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Tanzverbot! Der Gottesstaat NRW

karfreitag ostern

Liebe Gemeinde,

fürchtet Euch nicht, wenn ihr katholisch seid. Wenn aber nicht, dann habt ihr in Nordrhein-Westfalen Pech gehabt. Denn dort herrscht heute tatsächlich Tanzverbot. Gut, dass Sonntags die Geschäfte zu haben, habe ich als Atheist schweren Herzens hinnehmen müssen, auch an den gesetzlichen Feiertagen, doch aus welchem Mittelalter die Regelung kommt, dass man tatsächlich heute nicht tanzen darf – mir verschlägt es die Sprache.

Und nicht nur die Discotheken haben heute geschlossen (und zwar schon seit Gründonnerstag 18 Uhr), auch der Theaterbetrieb darf nicht weiterlaufen. Was wie aus fundamentalistischen Kreisen klingt und man sich in Afghanistan, im Iran oder den USA vorstellen kann, ist bittere Realität in Köln.

Wer hier versucht heute am Karfreitag eine Theatervorstellung zu machen, wird hart bestraft. Nicht vom Gott, sondern von der Stadt. Mit bis zu 4000 Euro Strafe wird gedroht. 2010 war ich dafür, dass man einen dieser von mir ansonsten nur mit müder Langeweile bedachten Michael Jackson Flashmobs auf den Straßen Kölns starten sollte. Alle bitte tanzen bis zur Festnahme – egal wo. Mittlerweile wird das tatsächlich gemacht!

Tatsächlich sind bis Karsamstag, 6 Uhr keine öffentlichen Veranstaltungen erlaubt, Märkte, Pferderennen, Zirkus, Volksfeste tänzerische und artistische Darbietungen, Unterhaltungsdarbietungen in Gaststätten und Discotheken – alles verboten, genauso wie Autowaschanlagen und Videotheken. Ach so, Wohnungsumzüge sind ebenfalls verboten.

Kinos dürfen allerdings offen haben und Filme zeigen. Ich habe da ein paar Vorschläge:

1. Footloose

Der Film mit Kevin Bacon als Rockliebhaber, der in eine Kleinstadt zieht, in der Rockmusik, Alkohol und Tanzen verboten sind. Laut Wikipedia basiert der Film sogar auf einer wahren Begebenheit:

„In Elmore City, einer Kleinstadt in Oklahoma, herrschte seit dem Jahr 1861 ein Tanzverbot. Erst 1980 wagten es die Teenager der Stadt, öffentlich gegen dieses Gesetz aufzubegehren. Es war ein Kampf zwischen der Jugend und der konservativen Kirchengemeinde. Als dort nach 120 Jahren eine erste Tanzveranstaltung organisiert wurde, berichtete ganz Amerika darüber.“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Footloose)

2. Happy Feet

Ein tanzender Pinguin ist seltsamer weise ein Außenseiter. Tanzen eigentlich Nonnen? Wie dem auch sei, am Ende setzt er sich steppenderweise durch und die Menschen hören daraufhin mit der Überfischung der Meere auf. Ähm.

3. Swing Kids

Gemeiner Vergleich, ich weiß.

Und natürlich

4. Dirty Dancing

Wem fallen noch mehr passende Filme ein? Bitte in die Kommentare.

Allerdings ist das Fernsehprogramm – zwar nicht in tänzerischer Absicht, aber dennoch – beachtlich. Auf RTL II läuft „der Exorzist“ und „Hellraiser 8 – Hellworld“. Frohe Ostern.

Wrestler stirbt im Ring. Kampf geht weiter.

Update: schockierendes Video aufgetaucht: El Hijo del Perro Aguayo – mexikanischwe Wrestler stirbt im Ring im Match mit Rey Mysterio!

Ein tragisches Unglück ereignete sich 2015 in Mexiko. Es gibt viele die sagen Wrestling sei fake, doch das hier ist echt. Vorsicht, nichts für schwache Nerven:

Hier aus einer anderen Perspektive

Was ist genau passiert? Neuesten Informationen erlitt Perro Aguayo nach dem Move von Rey Mysterio einen tödlichen Genickbruch. Im Krankenhaus wurde er dann für tot erklärt.

