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Fazit: Eurovision Song Contest 2011 – ha ha, lustig!

 

Eurovision Song Contest Fazit

Der große Comedy-Event, der Eurovision Song Contest 2011 in Düsseldorf ist vorbei, Koks und Nutten ziehen weiter nach Aserbaidschan. Zeit ein Resumee zu ziehen und alles kurz humorig zusammenzufassen. Von Lena und Stefan Raab bis zu Lukaschenko und Weißrussland, vom schrecklichen Dänemark zum schwedischen Sänger, den man nicht in die Nähe der Kinder lassen sollte bis hin zu Italien und natürlich „I’m running, I’m scared tonight“ von der neuen Siegermacht Aserbaidschan. Viel Vergnügen:


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Live-Blogging Eurovision Song Contest Finale

 

Jetzt geht es los: Das Finale des Eurovision Song Contest ist, der ESC 2011 in Düsseldorf, wo Lena ihre Titelverteidigung versucht und 43 Länder Europas bei diesem großeuropäischen Hochkulturereignis allesamt beweisen, dass sie keinen Geschmack haben. Das Antidot dazu gibt es hier auf ui., wenn ihr gerade nichts Besseres zu tun habt, als zu Hause vor dem Fernseher herumzuhängen und Euch über die langweiligen Kommentare des Moderatoren-Trios und die grauenhafte Musik ärgert: Das Liveblogging, wo zeitgleich zur Fernsehübertragung die eloquentesten, zynischsten und vernichtendsten Kritiken gepostet werden. Natürlich könnt ihr auch selbst Kommentare hinterlassen, beachtet bitte beim Live-Blogging: es ist kein Chat, daher werden Komentare nicht automatisch freigeschaltet, Kommentare unter dem Artikel aber selbstverständlich wie immer.

coveritlive hilft dabei mit ihrer Software und vielleicht kriegen wir es noch hin, dass registrierte User vorher tippen können, wer gewinnt, mal schauen:


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Vorankündigung: Live-Blogging zum Eurovision Song Contest

 

Da ja am Samstag der Eurovision Song Contest ist, der ESC 2011 in Düsseldorf, wo Lena ihre Titelverteidigung versucht und 43 Länder Europas bei diesem großeuropäischen Hochkulturereignis allesamt beweisen, dass sie keinen Geschmack haben, gibt es hier auf ui. das Antidot, wenn ihr nicht bei einer glitzendern Eurovision Party sein wollt, sondern nichts besseres zu tun habt, als zu Hause vor dem Fernseher herumzuhängen und Euch über die langweiligen Kommentare des Moderatoren-Trios und die grauenhafte Musik ärgert: Das Liveblogging, wo zeitgleich zur Fernsehübertragung die eloquentesten, zynischsten und vernichtendsten Kritiken dieses großeuropäischen Hochkulturereignisses gepostet werden. Natürlich könnt ihr auch selbst Kommentare hinterlassen, beachtet bitte beim Live-Blogging: es ist kein Chat, daher werden Komentare nicht automatisch freigeschaltet, Kommentare unter dem ARtikel aber selbstverständlich wie immer.

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Eurovision Song Contest – wenn alle deutsch singen würden


Eurovision Song Contest 2011

Über den ESC 2011 (10./12./14. Mai) hat Heino ja gemotzt, weil Lena Meyer-Landruth auf englisch singt. Ich habe mir die Mühe gemacht und mal alle Grand Prix Songs, die es je gab, auf deutsch zu übersetzen, um zu analysieren, ob das wirklich so eine gute Idee ist, auf deutsch zu singen – denn man versteht dann die Texte und die sind nicht unbedingt erhellend.

