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40,000 Zeugen Jehovas unter dem Meer

Was ist schlimmer als ein Zuge Jehovas? Richtig, 40,000 Zeugen Jehovas, die gerade Hamburg unsicher machen, denn da treffen die sich zurzeit. Scheint eine Art Kirchentag zu sein. Zeit, um mal kurz über den Irrglauben dieser Bande zu informieren. Spaßige berichte, wie man seine Zeugen von der Tür verjagt hat, mit Wassereimer oder ohne, hat ja jeder, weniger spaßig wird es dann, wenn die Zeugen Jehovas tatsächlich andere oder ihre Familie in diese Sekte ziehen. Und ob Sekte oder Kirche, das ist für mich alles gleich. Zu gute halten kann man Ihnen, dass sie jegliche Form von Militärdienst ablehnen, dummerweise lehnen sie aber noch einiges mehr ab, Bluttransfusionen, außerehelichen Sex, Gleichberechtigung, Homosexualität, Evolution, ein Hochschulstudium, Nicht-Zeugen-Jehovas und die Teilnahme an Wahlen. Scheiß-Nichtwähler.

Auch blöd, dass sie das Ende der Welt vorhergesehen haben. Und zwar 1914, 1925 und 1975. Also wenn ich Zeuge Jehovas wäre, wäre ich 1915, 1926, spätestens 1976 aus der Kirche ausgetreten. Irgendwann lässt man sich doch nicht mehr verarschen, oder?

Andererseits wurden sie nur wegen ihres Glaubens im Nationalsozialismus und in der DDR auf schlimmste Weise verfolgt. Im Nationalsozialismus wegen ihrer Weigerung die Hand zum Hitlergruß zu heben, in der DDR wegen der Ablehnung des Wehrdienstes. Man sieht, auch Spinner haben manchmal in einigen Sachen Recht, auch wenn der ganze Rest des Volkes brav das macht, was ihnen gesagt wird.

Endlich nicht mehr so deutsch

Tja das hat die WM tatsächlich geschafft, Deutschland ist nicht mehr komplett spießig, verklemmt, doof und Biedermeier. Fast. Nur an ein paar Kleinigkeiten ist noch zu arbeiten, wie ein Besuch der „Public Viewings“ zum Finale zeigte.

Nehmen wir zum Beispiel, die schilda-eske „warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?“ – Manier mancher Fressstände, bei denen man sich erst anstellen muss, um Coupons zu kaufen, um sich dann noch mal anzustellen, um das Essen zu bestellen. Das ist für die Gäste aus aller Welt nicht so einfach nachvollziehbar. Auch dass die Getränke im Kühlschrank in 0,5l-Flaschen lagern, aber erst in 0,5l-Becher umgefüllt werden, die dann allerdings € 2,- Pfand kosten ist ein wenig schräg.

Schon am Eingang gab es Konfusion, denn ein Schild wies auf den Eingang für Frauen hin. Geschlechtertrennung beim Eingang? Selbstverständlich nahm das Schild nicht wirklich jemand war, also musste eine der Sicherheitskräfte, anstatt Menschen zu frisken und Taschen zu durchsuchen stattdessen durch ein Mikro stundenlang „die Frauen bitte rechts anstellen“ sagen. Das haben die französischen und italienischen Fans dennoch nicht verstanden. Wenn sie es in Französisch und Italienisch gesagt hätte … dann schon, aber den Sinn immer noch nicht.

Mastercard war einer der Hauptsponsoren und brachte vor jedem Spiel seine Mädelsgruppe, die „Feverettes“ auf die Bühne. Sehr amateurhaft, ich würde die Show mit Puscheln als Zeitlupen-Cheerleading bezeichnen.

Dann verloste der Moderator, ein Wrack von einem Mann, so sieht man aus wenn man 30 Jahre im öffentlich-rechtlichen Fernsehen arbeitet, ein Glück, dass er Vom Radio kommt, im TV wäre er unerträglich, obwohl seine Stimme auf nicht das gelbe vom Ei … wo war ich? Ach ja, dann verloste der Moderator ein T-Shirt und sagte: „Ich habe ein T-Shirt. Dieses T-Shirt gibt es in keinem Laden zu kaufen. Das T-Shirt ist das letzte.“

Gut, als sich nicht wirklich jemand für das T-Shirt interessiert hat, hat er die Doppeldeutigkeit nicht kapiert. Wahrscheinlich lag das an seiner Fahne. Apropos Fahne (für diese Überleitung gehöre ich bestraft) – das neue deutsche Fahnengeschwenke ist ja gar nicht so schlimm, wird ja ganz locker gesehen. Und die Fahnen werden auch ohne Problem als Sitzunterlagen genommen, für den steinigen, staubigen Boden, zum Beispiel … ist doch alles cool. Im talibanischen Amerika, wäre so was undenkbar. Aber da spielt man ja auch nicht wirklich Fußball.