Dies ist nicht das erste Mal, dass Wrestler im Ring sterben!!!

– Der Riese Gary Albright hatte im Ring in Japan im Jahr 2000 einen Herzanfall und starb.
– Ebenfalls an einem Herzanfall starb 1992 in Großbritannien Lewis Cawley
– Larry Cameron, ebenfalls Herzattacke 1993 und zwar in Bremen!
– ‘Iron’ Mike DiBiase, 1969, ebenfalls Herzanfall. Sein Sohn, der legendäre Wrestler Ted DiBiase erwähnte später, dass sein Vater unglaublich hohe Cholesterinwerte und ein schwaches Herz hatte
– Owen Hart, 1999: Das wissen wahrscheinlich noch alle, Owen sollte von der Hallendecke sich in den Ring abseilen, doch die Sicherung riss und er stürzte in seinen Tod
– Emiko Kado, eine japanische Wrestlerin hat einen so heftigen Schlag an den Kopf bekommen, dass sie im Krankenhaus an inneren Hirnblutungen starb
– Mal ‘King Kong’ Kirk stand nach einem Bodysplash von Big Daddy nicht mehr auf und lief blau an
– Luther Lindsay, der erste schwarze Wrestler in den USA, der auch gegen Weiße kämpfen durfte, gewann 1972 noch ein Match, stand dann aber nicht mehr auf – Herzattacke
– Plum Mariko, 1997 die erste japanische Wrestlerin, die im Ring starb. Hatte wohl vorher schon mehrere Hirnverletzungen, vergaß Sachen, aber die Warnungen wurden ignoriert.
– Mitsuharu Misawa, 2009 Japan. Vorsicht: Es gibt ein Video von den Szenen direkt nach dem Unfall.
– Oro. Auch in Mexiko, 1993 und im Endeffekt das gleich Problem wie bei dem aktuellen Fall. Die Wrestler dachten, er sei nur ohnmächtig und machen weiter (auch hier gibt es ein Video – Vorsicht!)
– Moondog Spot, Herzattacke mit 51. Saß reglos im Ring und das Match ging die ganze Zeit weiter…
– Jeanette Wolfe, Wrestlerin, starb 1951 im Ring im Alter von nur 18 Jahren!

Aber nicht nur im Ring sterben Wrestler oft außerordentlich früh oder ereignen sich tragische Schicksale:

Wrestler Andrew ‚Test‘ Martin tot mit 33 Jahren

Wie ich gerade erfahren habe, ist schon wieder einer dieser Steroid-Monster gestorben, Todesursache noch unbekannt. Mit 33 Jahren, Verdacht auf Anabolika oder sonstige Drogen. Zeit meinen Artikel vom Juni 2007 noch einmal auszugraben, als eines dieser Monster seine Familie umbrachte.

Am Samstag vor einer Woche erschien ein Profiwrestler namens Chris Benoit nicht zur Arbeit bei der WWE, um für eine TV-Aufzeichnung einen Kampf zu absolvieren. Stattdessen blieb er zu Hause, fesselte seine Ehefrau an Händen und Füßen und erwürgte sie. Am nächsten Tag nahm er sich seinen behinderten Sohn vor und erwürgte auch ihn. Dann legte er eine Bibel neben ihn, eine weitere neben seine Ehefrau und am nächsten Tag brachte er sich selbst um, indem er sich im Fitnessraum erhängte. Seine beiden Hunde ließ er am Leben.

Unglücklicherweise sollte die WWE am Montagabend wie jeden Abend eine große Liveshow im TV haben. Wenige Stunden vor der Sendung erfuhren die Veranstalter vom Tod der Drei. Noch ohne Klärung näherer Umstände. Sie entschieden sich kurzfristig das normale Programm abzublasen (den Grund erkläre ich später genauer) und zeigten in Erinnerung an den gestorbenen Chris Benoit seine größten Kämpfe und Interviews mit seinen Kollegen.

