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Gedanken vom Pferd

Gedanken vom Pferd – Folge 55

 

Gedanken vom Pferd – Gastkolumne von Weidler

Wenn die Technik irgendwann so weit ist, dass man Schauspieler in Filmen beliebig tauschen kann, will ich „Fear And Loathing in Las Vegas“ mit Louis De Funes als Hunter S. Thompson sehen.

Was die Evolution in Milliarden von Jahren vollbrachte, wurde vom Internet in knapp einem Jahrzehnt zerstört:
Rot, die Farbe der Warnung, die Farbe der Gefahr, die Farbe, der man seine maximale Aufmerksamkeit widmen sollte, weil man sonst von Feuer, Giftkröten oder Pavianärschen umgebracht wird.
Dieses Rot wird nun aufgrund tausender und abertausender Werbebanner, Spammails und unnötiger Warnhinweise vom Hirn vollkommen ignoriert.

Ich habe in einem Schreiben gerade 5 Minuten nach dem Rechnungsbetrag gesucht und schlicht nicht gefunden. Als ich schon die Kontakt-Nummer wählte, fand ich ihn.
Er war das einzige, was fett und in rot geschrieben war.


Heute Nacht wurde in einen katholischen Kindergarten in der Nähe eingebrochen. Einige Schränke waren durchstöbert, gestohlen wurde jedoch nichts.

Ich frage mich, was der Einbrecher dort gedachte zu entwenden. Katholische Kinder?

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Gedanken vom Pferd

Ich bin der Meinung anderer so überdrüssig

Gastartikel von Weidler

 

Überall steht sie, prangt sie, biedert sich von allen Seiten an, vergiftet und lähmt meine Urteilsfähigkeit. Was ich mir kaufe, welchen Online-Shop ich durchstöbere, welches noch so uninteressante Produkt ich erwerbe. Alles ist mit einer Skala versehen, wurde bewertet, von der Masse analysiert. 3 von 5 Punkten hat das Buch, das ich gerade kaufen wollte. Die Verteilung der Meinungen hat die klassische nichtssagende Badewannen-Form: Viele naiv-begeisterte Fans, die das Werk wütend verteidigen. Viele Miesmacher, die mit ihren Verrissen ihr Selbstwertgefühl verbessern wollen. Und ein paar wenige von den sachlichen nichtssagenden neutralen Langweilern, die ihr belangloses Leben mit belanglosen Ansichten ausleben. Fortan kann ich das Buch, den Film, den Mp3-Player, den VERDAMMTEN SCHEISS JOGHURT nicht mehr genießen, ohne mich in der Defensive wieder zu finden. Ich will mir schließlich keine Blöße geben. Nichts für gut befinden, was jemand anderes schon für schlecht befand.

Der Kinofilm wurde schon bei spiegel online rezensiert, der ist eher nichts. Filmstarts.de gab ihm auch nur 6/10 – Im Pressespiegel sogar nur 5.4/10. Der Regisseur ist alt geworden, von der Maschinerie geglättet, kommt an seine früheren Leistungen nicht mehr heran. Ich hab den Namen des Regisseurs noch nie gehört. Aber es muss wohl so sein. Den guck ich vielleicht auf DVD oder wenn er mal im Fernsehn läuft.

Ich bin ja selbst so ein profilierungsgeiler anonymer Hampel. 12 mal habe ich schon bei Ciao, 23 (In Worten: Dreiundzwanzig) mal bei Amazon meine anonyme Ansicht ins Netz gepustet. Verärgert über jeden, der sie nicht für „hilfreich“ befindet. Jeder geguckte Film wird durch mich in meinem Stammforum analysiert und mit meiner höchstpersönlichen und völlig unnötigen Wertung versehen.
Auf dass auch ja kein anderer auf der Welt unschuldig auf etwas zugehen kann. Ohne gegen die Vorab-Meinung der Gesellschaft bestehen zu müssen.

Ich bin es Leid, ich will es nicht mehr. Ich mag’s nicht mehr sehen. Ich will Browser, die diese widerwärtigen nutzlosen dummen kleinen Skalen ausblenden. Ich will mein Recht zurück haben, Scheiße zu kaufen, und völlig unvorbereitet aus eigener Kraft erkennen zu können, dass es Scheiße ist.

