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Manuel Wolff gegen die Bahn

KAPITEL I:

Sehr geehrte Bahn,

um beim Bahnreisen Kosten zu sparen legte ich mir ein Bahncard 25 zu. Damit kostet eine Fahrt nach Berlin € 66,75. Mit ihren billigen Sommer-Tickets kostete die Reise allerdings nur € 29,-. Überweisen Sie daher bitte die Differenz von € 37,75 zuzüglich der € 50,- für die Bahncard, insgesamt als € 87,75 auf mein Konto, Nr.: ******* bei der ************* Köln, BLZ ********.

Mit freundlichen Grüßen,

Manuel

KAPITEL II:

Sehr geehrter Herr Wolff,

vielen Dank für Ihre Nachricht vom 30.06.2005.

Mit Bedauern stellen wir fest, dass Sie Ihre BahnCard zurückgeben möchten.

Gemäß den Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn AG ist eine Rückgabe oder anteileige Erstatttung der BahnCard ausgeschlossen, auch wenn sie nur zeitweise oder gar nicht genutzt werden konnte.

Wir bitten daher um Verständnis, dass wir Ihrem Wunsch nicht entsprechen können.

Sollten Sie hierzu noch Fragen haben, erreichen Sie uns auch von Montag bis Freitag in der Zeit von 07.00 Uhr bis 21.00 Uhr unter der Telefonnummer 01805 / 34 00 35 (12 Cent/min).

Mit freundlichen Grüßen
Ihr BahnCard-Service

KAPITEL III:

Sehr geehrte Bahn,

vielen Dank für ihre automatisierte Antwort.

Jedoch will ich weder meine Bahncard zurückgeben, noch einen Anruf tätigen, für den ich auch noch Bezahlen muss.

Leider kostet Sie mein Beantworten Ihrer Mail gemäß den Internetbedingungen von Manuel ebenfalls 12 Cent die Minute, so dass ich sie bitte, diesen Betrag auf den Originalbetrag noch draufzuschlagen und mir nun € 88,11 zu überweisen.

Mit freundlichen Grüßen,

Manuel

KAPITEL IV:

Aufgund meiner Mails an die Bahn (siehe Kapitel I – III) erhielt ich jetzt sogar reguläre Post von Der „DB Personenverkehr GmbH – BahnCard – Service“. Was etwas verwunderlich ist, da ich in meiner E-Mail weder meine Postanschrift, noch meine Bahncard-Nummer angegeben habe. Die haben also extra um mir einen Brief zu schreiben, extra mich ausfindig gemacht. Obwohl sie einfach eine E-Mail hätten schreiben können – und ja bereits getan haben. Hier der Brief:

Sehr geehrter Herr Wolff,

vielen Dank für ihr Schreiben vom 30.6.2005.

Wir haben Ihr Anliegen zur weiteren Bearbeitung an die zuständige Stelle weitergeleitet.

Die Bearbeitung wird leider noch etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Wir bitten daher noch um etwas Geduld und bedanken uns für Ihr Verständnis.

Na das ist doch anständig. Dann bin ich mal gespannt, was da noch kommt. Würde auch gerne wissen, welche Abteilung das ist, die dann für Satire zuständig ist. Auf den rhetorischen Affront, mit dem im letzten Satz mein Verständnis schon vorausgesetzt wird, gehe ich jetzt nicht ein, das steht ja auch auf Autobahnschildern, wenn Baustellen kommen. Aber dass dann bei der angegebenen „Service“-Nummer, das „12 ct/Min.“ drei Schriftgrößen kleiner als der ganze Rest gedruckt ist, ist schon wieder typisch.

KAPITEL V:

„Sehr geehrter Herr Wolff,

Ihr Anliegen wurde uns vom BahnCard Service zur abschließenden Bearbeitung zugesandt.