Am nächsten Tag stellte sich heraus, was eh schon alle vermuteten. Chris Benoit selbst war der Mörder. Ziemlich peinlich ihn drei Stunden lang zu ehren.

Wrestling ist gefährlich. Es gibt viele Tote. Nein, nicht im Ring. Die clever choreographierten Kampfdarstellungen sind gefährlich, wenn ein Griff mal nicht sitzt, da kann man sich Knochen brechen, ab und an das Genick oder einfach böse verletzen, aber Tode sind im Ring relativ selten. Zumindest während des Kampfes. Außerhalb des Rings, im echten Leben, da sieht das schon ganz anders aus.

Aber auch in der Show selbst, geschehen Missgeschicke, die nicht einfach nur unglücklich sind, sondern schockierend.

Beim Wrestling ist der eigentliche Kampf nebensächlich, das ganze Umfeld ist die Show. Der Eigentümer Vince McMahon spielt den Eigentümer „Mr. McMahon“, jeder Ringer hat einen wilden Charakter, vor und nach den Kämpfen werden die Konflikte im Ring zu Soap-Opera-mäßigen Geschichten ausgearbeitet, bei denen alle mitspielen. Je verrückter die Geschichte, desto besser. Manchmal enden diese nur tödlich, manchmal sind sie jedoch richtig geschmacklos.

Am 23. Mai 1999 gab es eine Veranstaltung, in der der Wrestler Owen Hart auftreten sollte. Er machte sich also auf den Weg in den Ring. Allerdings nicht zu Fuß durch der Halle, sondern er sollte sich von der Decke herunter in den Ring spektakulär abseilen. Das lief allerdings schief. Spektakulär blieb es, nur das Abseilen klappte nicht und so fiel er 24 Meter tief, schlug auf dem Ringpfosten auf und fand seinen Tod.

Am nächsten Tag sollte die WWE eine ihrer regulären großen Live-Shows haben – na, klingt das irgendwie bekannt? Das normale Programm wurde umgehend umgekrempelt und der ganze Abend stand in Erinnerung an den verstorbenen Superstar. Nun gut, ein doppelter Mord nebst Selbstmord ist etwas anderes, als von der Hallendecke zu stürzen, aber es kommt noch schlimmer.

Allerdings will ich vorher noch Tode kurz erwähnen, die nicht im Ring stattfanden, schließlich sind seit 1985 38 Profiwrestler unter 40 Jahren gestorben. Ungewöhnlich viele sind an Herzattacken wegen einer Drogen- oder Dopingüberdosis gestorben, viele haben Selbstmord begangen. Einige haben Sebstmord begangen, weil das, was sie schluckten zu Depressionen und agressiven Schüben führte. Ein paar wurden auch ermordet. In vielen Häusern fand die Polizei große Mengen anabole Steroide und Testosteron, so auch bei Chris Benoit.

Dann gab es aber auch noch einen Freund von Chris Benoit, Eddie Guerrero, der am 13. November 2005 starb. Herzprobleme, vorherige Drogen- und Alkoholexzesse, Schmerzmittel in rauen Mengen, all das spielte eine Rolle, die ihn verfrüht mit 38 Jahren unter die Erde brachten.

Am nächsten Tag sollte die WWE eine ihrer regulären großen Live-Shows haben … das kennen wir ja schon.

Und wie bei Owen Hart, wurde diese Show in eine Tribut-Show an Eddie Guerrero umgewandelt.

Jetzt kommt aber das Geschmacklose. Vince McMahon spielt ja auch vor der Kamera den bösen Besitzer der WWE. Und kürzlich dachten sich die Autoren, dass es doch eine tolle Story sei, wenn er nach einer Show, von den Kameras verfolgt, ins Auto steigt und das Auto dann explodiert.

Gesagt, getan, Vince McMahon war natürlich nicht wirklich tot, das allerdings sollte die Aufsehen erregende Geschichte sein, die die Zuschauer vor den Bildschirm zieht.