Jetzt mal ehrlich, Fußball-WM!

Jetzt mal ganz ohne scheiß und ohne Deutschland Euphorie. Die Fussball-WM war stimmungsmäßig ja okay, aber spielemäßig ein Desaster. Ich hab das Gefühl, wenn in der regulären Spielzeit überhaupt Tore fielen, dann höchstens eins. Welches Spiel ging nicht 1:0 aus? Welches Spiel war nicht entsetzlich langweilig? Nur Niederland gegen Portugal, aber nur weil die sich kloppten, statt Fußball zu spielen? Welche Mannschaft bot eine gute Leistung? Keine. Diese beiden Witzteams Portugals und Frankreich hätten wir locker weggefegt. Eins davon wird Itlien locker wegfegen, das andere wir im Spiel um Platz drei. Blöd wenn man im Viertel- und Halbfinale auf die einzigen Konkurrenten treffen muss, Argentinien hätte eine Chance, Italien schafft es. Frankreich feiert zwar jetzt, aber dieser Marsch ins Finale war überhaupt keine Herausforderung. Ohne Tore ist Fußball nur noch langweilig geworden.

Kleinkunst-Schmerzen

Es war offene Bühne in einer Bar. Ich begleitete, anscheinend als einziger heterosexueller Mann, zumindest als einziger heterosexueller Mann ohne Freundin, die er fest umklammern könnte, den Abend am Klavier, die Zwischenmoderationen, etc. Außerdem versuchte ich mehr oder weniger erfolgreich den CD-Player zu bedienen. Wie dem auch sei, nachdem ein unglaublich stimmgewaltiger Travestiekünstler „Oh, happy Day“ gesungen hatte, war auch prompt das Ordnungsamt da. An einem Freitag, wenige Minuten nach 22 Uhr. Es gibt in Deutschland tatsächlich Anwohner, die mit der Satellitengeeichten Uhr voller Spannung vor dem Telefon sitzen, auf dem die 110 schon einprogrammiert ist.

Wie dem auch sei, das Ordnungsamt kam nicht zu zweit, nein, zu fünft! Allesamt rundliche Damen, die mich erschreckenderweise Haargenau an die Postschalterbeamtinnen erinnerten mit denen ich immer meinen Ärger hatte. Das erste was ich sagte war auch „Nein, ich spiele kein Lotto“, aber den Scherz verstand niemand.

Dann schaute ich mir die Ordnungshüter mal genauer an. So saubere und feine Uniformen hatte ich noch nie gesehen. Die haben sich herausgeputzt. Der Grund war auch klar, das Fernsehen war da. Ja, das Privatfernsehen.

Ich wollte auf das Kamerateam zustürmen und loslegen:

„Oh, wow, schämt ihr Euch nicht? Was gibt es denn jetzt für eine neue Spießer/Langweil-Sendung? „Ordnung muss sein – auf Tour mit den Ordnungshütern“? Ihr Schwachmaten habt auch keine Idee mehr, was im Fernsehen laufen sollte, damit man NICHT abschaltet, wie? Was macht ihr als nächstes? „Deutschland, Deine Vorgärten – der Gartenzwerg-Report“? „Die schönsten Fahrkartenkontrollen der letzten Jahre“? „Erwischt – Leute, die bei rot über die Ampel gehen mit versteckter Kamera gestellt“?

Wie gesagt, ich wollte. Aber der Veranstalter hielt mich zurück, bevor ich auch nur ein Wort sagen konnte.

Die Ordnungshüter ließen sich allerdings nicht provozieren, sie wollten ja gut dastehen. Die eine Drag-Queen fragte die eine Ordnungshüterin, ob sie sich nicht schämen würde, auf der Straße zu arbeiten, und wurde prompt nach Ossendorf beordert eine Aussage zu machen.

Also bliesen (blusen? blasten?) wir die Veranstaltung ab. Nach ca. 10 Minuten kamen die Ordnungshüter wieder. Es täte ihnen leid, sie hätten sich geirrt, es ginge gar nicht um unseren Lärm, sondern um ein Nachbarhaus, wo eine Privatparty liefe. Wir könnten weitermachen.

Natürlich ging das nicht mehr, denn mittlerweile war da die Stimmung im Arsch – wobei, in einer Schwulenkneipe ist das ja Usus.