Jedes Angebot, so auch die BahnCard, erfolgt unter bestimmten im Geschäftsleben üblichen Bedingungen, die in den Allgemeinen Geschäftsbedingunngen (AGB) und in den Beförderungsbedingungen für Personen durch die Unternehmen der Deutschen Bahn AG (BB Personenverkehr) enthalten sind.

Dem geweckten Kaufinteresse erfolgt normalerweise eine umfassende Beratung durch eine Verkaufsstelle der Bahn (Reisezentrum, DB-Agentur bzw. DER-Reisebüro), wobei alle im Hinblick auf die Kaufentscheidung offenen Fragen erörtert werden können. Unsere Verkaufsstellen beraten Sie gern über alle Fahrpreisermäßigungen mit ihren sehr unterschiedlichen Benutzungsbedingungen. Welche Ermäßigung letztlich in Anspruch genommen wird, entscheiden unsere Kunden selbst.

Ein Rechtsanspruch auf Zahlung der Differenz zu günstigeren Angeboten besteht nicht. Es ist uns nicht möglich, ihrem Wunsch zu entsprechen.

Mit freundlichen Grüßen

i.A. der Teufel.“

Nun, mit „abschließender Bearbeitung“ hoffen die wahrscheinlich auf ein schnelles Ende, aber so schnell gebe ich nicht auf. Die Bahn macht es dem Kunden nicht einfach, da mache ich es denen erst Recht nicht einfach…

KAPITEL VI:

Sehr geehrte Frau ****,

vielen Dank für Ihren Brief, Zeichen **********************.

Leider bleiben noch einige Fragen offen, und ich hoffe, dass Sie diese mir und allen potentiellen Kunden beantworten können. Was meinen Sie denn mit „im Geschäftsleben üblichen Bedingungen“? Gehört zum üblichen Geschäftsleben denn, Kunden über den Tisch zu ziehen? Ich glaube ja, das rechtfertigt allerdings nicht die Praxis der Bahn, dies auch zu tun. Vor allem mit ihrer Monopolstellung hat sie eine besondere Verantwortung ihren Kunden gegenüber und kann nicht Geschäftspraktiken einsetzen, die so übel und unehrlich sind, wie die von z.B. 9.live.

Dass dem „geweckten Kaufinteresse […] normalerweise eine umfassende Beratung“ erfolgt kann ich nicht nachvollziehen, sie wissen wahrscheinlich selbst, dass mehr als die Hälfte ihrer Mitarbeiter durch das komplizierte Preissystem der Bahn nicht durchblickt. Zahlreiche Medienberichte mit versteckten Tests haben ergeben, dass kaum das günstigste Angebot vorgeschlagen wird, selbst wenn direkt danach gefragt wird. Ich selbst musste meist den Mitarbeitern am Schalter erklären, was günstig ist, nicht umgekehrt. Das führte dazu, dass ich nur noch am Automat oder im Internet Tickets kaufe, aber selbst ihr computergestütztes Preissystem auf bahn.de weiß oft den Ticketpreis nicht. Sie glauben mir nicht? Dann versuchen Sie mal auf bahn.de ein Ticket von Köln nach Paderborn zu kaufen.

Ihre Aussage „Unsere Verkaufsstellen beraten Sie gern über alle Fahrpreisermäßigungen mit ihren sehr unterschiedlichen Benutzungsbedingungen.“ Bringt mich zum Lachen, allerdings nur kurz. Die Verkaufsstelle gar nichts, sondern höchstens die Mitarbeiter und die tun es nicht gerne, sondern hätten lieber Feierabend. Was den konkreten Fall meiner Bahncard angeht, konnten die Mitarbeiter mich nicht über Fahrpreisermäßigungen informieren, denn das Sommer-Spezial war ja von der Bahn noch nicht mal im entferntesten angedacht, als ich die Bahncard gekauft habe. Der Höhepunkt sind aber die „sehr unterschiedlichen Nutzungsbedingungen“ – auf das Chaos sind sie auch noch stolz? Bitte erklären Sie mir, aus welchem Grund die Nutzungsbedingungen so unterschiedlich sind.