Also wurde eine Tribut-Show für ihn geplant, die genau so ablaufen sollte, wie die Tribut-Shows für die tatsächlich gestorbenen Catcher. Und genau das war geplant für den Montag vor einer Woche.

Da kommt ein tatsächlich gestorbener Wrestler natürlich sehr ungelegen. Schlechtes Timing, oder?

Zum Kaffee in die Bahn

Vor ein paar Tagen musste ich morgens im ICE nach Berlin fahren. Da ich noch einen anstrengenden Tag vor mir hatte und unbedingt Koffein brauchte, machte ich mich auf den Weg zum Bordbistro.

Es war ein alter ICE, einer der ersten Generation und wer denkt die größten Design-Verbrechen seien mit dem 80er-Jahren abgegolten, der hat noch nicht das rosa/hellblaue 90er Jahre Design des Bistros gesehen. Könnt ihr Euch an Wolfgang Lippert erinnern? Wenn Wolfgang Lippert ein Zugwaggon wäre, würde er genau so aussehen.

Kaffee in den Zügen der deutschen Bahn ist aus unerfindlichen Gründen nicht genießbar, zumindest scheint niemand eine Initiative zu ergreifen, um wenigstens den Koffeintrunk zu verbessern, wo doch angeblich Michelin-Sterneköche den Speiseplan des Restaurantwaggons kreieren.

Immerhin gibt es jetzt Espresso – aber, große Schande: Den Espresso gibt es nur als Instant-Kaffee. Instant-Kaffee, das Zeug das man auf Campingplätzen trinken kann oder wenn man alleine durch das australische Outback wandert. Instant Kaffee – mit dem Duft der weiten Welt – genauso wie das Giraffenhaus im Zoo den Duft der weiten Welt besitzt.

Der Geschmack von Instant Coffee ist unter aller Sau, und wer sagt, er würde das Zeugs wegen des Geschmacks trinken, hat nicht mehr alle Tassen im Schrank.

Die Wirkung von Instantpulver-Kaffee ist allerdings noch viel schrecklicher. Es wirkt wie ein brauner Amazonasfluss, aus dem im Magen plötzlich klitzekleine Piranhas schießen, die sich in der Magenwand festbeißen und knabbern.

Also habe ich natürlich einen regulären Kaffee bestellt. Der schmeckt allerdings auch nicht besser, sondern eher wie wenn man sein ganzes Geschirr spült, das Spülwasser dann durch einen Filter kippt, der mit Karokaffee und – nun ja – Instantkaffee und gemahlenen Bahngleisschotter gefüllt ist. Dann wird das ganze aufgewärmt und mit etwas Motorenöl verfeinert und noch ein paar Schuhsohlen und Fingernägel von Schwarzfahrern beigemengt.

Ich habe den dann nur zur Hälfte getrunken.

Auch schauen: Hier erfahrt ihr Alles über die Deutsche Bahn

Verhaltensregeln in der Bahn: nett oder böse?

Ein Kampf zwischen Gut und Böse, ein Kampf zwischen Engelchen und Teufelchen auf meiner Schulter, ein Kampf zwischen Weltverbessern und Schadenfreude tobte im Speisewagen des ICE. Einen Tisch weiter als ich saß nämlich ein Businessmann, der in seinen Laptop vertieft war, während er auf sein Essen wartete. Sein Glas Rotwein hatte er etwas neben den Computer gestellt.

Nun ist es aber so, dass es eine Tischkante in der Mitte gab, es waren also zwei Tische zusammengestellt, und das Weinglas rückte durch die Vibration des Zuges unendlich langsam aber unaufhörlich immer näher an den Computer heran.

Ich beobachtete das eine Weile und mir wurde klar, dass der Herr nie und nimmer das Weinglas im Auge hatte. Und mir wurde auch klar, dass das Weinglas umkippen würde, wenn es die Kante erreicht hätte, und vor allem, dass es genau auf den Computer fallen würde und der Wein sich über die Tastatur ergießen könnte.