Mal schauen, wie es beim Grand Prix in Düsseldorf wird, viel Spaß mit meiner Analyse und dem Eurovision Song Contest Hits Medley – auf deutsch:


Und hier noch der Text des Medleys, falls jemand mitsingen möchte:


Ich denke, dass solch ein Traum nie zurückkehren wird
Ich malte mir die Hände und das Gesicht blau
Dann wurde ich plötzlich vom Wind mitgerissen
Und ich begann in den unendlichen Himmel zu fliegen
oh, Fliegen, oh oh, Singen, oh oh oh oh
in blau, blau angemalt, Froh, dort oben zu sein

Kling, klingelingeling, kling, kling – alle Glocken klingen
Kling, klingelingeling, kling, kling – alle Welt am singen
Kling, klingelingeling, kling, kling – sie hat mich in einem Wirbel
Kling, klingelingeling, kling, kling – sie ist mein Klingeling-Mädel

Ich bin eine Wachspuppe, eine Tonpuppe
Mein Herz ist schwer in meinen Liedern – Wachspuppe, Tonpuppe

Ich frag ob eines Tages, Du sagst, das Du willst?falls Du mich wahnsinnig liebst, dann bin ich da.
wie ne Puppe mit nem Strick! Wie ne Puppe mit nem Strick!

Dir wird gratuliert, mit Freudenfesten
wenn ich jedem erzähle, dass Du verliebt bist in mich

Mein Herz macht Dschingderassa-bumm, dschingderassa-bumm, wenn Du da bist!
Dschingderassa-bumm, dschingderassa-bumm, laut in meinem Ohr!

Möwen und Flugzeuge, Dinge des Himmels
Segelboote und Fischer, Dinge des Meeres
Stadtsehenwürdigkeiten, Hochzeitsglocken, graue-blaue Himmel
allerhand von allem, erinnert mich an Dich

Wasserklo – ich wurde besiegt, Du hast den Krieg gewonnen!
Wasserklo – ich verspreche Dich für immer zu lieben
Wasserklo – ich könnte nicht flüchten, selbst wenn ich wollte
Wasserklo – ich weiß, mein Schicksal ist es, bei Dir zu bleiben
Wa Wa Wa Wa Wasserklo – Finale Fäkalien im Wasserklo

Preist Jehova – singt ein Lied, preist Jehova – singt alle mit
mi-it einem Wort, nur einem Wort, segnet er den Himmel, den Baum, den Vogel,
und wir füllen unsere Herzen mit Freude, preist Jehova!

Tralala, Tralali, jeder schaut mich an, wenn ich in meinen goldnen Schuhen laufe
Ich hab in der Straße getanzt und die ganze Welt hat gelacht
Tralali, Tralala, der Himmel hat sich aufgetan, Du glaubst kaum Deinen Augen
oh und ich beginne fast zu fliegen in meinen goldenen Schuhn.

Lass es schwingen, lass es rock‘n‘roll
Lass mich fühlen, wie es die Kontrolle übernimmt,?hu! haaaaa! hu! Lass es schwingen, lass es rock‘n‘roll

A little lovin‘, a little givin‘ to build a dream for the world we live in
I feel lonely fucking in the wind, for our tomorrow, a little peace
We are feathers on the breeze, sing with me my song of peace

Guildo likes you a lot, even though there are tears sometimes
he comes over and sings songs for you. Guildo likes you a lot!
Flieg auf den Flügeln der Liebe, flieg, baby, flieg!

Jeden Weg, den ich kann, versuch ich zu machen, dass Du mich wieder liebst
Jeden Weg, den ich kann, geb ich Dir all meine Liebe und dann
Jeden Weg den ich kann, wein ich! sterb ich! und mach Dich wieder mein

Vielleicht nur, bin ich verückt, die Welt dreht sich im Kreis, im Kreis
la – lalala – tickiticki -tamtam, la – lalala -tickitickit – tamtam
dai-di-dai-dai – will geliebt werden, dai-di-dai – ein kleine wilde Chance
dai-di-dai-dai – Freiheit da oben, dai – di -dai – ich bin wild und tanze!

