Gedanken vom Pferd – 34

Gastkolumne von Weidler

Nach einem kurzem Exkurs vom kleinen Pit über Worte wie furchtbar/fruchtbar, sterben/streben u.ä. traf mich die Erkenntnis wie ein Donnerschlag.
Die Bibel enthält einen fälschlichen Buchstabendreher.

Und beachtet man diesen, fallen Zweifel und Wirrungen von einem ab wie reife Tomaten von dem Kopf eines alten Mannes, der soeben mit welchen beschmissen wurde.
Es ist völlig klar, dass Gottes Wille die gesamte Zeit zu 100% erfüllt wurde, womit seine Existenz und Allmacht endgültig außer Frage gestellt sein dürfte:

Genesis, Kapitel 1, Vers 22 „Seid furchtbar und mehret euch.“

Sonntag Abend war ich nach Einbruch der Dunkelheit mit den Hunden im Wald spazieren. An einer Stelle, an der man normalerweise sebst bei Kaiserwetter am 1. Mai kaum Menschen begegnen würde, kam mir eine Gruppe alter Leute mit Lampion-Laternen entgegen.

Diese unwirkliche Prozession hätte mir vermutlich nen Heidenschreck eingejagt, hätte sie nicht aus einiger Entfernung bereits folgende, von einer kräftigen Männerstimme intonierte Aussage verlauten lassen:“…mir doch Worschd, wen die Amis wähle. Egal wärs wärd, es Bier gäbbt devon aa nidd billischer.“

Eine schnelle und effiziente Methode, wahnsinnig zu werden, ist, sich bei Schneefall eine Schneeflocke in der größten noch sichtbaren Entfernung auszusuchen und sie zu verfolgen.

Also, mit den Augen verfolgen.
Real verfolgen kann man die Schneeflocken dann, wenn man erfolgreich war.

Vor mir fuhr ein Rangerover an den Straßenrand und der Fahrer stieg aus. Da sich dieses Szenario direkt vor einer roten Ampel abspielte, konnte ich verfolgen, wie der Rangerover-Fahrer eine Metzgerei betrat. Sekunden später kam er mit einem kleinen Mädchen mit Schulrucksack wieder heraus. Beide stiegen in den Rangerover ein, der sich – nun hinter mir – wieder in den Verkehr einfädelte.

Als ich kurz darauf einen Blick in den Rückspiegel warf, unterhielten sich die beiden.
Folgendes Gespräch kam mir in den Sinn:

„Bitte, iss mich nicht.“
„Warum dann nitt? Ich hann disch kaaf, ich kann disch a esse!“
„Ich will nicht gekocht werden.“
„Schdell disch nitt so aaan! Es näschste mo geh ich in e annerie Metzgerei. Das is es bei denne es dritte mo, wo isch de ganze Hemmwesch vollgeheuld genn!“

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Über ui.

Manuel Wolff ist der Autor von „ui. der blog.“, Außerdem „ui. der vlog.“ auf Youtube und diverse andere Projekte.

Hauptberuflich Stand Up Comedian und Musikkabarettist und Improgott.

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