Samstag, der 14. ist genauso schlimm


Ich dachte eigentlich, ich hätte den gestrigen Freitag, den 13. gut überstanden. Aber das Schicksal wollte mich wohl erst am darauffolgenden Tag quälen. Ich musste nämlich zur Bank, Geld abheben, es wurde mal wieder Zeit. Ich schob die EC-Karte in den Automaten und mir fiel der PIN nicht mehr ein – schließlich hatte ich ihn seit ca. 2 Monaten nicht mehr gebraucht, denn ich war ja auf dem Schiff. Außerdem bin ich in der Zwischenzeit ein weiteres Jahr älter geworden und die Demenz naht mit schnellen Schritten.

Ich überlegte also lange und breit. Mir geisterten Gruppen von 4 Ziffern im Kopf herum, aber welche von denen war nun die EC-Karten PIN-Nummer und nicht die Kreditkarten-PIN-Nummer, oder die Nummer der anderen Kreditkarte, der Bahncard-Code, Das Mobiltelefon-PIN, der Anrufbeantworter-PIN-Code oder der Kreditkarten-Servicehotline-PIN? Und auch wenn ich die richtigen 4 Ziffern heraussuchen würde, in welcher Reihenfolge kämen sie denn dann?

Ich entschied mich für das, was mir am Sichersten erschien und tippte prompt die falsche Nummer.

Ich habe ja gelernt, wenn man 3 mal die falsche Nummer eingibt, behält der Automat die Karte. Also wagte ich einen weiteren Versuch, 2 hatte ich ja noch. Und jetzt war ich mir auch sicher. Allerdings lag ich mit Sicherheit wieder falsch.

Die Karte kam zwar wieder heraus, aber der Automat teilte mir mit, ich hätte meine Nummer mehrfach falsch eingegeben, meine Filiale könnte mir weiterhelfen. Ah ja, übermorgen, am Montag.

Ich dachte nicht, dass die Karte gesperrt sei und ging später am Tag im Supermarkt einkaufen und zückte die Karte zum Bezahlen. Weil ich ja kein Idiot bin, schrieb ich mir vorher den PIN-Code auf, nachdem ich ihn in meinen geheimen Unterlagen nachschaute.

Nachdem der Kassierer alle meine Waren eingescannt hatte und mein Leergut annahm, davor aber erst einen neuen Plastikflaschensack auftreiben musste, was einige Zeit in Anspruch nahm und die Schlange hinter mir immer länger werden ließ, nahm er meine Karte und ich durfte die Nummer eingeben. Um keinen Fehler zu machen, schaute ich noch einmal auf meinem Spickzettel nach.

„Systemfehler – Kann von Karte nicht abbuchen“ sagte die Maschine und der Kassierer wiederholte dies. Mist, hatte die fiese Commerzbank also doch meine Karte gesperrt. Nach 2 Versuchen statt 3. Na die werden sich was anhören müssen am Montag! Am Montag Nachmittag, denn am Vormittag habe ich bereits Termine! Hoffentlich machen die nicht um 16.00 Uhr schon zu.

„Tja, was nun?“ fragte ich den Kassierer, der dummerweise mich genau im gleichen Moment „Tja, was nun?“ fragte. Er meinte dann, ich könne bar bezahlen, aber Bargeld hatte ich nicht, denn ich konnte ja vorhin keines abheben, weil ich den Code nicht wusste Ich fragte ihn, ob man mit Kreditkarte zahlen könne, aber das verneinte er.

„Dann weiß ich auch nicht weiter“, meinte ich. Er fragte, ob ich vielleicht noch eine andere EC-Karte hätte und da fiel mir ein, dass die Barclays Bank mir tatsächlich mal eine EX-Karte gab, so als Nettigkeit obendrein mit den Kreditkarten. Die hatte ich auch tatsächlich dabei, aber da ich sie noch nie vorher benutzt hatte, wusste ich den Code auf keinen Fall.

Leichtes Unbehagen machte mir auch, dass ich die Gebühren der EC-Karten-Buchung der Barclays Bank nicht kenne, ich fürchte nämlich, da es nicht mit einem Girokonto verbunden war, dass die Gebühren recht hoch sind. Ich schlug dem Kassierer vor den Wagen kurz stehen zu lassen und in meiner Wohnung die Pinnummer zu suchen. Ich sollte den Einkaufswagen aber erst wieder in den Supermarkt hineinfahren.

Kurze Zeit später kam ich zurück, hoffentlich mit der richtigen Nummer und suchte Blickkontakt mit dem Kassierer. Der sagte mir, dass alle Waren nochmal eingescannt werden müssten, anders ginge das nicht, er habe alles stornieren müssen, sonst hätte er so lange niemand bedienen können. Gut, also nahm ich den Wagen und stellte mich wieder hinten an. Jetzt war die Schlange natürlich so richtig lang – Murphy’s Law.

Also wurde nochmal alles aufwendig eingescannt, die Zweitkarte gezückt, der anderen Code eingegeben und die Abbuchung … funktionierte wieder nicht.

Nun ja, aller guten Dinge sind drei, ich bin dann eben zu einem Geldautomaten gegangen, habe mir mit meiner Kreditkarte Geld besorgt und bin zurück, um die Ware ein drittes Mal auf das Band zu legen, um bar zu bezahlen.

Und das alles nur, um Toilettenpapier zu kaufen. Scheiße.

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Über ui.

Manuel Wolff ist der Autor von "ui. der blog.", Außerdem "ui. der vlog." auf Youtube und diverse andere Projekte. Hauptberuflich Stand Up Comedian und Musikkabarettist und Improgott. G+

5 Gedanken zu „Samstag, der 14. ist genauso schlimm

  1. Hihi, sowas ist sau peinlich. Ging mir auch schonmal so ähnlich, dass meine Karte nicht funktioniert hatte. Seit dem schau ich immer vor dem Einkauf ob ich Bargeld einstecken habe.

  2. Ich weiß nicht warum, aber man darf seine PIN nur einmal falsch eingeben.
    Schon beim 2. Mal ist die Karte gesperrt, beim 3. Mal behält der Automat sie ein.

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