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„Hinterfragen“ ist ja auch so ein Wort, bei dem man sich sofort schlauer vorkommt, wenn man es benutzt.

 

Gedanken vom Pferd 54 – Gastkolumne von Weidler

Wenn die Welt über Artensterben und Umweltzerstörung dermaßen aus dem Häuschen sein könnte wie über ein paar idiotische Comics, wäre der Planet so gut wie gerettet.

„Ein einflussreicher sunnitischer Scheich hat den Freitag zum „internationalen Tag des Zorns“ aufgerufen.“

Tag des Zorns.
Klingt wie ein Metal-Open-Air. Oder ein Film mit Chuck Norris.


„Stimmt, in der Föderation ist doch dann irgendwann allgemeines Tempolimit Warp 5 eingeführt worden, oder?
Der Picard hat sich da natürlich für eingesetzt – als Franzose.“

„Multitasking“

Ich kanns nicht mehr hören.

Da haben sie dem Feminismus wieder ein Wort beigebracht.

Nachtrag
Windows kann übrigens seit Win95 Multitasking.
Während, soweit ich weiß, auch die neusten G5s mit OSX noch immer seriell arbeiten.
Was sagt uns das?

Multitasking macht nicht schneller. Nur zickig und instabil.
Dafür gibt’s mehr Hardware dafür zu kaufen.

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Wann merken die bei Aldi, dass kein Mensch Ananas-Saft kauft?

 

Gedanken vom Pferd 53 – Gastkolumne von Weidler

Meine Erfahrungen aus einem Tag als Frau ergaben Folgendes:

– Sowohl Frauen als auch Männer fragen als allererstes, aus was die Brüste gemacht sind.
– Ich sehe keinen Sinn darin, dass Frauenjacken die Knöpfe links haben.
– Im Stehen pinkeln ist schwer mit Rock. Auch, weil die Federboa dauernd ins Klo fallen will.
– Absolut jeder bringt den „Du bist hier doch falsch“-Spruch auf den Toiletten. Auch die Frauen.
– Kajal-Stift kriegt man nie wieder weg.
– Meine Erinnerungen aus meinen Zeiten mit langen Haaren haben mit den Jahren
verklärt, wie sehr die Dinger einem auf die Nerven gehen.
– Es gibt eine flächendeckende Färbungscreme, die wie eine Kombination aus
Aufhellung, selektivem Weichzeichner, Kopierstempel und Sättigungssteigerung in
Photoshop wirkt, und zwar gleichzeitig. Sowas will ich auch.
– Als 1,90-Frau mit Körbchengröße D und bauchfreiem Top ist man sich den Blicken der Anwesenden sicher. Vor allem, wenn der bauchfreie Bereich behaart ist.

Bei meinem neuen Webhoster bekomme ich jetzt endlich auch die google-Suchbegriffe angezeigt, mit denen Leute zu den Gedanken Vom Pferd geraten sind:

– „ich möchte als mensch ein ei ausbrüten“
– „ich möchte wild gevögelt werden“
– „details von foltermethoden“

Ausgezeichnet.
Ich sehe: Meine Zielgruppe erreicht mich.


Langsam bin ich ja doch für eine Abschaffung der Religionen.

Das wird der Welt zwar keinen Frieden bringen, ihr dafür aber die Ausreden nehmen.

Wenn jemand einen Schreibtisch erfindet, der an allen Seiten außer einem schmalen Bereich für die Armauflage hohe Kanten hat, die Dinge am Runterfallen hindern, und zur Sicherheit noch ein Auffangnetz drumherum – ich kauf einen.

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Gedanken vom Pferd – 52

Gastkolumne von Weidler

 

Ein Plombenwechsel war fällig.

