Kategorie: alles andere (Page 221 of 249)

Werbeunterbrechung

Das schlimmste am Privatfernsehen sind ja die Unterbrechungen durch Werbung, 16 Minuten pro Stunde. Geistlose, schwachsinnige Werbung. Das hat dazu geführt, dass mittelmäßige Werbung, die vielleicht zu einem klitzekleinen Schmunzler (im Höchstfall) führen, überall als geniale Kunst und mega-witzig zelebriert werden. So zum Beispiel auf diesen ganzen vielen lustigen Internetseiten, die Clips ins Netz stellen und zu denen ich auch manchmal linke. Damit hat die Werbeindustrie vollkommen die Kontrolle über den Menschen gewonnen, denn für diese Clips zahlen die ja noch nicht mal irgendwas. Die Spitze der Perversion ist aber erreicht, da im Privatfernsehen zur besten Sendezeit Shows laufen, die z.B. „die witzigsten Werbespots der Welt“, „die unglaublich verrückte wunderbare witzige Welt der wahnsinnig wundervollen Werbung“ oder ähnlich, heißen. Da gibt es dann tatsächlich Leute (wahlberechtigt), die sich das freiwillig anschauen. Eine ganze Stunde voller mittelmäßiger Werbung. Noch schlimmer ist ja, dass diese Sendung ebenfalls unterbrochen wird. Von Werbung. Geistloser, schwachsinniger Werbung. Anstatt, dass erwartet wird, bzw. eingefordert wird, dass die Werbung, die im Privatfernsehen läuft, mindestens so gut ist, wie die, die in den Sendungen läuft und im Internet herumgereicht wird, wird wieder einmal Schwachsinn akzeptiert, anstatt mit schlechter Quote zu bestrafen.

Das Ende der Postsaga

Gestern hat das mit der Post endlich geklappt. Ich bin wieder mit meinen Paketen losgetigert, die Merowinger runter. Beim Friseurladen Unisex sahen die Friseusen wieder wie billige Nutten mit Scheren aus. Und dann heißt der Laden auch noch wie ein schlechter Puff. Ich würde am liebsten da mal reingehen und zu einer sagen „Du da, wie viel für ne halbe Stunde?“, aber das traue ich mich nicht. Zumindest so lange nicht, bis ich meine eigene Fernsehsendung habe, wo man dann für solche Sachen nicht zusammengeschlagen wird, oder es zumindest Quote bringt.

Bei der Post war dann eine Riesenschlange, zwei von fünf Schaltern waren geöffnet, und die Leute wurden abwechselnd gefragt, ob sie Lotto spielen oder schon ein kostenloses Girokonto haben. Die Schalterbeamtinnen (es waren 5 da, aber nur 2 Schalter geöffnet), waren allesamt sehr sehr hässlich und stark übergewichtig. Da kam ich ins Grübeln. Wir sind doch in Köln, und das sind alles Katholiken. Verdammt, Katholikinnen sind hässlich und fett. Da hätte ich dran denken sollen, bevor ich – Weltjugendtag sei Dank – mich freiwillig gemeldet habe, um zwei junge Pilgerinnen in meine Wohnung zu lassen. Jetzt habe ich Angst vor nächster Woche. Ich schließe vorsorglich schon mal den Balkon ab, nicht dass da noch was einstürzt. Sqürl hat vorgeschlagen, dass ich ein Kreuz verkehrt herum aufhänge, aber ich bin doch nett, das mache ich nicht. Ich mache lieber ein Schloss an den Kühlschrank.