„Wie geil ist das denn?“ dachte ich einerseits und ich wollte diesen Höhepunkt der Slapstick verursachenden Kettenreaktionen auf keinen Fall missen. Der Mann würde sich auch bestimmt sehr aufregen, denn schließlich wäre sein teurer Computer kaputt und er würde sich sehr ärgern und es macht immer Spaß zu sehen, wenn andere sich ärgern und nicht man sich selbst.

Das Weinglas war jetzt nur noch wenige Zentimeter von der Tischkante entfernt. Ich erwartete den Augenblick gespannt, doch so langsam meldete sich mein Gewissen. Und langsame Zweifel. Wie würde ich mich in der Situation fühlen? Ich wäre auch froh, wenn mich jemand warnen würde und meinen Computer retten würde, schließlich sind die Dinger nicht billig und an den Datenverlust wollte ich gar nicht erst denken.

Na gut, aber ich arbeite auch nicht im Restaurant mit einem Laptop. Und bin auch kein High Profile Manager, der noch viel mehr Gemeinheiten verdient hätte, als einen kleinen Computerschaden. Außerdem trinke ich keinen Rotwein beim Arbeiten.

Nur noch ein paar Millimeter… doch ich hielt es nicht mehr aus. „Entschuldigung, ihr Wein fällt gleich auf ihren Computer!“ warnte ich ihn. Der Mann blickte auf, stellte das Weinglas etwas weiter weg und arbeitete weiter. Kein einziges Wort des Dankes. So ein Arsch. Ich hätte aufstehen sollen, den Wein nehmen und über seinen Computer kippen sollen: „Sehen Sie, das hätten sie auch ohne mich gehabt!“ Undank ist der Welten Lohn.

Auch lesen: Alles über die Deutsche Bahn

Vorurteile gegen Belgier

Diese Belgier. Ich bin denen auf die Schliche gekommen, als ich vor vielen Jahren mal da war. Wie immer wenn man sich Begrüßungs-Küsschen gibt links-rechts, dann sagen sie stolz: „In Belgien machen wir das drei mal!“ und dann muss noch mal ein Kuss links kommen. Jetzt ist mir aber aufgefallen: Die sagen das nur aus patriotischen Gründen. So ein kleines Land, wenigstens dabei müssen sie sich mal bigger-better-faster-more fühlen.

Ich hab sie nämlich beobachtet. Untereinander küssen die Belgier sich nämlich nur einmal. Das mit dem dreimal hängt nur damit zusammen, dass sie glauben, dass der Kuss über die rechte Schulter den Kuss über die linke Schulter wieder aufhebt. Daher ein drittes Mal. Blöder esoterischer Quarkglaube. Verheerende Rechenkenntnisse. Wir Deutsche wissen, dass ein Kuss links plus ein Kuss rechts zwei Küsse ergibt! Und nicht null. Gott sei dank hab ich bei den Grundrechenarten aufgepasst. Ein Kuss, noch ein Kuss, macht zwei Kuss. Zwei Kuss ist mehr als ein Kuss. Ätsch. Sind wir doch besser. Und im Fußball gewinnen wir auch!

Die Frage ist allerdings, seit Corona: Werden die Belgier sich jemals wieder küssen? Werden wir uns jemals wieder die Hand geben? Nobody knows…

Deutschlands bester Witz – das kann nur schief gehen

In Sachen Humor hat Deutschland nicht gerade den besten Ruf, was ja auch nicht verwunderlich ist, wenn man bedenkt, welchen beiden Comedians es gelang das Berliner Olympiastadion zu füllen.

Das Magazin Reader’s Digest, dass ja in fast allen Ländern vertreten ist, die sich nicht von Staatswegen gegen die Seichtinvasion wehren konnten, forderte die Leser auf, Witze einzusenden. Von diesen Witzen wählten dann die Leser der nationalen Ausgaben jeweils ihren besten Witz und daraufhin ging es ins internationale Finale.

