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Homöopathen überzeugen mich von der Unsinnigkeit der Demokratie

 

Ich war bisher eifriger Verfechter der Demokratie, das einzige akzaptable politische System, zwar mit Schwächen, aber bei weitem das Beste aller möglichen und unmöglichen Systeme. Und ich verteidigte die Demokratie bis aufs Äußerste.

Damit ist aber jetzt Schluss, denn einer Umfrage zufolge glauben 82% der Deutschen, dass an Homöopathie was dran ist. 82%. Das heißt, nur 18% der Deutschen geben der von mir vielgeliebten Sache, die sich „Vernunft“ nennt, überhaupt eine Chance. Und diese Leute dürfen wählen. Das ist nicht gut. Dumme Menschen muss man vor sich selbst schützen, daher denke ich, dass vielleicht ein System, in dem sich gegen Wissen und Aufklärung wehrende Menschen nicht wichtige Entscheidungen treffen sollten. Oder?


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Guttenberg im Land der Spinner

 

Ich fasse es nicht, laut Umfragen sind nur 50% gegen eine Rückkehr von Guttenberg in die Politik. Was ist denn da los? Sind wir ein Land voller Spinner? Wir machen uns über Italien lustig, dass sich Berlusconi so lange an der Macht halten konnte, sind aber nicht großartig dagegen, dass ein Betrüger bei uns zurückkehrt? Was kommt als nächstes, die Demokratie abschaffen und zurück zu einem König?

Na aber der Guttenberg, der ist doch so sympathisch.

Nein, der ist schmierig.

Na, aber der Guttenberg hat doch seine Fehler zugegeben, der hat eine zweite Chance verdient.

Nein, er hat seine Fehler zunächst nicht zugegeben, sondern abgestritten. Und nur weil fleissige Helferlein im Internet alle seine Plagiate zusammengetragen haben, war der Druck so groß, dass er es eingestehen musste, aber nicht bevor er noch eine Menge Ausflüchte suchte, um sich an seiner Macht zu halten. Erst als es nicht mehr ging, gab er es zu. Und dann wurde auch noch das Verfahren eingestellt, gegen Zahlung von € 20.000 an die deutsche Kinderkrebshilfe. Also mit ein wenig Geld sich die Unschuld kaufen, na das wir Italien ja tatsächlich immer ähnlicher, nur dass es hier offen läuft und anscheinend nicht stört.

Ein Blogger hatte eine tolle Idee. „Das kotzende Einhorn“ schrieb der Staatsanwaltschaft, sie solle das Verfahren doch wieder aufnehmen, er würde dafür € 21.000 an die Deutsche Kinderkrebshilfe spenden. Eine grandiose Idee. Wenn Guttenberg sich Freunde kaufen kann, warum nicht alle?

Wobei ein Kommentator bei ihm schrieb, dass vielleicht gar nicht so viel Geld nötig sei:

„Man müsste doch die 20k € in Relation zum Besitz/Einkommen des feinen Herrn setzen. Bei Geldstrafen wird ja auch ein Tagessatz angenommen. Sind dann überhaupt 21k € nötig?“

Abgesehen davon, ist es natürlich immer gut, für die Deutsche Kinderkrebshilfe zu spenden. Aber sich auf dem Rücken einer gemeinnützigen Organisation rein zu waschen, das ist mehr als Panne.

Dennoch gibt es – zum Beispiel auf Facebook – massenhaft Guttenberg-Fans, die für ihn in die Bresche springen:

„Sein Fehler war, es nicht gleich zuzugeben. Das ist alles.“

Na, wenn das alles war, dann ist es auch okay, im Kaufhaus zu klauen, wenn man danach sagt, dass man es getan hat. Und wenn man es nicht sofort sagt, dann war es nur ein Fehler.

Die selbe Person schrieb an anderer Stelle:

„Was zählt, ist dass er ein guter Politiker ist. Solche braucht das Land. So überzeugte. Partei ist wurscht, Ausbildung ist wurscht. Ehrlich für ihre Überzeugung und zum Wohl des Landes eintreten, das ist wichtig.“

Ähm … verstehen echt so viele Menschen das Wort „ehrlich“ nicht?

Was mich aber aufregt, sind die Vergleiche, dass andere auch schlimme Sachen gemacht haben, weit Schlimmere. Na dann, kann man ja fast alle Betrüger in Ruhe lassen, weil es irgendwo ja welche gibt, die noch schlimmer waren. Das ist wirklich Unfug. Natürlich gibt es schlimmere Politiker als Guttenberg und natürlich gibt es bewegendere Dinge. Das heißt trotzdem nicht, dass man einen Lügner und Betrüger wie ihn akzeptieren muss, nur weil es noch schlimmere Sachen gibt. Wenn ein Kaufhausdieb gestellt wird, kann er sich ja auch nicht verteidigen mit „es gibt schlimmere und weltbewegendere Sachen, lasst mich in Ruhe!“. Und ein Politiker, von dem ich vermute, dass er Dreck am Stecken hat ist mir immer noch lieber, als ein Poliziker, von dem ich es weiß. So schlimm das auch ist. Aber es gibt kein schwächeres Argument als „Die anderen Politiker sind auch keine Heiligen“.