Aber es ist schon sehr verstörend, wenn sie extra noch einmal mitteilen müssen, dass der Kunde das letzte Wort hat: „Welche Ermäßigung letztlich in Anspruch genommen wird, entscheiden unsere Kunden selbst.“ Puh, da hab ich noch mal Glück gehabt, dass ich nicht an ein Unternehmen geraten bin, dass mir vorschreiben kann, was ich kaufe. Ach nee, gibt es ja gar nicht. Allerdings scheinen Sie das für außergewöhnlich zu halten, dass ihre Kunden im Endeffekt doch frei Menschen sind.

Jetzt kommen wir aber zum Knackpunkt, denn im Endeffekt haben Sie schon irgendwie Recht: „Ein Rechtsanspruch auf Zahlung der Differenz zu günstigeren Angeboten besteht nicht.“

Aber: Es geht mir nicht darum, was für ein Rechtsanspruch besteht, sondern Sie darauf hinzuweisen, dass Sie zufriedene Kunden wollen und nicht verarschte. Im Endeffekt machen Sie sich damit nämlich ihr eigenes Geschäft kaputt und vor allem die Reputation. Der Arbeitsaufwand, den Sie bis jetzt mit meiner Beschwerde hatten, ist jetzt schon um ein Vielfaches höher, als der ursprünglich von mir geforderte Betrag. Bitte sehen Sie allerdings in Zukunft davon ab, mich in Briefen anzulügen, denn „Es ist uns nicht möglich, Ihrem Wunsch zu entsprechen.“ ist zwar eine oft gebrauchte Floskel, sie entspricht allerdings überhaupt nicht der Wahrheit. Sie können schon, Sie wollen aber nicht.

Aber jetzt fällt mir ein, dass meine Rechnung ja von Anfang an falsch war, denn ich habe ja das günstigere Ticket ohne Bahncard gekauft, deswegen hätte ich nur den Betrag der Bahncard fordern dürfen, nicht aber die Preisdifferenz noch dazu. Allerdings muss ich Ihnen nach meiner Beratung in diesem Brief noch meine Beratungskosten berechnen, Sie hätten sich ja vorher umfassend bei mir nach günstigeren Angeboten erkundigen können.

Daher überweisen Sie bitte € 650,- (600,- Beratung + 50,- Bahncard) auf mein Konto bei der *********** Köln, Kto.-Nr. *******, BLZ ********

Gruß,

Manuel Wolff

Auch schauen: Hier erfahrt ihr Alles über die Deutsche Bahn

Vegetarier sind auch Eltern

Wie grausam. Im italienischen Spezialitätenladen stand eine Mutter mit ihren zwei Kindern. Und der Verkäufer fragte, ob die Kinder ein Stück Salami haben wollten. Selbstverständlich bekamen die Kinder große Augen, doch die Mutter sagte: „Nein, wir sind Vegetarier.“ Au, aua, aua, die armen Kinder. Sie fügte noch entschuldigend dau „Wenn sie groß sind, dann können sie das selber entscheiden, aber jetzt wird noch kein Fleisch gegessen.“ Die ältere Tochter wollte sich einschleimen und sagte zu Mami: „Ich will auch gar keine Salami.“ Oh doch, willst Du, Du Brainwash-Kid.

Ich frage mich, wie die sich mit 18 fühlen, wenn sie zum ersten Mal Fleisch essen dürfen, das muss wild sein.

Salat-Mama sagte dann noch: „Aber ein Stück Käse, könnten sie haben!“ Aha, billig auch noch, erst das Geschenk nicht annehmen und dann ein anderes fordern. Die Vegetarier-Kinder sind dann aber doch nicht anders als andere Kinder: laut, dumm und drängeln sich vor.

