Taxifahrer, zum Zweiten. – Teil III

HIER GEHT ES ZUM ERSTEN UND ZWEITEN TEIL DER GESCHICHTE!

Gegen Mitternacht ging es darum, wieder mit der schweren Gerätschaft, dem 40-Kilo-E-Piano nach Hause zu kommen. Mittlerweile waren wir zu dritt, zwei Kollegen wollten mit mir ein Taxi teilen, also gaben wir der Frau hinter der Theke den Auftrag, gleich ein Großraumtaxi zu bestellen. Nach kurzer Zeit berichtete sie uns den Tränen nahe, wie schroff der Mann aus der Taxizentrale sie behandelt hätte. Es gebe keine Großraumtaxis jetzt, das könne dauern, eine halbe Stunde oder länger und sie solle in zehn Minuten noch mal anrufen und sich nach der Lage erkundigen. Wir überlegten, was wir tun sollten: warten, noch mal anrufen oder verzweifeln. Ich schlug vor, noch einmal anzurufen und abermals ein Großraumtaxi zu bestellen, allerdings eine Hausnummer weiter. Außerdem stand ja immer noch im Raum, ob nicht ein Kombi mit klappbarer Rückbank auch genügen würde. Wir einigten uns darauf, dass die Tresenbedienung noch mal anruft, um die Sachlage zu klären. Als sie wieder zurückkam, berichtete sie uns, dass jetzt ein anderer Mann in der Zentrale am Apparat gewesen sei, der aber genauso unfreundlich gewesen sei. „Es sind keine Großraumtaxis da, rufen Sie wieder in einer Viertelstunde an.“

„Na denn, was bleibt uns anderes übrig als Warten“, dachte ich, doch ich hatte nicht mit der Cleverness des einen Kollegen gerechnet. Der ist nämlich zum Breslauer Platz in der Nähe getrabt und hat selbst Recherchen angestellt und nachgeschaut, was da so an Taxis zu finden ist. Und welch Wunder – Großraumtaxis in Hülle und Fülle. Na gut, eins war da, aber das reicht ja schon. Stolz wie die Kutsche der Königin von England fuhr es vor. Wir öffneten den Kofferraum und fingen an das Klavier einzuladen, als hinter uns ein zweites Großraumtaxi auftauchte, was uns zu Kommentaren wie „Na jetzt kommen Sie alle“ veranlassten. Der Taxifahrer stieg aus und erzählte uns, dass wir ihn bestellt hätten, die Zentrale hätte ihn geschickt. Ich fragte: „Und was sollen wir nun machen? Wir brauchen nur eins!“ Woraufhin der Taxifahrer sagte, dass wir ihm wenigstens die Anfahrt zahlen müssten, schließlich hätten wir ihn bestellt, 5 Euro würde das kosten.

Das war dann einer dieser wunderbaren Momente, die mir nur so alle 5 Jahre passieren, wo mir die Hutschnur platzte. Ich ging auf ihn zu und sagte ihm: „Ich glaub jetzt hört es auf, ich zahl doch nicht für ein Taxi, in dem ich nicht fahre! Die Zentrale hat uns gesagt, es gibt kein Taxi!“

Er. „Die Zentrale hat gesagt, sie sollen in 15 Minuten noch mal anrufen!“

Ich: „Ja, aber das haben wir nicht getan. Ich zahl doch nix dafür, wenn die Zentrale sie trotzdem schickt, und sowieso zahlt man erst, wenn man auch irgendwohin gebracht wird.“

„Ja Du kannst mich mal am Arsch lecken!“ rief er. Das scheint in dieser Stadt des Öfteren vorzukommen, wie hier nachzulesen: Schwertransport

Ich muss ja schon sagen, dass ich dann schon ein bisschen stolz auf mich war, denn ich reagierte gar nicht drauf, sondern beugte mich nur vor, um das Nummernschild zu lesen. Da bekam er es mit der Angst zu tun, und fuhr davon.

Die Rückfahrt mit dem anderen Taxi war sehr lustig, der Fahrer kannte nämlich schon den Weg, denn es war derselbe, der mich auch zum Auftritt gebracht hat. Es scheint in Köln nur zwei Großraumtaxis zu geben.

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Ein Gedanke zu „Taxifahrer, zum Zweiten. – Teil III

  1. Wow, alle drei Teile hintereinander gelesen ergeben eine wirklich tolle Geschichte. Besonders die Sache mit der Trulla und ihrem Longboard hat mir gefallen 🙂

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