Bei der Gameshow

Vorgestern war ich Kandidat bei einer neuen Gameshow, bei der es 10,000 Euro zu gewinnen gibt. Ab 17. Juli wird die um 19.15 Uhr auf Kabel 1 ausgestrahlt, allerdings weiß ich noch nicht, wann die Folge mit mir kommt, wahrscheinlich während ich gerade wieder auf der AIDA herumschippere. Die Sendung lohnt sich auch nicht wirklich, auch wenn sie sich selbst als „die schnellste Gameshow im deutschen Fernsehen“ tituliert, es ist immer noch eine Gameshow.

Eine Gameshow in der 10 Kanmdidaten antreten und am Ende einer übrigbleibt und 10,000 Euro gewinnen kann. Oder auch nicht. Die anderen 9 Kandidaten gehen auf jeden Fall leer aus und müssen noch Anreise und Abreise zahlen. Und auch An- und Abreise zu ihrem Castingtermin. Das alles umging ich, da ich weder zu einem Casting ging, noch zur Show gegangen wäre, wenn es nicht in Köln gewesen wäre.

Ich werde hier noch nicht erzählen ob ich was gewonnen habe und auch keine Details, nur so viel: Ich hab mich manchmal dämlich angestellt, manchmal gar nicht so dämlich angestellt. Ich habe dem Moderator gezeigt, für wie dumm und inkompetent ich ihn halte (das wird bestimmt rausgeschnitten), kenne mehr Küchenutensilien als andere Männer, habe es verpasst auf meine Webseite hinzuweisen, habe ganz viel Werbung für AIDA und Improtheater machen können, aber nicht für mich und ausgerechnet ich wurde dämlicherweise gefragt, wie ich mich auf die Sendung vorbereitet habe. Hab ich nicht und ich habe es versäumt den Moderator zu fragen, wie er sich denn vorbereitet habe. Eine weitere Chance Fernsehgeschichte zu schreiben habe ich auch verpasst, aber davon ein andermal.

Oh my god – they killed Bruno! You Bastards!

„Braunbär „Bruno“ alias „JJ1“ ist tot: Er wurde in der Nähe von Miesbach erschossen. Der Abschuss durch Jäger erfolgte gemäß Manfred Wölfl, dem Bärenbeauftragten des bayerischen Umweltministeriums

Ein Bär taucht auf und schon hat das Ministerium einen Bärenbeauftragten? Gibt es auch – was weiß ich – einen Eichhörnchenbeauftragten? Oder einen Dinosaurierbeauftragten, falls die mal wieder auftauchen?

Wikipedia ist zum schießen (der Kalauer musste sein): „JJ1 wurde am Montag, dem 26. Juni 2006 gegen 4:50 Uhr von Jägern erlegt, obwohl die Abschussgenehmigung in Bayern erst in der Nacht von Montag auf Dienstag in Kraft getreten wäre. Seine Frau Hilde ist darüber sehr traurig.

Und was wird jetzt mit dem toten Bär gemacht? Wenigstens gutes Essen? Ich dachte, die wollten den fangen? Erst fast ein Jahrhundert lang jammern, dass es keine Bären mehr gibt, und wenn dann einer auftaucht, erschießen. Den Kaiman hat der Krokodil-Beauftragte des Umweltministeriums doch auch nicht erschossen…

Neuigkeiten von der Mikrowelle

Ich wusste gar nicht, dass man in der Mikrowelle auch essen verbrennen kann. Nur kurz tat ich die Nudeln von gestern hinein, um sie aufzuwärmen, als auf einmal beißender Gestank und Qualm aus der Mikrowelle drang. Ich schaltete sie aus und öffnete dummerweise die Tür. Der Rauch breitete sich in der ganzen Wohnung aus, zog natürlich nicht ab, obwohl alle Fenster und Türen weit offen stehen. Aber was soll man tun bei schwüler Windstille.

Wäre ja alles nicht tragisch, wenn ich nicht jede Sekunde Besuch erwarten würde. Da ich wieder aufs Schiff gehe, will ich die Wohnung wieder zwischen zu vermieten. Und eine Wohnung voller Rauch kommt wohl nicht gut an.

Allerdings warte ich auch schon eine Stunde auf die Besichtigung, die Dame wollte eigentlich um 16 Uhr vorbeikommen. Wird wohl nicht kommen, allerdings wäre absagen doch wirklich nett, das hat letztes Mal auch niemand gemacht. Menschen machen einen Termin aus und halten ihn dann nicht ein und sagen noch nicht mal ab. Menschen sind doof.

Das ganze Ding erinnert mich an meinen letzten Zwischenmietversuch, da war es die Espressokanne, die ich auf dem Herd ließ ohne ihn auszuschalten, die den Rauch verursachte.

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