Taxifahrer, zum Zweiten – Teil I

Vor ein paar Tagen ist mir wieder ein Erlebnis mit dem Kölner Taxiruf 19 410 widerfahren.

Um mit meinem Digitalpiano zum Auftritt zu kommen, musste ich mir ein Taxi rufen und bestellte – wie ich es schon des Öfteren tat – einen Kombi, damit das Flightcase, evtl. bei umgeklapptem Rücksitz, bequem reinpasst. Also habe ich gegen 18 Uhr angerufen und meine schweren Gerätschaften vor die Tür gestellt. Kurz darauf kam auch ein Taxi, ein riesiger Mercedes-Kombi. Der Taxifahrer stieg aus und sagte:

„Au weh, das bekomme ich da nicht rein.“

Wir versuchten trotzdem zu schauen, ob es in den riesigen Kofferraum passen würde, aber es stand ein paar Zentimeter über. Ich sagte ihm, dass man die Rückbank umklappen könne, so sei mein Klavier schon oft transportiert worden.

„Die kann man nicht umklappen.“

Belehrte mich der Taxifahrer. Er schlug vor, dass ich versuchen solle, das Ding auf die Rückbank zu legen. Ich hob es also an und als der Taxifahrer mir ansah, dass das Klavier ca. 40 Kilo wiegt, sagte er:

„Ach so, das ist auch noch schwer! Nee, nee, lass mal, dann können wir das nicht auf die Sitze legen, mein Chef bringt mich um. Du brauchst ein Großraumtaxi, ich ruf Dir bei der Zentrale eins.“

Daraufhin stieg er ein und fuhr ohne sich zu verabschieden davon. An dieser Stelle sollte ich vielleicht einfügen, dass ich das Klavier auch schon in weit kleineren Autos, z.B. einen VW Golf, transportiert habe. Ich setzte mich auf mein Klavier und wartete. Und wartete und wartete…

Nach einer halben Stunde rief ich noch mal die 19 410 an und erklärte die Lage, erzählte, dass der Taxifahrer mich nicht mitnehmen wollte und mir gesagt hatte, er würde ein Großraumtaxi bestellen, ob das jetzt noch komme, oder ob er vergessen habe, das zu bestellen. Oder mich sogar mit Absicht hätte sitzen lassen?

„Kein Großraumtaxi da.“

Sagte der Mann in der Zentrale. Ich sagte: „Ja, genau. Ist eins auf dem Weg?“

Er: „Es steht kein Großraumtaxi zur Verfügung.“

„Was heißt das?“

„Ja, es kommt auch keins.“

„Ach so, und nun?“

„Ja, und nun?“

Da war ich einen Moment sprachlos, wie soll man auch reagieren, wenn man beim Taxiservice anruft, und gesagt bekommt, dass man kein Taxi bekommt. Da wird man etwas hilflos. Ich schlug vor, einen anderen Fahrer mit Kombi zu schicken, der sich vielleicht nicht ganz so dämlich anstellt.

„Na unser Taxifahrer war doch gerade da, der hat uns berichtet, das Ding sei zu groß.“

„Na ja, ich hab das schon oft in einem Kombi transportiert, aber ihr Fahrer wollte die Rückbank nicht umklappen.“

„Na wieso wollte der denn die Rückbank nicht umklappen?“

„Na das müssen sie ihn fragen, es ist schließlich ihr Fahrer.“

„Na ich schau mal was sich machen lässt“, sagte er und legte auf.

Ich wusste nicht ganz, was mit dem letzten Satz gemeint war, ob er damit meinte, dass er versucht, mir ein neues Taxi zu schicken, oder dass er nur versucht, herauszufinden, warum der Fahrer die Rückbank nicht umklappen wollte. Oder ob er plötzlich doch von irgendwoher ein Großraumtaxi herbekommen könne und schwups … erschien eins, und ich konnte rechtzeitig und glückselig beim Auftritt erscheinen.

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2 Gedanken zu „Taxifahrer, zum Zweiten – Teil I

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