Mich hat die Schalterbeamtin leider nicht gefragt, ob ich Lotto spiele, ich hätte so gerne mit „Darf ich eine Gegenfrage stellen?“ geantwortet, und dann allerlei Unverschämtheiten und Gewaltandrohungen vom Stapel gelassen, aber sie sagte nur „Schönen Tag noch.“

Kommet, ihr Hirten

Wahnsinn, ich glaube ich bin wieder im Mittelalter:

„Papst Benedikt XVI. hat für den Weltjugendtag einen Sonder-Ablass ermöglicht. Nach einem am Montag in Rom veröffentlichten Dekret können jene Gläubigen einen vollkommenen Ablass erhalten, die mit entsprechender Gesinnung an einer Veranstaltung und am Abschlussgottesdienst des Treffens in Köln teilnehmen.
Laut Dekret gelten dabei die üblichen Voraussetzungen wie die Beichte, der Empfang der Kommunion und ein Gebet nach Intention des Papstes. – Mit dem Ablass werden dem Gläubigen die zeitlichen Sündenstrafen erlassen.
Dem Schreiben zufolge können aber auch alle Gläubigen, gleich wo sie sich während des Weltjugendtags befinden, einen teilweisen Ablass erhalten, wenn sie in bussfertiger Haltung inständig um ein mutiges Glaubenszeugnis der Jugend beten. Ferner sollten sie darum bitten, dass sich die Jugendlichen fest darum bemühen, ihre künftigen Familien oder ihre anderweitige Berufung an den Normen des Evangeliums und der Kirche auszurichten.“ (koeln.de)

Ich hab auch nun Nachricht bekommen, ihr erinnert Euch vielleicht, ich habe ja beim WJT zwei junge Frauen für mich bestellt, und jetzt kam die Bestätigung. OB Schramma nennt mich zwar Herbergsvater, aber immerhin. Und ich glaube ich werde meine jungen Gäste komplett verschrecken, indem ich in bussfertiger Haltung (da fallen mir nur schmutzige Sachen ein) um ein mutiges Glaubenszeugnis der Jugend bete. Okay, das ist sehr schmutzig. Aber vielleicht werde ich es filmen.

Und falls es Verständigungsprobleme mit den jungen Leuten gibt, haben die mir eine Karte von Langenscheidt extra entwickelt mitgegeben. Damit ich statt englisch oder spanisch zu versuchen einfach mit dem Finger zeigen kann. Das wird lustig. Hier ein Ausschnitt:

Ich krieg‘ Tourette!

Die Scheissfotzwichsarschleckenrenggggedennggggblödiblödiarschloch-Postfiliale, bei der ich seit Samstag vergeblich versuche, meine Pakete zu verschicken hat bei mir wieder für Unmut gesorgt. Ich habe mich geirrt, sie hatte nicht „wegen Inventur am Dienstag von 9 Uhr bis 18 Uhr geöffnet“, sondern nur bis 16 Uhr 30. Die kriegen so was von mir in die Fresse, wenn die mal „aufgrund keiner Inventur geschlossen“ haben. Also habe ich schon wieder die Pakete hin- und hergeschleppt. Mittlerweile bin ich im Armdrücken unschlagbar.

Manuel Wolff gegen die Bahn – V

Sehr geehrte Frau ****,

vielen Dank für Ihren Brief, Zeichen **********************.

Leider bleiben noch einige Fragen offen, und ich hoffe, dass Sie diese mir und allen potentiellen Kunden beantworten können. Was meinen Sie denn mit „im Geschäftsleben üblichen Bedingungen“? Gehört zum üblichen Geschäftsleben denn, Kunden über den Tisch zu ziehen? Ich glaube ja, das rechtfertigt allerdings nicht die Praxis der Bahn, dies auch zu tun. Vor allem mit ihrer Monopolstellung hat sie eine besondere Verantwortung ihren Kunden gegenüber und kann nicht Geschäftspraktiken einsetzen, die so übel und unehrlich sind, wie die von z.B. 9.live.

Dass dem „geweckten Kaufinteresse […] normalerweise eine umfassende Beratung“ erfolgt kann ich nicht nachvollziehen, sie wissen wahrscheinlich selbst, dass mehr als die Hälfte ihrer Mitarbeiter durch das komplizierte Preissystem der Bahn nicht durchblickt. Zahlreiche Medienberichte mit versteckten Tests haben ergeben, dass kaum das günstigste Angebot vorgeschlagen wird, selbst wenn direkt danach gefragt wird. Ich selbst musste meist den Mitarbeitern am Schalter erklären, was günstig ist, nicht umgekehrt. Das führte dazu, dass ich nur noch am Automat oder im Internet Tickets kaufe, aber selbst ihr computergestütztes Preissystem auf bahn.de weiß oft den Ticketpreis nicht. Sie glauben mir nicht? Dann versuchen Sie mal auf bahn.de ein Ticket von Köln nach Paderborn zu kaufen.