Sie hat ein Achsschenkelgelenk in ihrem Auge
Er kennt ihre Katze Karl
Kann nicht entkommen vom Lügen erzählen
Ich hörte sie sagen?
Hey, darf ich diesen Vorsitz übernehmen?
Hey, darf ich diesen Vorsitz übernehmen?

Genommen von einem Fremden
Fremde Dinge fangen an zu beginnen
gelockt in den Gefahrenbereich
Stell mir ein Bein und dreh mich nochmal im Kreis

Was ist mit gestern?
Was ist mit Seen?
Der Himmel fällt mir auf den Kopf
Ich kann nicht atmeen.
Was ist mit Tieren?
Königreiche in Staub verwandelt
Was ist mit Elephanten?
haben wir ihr Vertrauen mishandelt?


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Im Hauptkampf: James Blunt vs. Kid Rock

 

Weicheier im Musikbusiness

Weicheier im Musikbusiness

Im Hauptkampf James Blunt gegen Kid Rock, Justin Bieber gegen Michael Jackson und Lena gegen den Weltfrieden. Der montägliche ui.-Videoblog:


Schreibst bitte in die Kommentare, welche „Duelle“ es noch gibt!

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4 Geigen und der obligatorische Landessprachen-Rapper: Das war das 1. Halbfinale des Eurovision Song Contests

 

Dienstag Abend lief das erste Halbfinale des diesjährigen Eurovision Song Contests. 17 Länder traten an, um sich einen Platz im Finale zu sichern. Das wird hart, dann muss man den Schund ja nochmals anhören. Hier der Bericht:

Am Anfang der große Schock: Peter Urban moderiert wieder. Schade, dabei war das letztes Jahr doch so schön ohne ihn.

Moldau fängt an, und der Geiger-Zähler hat schon begonnen, direkt in den ersten Sekunden. Der Hintergrund: Als Sertab mit ihrer Bänder-Tanznummer gewonnen hat, traten im darauf folgenden Jahr, alle mit Bändertänzen auf. Und tatsächlich, Griechenland gewann mit einem Bändertanz.

Als Russland vor zwei Jahren mit einem Schlittschuhläufer und einem Violinisten gewann, suchten viele Länder vergeblich Schlittschuhläufer, aber Geiger traten wieder an und Norwegen gewann mit einem Geiger. Deswegen wird es dieses Jahr wieder viele Geiger geben.

Moldawien hatte aber zusätzlich noch einen Saxophonisten. Zur Info: Alle Instrumentalisten auf der Bühne spielen nicht live, die Musik kommt vom Band. Tiere sind auf der Bühne übrigens verboten.

Als nächstes: Russland. Der russische Sänger möchte, dass das Strichmädchen zurückkommt. Er hat einen Zettel mit einer Bleistiftzeichnung einer Frau und bittet am Ende vom Lied, dass sie zurückkommt. In der Mitte vom Lied, wollte er sie allerdings verbrennen. Und irgendjemand hätte gesagt Russland würde dieses Jahr keine Vorurteile bedienen, na ich weiß ja nicht.

Estland: Der Klavierspieler aus Estland haut in die Tasten, als ob er Rachmaninoff spielt, dabei spielt er nur ein paar weiße Tasten. Schon die ersten 3 Beiträge sind so grausam, dass die müßige Mittelmäßigkeit von Lena gar nicht mehr so auffallen wird.

Slowakei: Hab ich verpasst, sorry. Auch nicht schlimm. Finnland: Finnland hat einen weißen Plastikmüllsack auf der Bühne. Und ich zähle Geige Nr. 2. Und für einen Sieg braucht man eine Geige (Eurovisionsregel No. 1). So doof es klingt, dieses finnische Volksgehumpel ist der erste Beitrag bis jetzt, der eingängig ins Ohr geht.

Lettland schickte die „18-jährige Aisha“ und diese schaut hilflos in die Kamera. Sie will da weg. Das Gefühl können wahrscheinlich die meisten 18-jährigen nachvollziehen, wenn sie mit einer Schlagerparade konfrontiert werden.

