Jahresrückblick 2004

So schlecht war doch 2004 gar nicht. Überall wird rumgemeckert oder positiv gesehen gesagt: „Zum Glück ist das Jahr rum.“ Aber hey, ein verregneter Sommer und ein schlechtes Fernsehprogramm wird mir nicht das ansonsten überaus positive Jahr versauen. Immerhin hatte 2004 wie auch die 4 Jahre davor immer noch zwei Nullen in der Mitte, so dass es beim Jahreswechsel diese lustigen Spaßbrillen gab, bei denen man durch die Nullen kucken konnte. So gesehen gibt es erst 2010 wieder ein schlechtes Jahr.

2004 war toll! Immerhin gab es keine Kampfhandlungen im Irak, denn diese werden schon 2003 für beendet erklärt. Und der Afghanistan-Krieg ist sowieso schon lange vorbei, habe ich gehört. In den USA fanden erstmals wieder freie Wahlen statt, die Amerikaner konnten sich diesmal frei entscheiden und entschieden sich für den Kandidaten der Wahlfälscher und Lügner, einen altbekannten Kriegsverbrecher. Das ist zwar so, als hätte bei der Wahlwiederholung in der Ukraine Janukowitsch gewonnen und aus lauter Freude Juschtschenko ein zweites Mal vergiftet, aber immerhin, soviel Mut des amerikanischen Volkes muss honoriert werden. Schließlich haben die ja mal für die Freiheit gekämpft, da gehört schon was dazu, sich freiwillig davon zu verabschieden.

Auch hierzulande lief politisch alles glatt. Die SPD war am Boden und was muss sie machen, um aus dem Schlamassel wieder herauszukommen? Richtig, nichts. Einfach lange genug abwarten, dann bringt sich die CDU schon von selbst wieder in Probleme.

Und Harald Schmidt ist zurück, es geht aufwärts mit Deutschland! Gut, ich bin wohl der Einzige, der glaubt, dass Harald Schmidts Rückkehr kein Erfolg sein wird, aber dass es dafür tatsächlich mit Deutschland bergauf geht. Immerhin ein Beginn, nächstes Jahr glauben es vielleicht schon doppelt so viele. Also zwei.

Auch privat lief alles wunderbar. Ich habe erfolgreich das Privatfernsehen bekämpft, und bekam nach 8 Jahren endlich meine Lohnsteuerkarte wieder ausgehändigt. Okay, ich musste dafür mit der Entführung von Dr. Ruth Herz drohen und Dirk Küchmeister ein paar Schläge in die Fresse verpassen – seine Freundin fand das erstaunlicherweise toll – aber gut Ding will Weile haben, was lange währt wird endlich gut, etc. etc.

Diese kleine feine Webseite hatte auch ein gutes Jahr hinter sich. Erfolgreich wurden Attacken von Nena, Dieter Bohlen, der Bezirksregierung Düsseldorf (die macht sich jetzt an meinen anderen Seiten zu schaffen, ich werde berichten), und irgendwelchen anderen Ärschen, die dachten, es sei oberste Staatsbürgerpflicht mich anzuschwärzen und zu denunzieren und zu versuchen mit meiner Kontonummer Unfug zu treiben, nur weil Ihnen nicht passt, was in einem freiheitlichen Staat als frei Meinungsäußerung gilt. Aber da leben wir ja nicht. So viel Aufmerksamkeit haben doch eigentlich nur Webseiten mit bedeutend mehr Besuchern verdient, aber vielleicht kommen die ja nächstes Jahr.

Dann gibt es noch die täglichen Attacken per E-Mail und Messenger, weil einige nicht verstehen können, dass es vollkommen okay ist, im 21. Jahrhundert aufklärerische Arbeit zu leisten, und zu erzählen, dass Karneval, Lukas Hilbert, George Bush, meine Bäckereiverkäuferin, die Post, die Deutsche Bahn und vor allem die Deutsche Bahn und noch so einige anderen Gestalten, Institutionen und Sachen einfach doof sind, aber das kann mich ja nicht aufhalten. Noch nicht.

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Über ui.

Manuel Wolff ist der Autor von „ui. der blog.“, Außerdem „ui. der vlog.“ auf Youtube und diverse andere Projekte.

Hauptberuflich Stand Up Comedian und Musikkabarettist und Improgott.

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