„Wollen sie ne Spritze gegen die Schmerzen vorher?“
„Ja, prima. Schmerzen sind schlecht.“
„Aber wir versuchen’s erst mal ohne. Wenn’s weh tut, kann man ja immer noch spritzen.“
„Ahso.“
booooooiiiäääääääärrrrrrr
„Es zieht wie die Hölle.“
„Jetzt haben wir’s ja gleich.“
böööööööösdfrrrriiiiiiiiiiii
„Also, das hat jetzt wirklich ziemlich geschmerzt.“
„Wir sind schon fertig. Mit dem andren Bohraufsatz tut das gar nicht mehr weh.“
„Soso.“
RÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄRÄRÄRÄRÄRRÄRÄRÄRÄÄÄÄÄÄÄÄÄ
„Ich fand schon, dass das weh tat.“
„Ja, jetzt kommt nur noch das Polymer rein und wird beleuchtet, da spüren sie gar nichts.“
….
„Also, eigentlich hat auch das gehörig gezwickt.“
„Ja, aber ohne Spritze ist es nachher viel angenehmer.“

Nichts ist angenehm. Mein Zahn tut weh.

Ich war bei dem Zahnarzt nur deshalb Stammkunde, weil er die letzten 20 Jahre nichts gemacht hat, außer mir ein schönes Jahr zu wünschen.

Wenn man die Worte „immer“ und „nie“ bei der Erfindung der Sprache weggelassen hätte, wären jeglichem Ehe- und Beziehungs-Krach die Grundlagen entzogen.


Ich staune jedes Mal auf’s Neue, wie viele Tassen man a) in kürzester Zeit ansammeln und b) auf dem Schreibtisch unterbringen kann.

Heut Nacht träumte ich, ein nahegelegenes Kraftwerk hätte einen Supergau erlitten.
Da ich und einige Kollegen uns gerade im Freien befanden, war unser Schicksal also besiegelt. Zumal augenblicklich bewaffnete Gruppen die Anarchie ausriefen und Autos sprengten oder stahlen. Einige hatten in letzter Zeit wohl nicht genügend Jodhaltiges gegessen. Denen fielen bereits Körperteile ab. Aber auch bei den noch gesund Aussehenden würde es nicht mehr lange dauern, bis sie sich aufgelöst hätten. Alles in allem also eine recht unerfreuliche Situation.

Das kriegen auch nur Saarländer hin.
Ein Supergau.
In einem Kohlekraftwerk.

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Gedanken vom Pferd – 51

Gastkolumne von Weidler

 

Da Amazon mich mittlerweile offenbar bestens kennt, und mir zielgenau passende Werbung schickt, sollte es mich vielleicht besorgen, dass zu meiner Wunschzettelfunktion nun auch eine Hochzeitslisten-Funktion hinzugekommen ist.

Wörter, die beim Scrabble zu Diskussionen führen:

Landmama
Umbaumutierende
Weltpenisruhetag

„Schatz, heute nicht, heute ist Weltpenisruhetag.“


Bei der heutigen Nachbehandlung bestand ich auf die Betäubung.
Ich habe noch nie eingesehen, warum man Schmerzen erleiden sollte, anstatt die helfende Hand der Pharmaindustrie zu ergreifen.
Das war auch gleich viel angenehmer.

Aber es gibt auch Schattenseiten. Soeben hab ich selbstvergessen auf etwas herumgekaut, bis mir klar wurde, dass das wohl meine Backe war.
Wie Darkman.
Das wird bestimmt gleich ein Spaß, wenn die Betäubung nachlässt.

Bruder Jux: „Du siehst so aus wie ich mich fühl.“
Lux: „Zum Glück seh ich nicht so aus wie du aussiehst.“

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Gedanken vom Pferd – 50

Gastkolumne von Weidler

 

Wenn Zeit wirklich Geld wäre, wären Geldautomaten Zeitmaschinen.

Ich glaube, ich bin überarbeitet.

Wir heulen und zetern, wenn bösartige Kenianer ein Nashorn umlegen, oder die fiesen Japaner einen Wal fangen.
Aber schickt alles los, was Waffen und Fackeln tragen kann, wenn ein dämlicher Braunbär ein Schaf erlegt hat.

Ich rufe alle anderen Blogger auf, aus Protest einen lokalen Jäger und/oder Manfred Wölfl zu erschießen und sich seinen konservierten Kopf auf einem Brett an die Wohnzimmerwand zu nageln.
Wer keinen findet, kann auch Menschen erlegen, die an der Fleischtheke Schaf kaufen.


Überschrift bei spiegel.de: „Lava kündigt Ausbruch auf Java an“.
Irgendwie find ich das putzig.

Als mich der Apotheker lächelnd mit meinem Namen begrüßte, wusste ich, dass von der Jugend nun endgültig nichts mehr geblieben war.