Nutella ist Sondermüll

Jetzt hab ich mir ein Glas Nutella gekauft und als Extra-Gimmick gibt es das sinnloseste, was man sich denken kann, nämlich ein Plastikscheibe, die Nutella und der DFB gemeinsam präsentieren. Wenn man auf die Scheibe drückt, spielt sie unter dem Motto „2006 Stadionfeeling“ einen kurzen Audioausschnitt ab: ein Pfiff und dann „aus, aus, das Spiel ist aus!“ – noch nicht mal das Original. Wozu soll das gut sein? Die Bezeichnung „Sound 5“ lässt erahnen, dass es mindestens 4 weitere schrottige Plastikscheiben zum Sammeln gibt.

Also wollte ich das Gimmick gleich wegschmeißen, doch halt! Auf der Verpackung stand auch noch dies:

KEIN SPIELZEUG – Dieses Produkt darf nicht über den normalen Hausmüll entsorgt werden. Bitte an einem Sammelpunkt für Recycling von elektrischen Geräten abgeben. Bitte erfragen Sie die zuständige Entsorgungsstelle bei der Gemeinde- oder Stadtverwaltung

Herrje. Das klingt nach Arbeit. Ich glaube ich schreibe mal der Stadtverwaltung. Oder ich schreibe Nutella und erzähle denen wie sauer die Stadtverwaltungen auf Ferrero sind. Da ahnt man nix böses, schon hat man Sondermüll im Haus. Komischerweise hat Nutella auch noch den grünen Punkt auf dem Glas. Vielleicht sollte ich auch denen schreiben. Den Grünen. Oder den Punkten.

Deutschland im Kino

Gestern Abend war ich im Kino. Da ich schon seit langer, langer Zeit nicht mehr im Kino war und über das aktuelle Programm überhaupt nicht informiert bin, ließ ich mir von einem Freund Filme empfehlen. Sein erster Vorschlag war Woody Allens „Match Point“.

Vor allem die Darstellerin Scarlett Johansson (die ich nur vom Namen her kenne) hat es ihm angetan. Er sagte, dass er zwar eine tolle Freundin habe, aber dass wenn in diesem Augenblick Scarlett Johansson durch die Tür kommen würde, auf ihn zugehen würde und ihm sagen würde: „Nimm mich!“, dass er dann und nur dann seine Freundin sofort verlassen würde.

Nun, die Situation ist aus verschiedenen Gründen nur hypothetisch, denn

– die Tür war zu dem Zeitpunkt abgeschlossen
– Scarlett Johansson kann kein deutsch und hat keine Ahnung was „Nimm mich!“ heißt
und
– selbst wenn das so wäre, würde sie das nicht zu dem Freund sagen. Nicht, wenn ich daneben stehe.

Das alles außer Acht lassend, fragte ich ihn:

„Hast Du das denn schon Deiner Freundin gesagt?“
„Ja.“
„Und ist es noch Deine Freundin?“
„Ja. Bei jeder anderen Frau, wäre dann die Hölle los, aber sie hat den Film auch gesehen und stimmte mir absolut zu.“

Also beglückwünschte ich ihn. Dann fragte ich nach der Telefonnummer seiner Freundin.

Den zweiten Film, den er mir vorschlug, war „Sommer vorm Balkon“. Für den entschied ich mich dann auch. Ein großartiger Film, so was kann Hollywood gar nicht. Und zu dem Freund muss ich sagen: Wenn meine Freundin Scarlett Johansson wäre und just in diesem Moment ginge die Tür auf und Nadja Uhl käme rein und würde „Nimm mich!“ sagen, dann würde ich auch Scarlett Johansson verlassen. Abgesehen davon sind beide in echt ja bestimmt sowieso nur olle Schauspiel-Schnepfen.

Zum Film sage ich nichts, wer in gesehen hat, weiß es ja, und wer nicht, muss ihn halt noch sehen.