Nur darauf argumentiert die Besagte wieder fern jeder Logik:

„Wie gross ist die Chance, dass ein Politiker, der schon mal erwischt worden ist, das nochmal macht? Grad im Fall TvG wohl gering. Da haben ja alle die Augen drauf.
Einer, bei dem man es vermutet… hmmm, WARUM vermutet man denn das? Wenn’s schon so weit ist, dass die Öffentlichkeit was vermutet, ist doch anzunehmen, dass der wirklich Dreck am Stecken hat, man es nur nicht nachweisen kann.
Da ist mir der reuige Erwischte lieber.“

So ein totaler Quatsch. Oder ironisch:

Stimmt, man sollte alle Positionen mit überführten Kriminellen besetzen, die Chance, dass er es nochmal macht, ist gering. Berlusconi lassen wir mal als „Ausnahmen bestätigen die Regel“ weg.
Ich kaufe meinen Wein auch nur noch bei Leuten, die wegen Weinpanscherei überführt wurden, denn diemachen das ja nicht wieder. Als Handwerker stelle ich nur noch die Leute ein, die für den Pfusch beim Kölner U-Bahn-Bau verantwortlich waren und als Polizeichef hätte ich gerne einen Ex-Mörder. Und, dass er was nochmal macht? Es ist ja nicht so, dass er wine weitere Doktorarbeit in Planung hätte.

Aber es gibt noch weit schlimmere geistig offensichtlich verwirrte Guttenberg-Unterstützer. Die schreiben dann so etwaswaswas:

„ja denke er hätte es glei sagfn solln..ansonsten finde ich ihn sehr fähig“

Genau wegen solcher Statements sind so viele Betrüger in der Politik unterwegs, weil sich das dumme Volk eh alles vorsetzen lässt. Das ganze Hickhack um seine Doktorarbeit hat ja nur davon abgelenkt, dass der Kerl auch sonst zu nichts fähig ist.

Und dann schrieb sie noch „aber er sorgte für frischen wind“ und „man hat ihm ja nicht die zeit gelassen das zu beweisen..ganz schnell hat man gesucht gesucht, gefunden“

Meine Fresse. Nenne mal einen frischen Wind: sag mal ein Beispiel, „sorgte für frischen Wind“, „guter Politiker“ – das sind alles nur Floskeln, die die Gutti-Fans irgendwo aufgeschnappt haben, als sie aus ihren Löchern krochen als sein Personenkult anfing. Das sind komischerweise immer Leute, die dann kein einziges Beispiel nennen können, weil sie sich vorher gar nicht für Politik interessiert haben.

Fakt ist, dass Politiker, wenn sie als Verbrecher überführt wurden, nicht einfach mal ein paar Monate Pause machen sollten und zack zurückkehren, sondern auch erst mal ihre Strafe kriegen sollten. Und nicht einfach Verfahren gegen Zahlung von lächerlichen 20.000 Euro einstellen.

Der Mann ist ein Betrüger, hat das ansehen der Politik, der Uni und von jedem Dr. beschmutzt und hat vor allem erst mal, als die Vorwürfe kamen, geleugnet, was das Zeug hält.

Toller Mann.


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Amanda Knox freigesprochen: Zu Recht?

 

Amanda Knox, der Engel mit den Eisaugen, wurde im Berufungsverfahren freigesprochen. Zeit für ein Umfrage, ist Freispruch das richtige Urteil?

Amanda Know wurde freigesprochen. zu Recht?
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Meine Antwort müssten die, die mich kennen, kennen. In dieser Umfrage gibt es nur eine richtige Antwort.

Mehr dazu in den Kommentaren.


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Warum ausgerechnet jetzt?

 

Liebe Bahn,

warum soll ich ausgerechnet jetzt an Ihrer BahnCard-Umfrage teilnehmen?

Ich habe eine E-Mail bekommen mit einer Einladung, als ob ich die außergewöhnliche Ehre hätte, an einer Umfrage teilzunehmen. Als ob es dafür keinen schlechter gewählten Zeitpunkt gibt.

Aber eins nach dem anderen, solche Einladungen sich mal kurz ein paar Minuten Zeit zu nehmen, um an einer Umfrage für eine Firma teilzunehmen, bekommt man ja ab und an. Die Firma will damit angeblich ihren Service verbessern. Nur nützt die Umfrage dem einzelnen Teilnehmer natürlich gar nichts, sondern im Endeffekt nur der Firma. Daher locken diese Firmen meist mit einer Kleinigkeit, die man für das ausfüllen der Umfrage bekommt, zum Beispiel die Teilnahme an einer Verlosung, oder – das wäre für die Bahn passend – mit ein paar bahnbonus oder bahncomfort-Punkten.