Hier ist Deutschlands bester Witz:

Kommt ein Mann zur Wahrsagerin und setzt sich vor die Kristallkugel. „Wie ich sehe, sind Sie Vater von zwei Kindern“, sagt die Wahrsagerin.

„Das glauben SIE!“, erwidert er. „Ich bin Vater von drei Kindern.“

Die Wahrsagerin lächelt und antwortet: „Das glauben SIE!“
(Quelle: welt.de)

Ha.

Wahnsinn.

Überraschenderweise landete Deutschland damit sogar auf Platz 11. Bei 12 Teilnehmern. Nur China war noch schlechter:

Meine Cousine „lieh“ sich immer wieder Geld aus dem Sparschwein ihres älteren Bruders, der sich sehr darüber ärgerte. Eine Tages fand sie das Sparschwein im Kühlschrank und im Schwein einen Zettel, auf dem stand: „Liebe Schwester, ich hoffe, du verstehst, aber mein Kapital ist eingefroren worden.“

Wobei die Schweiz sich auch nicht sonderlich vom deutschen Niveau unterschied:

Ehefrau: „Liebling, hast du gesehen? Ich habe eine neue Toilettenbürste gekauft.“

Ehemann: „Ja, aber ich nehm’ doch lieber Papier.“

Ich habe weiter oben gelogen. Es gab bedeutend mehr als 12 Teilnehmer. Und ich glaube auch nicht, dass Deutschland keinen Humor hat. Zumindest nicht mehr oder weniger als die anderen Länder. Ich denke mal einfach, dass Reader’s Digest Leser nicht witzig sind, sondern ganz langweilige Leute. Sonst würden sie etwas anderes lesen.

Gut, die Engländer haben vielleicht tatsächlich mehr Humor. Den Witz verstehe ich nämlich nicht:

Etwa einen Monat bevor mein Großvater starb, schmierte meine Großmutter seinen Rücken mit Schweineschmalz ein. Danach ging alles ziemlich schnell bergab.

Kann mir den jemand erklären?

Hier geht’s zur Übersicht: Alle Witze – Witzekategorien – die besten Witze

Die Holländer schlagen ihre Frauen an Weihnachten!

Weihnachten in den Niederlanden – Sinterklaas

Ich muss mich sofort entschuldigen, das war blöd von mir. Natürlich stimmt die obige Schlagzeile so nicht, sie sollte nur Aufmerksamkeit erregen. Und dabei verteidige ich die Niederlande doch immer gegen diesen deutschen „gegen Holland“-Wahn. Denn das ist ja nur der Neid, der da spricht. Dennoch gibt es sehr komische Traditionen um Weihnacht herum, bzw. Sinterklaas, wollen wir uns mal anschauen, wie die Holländer Sinterklaas feiern und zum Frauen schlagen kommen wir auch noch:

Also, mit Sinterklaas ist Nikolaus von Myra gemeint, unser Nikolaus. Myra in der Türkei, etwa 100 km südwestlich von Antalya. Über den Typ ist wenig bekannt, was bedeutete, dass ihm viele Legenden zugeschrieben wurden. Da will so ein verarmter Typ seine 3 Töchter zu Prostituierten machen und Nikolaus schmeißt nachts Goldklumpen in jedes Fenster der Mädels. Was er danach mit den Töchtern angestellt hat, ist nicht überliefert. Außerdem hat er noch Seestürme beruhigt, Körner vermehrt, er rettet wie David Hasselhoff ertrunkene Söhne und bekehrt sogar einen Juden. Kein Wunder, dass er einer der populärsten katholischen Heiligen ist. Dummerweise hat er in jedem Land seinen gesetzlichen Feiertag verloren, sogar in den Niederlanden, wo das eigentlich versucht wacker gegen das US-Coca Cola-Klaus-Gedöns stand zu halten.

Also. Weil die Holländer allen anderen ein wenig voraus sind, feiern sie das Ganze nicht am 6., sondern am 5. Dezember. Der Sinterklaas reitet mit seinem Gaul über die Dächer, weil das Land nicht so groß ist, dass es einen Schlitten und Rentiere braucht, trotzdem kommt er mit seinem Gehilfen, dem Zwarte Piet (schwarzer Peter) durch den Schornstein. Piet wird dabei ganz schwarz, wie durch ein Wunder bleibt Klaas sauber.