Serbien bringt Justin Bieber. Oder ist das die Tochter von Hella von Sinnen? Jedenfalls ist sein Song „eeeeeeeee – hey hey“ einer der schwächsten Beiträge, die es je gab. Selbstverständlich schafft er es ins Finale. „eine tolle fröhliche Tanznummer, die in allen Clubs Europas laufen wird“, sagt Peter Urban. Was hat der denn geschluckt?

Bosnien-Herzegowina bringt den ersten Beitrag, der nicht komplett nervt, aber die Erwartungen sind ja auch nicht hoch, das war leicht.

Polen überspringen wir mal und dann kommt Belgien: Ein Mann mit seiner Gitarre. Guter Song. Ein guter Song beim Grand Prix ohne dumme Effekte und Schnickschnack. Na so was. Und übrigens der erste anständige Song, den Belgien jemals gemacht hat. Nicht nur beim Grand Prix, überhaupt.
Der Typ selbst ist Ein-bißchen-Frieden-Nicole auf belgisch und in blau. Aber das Lied ist gut. Allerdings zerstört wieder mal Peter Urban meine Sympathien, indem er sagt, der Belgier würde wie James Blunt klingen. Malta hingegen klingt nicht nach James Blunt, sondern nach James Bond. Malta war auch ganz okay – aber dann kam ein Vogelmensch aus dem Bühnenboden und die Sängerin wechselte in Opernkopfstimme. So kann man ein Lied auch versauen.

Albanien bringt Geige Nr. 3. Und Sängerinnen sollten immer einarmig sein, dann müssten sie mit der freien Hand nicht immer so blöd herumfuchteln.

Griechenland ist mein Lieblingslied weil man einen Haufen Talent braucht, um mit so einer Überzeugung so eine Scheiße vorzutragen. Opa! Das Lied gegen die Krise: „Everybody say: Opa!“

Und da war auch schon Fidel Nr. 4!

Der Beitrag von Portugal braucht nur 10 Sekunden um mich zu überzeugen, dass nicht alle 18-jährigen so blöd wie Lena sind. Das Lied allerdings ist eine ziemliche Kopie des englischen Beitrages von letztem Jahr. Na und?

Mazedonien hat nun endlich den obligatorischen Landessprachen-Rapper, der auch einmal pro Eurovision Song Contest vorkommen muss. Kann jemand mazedonisch? Was hat der gesagt?

Weißrussland singt vollkommen schief von Schmetterlingen, die Damen haben allerdings Kleider an, die sich spontan zu Schmetterlingsflügeln entfalten und damit einen Haufen ESC-Fanclubs dazu bewegen für Belarus anzurufen.

Und zu guter letzt bringt Island den Vulkan auf die Bühne. Island packt eine Walküre auf die Bühne. Sieht aus wie Joy Fleming oder die Müllhalde von den Fraggles. Die Walküre singt: „And when I see your face, I wanna follow your Emotion“. Ich sage: „And when I see your body, I wanna run and hide!“

So, die Show ist vorbei und das krasse ist, wenn man 2 Stunden mit dieser Kack-Musik zugeballert wird, findet man sie gar nicht mehr so schlecht.

Fürs Finale haben sich qualifiziert:

Bosnien und Herzegowina
Moldawien
Russland
Griechenland
Portugal
Weissrussland
Serbien
Belgien
Albanien
Island

Am Donnerstag geht es weiter mit dem nächsten Halbfinale, wie sehen uns wieder hier auf ui., diesmal zum Live-Chat.

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Lenas Chancen beim Eurovision Song Contest

 

Am 29. Mai ist der Grand Prix und es gibt zwei Lager: Die einen, die sagen, dass Lena Meyer-Landrut ganz vorne landen wird, die anderen, dass sie ganz weit hinten platziert. Also hört mal, warum sagt denn niemand „irgendwo in der Mitte“? Um ihre Chancen realistisch einzuschätzen, braucht es den Rat eines Experten: mir.