Ich sah den Film im Cinemaxx Hamburg, ein großes 10-Saal Multiplex. Der größte Saal hat glaube ich über tausend Sitze. Dort lief irgendeine Veranstaltung, jedenfalls kein regulärer Kinofilm. Und gerade als ich vor dem Film noch zur Toilette und zum Kiosk gehen wollte, flogen die Türen des großen Saales auf und 1000 Menschen strömten kurz vor mir in Richtung Kiosk und Toilette und verstopften alles für die nächsten 30 Minuten.

Ich kam dann aber doch nur zu meinem Popcorn, denn Popcorn ist Pflicht. Das deutsche Volk ist ja in salzig und süß strikt gespalten. Ich persönlich habe nichts gegen süßes Popcorn. Aber süßes Popcorn gehör in den Zirkus. Im Kino ist salziges Pflicht. Umso nervender, wenn sich dann in die Salz-Popcorn-Tüte ein einzelnes süßes Popcörnchen verirrt und das gesamte Geschmackserlebnis ruinieren will.

Als ich dann in meinem Saal saß, lief noch die akustische Musikbeschallungsfolter mit Boygroup-Hits. Diese wurden unterbrochen durch eine Saaldurchsage:

„Achtung, eine Durchsage für die Teilnehmer der Veranstaltung in Saal 1: Die Pause ist jetzt beendet. Bitte gehen Sie zurück in den Saal und nehmen sie ihre Plätze ein.“

Dann wieder 5 Minuten Musik. Und wieder eine Durchsage:

„Und noch mal der Hinweis für die Teilnehmer der Veranstaltung in Saal 1: Bitte kehren sie zu ihren Plätzen zurück, die Pause ist jetzt vorbei.“

Wieder 5 Minuten Musik. Und noch mal:

„Achtung, eine Durchsage für de Teilnehmer der Veranstaltung in Saal 1: Die Pause ist jetzt beendet. Bitte gehen Sie zurück in den Saal und nehmen sie ihre Plätze ein.“

Ja, vielleicht wollen die ja nicht zurück? Muss eine grausame Veranstaltung gewesen sein.

Bei mir fing dann die Werbung an. Die ja im Kino viel toller sein soll, als im Fernsehen. Find ich nicht. Ich finde die Leute die Werbung machen, die Schanzenviertel-Killer, die sich ja für ach so kreativ und ideenreich halten, sind vor allem zwei Sachen: langweilig und eingebildet.

Da ja im Kino noch Zigarettenwerbung erlaubt ist, versuchten die mir zu verklickern, dass ich ins Marlboroland kommen sollte, wo der Geschmack ist. Das muss irgendwo in Amerika sein, wo noch echte Cowboys mit tiefer Stimme hausen. Aber warum soll ich da jetzt hin? Und Prince erzählt mir in der Werbung nahezu 20 mal „schmeckt nicht jedem“ – ja Wahnsinn, dass ist ein Grund, die Zigarette zu kaufen, nicht weil sie schmeckt, sondern weil sie nicht schmeckt. Dafür habe sich wahrscheinlich 20 Kreative wieder auf die Schulter geklopft, weil sie das für Innovativ hielten.

Und dann kam tatsächlich noch einmal die „Du bist Deutschland“-Kampagne. Auf Kinoleinwand erscheint sie noch viel blöder. Ich muss mich fragen, was die klugen Leute, die da auftreten und Kevin Kuranyi an immens hoher Gage bekommen haben, um sich dafür herzugeben. Und ich hoffe inständig, sie haben danach ihre Manager gefeuert.

Danach kam dann eine Adidas-Werbung zur Fußball-WM, wo die Jungschauspieler Lukas Podolski und Dingsbums Schweinsteiger und Oscar-Preisträger Michael Ballack und Gorilla Khan über ihre Zeilen stolpern. Mir wird klar, Fußballer sind noch mehr als Werbefuzzis: langweilig, eingebildet und dumm.