Aber in Ihrer Mail – nichts dergleichen:

„Sehr geehrter Herr Wolff,

als BahnCard-Inhaber profitieren Sie von zahlreichen Leistungen und Services.“

Na ja. Also mir gleich mal als allererstes einen Vorwurf zu machen, ist nicht gerade nett. Ich bin ja so dankbar ihr Bahncard-Angebot nutzen zu dürfen, ich fühle mich auch sehr schuldig, dass ich einfach so ihr Angebot nutze und dafür auch noch bezahle – und mich dann immer wieder ärgere über die vielen Sonderangebote, die dann das Fahren ohne BahnCard doch günstiger machen, als das fahren mit der Bahncard50, die mir ja eigentlich den halben Preis verspricht.

Aber wir hatten ja vor Jahren schon diesen netten Briefwechsel.

„Gerne möchten wir heute von Ihnen wissen, welche der Vorteile rund um die BahnCard Sie bereits kennen, wie sie Ihnen gefallen und was wir noch verbessern können.“

Natürlich möchten sie das wissen, ich mache mich sofort heute an die Antwort. Zu Befehl!

„Deshalb möchten wir Sie herzlich bitten, uns ca. 15-20 Minuten Ihrer Zeit zu schenken und an unserer Online-Umfrage teilzunehmen.“

15 bis 20 Minuten? Also das ist jetzt echt übertrieben. Übrigens, 15 bis 20 Minuten in echter Zeit oder in Deutscher Bahn Zeit?

„Dank Ihrer Einschätzung können wir in Zukunft noch gezielter auf Ihre Wünsche eingehen und Sie mit verbesserten Leistungen überzeugen.“

Echt jetzt? Das liegt an mir? Was bekomme ich denn dafür?

„Die Teilnahme ist selbstverständlich freiwillig.“

Ach so, das ist ja ein Ding, das man das extra erwähnen muss. Was bekomme ich denn nun dafür?

„Mit freundlichen Grüßen
Ihre

Bettina Marchl
Leiterin Kundenbindung“

Nichts? Verdammt. Leiterin Kundenbindung – wo haben Sie ihren Job gelernt? Kundenbindung ist natürlich auch ein Scherz, es gibt ja keine Konkurrenz-Eisenbahn, zu der mal wechseln könnte, wie den Stromversorger oder den Mobilfunk-Anbieter.

Also ich verzichte auf die Umfrage, wir könnten aber einen Deal ausmachen, wenn Sie mal 15-20 Minuten für eine Umfrage meinerseits haben, können Sie sich ja wieder melden.


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das improvisierte lied am freitag

Umfrage: Welches der 3 Impro-Lieder ist am Besten?

 

Das Impro Lied

Heute beim improvisierten Lied am Donnerstag ist wieder Abstimmungszeit, um in mehreren Runden herauszufinden, welches improvisierte Lied das Beste war, als es noch das improvisierte Lied zum Freitag war. Verstanden? Egal. Hier 3 Songs, alle im Moment der AUfnahme komplett aus dem Stegreif improvisiert, sowohl Text als auch Musik, hört sie Euch bitte an und stimmt danach ab, welcher von denen Euch am besten gefallen hat:

1. Das Silbenschluckproblem

2. Kennst Du die Perle?

3. Das Impro-Lied über Chatroulette


Und nun bitte abstimmen:

Welches der oben gezeigten improvisierten Lied gefällt Euch am Besten?
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das improvisierte lied am freitag

Zwei Jahre improvisiertes Lied auf ui.

Im ganzen Trubel um den 7. Geburtstag dieser Seite habe ich ganz vergessen, dass es noch etwas zu Feiern gibt: Das improvisierte Lied (zum Freitag) ist – schon am 23.März – zwei Jahre alt geworden. Es ging los mit „Eisbär Knut“, nach dem heute kein Hahn mehr kräht, der aber gleich einen guten Start brachte. Seitdem gibt es jeden Freitag hier auf ui. ein Lied, dass vollkommen improvisiert ist, das heißt, der Text und die Musik werden erst im Moment der Aufnahme erfunden.

Welches ist Euer Lieblings-„improvisierte Lied zum Freitag“? Bitte postet in die Kommentare, wenn dann einige genannt sind, können wir eine Umfrage starten. Hier kommt ihr zur Kategorie, um alle Lieder noch mal anzuschauen (chronologisch geordnet).

Mein Lieblingslied der Improsongs ist heute mal „Manchmal weiß ich nicht“, vom 22. Juni 2007:

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Sind Sie schon mal fremdgegangen?

In der herumliegenden MOPO (Hamburger Zeitung) bin ich auf ein erschreckendes Ergebnis dieser erschrecken dämlichen und unsinnigen nutzlosen Umfrage gestoßen:

[random]

Verdammt, ist die Welt so schlecht? Oder nur die MOPO-Leser?

Um das herauszufinden, hier die ui.-Leser-Umfragen:

Sind Sie schon mal fremdgegangen?

Antwort bitte in den Kommentaren. Selbstverständlich nicht anonym, oder sind wir etwas feige?

Ich fang mal an: „Hallo, ich bin Manuel und bin noch nie fremdgegangen.“