Ich habe bisher alle ESC Sieger hervorragend vorausgesagt. Außer letztes Jahr. Und das Jahr davor. Und im Jahr davor habe ich nicht getippt. Davor lag ich einmal daneben und habe ein paar Jahre pausiert, weil meine Vorhersagen nicht mehr so treffend waren. Und im Jahr davor und davor lag ich auch falsch. Aber jedes mal exakt. Gut, ich lag nur zwei Mal richtig, nämlich bei Sertab aus der Türkei und den Hard-Rock-Hallelujah-Finnen, aber immerhin.

Also fangen wir an, die einzig wahre Beurteilung von Lenas Chancen beim Grand Prix.

Ich weiß, als heterosexueller Grand Prix -Fan, gehöre ich zu einer aussterbenden Gattung, aber hört mich an: Es zählt bei weitem nicht nur das Lied oder die Stimme, auch nicht – wie oft vermutet wird – Sympathien für ein Land. Ganz, ganz viele Elemente spielen eine Rolle, gehen wir sie an.

Fangen wir trotzdem mal bei dem Lied an, das ist ein recht normaler Song, vom Komponisten wohl in ein paar Minuten hingeschmissen. Der Song ist langweilig und verliert seinen Reiz schon nach 30 Sekunden. Das macht aber erst mal nichts. Der Rhythmus ist ja ganz nett und positiv auf die Platzierung wird sich auswirken, dass die anderen Länder dieses Jahr auch nur Schrott liefern. Nur: In dem Lied ist überhaupt keine Steigerung drin, keine Rückung, nicht mal am Ende der Refrain einen Ton höher, wie es für einen ESC-Sieg nahezu notwendig ist. Es ist auch kein geiler Break drin, nur ein klitzekleiner, der so klingt, als hätte sich der Schlagzeuger kurz verspielt. Es wird also schwer. Jeder Grand Prix Teilnehmer hat höchstens 3 Minuten für seinen Song, was dazu führt, dass alle Teilnehmer versuchen, möglichst exakt die 3 Minuten zu füllen.

Was eigentlich Quatsch ist. Ein gutes Lied, dass nur zweieinhalb Minuten lang ist, wird dann gestreckt, ein paar Takte hinzugefügt, oder das Tempo etwas verlangsamt. Oder wenn das Lied zu lange ist, ein wenig verschnellert. Dass das nicht unbedingt förderlich ist und man mit einem kurzen Lied vielleicht mehr erreichen kann, daran denkt keiner.

Viele, viele, viele Grand Prix Lieder haben dieselbe Akkord-Struktur, nämlich C – a – d (oder F) – G. Hat Lena nicht. Na ja, nicht schlimm.

Kann denn wenigstens der Text punkten? Nun, beim Text ist – für das internationale Publikum – vor allen Dingen wichtig, dass er gar keinen Sinn macht. Es müssen nur Schlagworte vorkommen, die in möglichst vielen Ländern verstanden werden. „Love“, z.B., das hat sie ja drin.

Der Text von Lena macht auch tatsächlich recht wenig Sinn, warum singt sie, dass sie sich extra blaue Unterwäsche für ihren Liebsten gekauft hat? Aber an Schlagworten mangelt es dann doch ein wenig. Bernd Meinunger, der Texter von Ralph Siegel, der war Meister der unsinnigen Schlagworte. Aber damals musste man noch in der Muttersprache singen. Hätte Lena auch nicht geschadet, denn ihr Englisch tut weh. Da entsteht so ein peinlich berührtes Gefühl, dass man bekommt, wenn so Möchtegern-Anglizisten cool sein wollen. Jedem richtigen Engländer kommt allerdings das Kotzen bei dieser beliebigen Aussprache. Aus England kämen sogar mehr Punkte, wenn man mit einem breiten deutschen Akzent Englisch singen würde. Oder mit einem französischen Akzent, das ist doch süß. Aber England müssen wir schon mal aus den punktegebenden Ländern streichen, genauso Irland. Die Skandinaven können auch ziemlich gut englisch, also kommen von da auch wenig Punkte, da wird es schwer.