Zum Abschluss der Werbung kommt tatsächlich immer noch die Eiswerbung. Dabei hat seit ich geboren bin niemand mehr Eis im Kino gekauft, kein Wunder, dass das Kino in der Krise ist, selbst schuld. Wenigstens haben sie den enttäuschten Bauchladenverkäufer („Will jemand ein Eis?“ – Kollektivantwort. „Nein!“) eingespart.

Nach der normalen Werbung kommt die Vorschau. Kino-Trailer. Das ist Kunst. Im Gegensatz zu denen, die die blöde Werbung davor verzapfen sind die Jungs und Mädels die Trailer produzieren wahre Götter. So scheiße der Film auch sein mag, nachdem man einen Trailer gesehen hat, möchte man ihn unbedingt schauen und kann gar nicht erwarten, dass er in die Kinos kommt.

Noch eine abschließende Beobachtung zu öffentlich Toiletten. Die mangelnde Sauberkeit der Toilettenkabinen lässt mich immer wundern, dass viele Männer anscheinend zu männlich sind, um sich zu setzen, aber zu unmännlich um an den ungeschützten Pissoirs, dem Penisvergleich stand zu halten. Ich persönlich bin mit meiner Männlichkeit so wahnsinnig im Reinen, dass ich mich sogar setzen kann und bei guten Filmen auch weinen kann. Und wem das nicht passt, dem Hau ich in die Fresse.

Deutscher Humor

Ich hätte nie gedacht, dass diese Pannenshows wieder in sind. Auf allen Privatsendern ein unglaubliches Revival dieser billigen Sendungen bei denen Heimvideos gezeigt werden, auf denen vorzugsweise Fahrradfahrer oder Kinder irgendwo runterstürzen und sich ziemlich üble Verletzungen zuziehen.

Mir entgeht da so ein wenig der Spaß, aber ich schätze mal, dass die begeisterten Fans der Sendung so Leute sind, wie das Paar, dass ihrem Kind Rotkohl in den Mund gestopft hat bis es starb. (siehe hier)

Gerade lief auf RTL2 eine dieser Sendungen, sie hieß „Bitte lachen!“, was ein verständlicher Wunsch der Macher ist, denn von selbst kommt man nicht drauf. Die Moderatorin, nicht besonders hübsch, nicht besonders hässlich, nicht besonders hell im Kopf, schien beim Casting für 9.Live durchgefallen zu sein und das will ja schon was heißen. Ihre Texte konnte sie zwar ablesen, aber dabei auch noch freudig und entspannt in die Kamera schauen, das fiel ihr schwer. Sie schaute schockiert mit weit aufgerissenen Augen und irgendwie trotzigen Mundwinkeln.

Eine Clipserie mit 20 Kindern, die von Schaukeln, Rutschen und anderem Teufelszeug fielen, oder von Fahrradfahren überfahren wurden, endete mit einem Kind, dass nach einer Rutschpartie auf die Schnauze fiel und mit einem kleinen Schrecken davonkam. Es lachte daraufhin selbst. Die Moderatorin sagte danach: „Das findet der auch noch komisch, da lacht man doch nicht.“ Ah ja. Lachen ist also nicht lustig. Abgetrennte Körperteile schon. Sie leitete dann mit einem Gesicht, als sei gerade das World Trade Center eingestürzt, in die Pause: „Wenn sie weiter lachen möchten, dann bleiben sie dran!“

Der große Postraub

Wo wurde das bekannt gegeben, bzw. seit wann, bzw. wer hat das noch nicht mitgekriegt, dass Großbriefe jetzt Euro 1,45 statt Euro 1,44 kosten? Ich musste jetzt extra zur Post laufen, um eine 1-cent Briefmarke zu kaufen. Da ich mich nicht in die Schlange stellen wollte, denn wegen eines Cents war mir eine halbe Stunde Warten dann doch zu viel – obwohl, wäre schon lustig „ich hätte gerne eine Briefmarke für 1 Cent, Sie Arschloch.“ – machte ich mich an dem Briefmarkenautomat zu schaffen. Da ich nur ein 5 Cent Stück hatte schmiss ich dieses rein, aber der Mistapparat gibt ja kein Wechselgeld, sondern den Restbetrag in Markenwerten zurück. Jetzt habe ich zwar meine 1 Cent – Briefmarke, aber auch eine völlig nutzlose 4 Cent – Briefmarke.