Ach, jetzt kommt‘s. Der zwarte Piet ist nicht schwarz durch den Ruß, des Schornsteins, nein nein, das ist ein rassistisch überzeichneter „Neger“ mit dicken Lippen und krausem Haar, der ungebildet und nur einer einfachen Sprache mächtig war. Es gibt drei Theorien warum: 1. Sinterklaas wurde ursprünglich von Teufel begleitet, um die bösen Kinder zu bestrafen und die bösen Erwachsenen machten nicht so wirklich einen Unterschied zwischen Teufel und Mohren. 2. Sinterklaas kaufte einen Sklavenjungen von Petrus frei, der blieb dann bei ihm, aus Petrus wurde Piet oder 3. es sei tatsächlich ein Schornsteinfeger und zwar ein italienischer. Die Apologeten behauptet, das Haar sei durch den Ruß so kraus und die Lippen wegen der Hitze im Schornstein so rot. Ah ja.

Mit dem Schimmel über die Dächer zu reiten hat Sinterklaas übrigens von dem germanischen Gott Odin gelernt, der konnte das nämlich auch. Wie das jetzt zusammenpasst, man weiß es nicht. Auf jeden Fall kommt er auf dem Seewege, er reist per Schiff an und zwar aus … Spanien (wtf?), denn er kam ursprünglich aus der Türkei und seine Knochen werden in Sizilien aufgebahrt. Irgendwas läuft da so richtig durcheinander… und er kommt übrigens mit einem Dampfschiff, weil … ich jetzt am Ende meines Lateins bin.

Jetzt kommen aber noch die regionalen Unterschiede hinzu, denn im friesischen Dorf Grouw, wo wahrscheinlich Asterix und Obelix sehr willkommen sind, leistet man erbittert Widerstand und feiert erst am 21. Februar und zwar St. Piter und damit ist Petrus gemeint und der Talar ist weiß, statt rot. Ansonsten bleibt aber alles gleich.

Außer auf den friesischen Inseln, denn da feiert man stattdessen „Sunderklaas“ am 5. Dezember und nun kommen die Frauen ins Spiel, die müssen nämlich mit den Kindern zu Hause bleiben, während die Männer auf den Straßen rumlaufen und zwar maskiert. So Karneval, oder was. Wenn jetzt aber ein Mädchen oder eine Frau auf der Straße angetroffen wird, bekommt sie einen Schlag. Weil es so Tradition ist.

Wer jetzt denkt, „die spinnen die Holländer“ soll sich mal über das „Klaasohm“-Fest auf Borkum (= „Onkel Klaus“) informieren, und das sind Deutsche, also spinnen wir noch viel mehr.

Jetzt haken aber die Niederländer nach und feiern auf Texel eine Woche nach dem Sinterklaas den Sunderklaas. Hauptsache Feiern.

Denn im 20. Jahrhundert kommt so langsam noch „Santa Claus“. Der übrigens eigentlich Sinterklaas ist und mit den niederländischen Einwanderern in die USA kam und sich da gewandelt hat und dann wieder zurück kam und nun in Konkurrenz zu sich selbst steht. Erinnert mich irgendwie an Graham Chapman von Monty Python, der mal einen Ringkampf gegen sich selbst geführt hat. Er hat übrigens verloren.

Ach so, jetzt denkt ihr Sinterklaas käme am 5. Dezember, nicht wahr? Ganz falsch. Der kommt schon am Samstag nach dem Sankt Martins-Fest, denn schließlich will man ja nicht 3 Wochen feierlos durchs Leben gehen. Nee nee, da kommt er an und hängt dann rum, während die Kinder schon mal 3 Wochen die Stiefel vor die Tür stellen. Ausgerechnet im Winter, wo sie sie vielleicht brauchen. Aber außer ein paar Protestanten hat das niemanden gestört.

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