Aber worauf es grundsätzlich eigentlich ankommt, ist der Gesamteindruck, die Show. Wenn Lena einfach dasteht, mit ihren spastischen Bewegungen und das Lied ohne großes Brimborium singt, dann gibt es ein Dilemma wie damals bei Corinna May. Aber wer weiß, was sich die Verantwortlichen einfallen lassen haben um die Nummer zu pushen. Hoffentlich etwas spannenderes, als das schnell zusammengekleisterte Musikvideo.

Es gibt harte Regeln beim ESC, insgesamt dürfen nur 6 Leute auf der Bühne stehen, egal ob die Singen oder Tanzen. Die Musik ist Playback, aber alle Stimmen müssen live sein, auch die Backgroundstimmen. An der Regel sind schon viele Länder gescheitert, die nämlich dicke Backgroundstimmen auffahren wollten, aber gleichzeitig die coolsten akrobatischsten Tanzmoves. Tänzer außer Atem singen allerdings nicht so gut, so kann man bei vielen Performances ziemliches Luftschnappen hören. Bei Lenas Song sind meines Wissens keine Backgroundstimmen dabei, also hat man noch Platz für 5 weitere Leute, die versuchen können, zu retten, was zu retten ist. Vielleicht ein paar Artisten im Rhönrad?

Ein Gimmick wäre nicht schlecht. Vor zwei Jahren hat ein Russe mit einem Schlittschuhläufer gewonnen, der auch noch einen Geiger dabei hatte. Also geigte letztes Jahr der norwegische Sänger selbst und fuhr den höchsten Sieg aller Zeiten ein. Was meint ihr, wie viele Beiträge dieses Jahr einen Geiger mithaben? Großbritannien hatte letztes Jahr sogar 4 Geiger mit und auch noch Andrew Lloyd-Webber. 1 Geiger: Platz 1, 4 Geiger + Webber: Platz 5. So einfach ist die Rechnung.

Was hatte Deutschland letztes Jahr als Gimmick? Dita von Teese. Insgesamt 3 Tänzerinnen. Zwei, die alles gegeben haben und sich abmühten und Dita, die auf einem Sofa saß. Und dann im Lied groß angekündigt wurde, von dem falschen Pianisten, dann nach vorne zur Bühnenmitte ging und wieder zurück aufs Sofa. Das ist eine Leistung. Die beiden anderen Tänzerinnen, die sich richtig abgearbeitet haben und nicht namentlich erwähnt wurden, müssen sich auch verarscht vorgekommen sein.

Bevor Russland die Schlittschuhe auspackte hat Serbien gewonnen, mit „Molitva“, gesungen von einer Frau, die aussah, wie Daniel Küblböck mit ein paar mehr Kilo auf den Rippen. Aber immerhin konnte sie singen. Ist eh wurscht, nach einem Grand Prix Sieg kräht sowieso kein Hahn mehr nach Dir. Oder hat jemand mal wieder was von dem Norweger gehört? Oder von Helena Paparizou, Marie N, Tanel Banar, Dave Benton, Eimear Quinn, Secret Gardenusw. – selbst nach Ruslana und Lordi kräht eigentlich kein Hahn mehr. Lena wird auch spätestens am 29. Mai den Höhepunkt ihrer noch jungen Karriere hinter sich haben. Und in einem Jahr oder zwei nimmt sie wieder Komparsenrollen beim Privatfernsehen an.

Also mein Tipp: Nicht besser als Platz 10, na ja, sagen wir 9, aber auch nicht schlechter als Platz 15. Wetten?