Weidler wusste auch nicht Bescheid, ihm wurde vor ein paar Tagen ohne auch nur einen Hinweis eine 10er-Set mit 1,44 – Briefmarken erkauft, ohne dass irgendjemand auch nur irgendetwas gesagt hätte.

Die am meisten überschätzte Person 2005

Der Ex-Soldat-Möchtegern-Softie, den alle Männer zu Recht hassen und alle Frauen zu Unrecht lieben: James Blunt. Es kann doch nicht angehen, dass ich der erst bin, der endlich – und dann auch noch viel zu spät – sagt, dass sein Gejammer „You’re Beautiful“ allen dicken Teenies und allen schlank gebliebenen End-Dreißigern zwar neues Selbstwertgefühl gibt, allerdings mit Texten, zu denen im Vergleich das Werk von Lukas Hilbert schon geniale Züge annimmt. Nur merkt es keiner, weil er nun mal englisch textet. Und dieser angeblich sexy Glubschaugen-Blick, der wohl einen Typen versinnbildlichen soll, der den Horror des Krieges miterlebt hat, aber im Herzen doch ein romantischer Typ ist und den Kosovo-Konflikt beendet um mit seiner Gitarre Lieder zu singen – diesen Blick gab es früher schon mal, bei der Spider Murphy Gang, da drückte er allerdings nur Blödheit aus.

Aber zum Text:

My life is brilliant.
My love is pure.
I saw an angel.
Of that I’m sure.

Mein Leben ist großartig,
meine Liebe ist rein,
Ich sah einen Engel,
ich kann mir sicher sein.

Typischer Fall von „Ich schreib‘ drei Zeilen und dann finde ich schon irgendwas was sich reimt“. Grundproblem vieler Poesie-Alben-Schreiber und Hochzeitsgedichte-Macher. Da fällt mir mein Kollege Knut ein, der auf die Idee kam, dieses Problem einfach zu lösen, in dem man statt einer schlechten vierten Zeile, einfach noch billiger „ei ei ei ei ei“ singt. Und er gab gleich ein Beispiel:

Ich hatte eine Knie-OP.
drum tut es mir am Knie so weh.
Doch wenn ich Dich da knien seh‘.
Ei ei ei ei ei.

Übertragen auf James Blunt, der von Glück reden kann, dass er nie im Lied versucht hat auf seinen Nachnamen zu reimen:

My life is brilliant.
My love is pure.
I saw an angel.
yeah yeah yeah.

Ist doch gleich viel besser.

She smiled at me on the subway.
She was with another man.
But I won’t lose no sleep on that,
‚Cause I’ve got a plan.

Aha, er sah also eine Frau mit einem anderen Typen, aber er hat ja einen Plan, der Schwerenöter. Da bin ich ja mal gespannt:

You’re beautiful. You’re beautiful.
You’re beautiful, it’s true.

Du bist schön!
Du bist schön!
Du bist schön!
oh ja!

Toller Plan bis jetzt. Aber vielleicht kommt er noch:

I saw your face in a crowded place

Das hast Du schon gesagt.

And I don’t know what to do,

Wie, ich dachte, Du hättest einen Plan.

‚Cause I’ll never be with you.

Toller Plan. Echt. Scheiß Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom. Im gleichen Lied innerhalb von 15 Sekunden zu sagen, dass man einen Plan hat, nämlich dass man keinen Plan hat, meine Güte, James, ist Nena Deine Mutter?

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