den Papierkorb geworfen. Ist sicherer.

Und endlich kam ich zur Post. Leider geschlossen. „Aufgrund einer Inventur hat unsere Filiale am Dienstag den 9.8. von 10 bis 18 Uhr geöffnet“. Ähm … normalerweise bekommt man ja gesagt, wann die Filiale geschlossen hat, aber 3 Tage Inventur ist schon heftig. Und was ist mit Mittwoch dem 10.8.? Da hat die Filiale wieder geschlossen? Die 40 Kilo Schallplatten wurden langsam schwer, aber die nächste Filiale sei in der Roonstraße, informierte mich der Aushang. Das ist ungefähr 723 Kilometer weit weg! So eine Scheiß-Stadt, noch nicht mal ein paar Postfilialen haben die. Und da latsch ich jetzt nicht hin, um dann festzustellen, dass die auch gerade Inventur machen, Samstags schon um 1 Uhr zu machen, gerade Mittagsschlaf machen, die Briefmarken alle sind oder sie einfach gerade keine Lust haben, mich zu bedienen.

Also dackelte ich mit meinen 40kg Schallplatten wieder zurück nach Hause. Immerhin gutes Bizeps-Training.

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