Ihre Aussage „Unsere Verkaufsstellen beraten Sie gern über alle Fahrpreisermäßigungen mit ihren sehr unterschiedlichen Benutzungsbedingungen.“ Bringt mich zum Lachen, allerdings nur kurz. Die Verkaufsstelle gar nichts, sondern höchstens die Mitarbeiter und die tun es nicht gerne, sondern hätten lieber Feierabend. Was den konkreten Fall meiner Bahncard angeht, konnten die Mitarbeiter mich nicht über Fahrpreisermäßigungen informieren, denn das Sommer-Spezial war ja von der Bahn noch nicht mal im entferntesten angedacht, als ich die Bahncard gekauft habe. Der Höhepunkt sind aber die „sehr unterschiedlichen Nutzungsbedingungen“ – auf das Chaos sind sie auch noch stolz? Bitte erklären Sie mir, aus welchem Grund die Nutzungsbedingungen so unterschiedlich sind.

Aber es ist schon sehr verstörend, wenn sie extra noch einmal mitteilen müssen, dass der Kunde das letzte Wort hat: „Welche Ermäßigung letztlich in Anspruch genommen wird, entscheiden unsere Kunden selbst.“ Puh, da hab ich noch mal Glück gehabt, dass ich nicht an ein Unternehmen geraten bin, dass mir vorschreiben kann, was ich kaufe. Ach nee, gibt es ja gar nicht. Allerdings scheinen Sie das für außergewöhnlich zu halten, dass ihre Kunden im Endeffekt doch frei Menschen sind.

Jetzt kommen wir aber zum Knackpunkt, denn im Endeffekt haben Sie schon irgendwie Recht: „Ein Rechtsanspruch auf Zahlung der Differenz zu günstigeren Angeboten besteht nicht.“

Aber: Es geht mir nicht darum, was für ein Rechtsanspruch besteht, sondern Sie darauf hinzuweisen, dass Sie zufriedene Kunden wollen und nicht verarschte. Im Endeffekt machen Sie sich damit nämlich ihr eigenes Geschäft kaputt und vor allem die Reputation. Der Arbeitsaufwand, den Sie bis jetzt mit meiner Beschwerde hatten, ist jetzt schon um ein Vielfaches höher, als der ursprünglich von mir geforderte Betrag. Bitte sehen Sie allerdings in Zukunft davon ab, mich in Briefen anzulügen, denn „Es ist uns nicht möglich, Ihrem Wunsch zu entsprechen.“ ist zwar eine oft gebrauchte Floskel, sie entspricht allerdings überhaupt nicht der Wahrheit. Sie können schon, Sie wollen aber nicht.

Aber jetzt fällt mir ein, dass meine Rechnung ja von Anfang an falsch war, denn ich habe ja das günstigere Ticket ohne Bahncard gekauft, deswegen hätte ich nur den Betrag der Bahncard fordern dürfen, nicht aber die Preisdifferenz noch dazu. Allerdings muss ich Ihnen nach meiner Beratung in diesem Brief noch meine Beratungskosten berechnen, Sie hätten sich ja vorher umfassend bei mir nach günstigeren Angeboten erkundigen können.

Daher überweisen Sie bitte € 650,- (600,- Beratung + 50,- Bahncard) auf mein Konto bei der *********** Köln, Kto.-Nr. *******, BLZ ********

Gruß,

Manuel Wolff

Wieder eine weniger

Na super, die letzte Partei die man noch hätte wählen können, hat sich nun auch disqualifiziert. Wer hätte gedacht, dass Sprüche wie „Kauft deutsche Produkte“ sogar von den Grünen (Kühnast) kommen?

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